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Veröffentlicht am 01.12.2025

Überraschend anders, aber nicht mein liebstes Brittainy Cherry Buch.

Was wir leise hofften
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Als großes Brittainy Cherry Fangirl konnte ich an dieser Neuerscheinung natürlich nicht vorbei! Vielen Dank an die Netgalley für das E-Book-Rezensionsexemplar! 📖🥰

Handlungsüberblick:

»Was ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Als großes Brittainy Cherry Fangirl konnte ich an dieser Neuerscheinung natürlich nicht vorbei! Vielen Dank an die Netgalley für das E-Book-Rezensionsexemplar! 📖🥰

Handlungsüberblick:

»Was wir leise hofften« erzählt mit leichten "forced proximity"- und "enemies to lovers"-Vibes die Liebesgeschichte von der freiheitsliebenden Willow und dem Kleinstadt-Angler Theo. Auf den Wunsch von einer guten Freundin, die Theos Großmutter ist, verbringt Willow zum ersten mal seit langem wieder einen Sommer an einem festen Ort, ohne mit ihrem Van herumzureisen. Während dieses Sommers finden Theo und Willow heraus, dass sie gar nicht so verschieden sind, wie anfangs gedacht, und lernen von der großelterlichen Liebesgeschichte.

Mein Bucheindruck:

Das Cover passt perfekt zu den übrigen Bänden der Problems-Reihe, aber auch, wenn das Cover wunderschön ist, finde ich es etwas schade, dass es so wenig der Geschichte nach außen trägt.

Mein Leseeindruck:

Ich mochte das verträumte Seehaus- und Wohnwagensetting sehr gerne, aber ich brauchte eine Weile, bis ich mit Theo und Willow warm wurde. Manchmal fand ich ihren Umgang miteinander etwas kindisch und auch etwas unverständlich, gerade, weil sie so ein tolles Vorbild in Form der Großeltern von Theo haben. Darüberhinaus ist mir von der Lektüre auch eher die Liebesgeschichte zwischen den Großeltern von Theo im Gedächtnis geblieben als die Liebesgeschichte von Willow und Theo, obwohl diese deutlich im Vordergrund stand und viel mehr geschriebene Wörter einnimmt. Ich hätte mir gewünscht, dass beide Liebesgeschichten sich gleichermaßen in mein Herz geschrieben hätten.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Was wir leise hofften« ist einerseits ein typisches Brittainy Cherry Buch. So las sich der bittersüße Schreibstil wie immer sehr flüssig, während er zum Textstellenmarkieren einlud. Andererseits unterscheidet sich »Was wir leise hofften« auch von den übrigen Bücher der Autorin, denn es überrascht durch eine Liebesgeschichte in der Liebesgeschichte. Mehr als zwei Erzählperspektiven kannte ich von Brittainy Cherry bisher noch nicht, sie haben mich aber total gefreut. Ich mag es, wenn Autor:innen ihrem Genre treu bleiben, sich dabei aber gleichzeitig neu erfinden. Neben den Ich-Erzählperspektiven von Willow und Theo gab es auch einige wenige von der Großmutter und dem Großvater von Theo. Ich mochte die zusätzliche Perspektiven der Großeltern so gerne und Ihre Liebesgeschichte sogar mehr als die der Protagonist:innen. Molly und Harry waren ein rührendes Vorbild!

Mein Abschlussfazit:

»Was wir leise hofften« ist überraschend anders, aber nicht mein liebstes Brittainy Cherry Buch.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Eine flimmernd-faszinierende Zeitreise!

Montmartre - Licht und Schatten
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Handlungsüberblick:

Achtung: »Montmartre - Licht und Schatten« ist der erste Band einer Buchreihe!

Die Leser:innen von »Montmartre - Licht und Schatten« reisen ans Ende des 19. Jahrhunderts und begleiten ...

Handlungsüberblick:

Achtung: »Montmartre - Licht und Schatten« ist der erste Band einer Buchreihe!

Die Leser:innen von »Montmartre - Licht und Schatten« reisen ans Ende des 19. Jahrhunderts und begleiten zwei vollkommen unterschiedliche Frauen dabei, ihre Träume zu verwirklichen: Elise Lambert, die in Armut als Tochter einer einfachen Wäscherin auf dem Hügel von Montmartre aufwächst, träumt davon als Tänzerin in den Varietés zu tanzen, während Valérie Dumas, die Tochter eines wohlhabenden Kunsthändlers vom Boulevard de Clichy, unbedingt Malerin werden möchte. Bei der Jagt nach ihren Träumen stellen Schicksalsschläge und die Liebe sie vor ungeahnte Herausforderungen...

