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Veröffentlicht am 02.07.2025

Der Liebe wegen

Die Frau des Farmers
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‚Wir leben so wie wir uns entschieden haben, sagte stets ihr Vater.‘

Sie träumte von einem Leben als Künstlerin. Auf keinen Fall wollte sie Bäuerin sein. Die Liebe kam ihr dazwischen. Jetzt sitzt sie ...



‚Wir leben so wie wir uns entschieden haben, sagte stets ihr Vater.‘

Sie träumte von einem Leben als Künstlerin. Auf keinen Fall wollte sie Bäuerin sein. Die Liebe kam ihr dazwischen. Jetzt sitzt sie auf ihrem eigenen Gehöft auf einem Hügel im Lake District, hat einen Mann und vier Kinder und jede Menge Tiere. Übrigens ihr Mann ist nicht nur Bauer, er ist auch Schriftsteller, nämlich James Rebanks. Und auch er schreibt in seinen Büchern vom Bauernleben.

Helen Rebanks erzählt davon wie sie kleine Lämmer mit der Flasche aufpäppelt, von ihrem chaotischen Leben, von gackernden Hühnern, von ihren Kindern, die lernen müssen Aufgaben zu übernehmen, von dem Haufen Schmutzwäsche, von der harten Arbeit, die die anlaufenden Rechnungen begleichen zu können. Sie erzählt von den Großeltern, dem Großvater, dem man besser aus dem Wege ging, der Großmutter, die ihr viel beigebracht hat an Fähigkeiten und die Expertin war im Umgang mit Nadel und Faden und die eine vorzügliche Orangenmarmelade herzustellen verstand. Das Rezept dazu findet sich im Buch. Aber die Großmutter hatte auch herrische Züge, sie gab den Ton an.

Die Autorin übernahm schon sehr jung, die Aufgabe, die Familie zu bekochen. Bereits als Teenager zeigte sie sich unternehmungslustig. So machte sie sich in den Ferien mit Rucksack bepackt auf den Weg nach Frankreich, um dort für zwei Wochen an einer französischen Schule Englisch zu unterrichten. Mit Kellnerjobs verdiente sie sich Geld für ihre eigenen Bedürfnisse. Noch vor ihrem 18. Geburtstag lernte sie ihren späteren Mann James auf einer Abschiedsparty kennen. Einen Bauern. Ihr war sehr schnell klar, mit ihm möchte sie den Rest ihres Lebens zusammenbleiben.

Helen Rebanks präsentiert uns auch eine Fülle von Familienrezepten die sich im Alltag bewährten haben. Es gibt Ideen für schnelle Gerichte, wenn wenig Zeit bleibt, was auf den Tisch zu bringen. Kreative Ideen für Pausenbrote. Genial sind die Rezepte für die Studentenküche, die natürlich nicht nur für Studenten praktikabel sind.

Der Schreibstil der Autorin ist kraftvoll und gut lesbar. Helen Rebanks bringt das Leben einer Bäuerin authentisch und ohne zu romantisieren herüber. Sie zeigt uns das Landleben in all seiner Schönheit und Härte und doch weckt Die Frau des Farmers Sehnsucht nach diesem ursprünglichen und naturnahen Leben.

Fazit: Ein ehrliches Buch, dass nichts beschönigt und dennoch begeistert.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein eigenwilliges Mädchen

Durch das Raue zu den Sternen
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Christopher Kloeble hat mit seinem Roman ‚Durch das Raue zu den Sternen‘ mein Herz berührt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die musikalisch hochbegabte 13jährige Arkadia Fink, die von allen Moll genannt ...

Christopher Kloeble hat mit seinem Roman ‚Durch das Raue zu den Sternen‘ mein Herz berührt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die musikalisch hochbegabte 13jährige Arkadia Fink, die von allen Moll genannt wird. Arkadia ist ein eigenwilliges Mädchen. Sie will unbedingt in einem Knabenchor singen, und sie setzt alles daran, sich diesen Traum zu erfüllen. Sie geht dabei nicht zimperlich vor. Ihre extravagante Mutter, selbst erfolglose Komponistin, bestärkt Arkadia in ihrem Wunsch ein gefeierter Bühnenstar der klassischen Musik zu werden. Ihre Mutter ist übrigens überzeugt, Beethoven war eine Frau. Doch nun ist ihre Mutter kurz weggegangen. Arkadia ist fest davon überzeugt, wenn sie erst in dem berühmten Knabenchor singt, wird ihre Mutter zurückkehren.

Die Handlung wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Christopher Kloeble beweist dabei ein außergewöhnliches Gespür für Sprache und Atmosphäre. Der Schreibstil ist zum Teil sehr poetisch. Seine Heldin agiert selbstbewusst und lässt sich nicht unterkriegen, Widerstände akzeptiert sie nicht. Ich habe mich immer gefragt, was ist vorgefallen? Warum ist ihre Mutter kurz weggegangen? Der Roman ist eine Mischung aus Melancholie und Hoffnung. Ich habe mit dem Mädchen mitgekämpft und mitgelitten.

