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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2025

Liebe ist zeitlos

Lieber solo als allein
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Fast hätte ich mir dieses Buch entgehen lassen, da mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat. Natürlich sagt das Cover wenig über die Qualität des Inhalts aus, aber es ist eben oft das erste, das ...

Fast hätte ich mir dieses Buch entgehen lassen, da mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat. Natürlich sagt das Cover wenig über die Qualität des Inhalts aus, aber es ist eben oft das erste, das man bei einem Buch wahrnimmt. Aber wie heißt es so schön: "never judge a book by its cover".
Der Klappentext versprach einen humorvollen Frauenroman, mit ganz viel italienischem Flair und einigen Irrungen und Wirrungen. Und um es kurz zu machen, genau das hat das Buch auch geliefert. Wobei ich nach Beendigung des Buches den Titel nicht ganz passend finde. Ich finde ihn interessant und vielschichtig, denn man kann ihn auf verschiedene Arten interpretieren und mir ist auch bewusst, auf welche Passage im Buch er sich bezieht. Aber alles in allem finde ich ihn für die Gesamtgeschichte einfach nicht stimmig.
Die drei Protagonistinnen, Gabriele, Katrin und Leonie, haben mir sehr gut gefallen. Alle drei sind starke Frauen, aber keine von ihnen ist perfekt. Ganz im Gegenteil, jede von ihnen hat ihre kleinen Fehler und Makel. Und wie nicht anders zu erwarten auf Grund des Altersunterschiedes bei Oma, Mutter und Enkelin, stehen alle drei an einem anderen Punkt in ihrem Leben. Im Laufe des Buches machen auch alle drei eine Entwicklung durch, hinterfragen ihr Leben und die Entscheidungen, die sie getroffen haben bzw. dabei sind zu treffen. Dies verleiht dem Buch eine gewisse Tiefe und hebt es ab von seichter Urlaubslektüre.
Trotzdem kommt das Urlaubsgefühl nicht zu kurz. Auch dies wenig verwunderlich, spielt doch der Hauptteil der Handlung in der malerischen Kulisse Umbriens, vornehmlich in Assisi und Perugia. Autorin Tessa Hennig nimmt sich viel Zeit dafür die Umgebung und die Landschaft zu beschreiben. Dies schafft sie aber ohne, dass der Roman langatmig oder langweilig wird. Die detaillierten Beschreibungen fügen sich perfekt in den Rahmen der Handlung und man hat beim Lesen fast das Gefühl die Sonne auf der Haut zu spüren. Am liebsten hätte ich während dem Lesen meine Koffer gepackt und hätte mich auf den Weg nach Umbrien gemacht. Leider stand mir diese Möglichkeit nicht offen und so durfte ich zumindest in Gedanken durch die engen Gassen schlendern.
So komisch es auch vielleicht klingen mag, aber die Handlung des Buches ist leider auch der größte Schwachpunkt. Es gibt im Großen und Ganzen wenig Überraschendes und bereits von Anfang an weiß man mehr oder weniger, wohin die Reise gehen wird. Wie in diesem Genre üblich, wird das eine oder andere Missverständnis eingebaut, um ein wenig künstliche Spannung zu erzeugen. Zusammenfassend fand ich die Handlung okay, aber mehr auch nicht. Es plätschert den Großteil der Zeit einfach nur so dahin.
Die Kapiteleinteilung des Buches, ja für manche Leserinnen und Leser ist dies ein wichtiges Kriterium, empfand ich als sehr stimmig. Auch dem Schreibstil von Tessa Henning konnte ich viel abgewinnen. Die teilweise spritzigen und humorvollen Dialoge haben die Geschichte aufgelockert.
Trotz des einen oder anderen Mankos muss ich sagen, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Das ideale Buch, um durch die Gässchen von Italien zu streifen und die Seele baumeln zu lassen.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Holprige Reime

Der Vergessenstag
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Bis vor einigen Monaten hat mir der Name Madlen Ottenschläger absolut nichts gesagt. Mittlerweile ist sie bzw. ihre Bücher aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Denn in den letzten Monaten durften ...

