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Veröffentlicht am 22.09.2025

Leider nicht so spannend wie erhofft

Death at Morning House
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Ich mag das Cover des Buches recht gerne, weil es direkt einen guten Hinweis auf das Genre des Buches und sogar den Inhalt gibt, ohne dabei zu viel zu verraten. Außerdem gefällt mir die Farbkombination ...

Ich mag das Cover des Buches recht gerne, weil es direkt einen guten Hinweis auf das Genre des Buches und sogar den Inhalt gibt, ohne dabei zu viel zu verraten. Außerdem gefällt mir die Farbkombination aus dem dunkeln Grün und leuchtendem Gelb, die hervorragend die Kombination aus einer vergangenen und einer aktuellen Geschichte hervorhebt.

Die Geschichte hat mich ebenfalls gereizt: Marlowe will eigentlich nur ein Date mit ihrer absoluten Traumfrau, doch alles läuft schief und plötzlich steht das Haus in Flammen, auf das sie eigentlich aufpassen sollte. Überall wo sie hinkommt, muss sie sich Witze darüber anhören und sie ist erleichtert, als sie das Angebot bekommt, während der Ferien auf einer abgelegenen Insel zu arbeiten. Dort soll sie gemeinsam mit einer Gruppe örtlicher Teenager Führungen durch Morning House, eine verfallene Villa, wo es in den 30er Jahren zu zwei Todesfällen kam, anbieten. Doch die Vergangenheit wirft ihre Schatten bis in die Gegenwart und als plötzlich jemand verschwindet, erkennt Marlowe, dass sie nicht jedem ihrer neuen Freunde trauen kann und sie sich in großer Gefahr befindet.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, weil ich es liebe Jugendthriller zu lesen und ich das Setting so passend für das Ende des Sommers fand, allerdings konnte mich die Story nicht komplett überzeugen. Das liegt allerdings nicht am Schreibstil, dieser konnte mich wirklich fesseln. Er ist leicht und flüssig, sodass man wirklich leicht in die Geschichte finden konnte und dadurch auch vergleichsweise schnell durchlesen konnte.
Mein Problem mit der Geschichte war vielmehr, dass es sich um zwei parallele Stories handelte, was ich unter anderen Umständen liebe, hat mich hier jedes Mal wieder aus der Geschichte gezogen. Das liegt vor allem daran, dass beide Storylines keinerlei Berührungspunkte hatten außer den Ort der Handlung. Vielleicht lag das daran, dass ich bei Marlowes Geschichte nie das Gefühl hatte, wirklich vorwärts zu kommen, sondern eine lange Zeit noch in der Einleitung zu stecken. Es passierte einfach vergleichsweise wenig und ich wollte lieber mehr darüber herausfinden, wie es zu den zwei Todesfällen in der Familie Ralston kam. Obwohl ich auch hier eine ungefähre Vorstellung davon hatte, was genau passiert ist, wollte ich dennoch unbedingt wissen, wie es wirklich war. Ich hatte schnell das Gefühl, die Personen gut zu kennen und einschätzen zu können, sodass ich wirklich an ihrer Geschichte interessiert war. Das war bei der Geschichte in der Gegenwart ein bisschen anders. Zwar mochte ich auch Marlowe, aber die anderen Personen konnte ich nicht so richtig greifen. Ich musste mich manchmal wirklich aktiv erinnern, welche Personen zu der Gruppe gehörten und wer nochmal wer war. Mein Problem dabei war vor allem, dass die Geschichte der Ralstons und die Flashbacks nahezu wahllos in die Geschichte eingebaut wurden, es hätte deutlich mehr Sinn ergeben, wenn die Teenager verschiedenen Hinweise, Briefe oder Tagebucheinträge gefunden hätten und man dadurch auf einem ähnlichen Stand wie sie gewesen wäre. So kannte man als Leser Einzelheiten und wollte auch wissen, was genau passiert ist, aber Marlowe kennt nur einen kleinen Ausschnitt davon und sucht auch nicht aktiv nach Antworten, weil es eigentlich keine Rolle für die Gegenwart spielt. Deswegen hat mich die Gegenwart auch nicht so richtig interessiert, es ging vor allem um typische Teenagerprobleme, was ich normalerweise vollkommen in Ordnung finde, aber es hatte wenig von einem Thriller. Das ändert sich erst zum Ende, was ich schade fand, weil das Buch wirklich viel Potenzial gehabt hat.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2025

Tolles Setting, das leider nicht genutzt wird

The waves that swept us away (Lifeguard 2)
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Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben.

