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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2018

Keine Gefühle zu zeigen, schadet einem oft selbst

Verliebt bis in die Fingerspitzen
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"Verliebt bis in die Fingerspitzen" ist der nunmehr fünfte Band der Manhattan with Love Reihe. Für mich war es eine Premiere und daher kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass man die Vorgänger nicht zwingend ...

"Verliebt bis in die Fingerspitzen" ist der nunmehr fünfte Band der Manhattan with Love Reihe. Für mich war es eine Premiere und daher kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass man die Vorgänger nicht zwingend gelesen haben muss.

Felicitas – von allen nur Fliss genannt – hat schon als Kind gelernt keine Gefühle zu zeigen, denn sonst ist man verletzbar. Und genau darum geht es in dieser Geschichte – um Gefühle. Das Buch kommt ohne große Handlungen aus, aber das stört in diesem Fall nicht. Es zeigt auf, dass Gefühle verletzbar machen können und zwar auf zwei verschiedene Arten. Zum einen bieten sie Dritten eine Angriffsfläche, wenn man sie zeigt, aber zum anderen schadet man sich durch Verschweigen derselben vielleicht auch selbst.

Die Charaktere sind liebevoll und gefühlvoll ausgearbeitet und sind in ihren Handlungen sehr authentisch.

Es handelt sich um ein eher ruhiges Buch mit sowohl gefühlvollen als auch amüsanten Momenten und hat mir sehr schöne Lesestunden beschert.

Veröffentlicht am 27.04.2018

Ein Polizeiseelsorger ermittelt

Tiefer denn die Hölle (Ein Martin-Bauer-Krimi 2)
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Martin Bauer ist Polizeiseelsorger in Dortmund. Eigentlich hat er frei, aber sein katholischer Amtskollege ist bei einem Einsatz mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Bauer vermutet einen Zusammenhang ...

Martin Bauer ist Polizeiseelsorger in Dortmund. Eigentlich hat er frei, aber sein katholischer Amtskollege ist bei einem Einsatz mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Bauer vermutet einen Zusammenhang zwischen seinem Amtsbruder und dem Toten und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Bei Tiefer denn die Hölle handelt es sich bereits um den zweiten Fall des Autorenduos Peter Gallert und Jörg Reiter mit dem Polizeiseelsorger Martin Bauer. Da ich den Vorgänger nicht gelesen habe, kann ich sagen, dass es trotz Anspielungen auf vorheriges Geschehen auch ohne geht.
Die Idee, Verbrechen aus der Perspektive eines Seelsorgers zu betrachten, gefällt mir gut. Meines Erachtens kommt dieser Aspekt jedoch etwas zu kurz. Martin Bauer mischt sich nicht nur immer wieder in die Ermittlungen ein sondern stellt auch selbst welche an. Gut, würde er nur seinem Beruf nachgehen, könnte wahrscheinlich kein spannender Krimi entstehen.
Die Charaktere sind vielschichtig und in ihrer jeweiligen Rolle realistisch – auch wenn ich mir einen Pfarrer nur schwer als Ermittler vorstellen kann.
Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig zu lesen. Schon durch den Prolog wird Spannung aufgebaut, die durchgehend mehr oder weniger intensiv gehalten wird.
Da ich in unmittelbarer Nähe zum Ruhrgebiet (oder auch Kohlenpott genannt) wohne und ziemlich oft in der Gegend bin, kenne ich den ein oder anderen Ort des Geschehens und bin dadurch fiel intensiver involviert.
Mir hat das Buch gut gefallen, werde jetzt erstmal Band 1 nachholen und hoffe dann auf eine Fortsetzung der Reihe.

Veröffentlicht am 09.03.2018

Mehr gesellschaftskritischer Roman als Krimi

Kühn hat Ärger
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Kommissar Martin Kühn ist nach seinem Burn-out wieder zurück im Berufsleben und er wird direkt mit einem brutalen Mord an einem libanesischen Jugendlichen konfrontiert.

Man könnte jetzt meinen, dass es ...

Kommissar Martin Kühn ist nach seinem Burn-out wieder zurück im Berufsleben und er wird direkt mit einem brutalen Mord an einem libanesischen Jugendlichen konfrontiert.

Man könnte jetzt meinen, dass es sich um einen Krimi handelt, aber damit würde man der Geschichte nicht gerecht. Ja, es gibt einen Kommissar und ja es gibt einen Mord. Aber in diesem Fall ist der Krimiteil nur Rahmenprogramm und der Autor benutzt ihn geschickt für die Auseinandersetzung mit sozial- und gesellschaftskritischen Themen.

Anhand der Beziehung von Amir – dem Sohn einer libanesischen Einwandererfamilie - und Julia – der Tochter aus einer reichen und angesehenen Münchener Dynastie - wird die Diskrepanz zwischen arm und reich sehr anschaulich dargestellt.