Bis vor einigen Monaten hat mir der Name Madlen Ottenschläger absolut nichts gesagt. Mittlerweile ist sie bzw. ihre Bücher aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Denn in den letzten Monaten durften einige ihrer Bücher bei uns zuhause einziehen. Dabei gefällt mir besonders gut, dass sich nicht nur der Inhalt der Bücher voneinander stark unterscheidet, sondern, dass sie auch immer wieder mit anderen Illustratorinnen zusammenarbeitet. Daher ist auch die Optik der Bücher immer wieder völlig anders.
Und bleiben wir auch gleich mal bei der Optik. Diese gefällt mir und natürlich auch dem kleinen Leser ausgesprochen gut. Die Illustrationen sind wunderbar bunt und kindgerecht gestaltet. Hierbei wurde viel Liebe zum Detail aufgewendet und die Bilder strotzen nur so vor kleiner Details. Trotzdem wirken die Bilder nicht überladen, sondern laden eher dazu ein, alles genau zu erkunden.
Schön wäre gewesen, wenn bei den Reimen, denn der Text des Buches ist eigentlich in Reimform verfasst, genauso viel Liebe zum Detail hineingesteckt worden wäre. Leider ist die Qualität der Reime von Seite zu Seite stark unterschiedlich. Manche der Reime sind einfach nur holprig und wie man bei uns in Österreich sagen würde "patschert" verfasst. Mir ist bewusst, dass es nicht immer einfach ist, einen guten Reim zu finden. Allerdings vertrete ich die Meinung, wenn man es nicht vernünftig kann, dann sollte man es ganz lassen. So wirkt das ganze ein wenig wie gewollt und nicht gekonnt. Was äußerst schade ist, denn eigentlich gefällt mir das Buch wirklich gut.
An zwei Stellen gibt es auch kleine Mitmachaufgaben für die Kinder, bei denen dann Sachen gesucht werden sollen. Dies finde ich eine schöne Ergänzung und es lockert das Vorlesen dann auch noch zusätzlich ein wenig auf. Denn mit der Zeit wird es fast ein wenig langweilig, dass schon wieder etwas vergessen wurde. Ich fand die Anregung der Mitmachaufgaben wirklich sehr hilfreich und natürlich hätte man dies noch an weiteren Stellen vorsehen können. Meiner Meinung nach wäre es dann aber ein wenig zu viel gewesen. Hier ist dann einfach die Kreativität des Vorlesenden gefragt. So lese ich die Aufgaben nicht jedes Mal vor, sondern animiere das Kind immer wieder mal auf einer Seite etwas zu suchen.
Den Status des Lieblingsbuches wird es bei uns leider nicht erreichen können und ich merke auch dass der kleine Leser deutlich seltener zu dem Buch greift wie zu anderen. Trotzdem wird es immer wieder mal bewusst ausgewählt und muss dann im Normalfall auch gleich mehrmals hintereinander vorgelesen werden.
Alles in allem eine sehr schöne und humorvolle Geschichte, die zeigt, dass Vergessen menschlich ist und wir alle mal solche Tage haben. Leider kann ich das Buch trotzdem nur mittelmäßig bewerten. Ich hoffe sehr, dass mich das nächste Buch der Autorin wieder mehr überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein romantisches Abenteuer mit kleinen Schwächen

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Meine Erfahrungen mit gehypten Büchern waren in der letzten Zeit eher durchwachsen. Einige waren eine komplette Enttäuschung und ich musste das Buch sogar abbrechen, andere konnten mich doch sehr begeistern. ...