Ich mag das Cover recht gerne, es passt perfekt zum ersten Teil, unterscheidet sich aber farblich doch sehr, dass man auch auf den ersten ...

Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben.

Ich mag das Cover recht gerne, es passt perfekt zum ersten Teil, unterscheidet sich aber farblich doch sehr, dass man auch auf den ersten Blick erkennen kann, welches Buch der erste und welches der zweite Band ist. Allerdings sticht es für mich ebenso wie der erste Teil nicht so richtig aus der Masse heraus, sondern sieht aus wie ein typisches Sommerbuch.

Die Story hingegen fand ich spannender, weil sie genau dort weitergeht, wo der erste Teil endet: Mit der Verhaftung von Jackson für den Tod Clarissa. Layla ist vollkommen geschockt, schließlich hat sie sich in den letzten Wochen mit ihm angefreundet und sogar mehr für ihn empfunden, auch wenn sie es vor ihm nicht zugeben würde. Sie kann nicht glauben, dass ausgerechnet der fröhliche, immer gut gelaunte Jackson für den Tod ihrer ehemaligen Mitbewohnerin verantwortlich sein soll und beginnt nachzuforschen. Als Jackson entlassen wird, wendet er sich an Layla, die ihm als Einzige zu glauben scheint und beginnt ihr seine Welt zu zeigen, die viel glamouröser ist, als sie erwartet hätte. Während sie immer tiefer in die glitzernde Hollywood-Welt eintaucht, beginnt sie sich zu fragen, was überhaupt noch echt ist und ob Jackson nicht doch etwas vor ihr verbirgt.

Mich konnte der erste Teil der Geschichte nicht vollkommen überzeugen, aber ich wollte dennoch wissen, wie es ausgeht und vor allem warum Clarissa sterben musste. Leider bin ich auch von dieser Geschichte nicht so ganz überzeugt. Dabei ist der Schreibstil recht gut. Ich habe auch hier ein bisschen gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen, aber als ich einmal in der Geschichte war, bin ich nur so durch sie geflogen.

Größere Probleme hatte ich hingegen mit den Charakteren. Man kennt beide ja schon aus dem ersten Teil, aber ich habe dennoch das Gefühl, nicht wirklich zu wissen, wer sie sind. Bei Jackson fand ich das noch halbwegs realistisch, weil er sich einfach eine Rolle ausgedacht hat, die er der Welt präsentiert und seine Herkunft spielt dabei keine Rolle. Außerdem konnte ich gut verstehen, dass er durch die Verhaftung plötzlich damit konfrontiert ist, dass er die Fassade nicht mehr wirklich aufrechterhalten kann. Deswegen fand ich es sehr nachvollziehbar, dass man ihn noch einmal vollkommen neu kennenlernen musste. Ich fand dennoch den Wandel von dem lustigen, immer gut gelaunten Rettungsschwimmer, der gerne auf Partys geht, zu dem Sohn einer berühmten Schauspielerin, der der Oberflächlichkeit Hollywoods nichts abgewinnen kann, etwas extrem. Es hätte geholfen, wenn es schon im ersten Teil mehr Andeutungen in diese Richtung gegeben hätte, aber der Fokus lag da so stark bei Sutton und Ben, dass alle Personen um sie herum so verblasst sind, dass sie nur reine Statisten waren. Noch auffälliger fand ich das bei Layla. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich schon einen ganz guten Eindruck von ihr hatte und in gewisser Hinsicht stimmte das auch, aber manche Sachen passten irgendwie nicht so ganz in das Bild. Natürlich wusste ich, dass sie gerne liest und sich am liebsten in fantastische Welten flüchtet, während sie in sozialen Settings immer ein bisschen zurückhaltend ist. Aus diesem Grund habe ich nie so richtig verstanden, warum sie unbedingt zu den Rettungsschwimmern wollte. Ich habe gedacht, dass man das in diesem Buch besser verstehen könnte, aber ich fand die Begründung weiterhin etwas dünn und unverständlich. Auch dass sie Filmwissenschaften studiert, passte für mich überhaupt nicht zu dem Bild, das ich mir von ihr gemacht habe. Das bedeutet überhaupt nicht, dass ruhige, zurückhaltende Frauen sich nicht für Filme, für Screenwriting oder Schauspielerei interessieren dürfe, aber ich fand es komplett absurd, dass Sutton es im ersten Teil nicht zumindest erwähnt, wenn sie über ihre beste Freundin nachdenkt. Genau diese Kleinigkeiten sind für mich das größte Problem der Reihe. Ich hatte das Gefühl, dass die Personen nur innerhalb der Geschichte existieren und kein Leben außerhalb Malibus haben, obwohl das ja nicht zutrifft. Layla und Sutton leben eigentlich in Bakersfield und befinden sich nur für den Sommer in Malibu. Das wird natürlich kurz zu Beginn thematisiert, spielt danach aber keine Rolle mehr. Beide telefonieren nicht mit ihrer Familie und reden erstaunlich wenig über ihr Leben abseits des Sommers, was es schwierig macht, die Personen kennenzulernen. Ich hatte fast ein wenig das Gefühl, dass gewisse Hobbies oder Berufe nur erwähnt werden, wenn es gerade zur Handlung passt, sodass ich mein Bild der Person immer wieder sehr stark anpassen musste.