Mein Eindruck vom Cover:

Auf den ersten Blick fand ich das Cover sehr ansprechend, nachdem ich das Buch aber gelesen hatte, hätte ich mir gewünscht, dass beide Frauen mit ihren jeweiligen Lebenswelten auf dem Cover dargestellt werden. Kunst und Tanz und die Tatsache, dass es um zwei Frauen geht, vermisse ich auf dem Cover. Es wird auch nicht deutlich, welche der beiden Frauen auf dem Cover dargestellt ist.

Mein Leseeindruck:

Auch wenn das Buch sehr dick ist, hatte ich es innerhalb von zwei Tagen ausgelesen, was sehr für den Unterhaltungswert des Buches spricht. Die Lektüre hielt einige unvorhersehbare Wendungen bereit, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Ich mochte, dass die beiden starken Frauen, jede auf ihre Weise, um ihre Träume kämpfen. Das habe ich als sehr empowernd empfunden. Außerdem konnte ich mich in beide Frauen gut hineinversetzen, weil ich auch für meine Träume kämpfe. Dennoch baute ich keine richtige Bindung zu ihnen auf, was aber auch an der gewählten Erzählperspektive liegen kann. Zudem hatte ich erwartet, dass die beiden Frauen im Buch mehr Berührungspunkte miteinander haben, Aber vielleicht kommt das noch in Band zwei.

Die erzählte Welt hat mir hingegen ausgesprochen gut gefallen. Es war schön, lesend in meine Lieblingsstadt Paris zurückzukehren. Die schillernde Welt der Tänzerin und die kreative Welt der Malerin fand ich sehr faszinierend, weswegen ich immer gerne zwischen die Seiten zurückkehrte. Darüberhinaus könnte ich mir das Buch gut als Film vorstellen. Viele Szenen standen mir während des Lesens sehr bildhaft vor Augen.

Die Erzählung ist fiktiv, aber einige Figuren, die darin vorkamen, hat es im wahren Leben wirklich gegeben. Ich habe nicht nur bereits Bücher über einige der realen Persönlichkeiten gelesen, sondern auch das Montmartre Museum in Paris besucht, und ordne das Buch als sehr gut recherchiert ein.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Auch, wenn ich lieber Ich- und Du-Perspektiven lese, fand ich die gewählte Erzählinstanz sehr passend für einen historischen Roman. Die auktoriale Erzählinstanz berichtet abwechselnd über das Leben von Elise und Valérie, wodurch die Spannung über das gesamte Buch hinweg nicht abreißt. Der Schreibstil las sich sehr flüssig, jedoch hätte ich mir ein paar mehr französische Wörter gewünscht, um den französischen Flair noch mehr zu unterstützen.

Mein Abschlussfazit:

»Montmartre - Licht und Schatten« ist eine flimmernd-faszinierende Zeitreise zum Ende des 19. Jahrhunderts zu zwei starken Frauen und ihren Träumen von Tanz und Malerei.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

deckt auf eindringliche Weise patriarchale Strukturen auf und macht deutlich, wie unlebbar sie sind.

Blaues Wunder
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Handlungsüberblick:

Ein Chef, seine Frau, sein erwachsener Sohn und zwei seiner Angestellten in den Vierzigern mit ihren Ehefrauen auf einer Luxusjacht in den Philippinen. Ferienidylle mischt sich mit ...

Handlungsüberblick:

Ein Chef, seine Frau, sein erwachsener Sohn und zwei seiner Angestellten in den Vierzigern mit ihren Ehefrauen auf einer Luxusjacht in den Philippinen. Ferienidylle mischt sich mit Bedrohlichkeit, denn er wird die beiden Kontaktenden und ihre Frauen ja nicht ohne Grund eingeladen haben...

Mein E-Book-Eindruck:

Das Cover ist weiß mit zwei verschiedenen Schriftarten für die Autorin und den Titel und zeigt den unteren Teil eines Gesichts mit pink geschminkten Lippen und einem nachdenklich an sie gelegten Finger. Ich finde das Cover super cool, nicht nur, weil ich Pink liebe, sondern auch dadurch, dass der Ausschnitt von den geschminkten Lippen mit dem nachdenklich an sie gelegten Finger gleichzeitig verführerisch und geheimnisvoll wirkt. Außerdem mutet der Ausschnitt wie ein teures Gemälde an, was gut zu der Welt der Reichen und Schönen passt, die im Buch thematisiert wird.

