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Veröffentlicht am 12.05.2025

Herzfischer hat auch in meinem Herzen gefischt

Herzfischer - Strandträume in Greetsiel
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Herzfischer war für mich so ein Buch, das ganz leise beginnt und sich langsam unter die Haut schiebt. Diese friesische Stimmung, das Meer, die kleinen Orte – da passt einfach alles zusammen. Man hat sofort ...

Herzfischer war für mich so ein Buch, das ganz leise beginnt und sich langsam unter die Haut schiebt. Diese friesische Stimmung, das Meer, die kleinen Orte – da passt einfach alles zusammen. Man hat sofort das Gefühl, den salzigen Wind zu spüren und das Möwengeschrei im Ohr zu haben.

Besonders gut fand ich den Slow Burn. Die Beziehung zwischen Katharina und Jasper wächst leise, fast so, als würde sie sich an die norddeutsche Zurückhaltung anpassen. Es passt einfach zur Stimmung: keine überschnellen Gesten, sondern echtes Annähern, mit Blicken, kleinen Momenten und viel Gefühl zwischen den Zeilen.

Auch die Figuren fand ich angenehm unaufgeregt. Keine künstlichen Dramen, sondern echte Menschen mit Ecken und Unsicherheiten. Katharinas innere Kämpfe waren gut nachvollziehbar, und Jasper mochte ich vor allem wegen seiner ruhigen, fast verschlossenen Art.

Was für mich aber richtig Leben in die Geschichte gebracht hat, waren die humorvollen Dialekteinwürfe. Diese norddeutsche Art, Dinge trocken und direkt auf den Punkt zu bringen, hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Und dann diese kleinen Seitenhiebe auf Modeerscheinungen – wer einmal an der Küste war, weiß, wie es da läuft: Windjacke, Funktionskleidung, Gummistiefel – aber bitte stilvoll unaufgeregt.

Die Figuren wirken authentisch, ohne überinszeniert zu sein. Katharina mit ihrem Gefühlschaos, Jasper mit seiner stillen Stärke. Dazu ein Schreibstil, der angenehm klar bleibt, ohne kühl zu sein. Alles in allem ein leises, aber stimmiges Buch, das genau weiß, wann es Humor braucht und wann Gefühl. Ich hatte beim Lesen oft das Empfinden, mittendrin zu sein, ohne dass alles übererklärt wird. Insgesamt eine ruhige, aber eindringliche Geschichte, die mich genau deswegen überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

der alltägliche Wahnsinn

Leben etc.
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Der Cartoonband fängt verschiedene Bereiche des Lebens ein – vom ganz normalen Alltagschaos über absurde Bürosituationen bis hin zu gesellschaftlichen Themen wie Feminismus – und trifft dabei erstaunlich ...

Der Cartoonband fängt verschiedene Bereiche des Lebens ein – vom ganz normalen Alltagschaos über absurde Bürosituationen bis hin zu gesellschaftlichen Themen wie Feminismus – und trifft dabei erstaunlich oft ins Schwarze. Der Humor ist pointiert, manchmal herrlich absurd, aber immer so dosiert, dass es nie ins Lächerliche kippt. Stattdessen bleibt der Ton fein beobachtet, manchmal bissig, aber nie plump oder belehrend. Jede Seite zeigt eine neue Szene, oft komplett überzogen, was gerade deshalb so treffend wirkt, weil man sich doch irgendwie darin wiedererkennt. Die Illustrationen sind klar, charmant und schaffen es, selbst komplexe Themen mit einem einzigen Bild auf den Punkt zu bringen. Es ist ein Buch, das auf den ersten Blick unterhält, aber auf den zweiten Blick mehr Tiefgang hat, als man erwarten würde. Ideal zum Durchblättern, zum Liegenlassen, zum Immer-wieder-reinschauen – und vor allem zum Schmunzeln.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

ehrlich, achtsam und menschlich

So heilt dein inneres Kind
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Ich wusste ehrlich gesagt nicht so richtig, was mich erwartet, als ich zu diesem Buch gegriffen habe – ich hatte schon viel über das „innere Kind“ gehört, aber nie wirklich verstanden, was genau damit ...

Ich wusste ehrlich gesagt nicht so richtig, was mich erwartet, als ich zu diesem Buch gegriffen habe – ich hatte schon viel über das „innere Kind“ gehört, aber nie wirklich verstanden, was genau damit gemeint ist oder wie man damit arbeitet. Und dann kam dieses Buch. Und hat mich direkt an der Stelle erwischt, wo ich lange nicht hingeschaut habe.

Was ich daran besonders mochte: Es wirkt nicht wie so ein „Du musst jetzt XYZ tun, damit du funktionierst“-Ratgeber. Es ist eher wie ein Gespräch mit jemandem, der dich wirklich ernst nimmt, dich sanft an die Hand nimmt und sagt: „Schau mal, da ist etwas in dir, das lange übersehen wurde – und es wird Zeit, dass du dich darum kümmerst.“ Kein Druck, kein Pathos – sondern ehrlich, achtsam und menschlich.