Meine Erfahrungen mit gehypten Büchern waren in der letzten Zeit eher durchwachsen. Einige waren eine komplette Enttäuschung und ich musste das Buch sogar abbrechen, andere konnten mich doch sehr begeistern. Dementsprechend waren meine Erwartungen an dieses Buch eher mittelmäßig, aber da der Klappentext so unglaublich interessant und spannend klang, konnte ich einfach nicht widerstehen.
Zuerst aber einmal ein paar Fakten: "Heartless Hunter" ist der erste Teil der Dilogie Der rote Nachfalter. Der zweite Teil wird am 01. November 2025 erscheinen, man muss sich also noch ein wenig in Geduld üben, um zu erfahren wie die Geschichte rund um Rune und Gideon ausgehen wird.
Wie es leider oft bei Einzelbüchern oder Dilogien der Fall ist, wird nur wenig Kraft und Energie auf eine ausführliche Beschreibung der Welt aufgewendet. Man bekommt zwar einige Informationen über die ehemaligen Herrscherinnen und das derzeitige Regime, aber ansonsten bleibt die Welt, in der die Geschichte spielt, eher ein wenig blass und dünn. Auch wenn ich das bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, finde ich das immer sehr schade, denn meiner Meinung nach, steht und fällt die Qualität eines Fantasyromans mit ihrer Welt, sowohl der physischen als auch der der Magie. Die Beschreibungen der Magie, vornehmlich Blutmagie, war da schon ein wenig detaillierter und ich konnte mir dies gut vorstellen.
Auch die Charaktere hätten meiner Meinung nach ein wenig intensiver ausgearbeitet werden können. An manchen Stellen merkt man die fehlende Tiefe von Rune und Gideon doch sehr und viele der Nebencharaktere sind einfach komplett austauschbar. Trotz einiger Schwächen muss ich aber sagen, dass mir vor allem Rune sehr sympathisch war und ich ihre innere Zerrissenheit seht gut nachvollziehen konnte. Auf der einen Seite ist sie der toughe Nachtfalter, der Hexen aus den Fängen der Blutwache befreit. Auf der anderen Seite ist sie nur ein Mädchen, das nach Anerkennung und Liebe sucht und den Verlust der geliebten Großmutter noch nicht verarbeitet hat.
Ein absolutes Highlight waren für mich Runes Gespräche mit sich selbst, die ihrer Figur etwas mehr Tiefe gegeben haben und ihre Zerrissenheit noch einmal verdeutlicht haben. Vor allem aber waren diese Gedanken oft äußerst amüsant. Und das ist etwas, dass mir in Fantasyromanen eher selten begegnet. Wobei es sich bei dem Buch eher um eine Romantasy, also einen romantischen Roman mit Fantasy Elementen handelt. Denn der romantische Anteil überwiegt hier deutlich, zu meiner großen Freude, kommt das Buch aber mit einem eher geringen Spice Anteil aus.
Das Hörbuch wird von Henriette Schreurs und Moritz Frinberg gesprochen. Die beiden Sprecher kannte ich bis jetzt noch nicht und war daher auf die Umsetzung sehr gespannt. Sprachmelodie und Betonung der beiden haben mich von Anfang an überzeugt. Besonders gut gefallen hat mir, dass beide die jeweiligen Emotionen hervorragend transportieren konnten. Dies ist leider nicht bei allen Sprechern der Fall. Der Verlag hat, meiner Meinung nach, mit der Auswahl der Sprecher eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Das Zusammenspiel der Stimmen, auch wenn sie natürlich immer nur abwechseln, kapitelweise lesen, war einfach stimmig. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder in den Genuss der Stimmen der beiden Sprecher kommen kann.
"Heartless Hunter" wird sicher nicht mein Lesehighlight des Jahres werden, da gibt es deutlich stärkere Bücher. Ich finde die Geschichte aber interessant und spannend, wenn auch an manchen Stellen ein klein wenig vorhersehbar. Alles in allem habe ich mich durch das Buch sehr gut unterhalten gefühlt und ich möchte unbedingt den zweiten Teil lesen bzw. hören.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Gemächliche Reise durch die Berge

OTTO fährt los – Ein Sommer in den Bergen
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Für Otto ist dies bereits die dritte Reise. Nachdem er einen Sommer in Schweden und einen in Italien verbringen durfte macht er sich nun auf eine kleine Rundreise durch Deutschland, Österreich und der ...