Dadurch hatte ich auch ein bisschen Probleme damit, die Geschichte richtig zu genießen. Mir fehlte auch hier ein bisschen, Jackson und Layla dabei zu begleiten, wie sie als Rettungsschwimmer arbeiten. An einer Stelle überlegt Layla, alles an den Nagel zu hängen, weil sie sich unsicher ist, ob sie die Rolle gut ausfüllt und ihr Vorgesetzter zählt im Anschluss auf, was sie alles in den letzten Wochen alles gemacht hat und wie wichtig sie deswegen für das Team ist. Ich hätte all das gerne mehr miterlebt, weil der Beruf als Rettungsschwimmer eigentlich die zentrale Rolle im Sommer für Layla, Sutton, Ben und Jackson spielen sollte und es wird vielleicht mal in einem halben Kapitel erwähnt. Bei Jackson hat mich das sogar noch mehr gestört, weil das sein Hauptjob ist, nicht nur etwas, das er den Sommer über macht.

Alles in allem habe ich das Buch trotz aller Kritik gerne gelesen und bin ab einem gewissen Punkt nur so durch die Seiten geflogen, auch weil ich wissen wollte, was mit Clarissa passiert ist. Ich hätte allerdings gerne die Charaktere und das Setting in Malibu noch besser kennengelernt, weil es so viel Potenzial für ein spannendes Sommerbuch gehabt hätte, was nicht so richtig genutzt wurde. Dafür stand die Beziehung zwischen Layla und Jackson einfach zu sehr im Mittelpunkt und ließ zu wenig Raum für andere Dinge.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Tolles Setting, das leider nicht genutzt wird

The summer that broke us (Lifeguard 1)
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Das Cover des Buches ist recht gelungen. Ich mag die Darstellung des aufgewühlten Wassers unter den Klippen, weil es zum einen perfekt zum Setting passt und zum anderen ein schönes Sommerbuch verspricht. ...

Das Cover des Buches ist recht gelungen. Ich mag die Darstellung des aufgewühlten Wassers unter den Klippen, weil es zum einen perfekt zum Setting passt und zum anderen ein schönes Sommerbuch verspricht. Allerdings sticht es nicht besonders aus der Masse heraus und ich bin mir nicht sicher, ob ich es in der Buchhandlung in die Hand genommen hätte.

Die Story als solche hat mich durchaus gereizt: Als Sutton für ihr drittes Jahr als Malibu Lifeguard zurückkehrt, ist alles anders. Erstmals ist auch ihre beste Freundin Layla Teil des Teams und Sutton will das, was im letzten Jahr passiert ist, zwischen hartem Training und wilden Partys vergessen. Doch als ein Wasserrohrbruch dazu führt, dass Sutton notgedrungen bei dem Rettungsschwimmer Ben einziehen muss, fällt ihr das plötzlich schwer, denn er ist unmittelbar mit ihrem Geheimnis verbunden. Obwohl Ben zudem Laylas Ex ist, der ihr ihr Herz gebrochen hat, kommen sie einander immer näher, bis sich die Ereignisse plötzlich überschlagen und auch Suttons Vergangenheit wieder aufgewühlt wird.