Mein Leseeindruck:

Ich habe »Blaues Wunder« innerhalb von einem Abend ausgelesen. Das sagt ja eigentlich schon alles! Das Buch war so spannend, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Mich faszinierte das Setting, diese Symbiose aus Ferienidylle und Bedrohlichkeit. Schon zu Beginn des Romans war mir klar, dass die Geschichte nicht gut ausgehen würde, die Frage war aber, wie und durch wen sie nicht gut ausgehen würde. Das Ende war dadurch für mich trotzdem völlig unvorhersehbar und auf eine bisher nie gekannte Weise genugtuend. Während der gesamten Lektüre kam ich nicht umhin, eine Antipathie gegenüber der männlichen Figuren zu empfinden und Partei für die Frauen zu ergreifen. Durch die Dynamiken zwischen den Figuren deckt das Buch auf eindringliche Weise patriarchale Strukturen auf und macht deutlich, wie unlebbar sie sind. Das hat mir gut gefallen. Ein erster Schritt, gegen Misstände vorzugehen ist ja schließlich, sie zu erkennen. Anne Freytag setzt mit »Blaues Wunder« ganz klar ein Zeichen für Feminismus.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Roman ist aus drei verschiedenen weiblichen Ich-Perspektiven geschrieben, die jeweils in der Kapitelüberschrift benannt werden. Ich fand es spannend, dass in einer Welt, in der sich so viel um die beruflichen Chancen der Männer dreht, ihre Perspektiven völlig ausgespart werden. Für mich persönlich hätte sich der Schreibstil bei den drei Frauen etwas stärker unterscheiden können. Besonders zu Beginn fiel es mir schwer, die drei Frauen auseinanderzuhalten und zu wissen, wer gerade erzählt, da ich mir nicht so gut Namen merken kann. Da gesagt wurde, dass eine der Frauen etwas weniger gebildet ist, hätte ich mir zum Beispiel gewünscht, dass ihre Passagen auch etwas ungebildeter geklungen hätten, etwa durch einen einfacheren Wortschatz, Umgangssprache oder auffällig kürzere Sätze. Aber vielleicht soll diese Erzählweise auch die Austauschbarkeit und das geteilte Schicksal der Frauen unterstützen. In diesem Fall würde sie gut zum Inhalt des Buches passen. Sie wirkte auf mich wie eine einzige für alle Frauen gültige weibliche Narration.

Mein Abschlussfazit:

»Blaues Wunder« deckt auf eindringliche Weise patriarchale Strukturen auf und macht deutlich, wie unlebbar sie sind.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Irrungen und Wirrungen der ersten sapphic love in sommerlichem Ostsee-Setting 🌊🌈

Das Salz der Meere
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Aufmerksam wurde ich auf »Das Salz der Meere« an dem Stand von Wreaders auf der Leipziger Buchmesse 2025. Als der Verlag dann auf Instagram nach E-Book-Rezensent:innen ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Aufmerksam wurde ich auf »Das Salz der Meere« an dem Stand von Wreaders auf der Leipziger Buchmesse 2025. Als der Verlag dann auf Instagram nach E-Book-Rezensent:innen suchte, bewarb ich mich kurzerhand. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für das Rezensionsexemplar. Ich habe mich riesig gefreut! 🥰

Handlungsüberblick:

Auf Margots Wunsch hin schloss Rosie mit ihr den Pakt, außerhalb der Sommerferien, die sie jedes Jahr gemeinsam mit ihren Familien an der Ostseeküste verbringen, keinen Kontakt zu haben, um die Magie des Sommers zu schützen. Jedoch sind es dieses Jahr die letzten Sommerferien vor dem Abitur und die Anziehung zwischen den beiden Mädchen nimmt immer mehr zu. Wird Margot an ihrem Schwur festhalten oder die Gefühle, die sie für Rosie hegt, zulassen?

Mein E-Book-Eindruck:

Ich mag die Farbgestaltung des Covers, die mich an die lesbische Flagge erinnert, und finde es super, dass sich die Liebesgeschichte durch sie und die sich an den Händen haltenden Mädchen schon etwas erahnen lässt und gleichzeitig die Summer-Vibes nach außen getragen werden. Besonders schön finde ich, dass sich auch Margots bunte Haare auf dem Cover wiederfinden.