Für Otto ist dies bereits die dritte Reise. Nachdem er einen Sommer in Schweden und einen in Italien verbringen durfte macht er sich nun auf eine kleine Rundreise durch Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für uns war es das erste Mal, dass wir mit Otto mitgereist sind.
Die Illustrationen finde ich sehr stimmig und gelungen. Im Vergleich zu anderen Kinderbüchern finde ich die Farben in diesem Buch ein klein wenig dezenter und gedämpfter als bei anderen. Dies passt aber meiner Meinung nach sehr gut zum Gesamteindruck und verleiht dem ganzen ein klein wenig Retrocharme. Dies passt hervorragend zu Otto, der ja ein alter VW-Bus ist. Durch die zurückhaltenden Farben vermittelt das Buch eine ruhige und gemächliche Stimmung und dies spiegelt sich auch in den Texten wider.
Leider muss ich sagen, dass ich von der Geschichte selbst ein klein wenig enttäuscht bin. Hier hätte ich mir mehr Informationen über die verschiedenen Länder, deren Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten erwartet. Gut gefällt mir hingegen, dass der Natur viel Raum gegeben wird und man einiges über diverse Pflanzen und Sternbilder lernt.
Bereits in anderen Büchern der Autorin Madlen Ottenschläger ist mir aufgefallen, dass die Übergänge in der Geschichte bzw. zwischen den einzelnen Seiten manchmal ein wenig sprunghaft sind. Beim ersten Mal (vor-)lesen habe ich ein, zwei Mal zurückgeblättert, weil ich dachte, dass ich vielleicht eine Seite überblättert habe.
Trotz meiner Vorbehalte und kleinen Kritikpunkte gegenüber dem Buch wird es bei uns sehr regelmäßig gelesen. Hier sieht man wieder wie unterschiedlich der Blickwinkel eines Erwachsenen und eines Kindes sind. Denn das Kind sucht immer wieder bewusst dieses Buch aus und möchte es vorgelesen bekommen. Besonders der Teil in welchem Otto ein kurzes Lied anstimmt muss immer wieder gelesen werden.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Idee des sprechenden Zauber-Campingbus sehr gut gefallen hat, die Umsetzung aber ein paar Schwächen aufweist. Aus anderen Rezensionen habe ich auch gelernt, dass die ersten beiden Bände besser sein sollen. Ich denke, dass liegt auch daran, dass in diesem Band drei Länder bereist wurden. Da bleibt eben nicht so viel Raum, um auf jedes Land genauer einzugehen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Brings oder springe

Geht so
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Nachdem ich mittlerweile einige Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, habe ich das Gefühl, dass dieses Buch eines jener Bücher ist, welches sehr stark polarisiert. Natürlich trifft das auf viele Bücher ...