Ich habe mich bei diesem Buch sehr auf ein sommerliches Setting an den Stränden Malibus in Kombination mit etwas Geheimnis und Liebesgeschichte gefreut, leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht so ganz erfüllen. Dabei ist der Schreibstil durchaus gut. Ich brauchte zwar ein bisschen, um so richtig in die Geschichte zu finden, aber danach konnte ich dann durchaus gut in einem Zug durchlesen.

Mein Problem war eher, dass ich mich auf ein bestimmtes Setting gefreut habe und das nur ganz am Anfang wirklich eingefangen wurde. Ich hatte mich wirklich darüber zu lesen, wie die Rettungsschwimmer arbeiten, wie sie als Team zusammenwachsen und eben auch wie hart die Einsätze mitunter sein könne. Das spielt aber in meiner Wahrnehmung eine erstaunlich kleine Rolle in der Geschichte, obwohl nahezu alle handelnden Personen Lifeguards sind. Man erlebt gefühlt zwei Einsätze mit und der Rest der Handlung kreist vor allem um Ben und Suttons Beziehung. Das fand ich ein bisschen schade, dabei geht mir gar nicht darum, dass es immer dramatische Momente geben muss, bei denen es um Leben und Tod geht, dass das nicht einen Großteil des Alltags ausmacht, ist mir auch bewusst. Aber genau von diesem Alltag hätte ich gerne mehr gesehen. Egal ob es um Patrouillen am Strand, Aufsicht in den Türmen oder Versammlungen im Hauptquartier handelt. Ich hatte immer das Gefühl, als würde ich davon hören, es aber nicht wirklich miterleben. Das führt auch dazu, dass die Nebencharaktere kaum kennengelernt habe. Klar fand ich Jackson ganz unterhaltsam, aber er kam oft mehr in Bens Gedanken vor, als dass ich ihn wirklich treffen konnte. Ähnlich ging es mir mit Layla. Sutton erklärt immer wieder, wie gut sie befreundet sind, aber man merkt das während des Lesens nicht so richtig, weil Sutton sich entweder wegen der Ereignisse von vor einem Jahr vor ihr zurückzieht oder weil sie Gefühle für Ben hat. Ich hatte nie das Gefühl, Layla richtig kennenlernen zu können und konnte deswegen auch nur theoretisch verstehen, warum Ben eigentlich tabu für Sutton sein sollte. Ich dachte auch recht lange, dass die beiden nicht wirklich zusammen waren, sondern zwar viel Zeit miteinander verbracht haben und da auch mehr war, aber dass sie ein richtiges Paar waren, kam erst recht spät in einem Gespräch zur Sprache, was mich dann doch leicht irritiert hat. Hier hätte ich es einfach besser gefunden, wenn Sutton ehrlich gewesen wäre. Sie kennt ihre Freundin schon ewig, aber sie sprechen beide nie so richtig miteinander. Ich hatte oft den Eindruck, dass sie sich lediglich flüchtig kennen, aber nicht, dass sie schon lange beste Freundinnen sind. Ich hatte immer ein bisschen das Gefühl, ein Beobachter der Charaktere zu sein. Eine Person, die neben ihnen steht, aber nicht alles mitbekommt und wenn, dann nur in kleinen Häppchen, die immer wieder neu zusammengesetzt werden.

Die Handlung hat mich leider auch nicht so richtig gefesselt. Ich habe mir das, was im letzten Jahr passiert ist, schon vorher grob zusammengereimt. Natürlich wusste ich nicht alle Einzelheiten, aber zumindest einen großen Teil habe ich mir so ähnlich gedacht. Das hat deswegen nicht unbedingt dazu geführt, dass mich die Geschichte komplett gefesselt hat, da war der Sturz von den Klippen und das unbekannte Tagebuch schon deutlich spannender. Mir ist bewusst, dass das alles zusammenhängt, aber es wird für meine Begriffe trotzdem viel zu wenig thematisiert. Das wird natürlich bei Layla und Jacksons Geschichte noch einmal eine größere Rolle spielen, aber mich hat es eher enttäuscht, dass es nicht mehr Entwicklung in der Hinsicht gab, selbst wenn dies dann im nächsten Ban vertieft wird.

