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Veröffentlicht am 27.08.2025

Ein lesenswerter schwesterlicher Schlagabtausch

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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Das Buch hat alles erfüllt, was mich anspricht: Cover, Titel und Story:
Flora hat mit dem Tod ihrer Eltern noch nicht ganz abgeschlossen. In das Elternhaus mag sie nicht zurück aus Angst, von Erinnerungen ...

Das Buch hat alles erfüllt, was mich anspricht: Cover, Titel und Story:
Flora hat mit dem Tod ihrer Eltern noch nicht ganz abgeschlossen. In das Elternhaus mag sie nicht zurück aus Angst, von Erinnerungen eingeholt zu werden. Und ihre „blöde Schwester“ Millie glänzt durch Abwesenheit. Zumindest anfangs, denn dann steht sie plötzlich in der Tür. Und gemeinsam setzen sichtbare Erinnerungen wieder zusammen Indonesien begeben sich auf eine Reise, ihre Eltern zu finden.

Ein Schlagabtausch an Dialogen, der absolut lesenswert ist. Eine erzählende Schwester mit einer Menge Wut im Bauch und eine Schwester, die ihre Probleme durch Verdrängung meistert. Die Reise der Schwestern zu lesen, fand ich klasse und doch hat mir etwas gefehlt. So toll die Dialoge waren, so treffend die Zitate, hatte ich Mitte des Buches das Gefühl, es geht nicht voran. Mir hat ein wenig die Tiefe gefehlt, das Auseinandersetzen mit der scheinbar problematischen Vergangenheit. Stattdessen hatte ich das Gefühl, einem 60 jährigen Trotzkopf zuzusehen. Dennoch beschäftigt mich das Buch im Nachgang und lässt mich mit der Frage zurück, wie man selbst als Erwachsener mit der Enttäuschung über die eigenen Eltern umgeht. Wie lange „darf“ man enttäuscht sein und motzig und wann ist es an der Zeit loszulassen und Fehler zu akzeptieren? In Summe lesenswert, mit kleinen Schwächen hinsichtlich Längen und Tiefe.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Geschichten eines Dorfes

Hinter verschlossenen Türen
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Le Case ist ein typisches Dorf mitten in einem italienischen Nationalpark. Und wie jedes Dorf gibt es auch hier Geheimnisse, die unter der Oberfläche lauern. Samuele ist hier aufgewachsen und kehrt wieder ...

Le Case ist ein typisches Dorf mitten in einem italienischen Nationalpark. Und wie jedes Dorf gibt es auch hier Geheimnisse, die unter der Oberfläche lauern. Samuele ist hier aufgewachsen und kehrt wieder zurück und damit kochen die verborgenen Geschichten wieder hoch.
Erzählt aus den verschiedensten Perspektiven der Dorfbewohner ergibt sich so ein Bild, über das man nur staunen kann. Was sich hier in der einen oder anderen Hütte abspielt, ist teilweise haarsträubend, unerwartet und überraschend – und vor allem interessant zu lesen.
Ich habe mich anfangs etwas schwergetan, den vielen Perspektiven zu folgen. Dank der Karte zu Beginn des Buches hilft es aber, die Bewohner zu verorten und sich das Dorf vorzustellen. Somit kam ich nach und nach in die Geschichten rein. Einige Erzählungen konnte ich leichter folgen, bei manchen fiel es mir schwerer. Teilweise erschien es dadurch an einzelnen Stellen lang. Insgesamt aber mal etwas anderes, ein gutes Buch, welches mich zwar nicht begeistern konnte, aber dennoch sehr gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Spannend trotz einiger Längen

Ocean – Gefangen im Blau
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Helen ist Lehrerin an einer Schule in einem Problembezirk. Sie ist engagiert und setzt sich für ihre Klasse ein. Ein tragisches Unglück verändert jedoch ihr Leben von heute auf morgen. Ihr Leben hat sie ...