Nachdem ich mittlerweile einige Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, habe ich das Gefühl, dass dieses Buch eines jener Bücher ist, welches sehr stark polarisiert. Natürlich trifft das auf viele Bücher zu, denn Geschmäcker sind eben verschieden. Die einen lieben es, die anderen hassen es.
Autorin Beatriz Serrano hat mit ihrem Roman aber eine ganz besondere Art der Gesellschaftskritik erschaffen, die manche Leser und Leserinnen einfach nicht verstehen bzw. nachvollziehen können. Mir ist bewusst, dass dies sehr abwertend klingt, es ist aber nicht so gemeint. Ganz im Gegenteil. Diese Leser und Leserinnen haben das Glück, dass sie nicht in einem Hamsterrad feststecken und jeden Tag und jede wache Minute ihre Existenz, ihr Leben und ihre Arbeit hinterfragen. Sich ständig überlegen wozu sie eigentlich jeden Tag aufstehen und in einen Job gehen, denn sie zwar am Papier beherrschen, aber doch das Gefühl haben, eigentlich nur eine Rolle zu spielen und gleichzeitig völlig über- und unterfordert sind. Ihr Leben ein ständiger Wechsel zwischen Bore-out und Burn-out ist.
Beatriz Serranos Protagonistin Marisa führt genau so ein Leben. Ihren Job in der Werbeagentur macht sie am Papier wirklich gut und sie strahlt nach Außen eine Professionalität aus, die von der Außenwelt wahrgenommen und geschätzt wird. In ihrem Inneren schaut es aber ganz anders aus. Sie spielt eine Rolle, um nach Außen die Person zu sein, die von ihr erwartet wird. Überstehen kann sie das ganze nur, indem sie regelmäßig zu Alkohol und Medikamenten greift. Zum Abschalten und Entspannen, aber auch um in der Arbeit produktiv zu wirken, flüchtet sie sich in die unendlichen Weiten von You tube.
Beatriz Serrano schafft es mit ihrem zynischen Erzählstil schwierige Themen anzusprechen und es dabei doch leicht und locker wirken zu lassen. Im ersten Augenblick schmunzelt oder lacht man, schüttelt vielleicht den Kopf, um im nächsten Augenblick nachdenklich zu werden. Denn man realisiert, dass dies eigentlich gar nicht lustig ist, sondern traurige Wahrheit und harte Realität. Ein wenig erinnert mich ihr Stil an einige der großen österreichischen Kabarettisten. Da schüttelt sich das Publikum auch aus vor Lachen und im nächsten Moment tritt betretenes Schweigen ein.
Die Autorin zeichnet hier ein sehr düsteres, aber leider auch realistisches Bild der Gesellschaft oder zumindest von Teilen der Gesellschaft. Sie spricht viele wichtige, vor allem auch feministische Themen an. Sie beschreibt anschaulich, wie sehr sich das Außen oft vom Innen unterscheidet. Wie viele von uns eine Rolle spielen, um den Alltag zu überstehen und uns in die Gesellschaft einfügen, obwohl wir innerlich zu Grunde gehen. Die Standardantwort auf die Frage "Wie gehts Dir?" ist meistens "Gut, danke" maximal noch "Geht so". Kaum einer beantwortet diese Frage wirklich ehrlich und wenn nur bei den engsten Vertrauten, falls man solche hat. Denn obwohl wir dank sozialen Medien uns leicht mit der ganzen Welt vernetzen können, werden viele Menschen immer einsamer und flüchten sich eine Scheinwelt und dämpfen ihre Gefühle mit Alkohol, Drogen oder Medikamenten.
Einige kritisieren bei dem Buch den fehlenden Spannungsbogen und das eigentlich nicht besonders viel passiert. Diese Kritik kann ich nachvollziehen, denn beide Punkte sind richtig. Mich persönlich hat dies nicht gestört, denn es macht das Buch auch noch realistischer und greifbarer. Etwas sauer stößt mir allerdings der zweite Teil des Buches auf, also ab dem Punkt, an dem es zu dem Teamevent geht. Hier hat die Autorin mich dann langsam, aber sicher verloren. Da ich nicht spoilern möchte, nur so viel: Ab dem Punkt wirkt es für mich nur mehr gekünstelt und unrealistisch. Auch das Ende lässt mich etwas ratlos zurück. Ein wenig habe ich das Gefühl, dass die Autorin das Buch beenden wollte, aber nicht wirklich wusste, wie sie es abschließen soll. Der von ihr gewählte Weg ist interessant, aber für mich persönlich nicht zufriedenstellend.

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