Alles in allem hätte ich das Buch besonders wegen des Settings gerne richtig gut gefunden, aber leider konnte es mich nicht so richtig überzeugen. Ich mochte die Charaktere, aber hatte nie das Gefühl, sie wirklich kennenlernen zu können. Außerdem konnte mich die Story nie so fesseln, wie ich es zu Beginn gehofft hatte. Ich denke, ich werde dennoch den zweiten Band lesen, weil ich trotzdem wissen will, was genau jetzt an den Klippen passiert ist und was Jackson damit zu tun hat (oder auch nicht).

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Wichtige Thematik, die manchmal etwas kurz kommt

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Das Cover des Buches ist wirklich schön gestaltet, gleichzeitig passt es aber auch hervorragend zu der Geschichte. Das liegt vor allem daran, dass die Schönheit gleichzeitig durch den dunklen Hintergrund ...

Das Cover des Buches ist wirklich schön gestaltet, gleichzeitig passt es aber auch hervorragend zu der Geschichte. Das liegt vor allem daran, dass die Schönheit gleichzeitig durch den dunklen Hintergrund ein bisschen bedrohlich wirkt.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Als Lolas Mitbewohnerin Vivian nach einem Streit der beiden nicht nach Hause kommt, weiß sie einfach, dass er ihr etwas passiert ist und dass es mit Vivis neuem Freund Pascal zu tun haben muss. Doch bei der Polizei unternimmt man nichts, schließlich ist sie erwachsen und hat die Wohnung freiwillig verlassen. Also stellt Lola gemeinsam mit Vivis Halbbruder Elias, der plötzlich in der WG auftaucht, eigene Ermittlungen an. Während sie herausfinden, dass Pascal nicht der ist, für den er sich ausgibt, kommen sich auch Lola und Elias näher. Doch auch dieser verschweigt Lola einen Teil seiner Vergangenheit.

Ich war wirklich gespannt auf die Geschichte, weil sie einfach ein bisschen anders zu sein schien, komplett überzeugen konnte sie mich allerdings dann doch nicht. Das liegt allerdings nicht an dem Schreibstil, der es schafft, mich schon auf den ersten Seiten fest in seinen Bann zu ziehen und mich dann auch nicht mehr so schnell loslässt. Das liegt auch den recht kurzen Kapiteln, die abwechselnd aus der Sicht von Lola und Elias erzählt werden, sodass ich vor allem zu Beginn nahezu durch die Seiten geflogen bin.

Diese zwei Perspektiven sind gleichzeitig aber auch ein bisschen mein Problem mit dem Buch. Das Buch beginnt mit dem ersten Kennenlernen von Vivi und Pascal, doch danach bekommt man ihre Sicht nur noch in Häppchen durch ihre Notizen mit. Ich finde aber gerade das Kennenlernen von ihr und Pascal, die Entwicklung ihrer Beziehung und ihre Abhängigkeit zu ihm spannend und das kam mir manchmal ein wenig zu kurz. Es gibt durchaus noch Einblicke darin, was genau passiert ist, aber mir fehlte ein bisschen das aktive Miterleben, wie er sich ihr gegenüber verhält, zumal genau diese Beziehung eine so große Rolle in der Geschichte einnimmt. Auch mit Lola und Elias hatte ich immer mal wieder so meine Probleme. Ich mochte vor allem Lola dabei eigentlich sogar recht gerne, weil sie weiß, was sie will und sich dafür auch einsetzt, zumindest in einem gewissen Maße. Allerdings fand ich ihr Verhalten nicht immer konsistent. Manchmal spricht sie über manche Dinge, tut sie dann aber letztlich ganz anders. Zudem ist sie weder gegenüber ihrer besten Freundin noch gegenüber ihrem Vater ehrlich, was mich mit der Zeit immer mehr gestört hat, weil beide verstanden hätte, warum sie gerade keine Unikurse belegen kann. Schlimmer finde ich aber, wie unehrlich Elias ist, weil der nahezu von Anfang an alle belügt. Ich kann sogar verstehen, dass das ein Mechanismus ist, den er von frühester Kindheit an, ebenso wie Vivian genauso gelernt hat. Es hat mich trotzdem geärgert, dass er sich nicht zumindest Lola gegenüber öffnet, als sie ihm Dinge anvertraut, die sie noch niemandem erzählt hat. Das hat ihn mir dann auch tatsächlich unsympathisch gemacht. Sie sind natürlich in keiner Beziehung, aber sie beginnt ihm zu vertrauen und er findet es nicht einmal notwendig, ihr zu sagen, dass er ihr noch nicht alles erzählt hat. Dadurch konnte ich auch nicht so richtig mit ihnen beiden mitfiebern, weil ich mir nicht sicher war, ob ich überhaupt wollte, dass Lola und Elias am Ende zusammenkommen.