Mein Leseeindruck:

Als Meer- und Strandliebhaberin mochte ich das Setting und die Sommerferien-Vibes natürlich sehr. Am schönsten wäre es sicher, »Das Salz der Meere« am Strand zu lesen, aber wenn man es zu Hause tut, kann man sich immerhin gedanklich dorthin träumen. Ich las das Buch in der Sonne auf meinem Balkon und hatte fast das Gefühl, am Strand zu liegen. 🌊😊

Das schnelle Erzähltempo in Verbindung mit den kurzen Kapiteln führte dazu, dass ich das E-Book innerhalb weniger Stunden ausgelesen hatte. Dennoch mochte ich die leisen Szenen, in denen das Erzähltempo etwas langsamer wurde und sensuelle Eindrücke mehr geschildert wurden, am meisten. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass die Autorin auch einen Tanz im Regen mit in die Geschichte eingeflochten hat.

Bei der Lektüre konnte ich mich gut in Rosie hineinversetzen und die Irrungen und Wirrungen der ersten queeren Liebe nachfühlen. Ich fühlte mich fast schon ein bisschen in die achte Klasse in meine erste queere Verliebtheit zurückversetzt, weswegen ich Lust bekam, meine alten Tagebücher durchzublättern.

Neben der queeren Liebesgeschichte werden in »Das Salz der Meere« auch die Lebensbereiche Freundschaft, Familie und Schule in Verbindung mit der beruflichen Zukunft abgedeckt. Die mitunter sehr ernsten Themen, die sich daraus ergeben (für diejenigen, die es möchten, gibt es im Buch eine Triggerwarnung), werden auf feinfühlige Art in die Geschichte eingebunden. So wird zum Beispiel das Thema Trauer auf eine, in meinen Augen, hoffnungsvoll-berührende Art behandelt. Die mit dem Thema in Verbindung stehenden Szenen fand ich sehr bewegend.

Darüberhinaus spielt Musik - gute Musik, wie ich finde! 😃 - eine große Rolle. Über die jeweiligen Musikvorlieben von Rosie und Margot, die eng mit ihren Erinnerungen verknüpft sind, lernt man die beiden Mädchen noch einmal besser kennen. Durch sie öffnet sich fast schon eine zweite Erzählebene, die zum Musikhören einlädt. 🎶

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Dadurch, dass die Geschichte nur aus Rosies Perspektive erzählt wird, bleibt Margot über die ganze Geschichte hinweg etwas ungreifbar, was aber gut zur Geschichte passt und in ihr für Spannung sorgt.

Der Schreibstil wirkte durch die kurzen Kapitel, die kurzen Sätze in einfacher Sprache und seine Elemente aus der heutigen Jugendsprache auf mich sehr jugendlich und passt daher in meinen Augen gut zu der Coming-of-age-Geschichte. Er liest sich leicht, wodurch ich mich schnell durch die Geschichte las. An manchen Stellen war mir der Schreibstil allerdings etwas zu simpel, jedoch gehöre ich durch mein Alter auch nicht ganz in die Zielgruppe. Ich denke, dass sich heutige Jugendliche sehr gut in dem Schreibstil wiederfinden können.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf weitere Bücher von A.S. Opiolka und werde die Autorin im Auge behalten, denn ich sehe in ihr viel Potential für tolle sapphic Bücher! ✏️📖🏳️‍🌈

Meine Lieblingszitate:

"Sie legte ihre Hand an meine Wange, ließ ihren Daumen über meine Lippen gleiten, bevor sie unsere Münder zu einem sanften Kuss verband."
»Das Salz der Meere«, S. 290 im Ebook

"Ich liebte sie, und die Tatsache, dass ich ihr diese Worte niemals ins Gesicht sagen würde, änderte nichts daran, dass sie allumfassend und unumstößlich wahr waren."
»Das Salz der Meere«, S. 437 im Ebook

Mein Abschlussfazit:

»Das Salz der Meere« verknüpft die Irrungen und Wirrungen der ersten sapphic love mit sommerlichem Ostsee-Setting. 🌊🌈

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Lass dich von Tess zur Selbstreflexion einladen!

