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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Geschichten in einer Geschichte

Der Wörterschmuggler
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Hier hat mich dieses malerisch schöne Cover sofort gecatcht und hat für mich den Ausschlag gegeben, das Buch lesen zu wollen, denn der Klappentext las sich zwar interessant, aber gleichwohl auch irgendwie ...

Hier hat mich dieses malerisch schöne Cover sofort gecatcht und hat für mich den Ausschlag gegeben, das Buch lesen zu wollen, denn der Klappentext las sich zwar interessant, aber gleichwohl auch irgendwie seltsam. Was er jedoch bereits verrät: es handelt sich hier eher um eine Geschichtensammlung als um einen Roman.

Die rahmengebende Geschichte rund um die Japanerin und Bruno, war genauso kurz gefasst wie alle anderen der zusammengetragenen Erzählungen. das fand ich ein bisschen schade, denn einerseits sind das zwei interessante Figuren über deren Beweggründe und Schicksale ich gerne mehr erfahren hätte und andererseits fehlte dadurch so ein bisschen der direkt Bezug zu den anderen Geschichten. Es wird zwar quasi angedeutet, dass Bruno diese Geschichten sammelt, aber ein Bezug zu ihm selbst ist nicht in jeder Geschichte erkennbar.

Es gibt Geschichten, die scheinbar zusammenhängen, da die auftretenden Personen auch in einer Erzählung vorkommen, es gibt aber solche, die ganz für sich allein stehen. Die Geschichten sind alle kurz und knackig und insgesamt einfach super schön erzählt. Es sind Geschichten über besondere Menschen und eher kuriose Schicksale, die alle einen leicht wehmütigen Touch haben. Nicht alle dieser Geschichten bleiben in gleichem Maße hängen, so fan dich zum Beispiel die titelgebende Geschichte des Wörterschmugglers besonders schön. Allein damit hätte man sicherlich auch ein eigenes Buch füllen können und ich wäre da gerne noch verweilt.

Kann man gut in einem Rutsch weglesen, oder eben je nach Geschmack auch nur einzelne Geschichten für sich allein.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

auf coole Art abgründig

Killer Potential
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Das Ausgangsszenario fand ich direkt stimmungsvoll und packend, schafft es doch die Basis für Missverständnisse, Schuld, Flucht. Vor allem mochte ich, dass erstmal gar nicht so klar ist, was überhaupt ...

Das Ausgangsszenario fand ich direkt stimmungsvoll und packend, schafft es doch die Basis für Missverständnisse, Schuld, Flucht. Vor allem mochte ich, dass erstmal gar nicht so klar ist, was überhaupt vorgefallen ist und alle entsprechend im Dunkeln tappen. Dadurch kann man auch als Leser nicht wissen, wem man eigentlich trauen kann. Aber der Erzählstil reißt das Geschehen etwas auseinander, denn die Handlung wird unterbrochen von teils nostalgisch/ teils aber auch herablassend wirkenden Erinnerungen von Evie. Natürlich ist es authentisch zu hinterfragen, wie man sich in solch einer Situation wiederfinden konnte, aber so richtig passte es für mich trotzdem nicht.

Evie fand ich dadurch, und dessen eischuldig, dass sie sich so blindlings in diese Situation fügt, irgendwie von Beginn an nicht so richtig sympathisch und zu der anderen Frau Jae konnte ich im ersten Teil des Buches gar keine Verbindung aufbauen. Das ganze Szenario ist ziemlich suspekt. Es ist klar, dass mehr dahinterstecken muss, aber die Handlung beleuchtet das erstmal nicht näher. Im Fokus steht das unstete Leben auf der Flucht- ein irrer Roadtrip quer durch die USA. Diesen Outlaw-Flair mochte ich ja irgendwie, aber wie zu erwartet entgleitet die Situation zunehmend. Und das macht es dann doch unglaublich packend.

Im letzten Drittel öffnet und offenbart sich Jae. Da fand die Story dann richtig stark, die Einblicke in Jaes Leben, ihre Gedanken und Empfindungen waren eine echte Wucht. Da hat mich dann der Perspektivenwechsel zwischen Sünderin und Büßerin fast ein bisschen gestört, weil ich hauptsächlich mehr über Jae erfahren wollte.

Insgesamt liest sich die Geschichte schon interessant und flüssig und der Nervenkitzel ist durchaus greifbar. Ich hatte zwischendurch mal das Gefühl, die Geschichte bereits zu kennen, kannst aber grad nicht festmachen, ob sie mich an ein konkretes Buch erinnert. Daher kann ich nur sagen: ich fands spannend und mitreißend.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Tiefschürfend

Before we were innocent
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Ich bin letztes Jahr eher zufällig über Autorin Ella Berman gestolpert, aber sie hat nachhaltig Eindruck hinterlassen, weshalb ich auch an ihrem neuen Buch sehr interessiert war, was ich auch thematisch ...

Ich bin letztes Jahr eher zufällig über Autorin Ella Berman gestolpert, aber sie hat nachhaltig Eindruck hinterlassen, weshalb ich auch an ihrem neuen Buch sehr interessiert war, was ich auch thematisch sehr spannend fand. Es werden die sozialen Dynamiken der Jugend, zwischen Freundschaft und Rivalität beleuchtet und in den Kontext eines unaufklärten Todesfalls gesetzt. Nervenaufreibend, erschreckend, ungeschönt.

Ich fand es beim Lesen grausam wie die Mädchen von der Presse zu kaltblütigen Mörderinnen stilisiert werden. Die Macht der Medien und wie sie jemanden diffamieren können, wird hier sehr anschaulich gezeigt. Doch als sich die Ereignisse 10 Jahre später in einen nicht unähnlichen Rahmen wiederholen, begannen sich leiser Zweifel in mir breitzumachen. Ich fand es schwierig Bess und Joni wirklich einzuschätzen; beide geben wenig von sich preis.