Der Rest der Geschichte hat mich mehr gefesselt, weil ich unbedingt wissen wollte, was mit Vivi passiert ist und ob sie es schaffen, sie zu finden, bevor es zu spät ist. Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, dass es zu viele Handlungsstränge gibt, die immer wieder aufblitzen, aber zum Teil nicht richtig ausgearbeitet wurden, weil ihnen einfach nicht genug Raum zur Entfaltung gegeben waren.

Alles in allem fand ich die Idee des Buches wirklich spannend, aber die Umsetzung konnte mich nicht vollkommen überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass ich mit Elias nicht warm geworden bin und es mich geärgert hat, dass er nicht ehrlicher zu Lola war. Dennoch finde ich die Hintergründe zu Loverboys und ihren Maschen sehr interessant, hätte es aber gerne noch mehr in den Fokus der Geschichte gestellt.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Tolle Idee mit durchwachsener Umsetzung

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Die Darstellung des Falters passt perfekt zur Story und macht sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story ist ebenfalls vielversprechend: Rune Winters ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Die Darstellung des Falters passt perfekt zur Story und macht sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story ist ebenfalls vielversprechend: Rune Winters lebt ein gefährliches Doppelleben. Tagsüber ist sie oberflächliche, reiche Erbin, die ihre eigene Großmutter während der Revolution verraten hat, während sie nachts unter dem Decknamen „roter Nachtfalter“ andere Hexen vor der Hinrichtung bewahrt. Doch immer öfter kommt ihr die Blutwache zuvor und Rune arbeitet immer noch daran, richtig mit ihren magischen Kräften umgehen zu können. Deswegen versucht sie, dem gefürchteten Hexenjäger Gideon Sharpe näherzukommen, der nicht nur der Bruder ihres besten Freundes ist, sondern auch erstaunlich gut aussieht. Doch sie ahnt nicht, dass Gideon sie schon lange unter Verdacht hat und nur darauf wartet, sie als Hexe enttarnen zu können.

Ich fand die Idee des Buches wirklich spannend, aber komplett überzeugen konnte es mich leider nicht. Das liegt auch an dem Schreibstil. Dabei ist dieser nicht schlecht, aber ich habe recht lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Das liegt vor allem daran, dass die Schreibweise manchmal ein wenig altmodisch wirkt. Das passt durchaus zu der Geschichte und dem Setting, dennoch habe ich recht lange gebraucht, um wirklich damit warm zu werden. Außerdem fand ich dass sich manche Dinge einfach zu oft wiederholt haben, es wurde beispielsweise bestimmte Erinnerungen geschildert und wenn sie dann ein weiteres Mal zur Sprache kommen, ist der Wortlaut nahezu identisch, sodass ich oft erstmal kurz gestutzt habe, bevor ich dann gemerkt habe, dass nachdem die grundsätzlich bekannten Informationen noch einmal erklärt wurden, in der Regel noch neue Sichtweisen oder Erklärungen hinzukommen. Das hat mich zumindest zu Beginn der Geschichte immer wieder leicht irritiert.

