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Veröffentlicht am 31.05.2025

Sehr spannend und mit vielen überraschenden Wendungen

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Als der Heidelberger Kommissar Maertens endlich eine Spur zum Entführer mehrerer Menschen findet, kommt es beim Versuch, ihn fest zu setzen, zu einem Unfall und der Verdächtige fällt in ein Wachkoma. Um ...

Als der Heidelberger Kommissar Maertens endlich eine Spur zum Entführer mehrerer Menschen findet, kommt es beim Versuch, ihn fest zu setzen, zu einem Unfall und der Verdächtige fällt in ein Wachkoma. Um das Versteck der Entführten zu finden, wendet sich Maertens an den Neurologen Theo Linde, der eine umstrittene Methode entwickelt hat, die Gedanken von Komapatienten zu lesen.

Aus den abwechselnden Ich-Perspektiven Maertens, Lindes und eines gequälten Entführungsopfers erzählt Henri Faber die temporeiche spannende Geschichte, die mich von Beginn an fesselt. Maertens Selbstironie und Lindes skurrile Selbstbeobachtung versprechen interessante Charaktere, der Autor schreibt ausdrucksstark, bildhaft, humorvoll und stellt ungewöhnliche Vergleiche an. Besonders Maertens Gedanken und Erinnerungen sind teilweise berührend, an anderen Stellen sind seine inneren Monologe ausgesprochen unterhaltsam, wie auch manche Gespräche, die er führt. Aber auch Lindes Hintergrund und seine Beweggründe haben mich erstaunt.

Die Protagonisten erweisen sich im Verlauf der Geschichte als unvorhersehbar, tiefgründig und besonders und haben mich ebenso überrascht wie die vielen Wendungen der Handlung, die einen Haken nach dem anderen schlägt. Der Autor legt jede Menge falscher Fährten, schafft komplexe Zusammenhänge und präsentiert eine schlüssige Auflösung des bis zum Ende spannenden Thrillers. Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, trägt zu der Gänsehaut bei, die diese großartige Fiktion bei mir erzeugt. Entgegen der Ankündigung des Autors hoffe ich doch sehr auf die Veröffentlichung weiterer außergewöhnlicher Bücher Henri Fabers!

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Spannend und wendungsreich

Die gute Tat
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Franka Erdmann und Alpay Eloğlu vom LKA Hamburg haben es in ihrem vierten Fall mit einer Wasserleiche zu tun. Bei den Ermittlungen stoßen sie auf eine Reihe von Vermissten, die sich ehrenamtlich engagiert ...

Franka Erdmann und Alpay Eloğlu vom LKA Hamburg haben es in ihrem vierten Fall mit einer Wasserleiche zu tun. Bei den Ermittlungen stoßen sie auf eine Reihe von Vermissten, die sich ehrenamtlich engagiert hatten, ist das ihre Gemeinsamkeit?

Besonderen Spaß macht an dieser Reihe die Entwicklung des Verhältnisses der beiden Protagonisten. Trotz des großen Altersunterschiedes und der gegensätzlichen Persönlichkeiten ergänzen und schätzen sich Franka und Alpay, sie sind ein gutes Team. Nach dem plötzlichen Tod ihres Chefs stehen Veränderungen in der Abteilung an, über die auch Franka sich Gedanken macht. Sie ist sehr zufrieden mit Alpays Entwicklung in den vergangenen drei Jahren und kann ihm auch mal die Führung bei den Untersuchungen überlassen, was ihr nicht ganz leicht fällt, sie aber entlastet und ihr so auch gut tut. Die komplexe Ermittlungsarbeit erscheint mir authentisch beschrieben und es wird auch klar, dass ein derart vielschichtiger Fall den engagierten Kommissaren kaum eine Atempause lässt, bis die Puzzleteilchen endlich an die richtige Stelle fallen und das Rätsel gelöst ist.

