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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

Melancholisch

Perlen
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Als Marianne acht Jahre alt ist, verschwindet ihre Mutter - eben war sie noch da, dann geht sie zur Tür hinaus und ist einfach weg. Wie einzelne Perlen, aufgereiht an einem Band, begleiten wir Marianne ...

Als Marianne acht Jahre alt ist, verschwindet ihre Mutter - eben war sie noch da, dann geht sie zur Tür hinaus und ist einfach weg. Wie einzelne Perlen, aufgereiht an einem Band, begleiten wir Marianne durch verschiedene Momente ihres weiteren Lebens. Die Erinnerungen an ihre Mutter und die Gedanken an sie bleiben stets präsent.

Perlen ist ein ruhiger, melancholischer Roman. Mariannes Leben ist kein leichtes - und das spürt man beim Lesen deutlich.
Der Schreibstil bewegt sich in eine sanft poetische Richtung. Es ist eher ein Buch zum Verweilen, definitiv kein Pageturner.

Dadurch, dass die einzelnen Kapitel nur kurze Ausschnitte aus Mariannes Leben zeigen, wirkte ein Großteil des Buches auf mich leider recht sprunghaft, und ich bin nicht richtig in den Lesefluss gekommen. Trotz des emotionalen Themas konnte mich die Geschichte daher nicht wirklich fesseln.

Ich kann es nicht besser beschreiben, als dass mir Nuancen gefehlt haben - das Buch wirkte auf mich recht eindimensional. Und für ein vergleichsweise kurzes Buch hat es sich beim Lesen doch deutlich länger angefühlt.

Marianne an sich finde ich einen spannenden Charakter, aber aufgrund der gewählten Erzählweise konnte ich - trotz der tiefen Einblicke in ihr Leben und Erleben - keine richtige Verbindung zu ihr aufbauen.

Interessant fand ich den Einbau klassischer englischer Gedichte zu Beginn jedes Kapitels. Sie haben zwar nicht direkt zur Geschichte beigetragen, aber ich mag es, wenn Bücher sich durch solche Elemente ein wenig von anderen abheben.

Thematisch (Trauer, psychische Erkrankungen, postpartale Depression) hat mich das Buch definitiv angesprochen - die Umsetzung entsprach jedoch leider nicht meinem persönlichen Geschmack.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Mittelprächtig

Killer Potential
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Evie Gordon mag ihren Job als Nachhilfelehrerin für die Kinder reicher Familien. Als sie eines Tages zum Haus einer ihrer Schülerinnen kommt, steht die Tür offen - im Garten findet sie die Eltern der Schülerin ...

Evie Gordon mag ihren Job als Nachhilfelehrerin für die Kinder reicher Familien. Als sie eines Tages zum Haus einer ihrer Schülerinnen kommt, steht die Tür offen - im Garten findet sie die Eltern der Schülerin tot auf. Kurz darauf hört sie Hilferufe und entdeckt eine gefesselte, verletzte Frau. Noch bevor sie alles einordnen kann, taucht ihre Schülerin auf. Die Situation eskaliert, und in Notwehr schlägt Evie sie nieder - gemeinsam mit der Unbekannten flieht sie. Schon bald gelten die beiden als brutale Mörderinnen, und eine Flucht quer durch die USA beginnt.

Was nach einem packenden Thriller klingt, entwickelt sich leider eher zu einem Roadtrip-Roman mit einzelnen Spannungsmomenten und einer queeren Lovestory. Der Einstieg ist spannend und actionreich, auch der Schreibstil funktioniert anfangs gut. Doch recht schnell verliert die Geschichte an Tempo: Es passiert kaum was, viele Szenen wiederholen sich, und die Figuren blieben für mich distanziert und schwer greifbar.
Ein später Twist bringt nochmal kurz Dynamik, doch insgesamt plätschert das Geschehen für meinen Geschmack zu sehr dahin.

Die Handlung schlägt zudem eine ganz andere Richtung ein, als ich es anhand des Klappentextes erwartet hatte. Es geht nicht wirklich darum, dass Evie versucht ihre Unschuld zu beweisen. Und die Suche nach dem wahren Täter findet ebenfalls nicht statt.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger kam ich mit dem Schreibstil klar. Es gab immer wieder plötzliche Sprünge, sehr ausschweifende Beschreibungen und viele überflüssige Details, durch die einige Passagen sehr langatmig wirkten.

Trotzdem ließ sich das Buch insgesamt recht schnell lesen, und es gab ein paar humorvolle Momente, die mich zum Lachen gebracht haben.

