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Veröffentlicht am 05.03.2022

Schwere Schicksale

The Way We Fall - Edinburgh-Reihe, Band 1 (knisternde New-Adult-Romance mit absolutem Sehnsuchtssetting)
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"The way we fall" erzählt die Liebesgeschichte von Amelia und Jasper, die beide ihr Päckchen mit sich tragen und sich gerade deshalb ineinander verlieben. Während Amelie den Tod ihrer Eltern und den daraus ...

"The way we fall" erzählt die Liebesgeschichte von Amelia und Jasper, die beide ihr Päckchen mit sich tragen und sich gerade deshalb ineinander verlieben. Während Amelie den Tod ihrer Eltern und den daraus folgenden Mutismus ihrer Schwester versucht zu verarbeiten, lässt Jasper aufgrund seiner von Gewalt und Suchtmitteln geprägten Kindheit niemanden in sein Leben.

Gestartet bin ich in die Geschichte sehr gut. Amelias und Jaspers erster Schlagabtausch hat Spaß gemacht und man spürte, dass die beiden zueinander passen könnten. Amelia wirkte sympathisch und ein wenig quirlig, während Jasper sehr selbstbewusst daherkam. Auch der Schreibstiel gefiel mir.

Doch mit der Zeit hat mich die Geschichte vollkommen verloren. Die Wortwechsel zwischen Amelia und Jasper wirkten immer unauthentischer und geradezu kitschig. Das ständige Gerede von Dunkelheit und Licht ließ mich irgendwann mit den Augen rollen. Vieles, was sie dachten und sagten, wiederholte sich und wirkte dadurch künstlich in die Länge gezogen. Wenn der eine gerade Bedenken hatte, musste der andere bestätigen und andersherum. Inhaltlich passierte daher in der Geschichte über eine lange Zeit recht wenig, außer, dass Jasper und Amelie sich im Kreis drehten, um dann doch wieder festzustellen, wie sehr sie einander eigentlich liebten.

Die anderen Handlungsstränge wurden auch nicht tiefergehend dargestellt. Das Schweigen der Schwester wurde zum Ende hin recht schnell "geheilt", ohne darzustellen, wie. Die Psychologin macht zwar Andeutungen, lässt den/ die LeserIn aber nicht daran teilhaben, wo sie Ursachen vermutet. Dass es sich hierbei (höchstwahrscheinlich) um selektiven Mutismus handelt, wurde auch nie beim Namen genannt.

Auch der Roadtrip und das komplette schottische Setting wurde mich nicht vermittelt. Sprüche we "verdammte Axt" katapultierten mich eher nach Deutschland zurück. Irgendwann hatte mich die Autorin daher leider einfach verloren. Das Ende, das wieder mit etwas mehr Inhalt daherkommt, konnte mich nicht mehr fesseln, obwohl die Spannung noch einmal stieg.

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Veröffentlicht am 23.12.2021

Eine lange Reise

Mädchenmeuterei
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Ich fand das Cover von “Mädchenmeuterei” gemeinsam mit dem Titel und der Inhaltsangabe sehr ansprechend, weshalb ich das Buch gerne lesen wollte. Der Einstieg gestaltete sich für mich schon schwierig aber ...

Ich fand das Cover von “Mädchenmeuterei” gemeinsam mit dem Titel und der Inhaltsangabe sehr ansprechend, weshalb ich das Buch gerne lesen wollte. Der Einstieg gestaltete sich für mich schon schwierig aber ich dachte mir, bestimmt komme ich noch in die Geschichte rein. Dabei begleitet man Charlotte, die sich im Verlauf der Geschichte gemeinsam mit ihren Freundinnen aufmacht, um Bea, ein weiteres Mitglied der Clique, zu suchen. Es gibt einen Vorgängerband, aber dass ich den nicht kannte, hat mich nicht weiter gestört und ich konnte mir durch die Anmerkungen im Buch zusammenreimen, was geschehen war. Der Anfang verspricht auch noch eine recht spannende Geschichte, da durch die Rückblenden immer wieder gezeigt wird, dass man es mit recht abenteuerlichen Protagonisten zu tun bekommt.

Die Geschichte war allerdings absolut nicht mein Fall. Der Schreibstil wirkte auf mich ermüdend, weil man langen Gedankengängen gefolgt ist, die sich im Nichts verloren. Einige der Sprüche ließen mich die Augen verdrehen, wie “früher war ich Lehrer, jetzt bin ich Lehrerin” oder “Sie fluchte wie ein Tätowierter”. Das wirkte abgedroschen auf mich. Hinzu kam, dass mich der Verlauf selbst ebenso wenig überzeugen konnte. Es wirkte recht konstruiert und ich habe die Handlungsgänge, insbesondere von den Erwachsenen, nicht nachvollziehen können. Ich glaube, dass viele Eltern anders gehandelt hätten, wenn ihre Tochter verschwunden ist beziehungsweise ihre Kinder sich plötzlich auf eine Reise aufmachen. Stattdessen unterstützen sie die Kinder noch oder verschwinden einfach in der Versenkung. Auch wurden immer wieder kurze Handlungen einfach in die Geschichte geworfen und wieder abgehandelt, zum Beispiel verfolgt ein Typ die Mädchen und wird von Yvette angebrüllt – und das war’s erstmal, weiter geht’s.