Nach und nach verdichtet sich die Geschichte und offenbart viel über die Mädchen, ihre Beziehungen zueinander, ihre Lebensverhältnisse und was sie bewegt. Viel spannender fan dich aber die Frage der Schuld, die hier in Raum geworfen wird. Ab wann ist man schuldig? Wenn man offiziell schuldig gesprochen wird? Oder wenn man sich selbst schuldig fühlt? Und was sagt es über einen aus, wenn man keine Schuld empfindet?

Es geht um Loyalität, um Geheimnisse und darum, wie so ein Vorfall einem ein Leben lang nachhängt. Während die eine Freundin Kapital aus den Ereignissen schlägt, wird die andere immer weniger, bis sie förmlich in ihrem Abgrund zu verschwinden droht. Das war wirklich nervenaufreibend und perfide geplottet und ich wurde richtig in dieses moralische und rechtliche Dilemma hineingezogen. Eine Story, die einen nicht so leicht loslässt

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Bisschen viel Testosteron und toxische Männlichkeit

Devil's Kitchen
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Candice Fox bedient als Autorin für meine Empfinden eine große Bandbreite an Themen, wodurch ihre Thriller für mich eigentlich immer interessant sind. Das New Yorker Setting rund um eine Feuerwehreinheit ...

Candice Fox bedient als Autorin für meine Empfinden eine große Bandbreite an Themen, wodurch ihre Thriller für mich eigentlich immer interessant sind. Das New Yorker Setting rund um eine Feuerwehreinheit fand ich super spannend und war auch relativ schnell gefesselt von der Dreistigkeit und Perfidität der Truppe. Bis zum Schluss habe ich die Handlung fast schon fassungslos verfolgt. Echt starke geplottet.

Die Gruppe rund um die Feuerwehrmänner war schon schwierig im Handling, da bin ich ganz ehrlich. Ich mag diese zur Schau gestellte Männlichkeit und die ganzen sexuellen Anspielungen überhaupt nicht und die derbe Sprache innerhalb des Trupps war manchmal nicht so meins. Aber es passt natürlich zur Handlung und dem Setting.
Was ich an sich aber von Anfang an total cool fand war der Teamzusammenhalt, auch wenn er zu einen Teil auf den kriminellen Aktivitäten und der damit verbundenen Loyalität beruht.

Super spannend und irgendwann sogar interessant als die Haupthandlung um die kriminelle Einheit fand ich alles rund um Andys eigene Geschichte, ihren Werdegang und ihre Background Story. Ich bin zwar normalerweise kein Fan dieser Superhelden-Protagonisten, die jegliche Fähigkeiten und Spezialkenntnisse in sich vereinen, weil ich das immer irgendwie unauthentisch finde, aber sie ist so eine taffe, coole Protagonistin, dass ich sie trotzdem total mochte und wahnsinnig bewunderte.

Die Story entwickelt sich recht rasant, es tun sich verschiedene Hinweise und Nebenschauplätze auf. Mit der Enthüllung zum Ende hätte ich trotzdem im Leben nicht gerechnet. Das finale fühlte sich fast schon nach Kahlschlag an, passte aber richtig gut zum erst der Story. Das ende lässt außerdem eine Fortsetzung in Form weiterer Fälle vermuten, was mir sehr gefallen würde.

Abgesehen von der toxischen Maskulinität für mich ein sehr gelungener Thriller. Wie glaubwürdig diese Geschichte ist, sei mal dahingestellt, das war schon ganz schön dick aufgetragen. Da ich mich aber gut unterhalten gefühlt habe, kann ich das verzeihen.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Eine wunderschöne, einfühlsame Geschichte

Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san
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Ich habe das Buch als eBook gelesen und hatte formattechnisch vor allem anfangs Probleme die Abschnitte aus Sanago-Sans Sicht von denen aus Mikiki-Chans Sicht zu unterscheiden. Das liegt darin, dass die ...

Ich habe das Buch als eBook gelesen und hatte formattechnisch vor allem anfangs Probleme die Abschnitte aus Sanago-Sans Sicht von denen aus Mikiki-Chans Sicht zu unterscheiden. Das liegt darin, dass die Perspektive quasi mitten im Fließtext wechselt, ohne dass es einen Absatz oder eine andere Art der Kennzeichnung gibt. Das finde ich eher ungeschickt, aber man gewöhnt sich irgendwann dran.

Jedes der einzelnen Kapitel handelt von einer Begegnung, einer Buchempfehlung und einem bestimmten Gericht. Dieses gleichbleibende Schema X hat mir gut gefallen und mich verlässlich unterhalten. Stückweise lernt Sanago-San mit Verlauf der Handlung auch mehr über ihren verstorbenen Bruder und letztendlich auch über sich selbst.

Ich mag, wie sich in jedem Kapitel auch immer eine Weisheit/ ein Ratschlag zu verschiedenen Lebenslagen und Lebensfragen verbirgt. Und ganz langsam findet Sanago-San nicht nur eine Verbindung zu ihrem Bruder in Tokyo, sondern auch Familie, Freunde und letztendlich sogar die Liebe. Es ist eine sanftmütige, ruhige Geschichte, in der die Figuren einander sein lassen, wie sie sind und auch lernen sich ebenso selbst zu akzeptieren.

Die Geschichte ist vllt leise, aber positiv und bestärkend, voller Begegnungen, die das Leben der beteiligten Personen bereichern und ihnen helfen, ihren Platz und ihre Bestimmung zu finden. Ich fands richtig schön zu verfolgen.

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