Bei einem Mord an einem Ausländer dauert es auch nicht lange bis die Sprache auf Neonazis und die ausländerfeindliche Haltung in Deutschland zur Sprache kommt. Bei diesem Thema werden sehr viele Klischees bedient.

Aber auch in Kühns Privatleben gibt es genug Probleme. Da ist u. a. sein Haus, denn wie sich herausstellt wurde die gesamte Neubausiedlung auf verseuchtem Boden errichtet. Der Baufirma, die eine Tochter der finanzierenden Bank ist, soll diese Tatsache bekannt gewesen sein.

Bei dieser Vielschichtigkeit gerät die Ermittlung etwas in den Hintergrund und Spannung geht verloren.

Sprachlich befinden wir uns auf einem ganz anderen Niveau wie bei den meisten Regionalkrimis. Jan Weiler weiß mit Worten und Sprache umzugehen, ohne dass er den Leser mit Fremdwörter oder Schachtelsätzen überfordert.

Ich vergebe wohlverdiente 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.12.2017

Hier passen viele Eigenschaften - romantisch, klischeehaft, humorvoll, aber teilweise auch ernst

Gut geplant ist halb verliebt
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Heather lebt in New York und steht kurz vor ihrer Beförderung zur Hochzeitsplanerin und hätte sich damit ihren großen Kindheitstraum erfüllt. Alles könnte so schön sein, wenn da nur nicht dieser nervige ...

Heather lebt in New York und steht kurz vor ihrer Beförderung zur Hochzeitsplanerin und hätte sich damit ihren großen Kindheitstraum erfüllt. Alles könnte so schön sein, wenn da nur nicht dieser nervige Nachbar Josh wäre.
Mich hat das tolle Cover auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Aufgrund des Covers und des Titels hatte ich schon mit einer Liebesgeschichte gerechnet, die ich auch bekam. Aber die Autorin hat mich noch überraschen können, denn die Geschichte ist auch ausgesprochen witzig und enthält einige Passagen mit Tiefgang - und damit hatte ich nicht gerechnet.
Die Charaktere sind durchweg sympathisch und kommen realistisch rüber. Aufgrund einiger ernsterer Themen bleiben sie auch nicht oberflächlich.
Der Schreibstil ist flüssig und hat Witz; er ist sehr angenehm zu lesen.
Insgesamt hatte ich mit diesem Buch einige sehr unterhaltsame Lesestunden und vergebe gerne 4 1/2 Sterne.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Auf unbekannten Wegen zur Selbstfindung

The Journey. Die Reise meines Lebens
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Mit 29 Jahren steht Carina vor einem Scherbenhaufen. Nach 10 Jahren beendet ihr Lebensgefährte die Beziehung, ihr Buchprojekt wird gecancelt und kurz danach verliert sie auch noch ihren Job. Wenn nicht ...

Mit 29 Jahren steht Carina vor einem Scherbenhaufen. Nach 10 Jahren beendet ihr Lebensgefährte die Beziehung, ihr Buchprojekt wird gecancelt und kurz danach verliert sie auch noch ihren Job. Wenn nicht jetzt, wann dann? Und so begibt Carina sich auf die Reise über Bangkok nach Bali, Indien, Neuseeland und nochmal nach Indien.

Für ihren Mut habe ich Carina meinen Respekt gezollt. Niemals würde ich mich allein, mit wenig Geld und nur mit einem Rucksack auf den Weg in ferne Länder wagen, ohne mindestens vorher eine Unterkunft gebucht zu haben. Aber sie macht sich auf den Weg, trifft interessante Menschen und ist für alles offen, seien es spirituelle Sitzungen oder andere Religionen. Diese Personen und Erlebnisse sind hilfreich auf ihrem Weg zur Selbstfindung.

Interessant fand ich wie prägend Erlebnisse in der Kindheit auf das spätere Leben sein können, sei es in Bezug auf Beziehungen oder immer wiederkehrende Verhaltensweisen.

Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und ließ mich an Carinas Gedanken und Gefühlen teilhaben. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch dargestellt. Toll fand ich die detaillierten und bildhaften Landschaftsbeschreibungen.

Die esoterischen und religiösen Passagen waren nicht so mein Ding, aber sie gewährten mir einen Einblick in mir unbekannte Bereiche. Außerdem gehörten sie unbedingt zu Carina und ihrem Weg zur Selbstfindung dazu.

Mir hat es gefallen, Carina auf dieser Reise zu begleiten. Manchmal habe ich mich an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt und einige der am Seitenrand hervorgehobenen Sätze haben mich zum Nachdenken angeregt. Wer weiß wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich irgendwann aus meiner sicheren Komfortzone mit doppeltem Netz und Boden herausgewagt hätte.

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