Fazit: Ein starker Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Sardinisches Geschäftsmodell

Der dunkle Sommer
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Vera Bucks Roman ‚Der dunkle Sommer‘ führt uns nach Sardinien. Es werden zwei, d. h eigentlich sogar Geschichten mit einander verwoben. Zwei spielen in der Gegenwart und eine in der Vergangenheit.

Zum ...


Vera Bucks Roman ‚Der dunkle Sommer‘ führt uns nach Sardinien. Es werden zwei, d. h eigentlich sogar Geschichten mit einander verwoben. Zwei spielen in der Gegenwart und eine in der Vergangenheit.

Zum einen ist da Tilda, eine deutsche Architektin, die ein altes Haus in dem verlassenen Bergdorf Botigalli auf Sardinien für einen Euro erwirbt. Einzige Bedingung ist, dass sie für die Renovierungsarbeiten einheimische Handwerker beauftragen muss. Aus irgendeinem Grund will Tilda Abstand zu ihrem alten Leben gewinnen. Doch die Idylle trügt. Ist das Geisterdorf wirklich so verlassen, wie es den Anschein hat? Sonntags läuten die Glocken, und Unbekannte behaupten, ein Fluch liege auf Tildas Haus.

Und wir lesen von Enzo, dem Journalisten, der den letzten Einwohner des Dorfes interviewt um Aufschluss über die Geschehnisse in der Vergangenheit zu erfahren. Aber der greise Silvio gibt sich bedeckt.

Der dritten Strang führt uns in das Jahr 1940. Die junge und mutige Mathilde entdeckt Geheimnisse, die anscheinend in der Tradition ihres Dorfes liegen, Männersachen, von denen sie nichts wissen dürfte.

Mir hat der Roman gut gefallen. Da war alles drin: gute Charaktere, eine fesselnde Handlung, Spannung bis zum Schluss. Bucks Schreibstil ist mitreisend. Die Autorin deckt menschliche Abgründe auf. In dem Buch geht es um Schuld, Verdrängung und die Suche nach Wahrheit. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt von der traditionellen Entführungskultur auf Sardinien keine Ahnung. Dazu habe ich dann noch einiges im Netz gefunden. Interessant an dem Buch ist vor allem, dass die Handlung auf eine wahre Begebenheit beruht.

Fazit: Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Praxisbuch Selbstfürsorge

Schmetterlinge brauchen keine Überholspur
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Ronald Schweppes und Aljoscha Longs Buch Schmetterlinge brauchen keine Überholspur ist ein Praxisbuch mit hilfreichen Tipps und Anweisungen um im Leben mehr Leichtigkeit zu erlangen.

Das Cover und ...



Ronald Schweppes und Aljoscha Longs Buch Schmetterlinge brauchen keine Überholspur ist ein Praxisbuch mit hilfreichen Tipps und Anweisungen um im Leben mehr Leichtigkeit zu erlangen.

Das Cover und die Gestaltung des Buches sind ansprechend gestaltet und vermitteln dem Leser einen ersten wohltuenden Eindruck. Die Texte sind gut formuliert, die Kapitel kurz und knackig gehalten. Nach jedem Kapitel gibt es eine kurze Zusammenfassung. Ein Schmetterling ist der Begleiter durch die Seiten. Die Autoren führen Beispiele und leicht anwendbare Übungen an, um den Leser die einzelnen Punkte zu verdeutlichen. Es gibt genügend Stoff zum Nachdenken und zur Selbstreflexion. Lassen sie sich inspirieren!

Letzlich gilt: Es reicht nicht aus, darüber zu lesen - Man muss es auch tun. Von nichts, kommt nichts.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Lach mal wieder

Leben etc.
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Vielen sind Katharina Grossmann-Hensels beliebte Cartoons »Leben etc.« bereits aus dem Magazin »Brigitte« bekannt. Jetzt liegen diese erstmals in Buchform vor.

Katharina Grossmann-Hensels Cartoons erzählen ...


Vielen sind Katharina Grossmann-Hensels beliebte Cartoons »Leben etc.« bereits aus dem Magazin »Brigitte« bekannt. Jetzt liegen diese erstmals in Buchform vor.

Katharina Grossmann-Hensels Cartoons erzählen die Geschichte von Menschen in ihren alltäglichen Herausforderungen, sowohl humorvoll als aus tiefgründig. Die einzelnen Themen betreffen Beziehungen, Familie, Alltag, Kinder, Achtsamkeit, Job, und den Feminismus. Sie bringt, mit einem Augenzwinkern, ihre Aussagen immer genau auf dem Punkt, dort wo es evtl. auch mal wehtut.

Ich musste oft Grinsen. Ihre Zeichnungen beweisen, wie lustig der Alltag sein kann, wenn man ihn aus einer anderen Perspektive betrachtet, wenn man das Leben nicht so tierisch ernst nimmt und auch mal über sich und die Macken anderer lachen kann.

Fazit: Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Spaß an Cartoons hat. „Leben etc.“ist ein Buch, dass man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

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