Nicht nur die Figurenzeichnung der Ermittler überzeugt, auch die Opfer, deren Angehörige und die Täterperson werden glaubwürdig und eindringlich beschrieben. Hubertus Borck legt einige falsche Fährten, denen ich mehr oder weniger gefolgt bin und die mich über die Identität des Täters rätseln ließen.

Der Schreibstil ist klar, lebendig und angenehm zu lesen, erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, wobei der Zusammenhang vorerst unklar bleibt. Der Autor hat gut recherchiert, vermittelt Hamburger Lokalkolorit und bindet auch Gesellschaftskritik in die Geschichte ein. 'Die gute Tat' ist bis zum Ende spannend, fesselnd und wendungsreich. Auch dieser vierte Teil der Reihe hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Berührende und warmherzige Geschichte um Bücher und das Lesen

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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'Die geheime Sehnsucht der Bücher' ist für mich ein sehr bereicherndes Buch. Nina George schreibt humorvoll, bildhaft und poetisch, manchmal auch philosophisch. Sie ist sprachgewandt, erschafft neue Wörter, ...

'Die geheime Sehnsucht der Bücher' ist für mich ein sehr bereicherndes Buch. Nina George schreibt humorvoll, bildhaft und poetisch, manchmal auch philosophisch. Sie ist sprachgewandt, erschafft neue Wörter, deren Bedeutung sich mir beim Lesen mühelos erschließt und die Spaß machen. Viele Lebensweisheiten, auch in Bezug auf Bücher, lassen mich innehalten, das Gelesene reflektieren und mich daran erfreuen.

Die fein gezeichneten Charaktere sind komplex, glaubwürdig und berühren, vor allem die knapp 12jährige Françoise, die mit ihrer psychisch instabilen Mutter praktisch die Rollen getauscht hat, aber auch die junge empathische Pauline mit ihrer Menschenkenntnis, die bei Jean Perdu in die Lehre geht und Monsieur Perdu selbst, der immer die richtigen Worte findet, seinem Gegenüber hilft, Lösungswege zu erkennen, und der in der Lage ist, Bücher und Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammen zu bringen, sind liebenswerte Figuren.
Perdus Bücherschiff, seine literarische Apotheke, gibt Impulse und stößt Dinge an, hier entsteht ein Livestream über Bücher für Kinder und Jugendliche, der hohe Wellen schlägt, und hier findet eine wunderschön beschriebene Geburtstagsfeier für Pauline statt mit allen, die sie liebt und die ihr wichtig sind.

Die Verweise auf andere Bücher wirken wie Leseempfehlungen, die neugierig machen. Das Pariser Flair bringt die Autorin gut zur Geltung, was sich im passenden Cover wiederfindet, das ich farblich ebenfalls sehr gelungen finde. Die Geschichte wird abwechslungsreich aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptcharaktere erzählt und vermittelt viele kluge Ansichten und Sprüche, spendet Trost und macht Mut. Die Liebe zu Büchern ist genau so Thema wie Freundschaft, Trauer, (Selbst-)Vertrauen und Liebe. Auch Gesellschaftskritik bindet die Autorin in die Geschichte ein, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Hinweise auf Perdus Vergangenheit machen Lust auf die Vorgängerbände, die ich noch nicht kenne, aber auch 'Die geheime Sehnsucht der Bücher' werde ich mit Sicherheit wieder lesen, um alle Feinheiten dieser emotionalen Geschichte zu erfassen. Ich kann das Buch allen, die Bücher lieben, empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Fesselnder Thriller um Schuld, Schmerz und Rache

Der dunkle Sommer
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Die Architektin Tilda kauft zum symbolischen Preis von einen Euro ein heruntergekommenes Haus im Geisterdorf Botigalli, ein seit über 40 Jahren aufgegebener Ort in der einsamen und zerklüfteten Barbagia ...

Die Architektin Tilda kauft zum symbolischen Preis von einen Euro ein heruntergekommenes Haus im Geisterdorf Botigalli, ein seit über 40 Jahren aufgegebener Ort in der einsamen und zerklüfteten Barbagia im Osten Sardiniens.