Helen ist Lehrerin an einer Schule in einem Problembezirk. Sie ist engagiert und setzt sich für ihre Klasse ein. Ein tragisches Unglück verändert jedoch ihr Leben von heute auf morgen. Ihr Leben hat sie dem Einsatz ihres Retters zu verdanken, der ihr seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Dies nimmt teils fanatische Züge an und beeinflusst nach und nach ihre Ehe und den Familienalltag. Zur Rettung der Familie kaufen und restaurieren sie ein altes Segelboot, mit welchem die schönen Erinnerungen an die erste Zeit der Beziehung verbunden sind. Kurz vor der Abreise platzt Sindi, eine der ehemaligen Schülerinnen in das Leben der Familie. Die Reise wird nun zu viert angetreten. Zu viert bepackt mit all den Problemen allein auf hoher See… Ob die Reise die Familie retten wird?
„Ocean“ ist ein abwechslungsreiches Buch, weit spannender als ein Roman, teils mit Zügen eines Thrillers und dann doch wieder eher tragischer Familienroman. So ganz kann ich es nicht einordnen. Manche Stellen haben mich so gefesselt, dass ich die Seiten nur so weggelesen hatte. Doch dann muss ich leider zugeben hatte das Buch Elemente, mit denen ich nicht warm geworden bin. Ich konnte nicht nachvollziehen, wieso Helen so fanatisch an ihrem Retter festhielt und ihr Verhalten, welches damit einherging. Durchaus bewusst, dass nach einem solch tragischen Ereignis nicht jeder gleich wieder funktioniert, so konnte ich Helens Verhalten nicht einordnen und habe mich schwer getan damit. Es gab noch ein paar weitere Dinge in der Handlung, die leider dazu geführt haben, dass mich das Buch nicht überzeugen konnte, trotz der stellenweise wirklich fesselnden Abschnitte.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Ich schwanke zwischen genial und absurd

Nimms nicht persönlich
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Lute ist als Führungskraft der Firma verantwortlich, den Mitarbeitern beizubringen, dass die Abteilung geschlossen wird und die Mitarbeiter möglichst selbst kündigen, so dass keine weiteren Kosten anfallen. ...

Lute ist als Führungskraft der Firma verantwortlich, den Mitarbeitern beizubringen, dass die Abteilung geschlossen wird und die Mitarbeiter möglichst selbst kündigen, so dass keine weiteren Kosten anfallen. Doch Lute scheut dieses unangenehme Thema. Mehr oder weniger zufällig trifft er auf Lombard, der die Sache für ihn übernehmen möchte. Doch zunehmends reagieren die Mitarbeiter komisch, es passieren seltsame Dinge, Menschen sterben.
Ich weiß bei diesem Buch gar nicht wie ich anfangen soll. Ist es so abstrus, dass es schon wieder genial ist? Oder ist es einfach eine wortwörtliche Umsetzung des Themas „Über Leichen gehen“, welches im Zuge von Restrukturierungen durchaus gebraucht werden könnte? Ich habe für das Buch 2 Anläufe gebraucht. Lute erscheint mir ein loyaler Mitarbeiter, der selten gern Entscheidungen trifft, eher mitläuft und sich treiben lässt. Und Lombard ist eine Satire auf 2 Beinen. Kennt Ihr die Serie „The Consultant“ mit Christoph Waltz? Daran musste ich die ganze Zeit denken und dann konnte ich das Buch zu Ende lesen. Komisch und doch gleichzeitig todernst, leichtfüssig und sorgenfrei setzt Lombard einfach alles um. Hat Lute hier einfach seine Seele an den falschen verkauft? Gegen Ende wurde es mir dann doch etwas zu abstrus. Gleichzeitig greift das Buch aber durchaus Themen auf, die nicht von der Hand zu weisen sind. Langjährige Arbeitnehmerverhältnisse, Fachkompetenz, Erfahrung und Loyalität vs. Gewinnmaximierung, Effizienz, Kostendruck, Marktwert. Ohne einen kleinen Lombard sind das unvereinbare Ziele.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Schöner Roman über das zurück zu sich selbst finden

Alice und das Blau des Wassers
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Alice ist mit 49 in den besten Jahren, verheiratet und arbeitet im Büro der gemeinsamen Firma. Und genau da erfährt sie an ihrem Hochzeitstag, dass ihre Bürokollegin schwanger ist, und das von Alice’s ...

Alice ist mit 49 in den besten Jahren, verheiratet und arbeitet im Büro der gemeinsamen Firma. Und genau da erfährt sie an ihrem Hochzeitstag, dass ihre Bürokollegin schwanger ist, und das von Alice’s Mann. Plötzlich strömen tausend Gedanken durch Alice Kopf und gleichzeitig ist da einfach nur Leere. Die gemeinsame Tochter überredet sie zu einem „Haustausch“. Also zieht Alice für ein paar Monate auf die Insel Guernsey. Hier lernt sie neue Menschen kennen und auch sich selbst wieder.
Ein wunderbarer Roman für zwischendurch. Klasse finde ich, dass die Protagonistin auf die 50 zugeht und das Alter hier nicht als „Problem“ dargestellt wird, sondern positiv aufgegriffen wird. Das Buch lässt sich angenehm und flüssig lesen, es war unterhaltsam und berührend. Leider ist der Funke bei mir nicht ganz übergesprungen, was aber nur meinen persönlichen Eindruck reflektiert. Sicher empfindet da jeder anders, bestimmt auch abhängig davon, in welcher Lebensphase man selbst gerade steckt.

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