Persönlicher Erfahrungsbericht und Abschied
Was bleibt ist Liebe - Trauerbewältigung um verstorbenen HundSicher werden viele schon einmal die schmerzhafte Erfahrung gemacht haben, einen geliebten Hund und Seelenverwandten verloren zu haben. Das Gefühl kennen, im Umfeld auf Unverständnis zu treffen und sich ...
Sicher werden viele schon einmal die schmerzhafte Erfahrung gemacht haben, einen geliebten Hund und Seelenverwandten verloren zu haben. Das Gefühl kennen, im Umfeld auf Unverständnis zu treffen und sich mit seiner Trauer verloren zu fühlen, ihr gar hilflos ausgeliefert zu sein. „Was bleibt ist Liebe“ von Anna Gärtner setzt genau dort an und beschäftigt sich mit der „Trauerbewältigung um verstorbenen Hund“.
Das Buch hat aus zweierlei Gründen mein Interesse geweckt. Zum einen, rückt der Abschied von meinem 15jährigen, geliebten Seelenhund immer näher, zum anderen habe ich mich zu einer Fortbildung in Sachen Sterbebegleitung bei Tieren entschlossen, die in naher Zukunft stattfinden wird und fand es naheliegend, mich auch mit dem Thema der Trauerbewältigung näher auseinanderzusetzen. Der Klappentext des Buches verspricht neben einem persönlichen Erfahrungsbericht, „Antworten auf Fragen“, sowie Tipps und Übungen zum überwinden der Trauer. Leider habe ich in diesem Buch weder Antworten auf meine Fragen erhalten, noch irgendwelche Übungen gefunden. Tipps lasse ich mal gelten, da vielleicht jemand, der sich noch nicht mit dem Thema auseinandersetzen musste, für sich Informationen in Sachen Einäscherung, Trauerfeier & Co. ziehen kann. Des Weiteren gibt es Literaturempfehlungen in Sachen Trauerbewältigung und Leben nach dem Tod, was auch im Erfahrungsbericht ausführlich thematisiert wird. Für jemanden der an letzteres nicht glaubt, zu denen ich auch gehöre, wirkt dies vielleicht etwas befremdlich oder gar verstörend.
Der Klappentext ist jedenfalls ziemlich irreführend und sollte vielleicht nochmal überdacht werden, um keine falschen Erwartungen zu wecken und somit gegebenenfalls auch Enttäuschungen vorzubeugen. Für mich handelt es sich bei „Was bleibt ist Liebe“ lediglich um einen persönlichen Erfahrungsbericht und den Abschied vom Seelenhund der Autorin. Wobei das „lediglich“ nicht abwertend klingen soll, ich habe größten Respekt davor, diese sehr persönliche Form der Trauerbewältigung (Trauertagebuch/Trauer niederschreiben) öffentlich zu machen, andere teilhaben zu lassen und zu ermutigen.
Fazit: Auch wenn ich (ebenfalls Mehrhundebesitzerin) einige Vorgehens- und Sichtweisen nicht nachvollziehen konnte, fand ich den Erfahrungsbericht der Autorin interessant und sehr gefühlvoll geschrieben. Er hat mich an ihrer Trauer großen Anteil nehmen lassen. Leider hatte ich durch die Beschreibung etwas anderes erwartet, mehr mit einer Art Ratgeber gerechnet, und kann daher leider nur drei Sterne vergeben.