Viele der Übungen im Buch habe ich nicht nur gelesen, sondern tatsächlich ausprobiert – manche haben mich richtig überrascht. Ich bin auf Gefühle gestoßen, die ich längst verdrängt hatte, und hab plötzlich verstanden, warum ich in bestimmten Situationen immer gleich reagiere. Es war nicht immer angenehm, aber es hat was verändert. Im Kopf, im Bauch, im Umgang mit mir selbst.

Was mir auch gefallen hat: Die Sprache ist total klar und unaufgeregt. Keine spirituellen Verrenkungen, kein Fachchinesisch. Und trotzdem oder gerade deshalb trifft vieles mitten ins Herz.

Für mich war das Buch wie ein Startschuss – nicht zur Selbstoptimierung, sondern um mir selbst aufrichtiger zu begegnen. Nicht alles hat sich sofort verändert, klar. Aber ich gehe jetzt viel freundlicher mit mir um, besonders in den Momenten, in denen ich früher einfach nur hart mit mir ins Gericht gegangen wäre.

Wenn du das Gefühl hast, da sitzt irgendwo in dir drin noch ein kleiner Teil, der gesehen werden will – dann ist dieses Buch vielleicht genau der richtige erste Schritt.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

gut durchdachter Aufbau

Noche sin salida
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Ich habe vor etwa 13 Jahren Spanisch gelernt und damals auch relativ gut gesprochen, aber wie das eben so ist, ist die Sprache danach ziemlich in den Hintergrund gerutscht. Jetzt wollte ich unbedingt wieder ...

Ich habe vor etwa 13 Jahren Spanisch gelernt und damals auch relativ gut gesprochen, aber wie das eben so ist, ist die Sprache danach ziemlich in den Hintergrund gerutscht. Jetzt wollte ich unbedingt wieder einsteigen – und Noche sin salida war dafür echt perfekt.
Ich war total überrascht, wie viel Spanisch doch noch irgendwo in meinem Kopf versteckt war! Der kleine Lernkrimi hat mir richtig Spaß gemacht und war genau das Richtige, um wieder ins Lesen und Verstehen reinzukommen. Der Aufbau ist super übersichtlich, die Vokabelhilfen am Rand fand ich mega praktisch, und die kleinen Übungen zwischendurch haben echt geholfen, dranzubleiben und nicht einfach nur „drüberzulesen“.
Auch die Aufgaben am Ende der Geschichte waren klasse, um nochmal zu checken, was wirklich hängen geblieben ist. Alles in allem bin ich echt begeistert von diesem Lernkrimi – auch wenn ich wahrscheinlich nicht die klassische Zielgruppe bin. Ich würde auf jeden Fall noch weitere Bände aus der Reihe lesen, weil das Lernen damit echt angenehm und motivierend war.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

hier lernt man sich selbst besser kennen

Overthinking Love. Wenn zu viel Grübeln deine Beziehung belastet.
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Manchmal liest man ein Buch, das sich anfühlt, als würde es direkt ins Herz sprechen – genau so ging es mir mit „Overthinking Love“. Schon beim ersten Reinschmökern hatte ich das Gefühl: Hier versteht ...

Manchmal liest man ein Buch, das sich anfühlt, als würde es direkt ins Herz sprechen – genau so ging es mir mit „Overthinking Love“. Schon beim ersten Reinschmökern hatte ich das Gefühl: Hier versteht mich jemand.

Was ich besonders berührend fand, war, wie klar und gleichzeitig einfühlsam erklärt wird, wo manche unserer Muster herkommen. Klar, viele wissen, dass unsere Kindheit Spuren hinterlässt, aber dieses Buch zeigt ganz konkret, welche kleinen oder größeren Situationen im Leben etwas in uns anstoßen können. Und plötzlich versteht man sich selbst ein kleines Stück besser. Die Beispiele sind so alltagstauglich und einfach gehalten, dass ich nie das Gefühl hatte, ich müsste mich dafür verrenken oder eine Riesenaktion daraus machen – genau das, was ich brauche.

Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind Themen, die mich lange begleitet haben. Ich habe mich oft hinten angestellt, wollte es allen recht machen und habe dabei völlig vergessen, auf mich selbst zu hören. Irgendwann war Schluss. Dieses Buch hat mir noch mal sehr klar gezeigt, wie wichtig es ist, sich selbst die Hand zu reichen – nicht nur anderen.

Was ich richtig stark finde: Es gibt eine große Auswahl an Tipps (33 an der Zahl!), sodass wirklich jeder etwas finden kann, das zu ihm passt. Und es wird einem nicht eingeredet, dass alles sofort klappen muss. Man wird eher ermutigt, dranzubleiben und kleine Schritte zu gehen. Kein Druck, kein „Du musst“ – sondern eher ein „Schau mal, was für dich funktioniert“. Das hat mich total abgeholt.

Für mich ist „Overthinking Love“ kein Buch, das man einmal liest und dann ins Regal stellt – es ist eher ein Begleiter für die Momente, in denen der Kopf mal wieder zu laut wird. Und genau deshalb kann ich es von Herzen weiterempfehlen.

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