Alles in allem kein schlechtes Buch aber definitiv nicht der packende Thriller, den ich erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Enttäuschend

Great Big Beautiful Life
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Es macht mich so so traurig, aber das Buch war leider so gar nichts für mich.
Ich habe, abgesehen von ihren YA-Büchern, alle Bücher von Emily Henry gelesen, und Great Big Beautiful Life ist leider auf ...

Es macht mich so so traurig, aber das Buch war leider so gar nichts für mich.
Ich habe, abgesehen von ihren YA-Büchern, alle Bücher von Emily Henry gelesen, und Great Big Beautiful Life ist leider auf dem letzten Platz gelandet.

Dabei hat sich die Story anfangs so gut angehört:
Schauplatz ist eine kleine, gemütliche Insel. Alice und Hayden sind aus dem gleichen Grund dort: um die Biografie der legendären Margaret Ives zu schreiben. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn Margaret lässt die beiden quasi gegeneinander antreten. Einen Monat haben sie Zeit, um Interviews mit ihr zu führen, danach wird sie entscheiden, wem sie den Job geben möchte.
Dank Verschwiegenheitserklärungen dürfen Alice und Hayden nichts über ihre Gespräche mit Margaret erzählen - aus dem Weg gehen, können sie sich auf der kleinen Insel jedoch auch nicht.

Von der Art der Geschichte hat mich das Buch sehr an Evelyn Hugo erinnert, welches aber um Welten besser war.

Mich haben beide Teile der Geschichte, sowohl die Interviews und die Geschichte von Margarets Familie, als auch das Geschehen zwischen Alice und Hayden, nicht wirklich ansprechen können. Gerade der Teil über die Geschichte der Familie Ives war unglaublich zäh und hat sich vor allem anfangs total gezogen. Es ist einfach nichts passiert und ich bin gedanklich immer wieder abgedriftet. Zum Ende hin wurde es ein bisschen interessanter, aber da war der Zug schon abgefahren.
Auch den Romance-Part habe ich überhaupt nicht gefühlt. Zwischen den beiden war keinerlei Anziehung spürbar, und trotzdem ging alles viel zu schnell. Obwohl der Fokus kaum auf ihrer Beziehung lag, gab es dennoch einige Momente, die ich ziemlich cringy fand.

Marketing, Cover und Klappentext vermitteln definitiv einen Eindruck, der nicht wirklich zum Buch passt – denn dieses unterscheidet sich deutlich von Emily Henrys bisherigen Werken. Wer auf der Suche nach einem gefühlvollen Romance-Roman ist, wird hier definitiv enttäuscht. Mich persönlich, als jemand, der gerne General Fiction liest, hätte das nicht einmal gestört – wenn die Geschichte mich wenigstens irgendwie in den Bann gezogen hätte.

Mein Eindruck ist, dass Emily Henry einfach zu viel in das Buch packen wollte, sich dabei jedoch leider verrannt hat, sodass es am Ende keine runde Sache werden konnte.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Enttäuschend

Bright Young Women
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Selten hadere ich so sehr damit, ein Buch zu bewerten, wie dieses Mal.

Die Idee, sich komplett von dem Serienmörder abzuwenden und sich stattdessen ganz auf die Opfer und die Überlebenden zu fokussieren, ...

Selten hadere ich so sehr damit, ein Buch zu bewerten, wie dieses Mal.

Die Idee, sich komplett von dem Serienmörder abzuwenden und sich stattdessen ganz auf die Opfer und die Überlebenden zu fokussieren, finde ich nicht nur spannend, sondern vor allem auch wichtig und richtig.
Doch nach Beendigung des Buches muss ich sagen, dass sich diese fiktive Geschichte, die auf grausamen realen Ereignissen beruht, einfach falsch anfühlt. Und ich stelle mir die Frage, warum die Autorin nicht einfach eine komplett fiktive Geschichte mit der gleichen Message geschrieben hat?

Aber auch abgesehen von diesem Punkt, konnte mich das Buch leider absolut nicht überzeugen. Ich fand es viel zu lang, war größtenteils gelangweilt und durch die vielen wahllosen Zeitsprünge und die verschiedenen POVs oft einfach nur verwirrt. Zudem waren viele Abschnitte belanglos für die Story und haben sie unnötig in die Länge gezogen.

Für mich war das Buch leider nichts, dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut. Aber so ist es halt, wir können nicht alle Bücher lieben, die wir lesen.

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