Auf dem Containerschiff angekommen, verläuft die Handlung linearer und ich konnte Handlungsweisen besser nachvollziehen. Fesseln konnte mich die Geschichte leider immer noch nicht, da dem Buch ein paar Seiten weniger besser getan hätten. Denn es kommt zwar zu allerlei kleineren Abenteuern, aber lange Zeit verfolgt man erneut Charlottes Gedanken. In Beas Reise erhält man durch Videobotschaften auch immer wieder Einblicke.

Mit den Charakteren wurde ich leider auch nicht wirklich warm. Bei vielen fehlte mir eine optische Beschreibung, sodass ich ein Gesicht zu den Namen hatte. So richtig sympathisch wirkten sie ebenso nicht, auch wenn sie ihn ihren Charaktereigenschaften durchaus stimmig in sich waren und Yvette zum Beispiel als planvoll und zickig beschrieben werden könnte, während Antonia eher kindlich wirkte. Das ist einer der Punkte, die mir an dem Buch wirklich gut gefallen haben – die Konsistenz der jugendlichen Charaktere, die auch in keine Stereotype abgedriftet sind. Dennoch konnte ich mich mit ihnen nicht identifizieren und deshalb auch nicht mit hoffen, dass sich alles zum Guten aufklären würde.

Dieses Buch konnte mich nicht überzeugen – was vielleicht auch einfach an dem Schreibstil lag, der persönlich nicht mein Fall war.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Nichts für mich

Blood of Hercules
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Auf "Blood of Hercules wurde ich bereits im englisch-sprachigen Raum aufmerksam, nachdem es dort angepriesen wurde und etliche Special Editions bekommen hat. Die Idee und sowieso alles, was mit tödlichen ...

Auf "Blood of Hercules wurde ich bereits im englisch-sprachigen Raum aufmerksam, nachdem es dort angepriesen wurde und etliche Special Editions bekommen hat. Die Idee und sowieso alles, was mit tödlichen Spielen beworben wird, bekommt zudem meine Aufmerksamkeit. Die Leseprobe gefiel mir zunächst ebenso, auch wenn der Schreibstil bereits gewöhnungsbedürftig war.

Man startet gemeinsam mit Alexis direkt im Geschehen. Ihre Eltern sind missbräuchlich und kümmern sich nicht um sie und ihren Pflegebruder. In der dystopischen Welt sorgen Götter für Ordnung, während Titanen die Welt verwüsten und die Menschen generell eher in Armut und weniger fortschrittlich leben. Bei ihrer Abschlussprüfung stellt sich dann heraus, dass Alexis göttliches Blut in sich hat. Woher genau sie stammt, ist zunächst unklar, aber so oder so müssen Mischblute an der sogenannten Feuerprobe teilnehmen, um unsterblich zu werden und als Götter aufgenommen zu werden.

Und ab da an verlor mich das Buch Stück für Stück, bis es nur noch zur Qual wurde. Während der Einstieg noch nach einer spannenden, neuen Idee klang, konnte mich die Umsetzung absolut gar nicht abholen. Ich wollte das Buch so gerne abbrechen, aber dann hätte ich es nicht fair bewerten können, also habe ich es mit einem Mix aus Hören und Lesen probiert. Denn ich konnte mich beim Lesen nie auf die Sätze konzentrieren. Den Schreibstil empfand ich als abgehackt. Es gibt oftmals auf jeder Zeile einen neuen Satzm Alexis Gedanken werden in Form von Witzen dazwischen geworfen. Die Sprache ist allgemein sehr jugendlich, sehr einfach gehalten. Schüsse werden zum Beispiel mit plop-plop-plop dargestellt, das Auftauchen von Göttern mit "Boom" (?!?) Wie soll ich das Buch dabei ernst nehmen?

Inhaltlich war es ein sehr zäher, sich wiederholender Mittelteil, der auch einfach keinen Sinn gemacht hat. Die Götter sind vom aussterben bedroht, also werden diejenigen, die zu Göttern auferstehen können, gequält, ausgehungert und absolut unmenschlich behandelt. Achja, beleidigt und herabgesetzt werden sie auch nonstop. Das Ganze wird damit begründet, dass man nur so die Schwachen von den Starken unterscheiden kann. Alexis wird außerdem noch aufgrund ihres Geschlechtes unaufhörlich von den anderen, ausschließlich männlichen Professoren/ Mitstreitern etc. geradezu gequält. Was später auch keinen Sinn macht, denn da werden manche der männlichen Exemplare, die sie vorher wie Scheiße behandelt haben, plötzlich besitzergreifend ala "Who did this to you?"

Alexis ist als Protagonistin zumindest noch einzigartig und recht störrisch, obwohl ich ihren Humor und ihre Gedankengänge auch nicht teilen konnte und ich mich daher auch nicht in sie hineinversetzten konnte. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für dieses Buch, aber das war definitiv nicht das, was ich erwartet hatte.

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