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Veröffentlicht am 29.06.2025

Mehr Einblick gewünscht

Die feindliche Zeugin
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„Die feindliche Zeugin“ bietet auf den ersten Blick alles, was ein moderner Justizthriller braucht: ein brisantes Thema, gesellschaftliche Relevanz und eine starke Hauptfigur in der Strafverteidigerin ...

„Die feindliche Zeugin“ bietet auf den ersten Blick alles, was ein moderner Justizthriller braucht: ein brisantes Thema, gesellschaftliche Relevanz und eine starke Hauptfigur in der Strafverteidigerin Rosa Mercedes Higgins. Sie kämpft mit Hartnäckigkeit und Instinkt für ihren Mandanten Emmett – einen schwarzen Jugendlichen, dem vorgeworfen wird, einen weißen Mitschüler im Streit erstochen zu haben. Die Ausgangslage ist dramatisch, die Beweislage scheinbar eindeutig, und dennoch ahnt Higgins, dass mehr hinter dem Fall steckt.

Was das Buch spannend macht, sind die Wendungen und die konsequente Kritik an einem voreingenommenen Rechtssystem. Allerdings bleibt dabei ausgerechnet Emmett, um den sich alles dreht, erstaunlich blass. Seine Perspektive kommt deutlich zu kurz, seine Gefühle und Gedanken wirken oft schemenhaft oder werden nur angedeutet. Gerade in einem Roman, der sich mit Rassismus und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit beschäftigt, wäre eine tiefere emotionale Auseinandersetzung mit seiner Lage essenziell gewesen.

So bleibt „Die feindliche Zeugin“ ein lesenswerter, aber streckenweise zu distanzierter Roman, dem etwas mehr Herz und weniger juristische Kühle gutgetan hätten. Wer Spannung sucht, wird fündig – wer emotionale Tiefe und Innensicht erwartet, könnte enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

konnte nicht so überzeugen

Die Magnolienkatzen
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Magnolienkatzen ist ein ruhiger, poetischer Roman mit einer schönen Grundidee: Wie eine kleine Katzenfamilie das Leben einer Frau nach und nach verändert. Die Geschichte von Noriko, die eigentlich gar ...

Magnolienkatzen ist ein ruhiger, poetischer Roman mit einer schönen Grundidee: Wie eine kleine Katzenfamilie das Leben einer Frau nach und nach verändert. Die Geschichte von Noriko, die eigentlich gar nichts mit Katzen anfangen kann und plötzlich unter dem Magnolienbaum ihrer Kindheit einen Wurf Kätzchen entdeckt, hat definitiv ihren Charme. Besonders gefallen hat mir, wie viel japanische Kultur – etwa durch den Shinto-Schrein oder Norikos achtsame Lebensweise – in die Geschichte eingeflochten wurde.

Trotzdem konnte mich der Roman nur bedingt überzeugen. Die Handlung plätschert über weite Strecken dahin, ohne dass wirklich viel passiert. Norikos Entwicklung ist zwar nachvollziehbar, aber mir fehlte die emotionale Tiefe, die mich richtig hätte mitfiebern lassen. Die Achtsamkeitsthemen, die eigentlich sehr schön mit den Katzen verbunden werden, wirkten auf mich manchmal eher belehrend als bewegend.

Kurz gesagt: Magnolienkatzen ist ein netter, ruhig erzählter Roman mit einer liebevollen Botschaft, aber er hat mich emotional nicht so richtig gepackt. Wer sich für Katzen, Achtsamkeit und leise Geschichten interessiert, wird hier bestimmt etwas für sich finden – ich persönlich fand ihn zwar interessant, aber leider nicht besonders mitreißend.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Die Spice Szenen waren nicht meins...

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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The Fake Mate klang für mich nach einer unterhaltsamen Romantasy mit witziger Ausgangslage: Zwei Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen eine Fake-Beziehung eingehen – sie, um ihrer Großmutter ...