That Girl
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Weil mir der poetische Schreibstil voller Sinnästhesie von Gabriella Santos de Lima in der "Above the Clouds"- und der "Jetzt"-Reihe so unfassbar gut gefallen hatte, ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Weil mir der poetische Schreibstil voller Sinnästhesie von Gabriella Santos de Lima in der "Above the Clouds"- und der "Jetzt"-Reihe so unfassbar gut gefallen hatte, war ich unheimlich gespannt auf »That Girl«. Als man sich auf Vorablesen.de für Rezensionsexemplare bewerben konnte, war ich direkt Feuer und Flamme. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für das Rezensionsexemplar. 📖🥰

Handlungsüberblick:

Tess Rabe ist eine angesagte Instagrammerin und Autorin. Ein echtes That Girl zwischen storytauglichen 25 Euro Salaten in edlem Porzellan, Proteinpulver, Yoga, Tinder-Dates und öffentlichen Selbstliebe-Predigten. Scheinbar so authentisch und nahbar, doch insgeheim auf der Suche nach sich selbst. Als sie zufällig Leo kennenlernt, beginnt sie sich zu fragen, wer sie eigentlich wirklich ist und welche Rolle die Liebe in ihrem Selbstfindungsprozess spielt.

Mein Bucheindruck:

Das Cover erinnert mit seiner Dreierreihen-Kachel-Optik an Instagram und passt daher wunderbar zur Thematik des Buches. Ich mag es sehr, wenn Teile des Inhalt eines Buches nach außen gekehrt werden. Außerdem gefallen mir die knalligen Farben des Buches unheimlich.

Mein Leseeindruck:

Zu Beginn des Buches beschreibt Tess Dating-Katastrophen, die sich anfühlen als wären es meine eigenen. Ich fühlte mich sofort in ihre Welt hineingezogen, die mir durch die ähnliche Erfahrungen beim Daten sofort vertraut war. Besonders wiedergefunden habe ich mich in dem Satz: "Mir ist das zwischen uns nicht egal, aber es ist mir immer egaler als dir.", der ein paar meiner eigenen Dating-Katastrophen gut zusammenfasst und mit Sicherheit sinnbildlich für eine ganze Dating-Generation stehen kann.

Mir gefielen die kurzen, knackigen Kapitel, die etwas an die kurzen Storyeinblicke auf Instagram erinnern und damit der Schnelllebigkeit der Zielgruppe des Buches entsprechen. Die kurzen Kapitel lassen sich bequem in öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Weg zur Uni oder zur Arbeit lesen und führten dazu, dass ich das Buch innerhalb von einem Tag ausgelesen hatte.

Auf dem Buchrücken steht klar in einer der Kacheln "Dies ist kein Liebesroman". Daran kann ich mich nur anschließen. Auch wenn Dating-Geschichten verhandelt werden, geht es vielmehr um Selbstfindung und auch um Freundschaft. Es wirkt, als würden die Dates sogar den Grundstein für die Selbstreflexion der Protagonistin legen, die nötig für ihr Selbstfindung ist.
Beim Lesen sympatisierte ich mindestens genauso oft mit Tess, wie mich eine Antipathie ihr gegenüber packte. Das hatte ich bisher noch nie bei einer Protagonistin erlebt und ich glaube, genau dadurch wirkte Tess so authentisch und genau deshalb regte das Buch mich so sehr zum Nachdenken über mich, mein eigenes Dating-Leben und meine eigene Instagram-Präsenz an. Die Selbstreflexion von Tess lud mich zur eigenen Selbstreflexion ein und ich fühlte mich mit meinen Sonnen- und Schattenseiten sofort viel weniger allein.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Das Buch ist eine Mischung aus Ich-Erzählung, Manuskriptausschnitten, Ausschnitten aus bereits veröffentlichten Büchern, Instagram-Beiträgen und Privatnachrichten von Tess, wodurch das Buch sehr abwechslungsreich und lebensecht wirkt. Außerdem kann durch diese Mischung ein komplexes Bild der Protagonistin entstehen. Vor allem die Manuskript-Ausschnitte und die Instagram-Beiträge gefielen mir sehr gut, weil man als Leser:in sehr gespannt auf die Bücher von Tess und die Persönlichkeit, die sie nach außen transportiert ist.

Der Schreibstil ist weniger poetisch als in den bisheigen Büchern von Gabriella Santos de Lima und kommt gänzlich ohne Synästhesie aus. Beides hat mir beim Lesen etwas gefehlt. Allerdings ist »That Girl« ja kein Liebesroman und daher passt der rauere und an manchen Stellen durchaus etwas bissige Erzählton vielleicht besser, auch wenn er nicht meiner persönlichen Vorliebe entspricht.

Mein Abschlussfazit:

»That Girl« ist eine in rauen Ton geschilderte Geschichte der Selbstfindung, angestoßen durch das moderne Dating, die zur eigenen Selbstreflexion einlädt.

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