Nach monatelanger Renovierung steht plötzlich ihr Bruder Nino überraschend vor der Tür und sie lernt ihn ganz neu und näher als zuvor kennen, so ohne Ablenkung durch Medien jeglicher Art und in der abgeschiedenen Umgebung. Eines Tages verschwindet Nino spurlos.

Der Journalist Enzo recherchiert zur Geschichte des Dorfes und versucht die Ereignisse vor 40 Jahren aufzuklären.

Auf einer weiteren Zeitebene erzählt die Jugendliche Franca aus Botigalli ab dem Tag des Fußball-WM-Endspiels 1982, als das Dorf Italiens Sieg die ganze Nacht lang feierte.

Franca, Tilda und Enzo erzählen kapitelweise abwechselnd aus der Ich-Perspektive, so dass ich ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar teile. Die Figurenzeichnung wird erst allmählich vervollständigt, manche Details überraschen und berühren mich.

Von Beginn an ist die Atmosphäre düster und geheimnisvoll, das fängt schon mit dem verstörenden Prolog an und auch das passende Cover mit der undurchdringlich erscheinenden Umgebung des Dorfes verstärkt diese Wirkung. Vera Bucks anschaulicher und bildhafter Schreibstil trägt ebenfalls zu dieser bedrohlichen Stimmung bei.

Erst gegen Ende der spannenden Geschichte zeigt sich, wie die dramatischen Ereignisse vor über vier Jahrzehnten bis in die Gegenwart hinein wirken und die tragischen Zusammenhänge werden aufgeklärt.

Ein beeindruckendes Nachwort der Autorin zu den realen Hintergründen des Thrillers runden diese spannende Geschichte um Schuld, Schmerz und Rache ab. 'Der dunkle Sommer' ist raffiniert konzipiert, gut durchdacht und fesselnd geschrieben. Mir hat das Buch sehr gefallen und mir auch die Barbagia und die Menschen dort und ihre Vergangenheit näher gebracht.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Unterhaltsam und tiefgründig

Wut und Liebe
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Obwohl sie sich lieben, trennt sich Camilla, Alleinverdienerin des Paares, von Noah, sie will nicht mehr jeden Cent umdrehen müssen, sie will mehr, will ein anderes Leben führen. Noahs Ziel ist es, sie ...

Obwohl sie sich lieben, trennt sich Camilla, Alleinverdienerin des Paares, von Noah, sie will nicht mehr jeden Cent umdrehen müssen, sie will mehr, will ein anderes Leben führen. Noahs Ziel ist es, sie zurück zu gewinnen, da kommt ihm ein Angebot der wohlhabenden Betty Hasler gerade recht.

Martin Suter erzählt 'Wut und Liebe' aus verschiedenen Perspektiven, die Charaktere sind nahbar und durch ihr Auftreten und ihre Dialoge glaubhaft beschrieben, ihre Emotionen erreichen mich und lassen mich mitfühlen, Noahs Trauer und Verzweiflung berühren mich genau so wie Camillas schmerzhafte Konsequenz oder auch Bettys Leid und Wut.
Die Geschichte zieht mich von Beginn an in ihren Bann, sie ist fesselnd, spannend und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Humor und Situationskomik haben mich auch schmunzeln lassen.

Suters Schreibstil ist klar, einnehmend und angenehm zu lesen.
Besonders einfallsreich und äußerst unterhaltsam geschildert finde ich, wie und wodurch Noah sich als Künstler weiter entwickelt.

Der Roman stellt nicht nur die Frage, welchen Stellenwert wir der Liebe im Leben einräumen, sondern konfrontiert auch das Sein mit dem Schein und zeigt, wie falsch Handeln auf der Basis unzureichender Informationen sein kann.

Mir hat Suters neuer Roman sehr gut gefallen, er ist unterhaltsam und gleichzeitig tiefgründig.

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