Auch mit dem Setting habe ich mich tatsächlich ein bisschen schwer getan. Das lag für mich vor allem daran, dass ich nie das Gefühl hatte, die Welt komplett erfassen zu können. Ich hatte mir zu Beginn der Story ein Bild gemacht, musste das aber immer wieder stark korrigieren, je mehr ich erfahren habe, was dafür gesorgt hat, dass ich mir nie ganz sicher war, was die Regeln der Welt sind. Besonders die Umstände der Revolution und wie das Land zuvor aussah, fand ich lange sehr undurchsichtig. Das hat mich wirklich ein bisschen genervt, weil es dazu geführt hat, dass ich mich nahezu das ganze Buch gefragt habe, was denn jetzt genau passiert ist. Dabei muss ich noch nicht einmal die genauen Gründe erfahren, warum Gideon und Alex die Revolutionäre in den Palast gebracht haben, um die Königinnen zu ermorden. Es hätte mir gereicht, dass Rune das zu Beginn einmal kurz erklärt und man dann durch Gideon nach und nach die Einzelheiten erfährt, aber es dauert eine ganze Zeit bis man selbst den groben Ablauf erfährt, sodass ich meine Vorstellung von der Revolution immer wieder angepasst werden musste und ich dadurch auch lange die Strukturen in der aktuellen Welt nicht ganz durchdringen konnte. Dabei fand ich das Magiesystem extrem spannend. Die Idee, dass Hexen nur mit Blut zaubern können, dass aber auch verschiedene Eigenschaften des Blutes die Stärke und die Art des Zaubers beeinflussen, fand ich extrem faszinierend, weil dadurch eben nicht nur die Ausprägung der magischen Fähigkeiten, sondern auch andere Aspekte eine zentrale Rolle beim Erfolg der Zauber spielt. Ich wollte unbedingt mehr darüber erfahren und fand es auch spannend, Rune auf ihrer Reise zu begleiten, wie sie selbst ihre magischen Fähigkeiten erforscht.

Bei den Charakteren war ich ebenfalls etwas zwiegespalten. Ich mochte sowohl Rune als auch Gideon, weil sie sich auf ihre Art für ihre Sache einsetzen. Bei beiden ist deutlich, wie sehr sie von der Vergangenheit traumatisiert sind. Ich fand es bewundernswert, wie sich Rune zusammen mit Verity Magie beigebracht hat, obwohl sie dafür jederzeit hingerichtet werden könnte. Allerdings hatte ich auch bei ihr Schwierigkeiten, sie richtig greifen zu können. Zu Beginn wirkt sie wie eine selbstbewusste, mächtige Hexe, die eine native Adelige spielt, um an möglichst viele Informationen zu gelangen. Im Laufe der Geschichte hat sie aber immer wieder Entscheidungen getroffen, die naiv wirkten und durch die ich manchmal nicht so recht verstehen konnte, wie sie so lange nicht erwischt worden ist. Diese Unvorsichtigkeit mag durchaus mit Gideon zusammenhängen und damit dass er sie durcheinander bringt, aber ich fand es nicht immer nachvollziehbar wie sie handelt und was für Risiken sie eingeht. Gideon fand ich vor allem zu Beginn sehr kalt und berechnend, weil er sich nur mit Rune abgibt, um sie als Hexe zu enttarnen. Ich konnte seine Beweggründe durchaus verstehen, aber dass er keinen Unterschied zwischen Hexen macht, sondern sie alle für ihn böse und grausam sind, fand mit der Zeit sehr anstrengend. Zumal er das nie hinterfragt, sondern selbst als er Rune näher kennenlernt, immer noch denkt, dass sie eine grausame Person sein muss, weil er selbst einmal eine Hexe falsch eingeschätzt hat.

Alles in allem wollte ich das Buch unbedingt mögen, schon alleine weil ich die Idee der Story echt gut fand, aber es hat mich nie so ganz fesseln können. Das liegt vor allem daran, dass ich das Gefühl hatte, dass weder das Setting noch die Charaktere so richtig lebendig werden, sie wirken vielmehr eher wie eine Kulisse, ein Bühnenbild, das sich immer wieder verändert, um neue Aspekte freizugeben, aber ebenso wie die Charaktere nicht wirklich mit der Geschichte wächst. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich den nächsten Teil lesen werde, vielleicht wenn ich in der richtigen Stimmung dafür bin, es ist allerdings kein Buch, was ich sehnsüchtig erwarte.

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