The Fake Mate klang für mich nach einer unterhaltsamen Romantasy mit witziger Ausgangslage: Zwei Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen eine Fake-Beziehung eingehen – sie, um ihrer Großmutter zu entkommen, er, um seinen Status als Alpha-Wolf zu schützen. Die Grundidee war charmant und versprach eine Mischung aus Humor, Gefühl und Fantasy.

Leider konnte mich die Umsetzung nicht ganz überzeugen. Vor allem der Spice-Anteil war mir persönlich zu viel – und ehrlich gesagt auch zu merkwürdig. Die Szenen wirkten auf mich oft übertrieben und haben mich eher rausgebracht als emotional mitgenommen. Statt prickelnder Spannung gab es für mich häufiger Stirnrunzeln. Die Dynamik zwischen Mackenzie und Noah hatte zwar Potenzial, ging aber stellenweise in einer Flut aus körperlicher Anziehung unter, ohne dass sich eine tiefere Verbindung richtig entwickeln konnte.

Insgesamt ist The Fake Mate sicher etwas für Leserinnen und Leser, die sehr spicy Romance mit einem Schuss Fantasy mögen – mir persönlich war es zu einseitig auf die körperliche Ebene fokussiert. Daher solide 3 Sterne für eine Idee mit Potenzial, die mich aber emotional nicht abholen konnte.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

schwächer als der Vorgänger

Maybe Meant To Be
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Nachdem mir der Vorgänger richtig gut gefallen hat, hatte ich große Erwartungen an Maybe Meant to Be. Leider konnte mich dieser Band nicht ganz so mitreißen. Die Geschichte rund um Sage und Charlie ist ...

Nachdem mir der Vorgänger richtig gut gefallen hat, hatte ich große Erwartungen an Maybe Meant to Be. Leider konnte mich dieser Band nicht ganz so mitreißen. Die Geschichte rund um Sage und Charlie ist süß angelegt, aber irgendwie fehlte mir dieses Mal der emotionale Tiefgang, der den ersten Teil für mich besonders gemacht hat.

Die queere Liebesgeschichte zwischen Charlie und Luke bringt zwar wichtige Themen auf den Tisch – wie Unsicherheit, Angst vor dem Coming-out und das Finden der eigenen Identität – dennoch wirkte vieles auf mich eher oberflächlich erzählt. Auch Sages Beziehung zu Nick hatte Potenzial, blieb für meinen Geschmack aber etwas zu vorhersehbar und klischeehaft.

Trotzdem ist Maybe Meant to Be eine nette Highschool-Romance mit liebenswerten Charakteren und vertrautem Setting. Für Fans von Slow Burn, Found Family und queerer Liebe gibt es definitiv schöne Momente – nur war mir die Geschichte dieses Mal ein bisschen zu seicht. Daher solide 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

eigenwilliger Schreibstil

Die Melodie der Lagune
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Die Idee hinter Die Melodie der Lagune fand ich grundsätzlich interessant – eine junge Frau im Venedig des 18. Jahrhunderts, die sich in der männerdominierten Musikwelt behaupten will, hat viel Potenzial. ...

Die Idee hinter Die Melodie der Lagune fand ich grundsätzlich interessant – eine junge Frau im Venedig des 18. Jahrhunderts, die sich in der männerdominierten Musikwelt behaupten will, hat viel Potenzial. Auch die historische Figur Anna Maria und die Verbindung zu Vivaldi bieten einen spannenden Ausgangspunkt. Leider konnte mich die Umsetzung aber nicht vollständig überzeugen.

Der Roman plätschert über weite Strecken eher ruhig dahin, ohne große Höhepunkte. So richtig spannend wurde es für mich nie. Auch der Schreibstil ist recht eigenwillig – teilweise poetisch, aber dadurch auch etwas distanziert. Ich konnte nicht ganz in die Geschichte eintauchen, obwohl mir Anna Marias Entwicklung als Figur gut gefallen hat.

Trotzdem ist das Buch eine interessante Hommage an eine fast vergessene Musikerin und an das Venedig der Barockzeit. Wer sich für historische Romane mit Musikbezug interessiert und kein großes Tempo erwartet, wird hier sicherlich Lesefreude finden. Für mich waren es solide 3 Sterne.

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