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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

Atmosphärisch, aber auch langatmig

Nachtlügen
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Um den Schein zu wahren arbeitet die junge Isra als Kellnerin in einem Club. Niemand weiß, dass sie ein Nachtmahr ist, jemand, der sich nachts an dein Bett setzt, deine Träume stiehlt und diese gegen Albträume ...

Um den Schein zu wahren arbeitet die junge Isra als Kellnerin in einem Club. Niemand weiß, dass sie ein Nachtmahr ist, jemand, der sich nachts an dein Bett setzt, deine Träume stiehlt und diese gegen Albträume austauscht. Genau das macht sie, um zu überleben, denn ohne das würde sie an Mangel von Somnoluxin sterben. Allerdings steht sie unter der Überwachung des REM, ein Institut, dass die Kontrolle über Nachtmahre wahrt, damit sie nichts Schlimmeres machen, als Träume zu stehlen, doch Isra hat einen Menschen im Traum getötet. Nun wird sie in regelmäßigen Abständen kontrolliert.
Ein Buch über Nachtmahre in diesem Sinne habe ich noch nicht direkt gelesen, wobei ich schon einmal solch einer Kreatur begegnet bin in einem anderen Buch.
Der Einstieg fällt recht leicht, wobei der Schreibstil eher unaufgeregt und ein wenig schwermütig wirkt. Zwischen den Kapiteln erfährt der Leser in so genannten Intermezzos mehr über die Nachtmahre und ihre gesamten Hintergründe.
Das muss man durchaus mögen, für mich drückte genau das ein wenig auf die Spannung, da man immer wieder in der eigentlichen Handlung unterbrochen wurde. Auch sonst bleibt die Geschichte dem Schreibstil entsprechend eher ruhig und fokussiert sich auf die Protagonistin Isra.
Die Atmosphäre ist recht düster, klar, denn hier werden halt helle Träume gegen dunkle Albträume ausgetauscht. Und wann träumt ein Mensch in der Regel: richtig, nachts. Das hat für mich auch hier perfekt zum Gesamtbild gepasst.
Isra ist für mich nicht gerade eine Sympathieträgerin, sie wirkte auf mich irgendwie leblos, was natürlich auch ein wenig an ihrer Art liegt. Richtig kreativ wird sie, wenn sie den Träumenden Albträume verpasst, diese und deren Beschreibungen wiederum fand ich super.
Mein Fazit: Insgesamt hatte ich mir eine noch düstere Geschichte erhofft, die mehr Spannung zu bieten hatte. Ohne Frage, die Atmosphäre war super und überzeugend, aber für mich hätte es mehr Spannung benötigt, um mich besser fesseln zu können. Die Intermezzi waren zwar interessant, störten aber meinen Lesefluss.

Veröffentlicht am 14.05.2025

Die Schöne und die vier Biester

Bonded by Thorns – Dornengeküsst
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Die junge Rosalina arbeitet in der Buchhandlung ihres kleinen Heimatortes. Doch der halbe Ort macht sich über Rosalina und vor allem ihrem Vater lustig. Denn dieser glaubt fest daran, dass seine Frau und ...

Die junge Rosalina arbeitet in der Buchhandlung ihres kleinen Heimatortes. Doch der halbe Ort macht sich über Rosalina und vor allem ihrem Vater lustig. Denn dieser glaubt fest daran, dass seine Frau und Rosalinas Mutter, die seit Jahren verschwunden ist, nun bei den Fae lebt. Als sie eines Tages im wahrsten Sinne einen Hilferuf ihres Vaters erhält, folgt sie ihm durch einen Dornenbusch und gelangt dort zufällig ins Reich der Fae. Um den Vater zu befreien, bietet sie sich an, in diesem fremden Reich zu bleiben. Doch das die vier Prinzen, die hier herrschen, ihr schon bald mehr bedeuten, hätte sie nicht erwartet.
Kennt ihr Die Schöne und das Biest? Dann wisst ihr, was euch hier über weite Strecken erwartet. Zwar würde der Titel hier mehr Die Schöne und die vier Biester lauten, aber die Parallelen waren schon mehr als deutlich und dass mindestens bis zur Hälfte des Buches.
Der Schreibstil liest sich dafür wirklich leicht und flott, so dass es nicht schwerfiel, durch die Seiten zu fliegen. Für mich darf aber eine Romantasy durchaus viel mehr Worldbuilding haben. Gemeinsam mit Rosalina befindet man sich im Schloss der vier Prinzen, jeder beherrscht die Magie einer Jahreszeit. Allerdings war es das auch grob, was man über die Welt erfährt.
Die Handlung ist, wie erwähnt, stark an die Schöne und das Biest angelehnt und bietet vor allem zu Beginn keine Überraschungen. Gegen Ende gibt es aber dann doch noch diverse Plottwists und als ich schon dachte, die Reihe muss ich nicht weiterverfolgen, gab es noch einen Cliffhanger, der mich durchaus etwas angefixt hat.
In diesem Buch gibt es eine ganz Menge expliziter Szenen, mit denen ich in diesem Umfang so nicht unbedingt gerechnet hatte. Für mich zu spicy, aber noch in einem Rahmen, den ich vorblättern konnte. Gerade dieser Why choose Trope ist so gar nichts für mich, was es mir auch schwer machte, mich mit den Charakteren wohl zu fühlen.
Wir erleben die Story in der Ich-Perspektive in erster Linie aus der Sicht Rosalinas, doch auch die einzelnen Prinzen kommen zu Wort.
Rosalina mochte ich zwar als Protagonistin, doch ein wenig naiv und hinterwäldlerisch habe ich sie schon empfunden, gerade mit der Prämisse, dass sie aus unserer Zeit stammt.
Die vier Prinzen blieben mir zu blass, manchmal kam mir hier einfach der Gedanke, dass weniger auch manchmal mehr wäre und dass es mir persönlich besser gefallen hätte, wenn jeder Prinz ein Buch für sich gehabt hätte und dementsprechend eine Geschichte, die mehr im Mittelpunkt gestanden hätte. Mir kam hier einfach der Gedanke, dass weniger auch manchmal mehr wäre und dass es mir persönlich besser gefallen hätte, wenn jeder Prinz ein Buch für sich gehabt und dementsprechend eine Geschichte, die mehr im Mittelpunkt gestanden hätte. Aber gut, dass ist jetzt halt einfach persönlicher Geschmack und mein Empfinden.
Mein Fazit: Wer es spicy mag und dazu noch den Why choose Trope - herzlichen Glückwunsch, das könnte genau dein Buch sein. Ich hatte hier tatsächlich zwar das Retelling von der Schönen und das Biest erwartet, allerdings auch irgendwie anders. Das Ende lässt mich noch überlegen, ob ich die Reihe weiterverfolgen werden. So richtig schlüssig bin ich mir nicht.

Veröffentlicht am 09.04.2025

Insgesamt gute Unterhaltung

Apartment 5B
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Rosie Lowan, Schriftstellerin und ihr Mann Chad, Schauspieler, kommen so gerade mit ihrem Leben in New York über die Runden. Das Chads verstorbener Onkel Ivan ihnen jedoch sein Apartment im riesigen Luxushaus, ...

Rosie Lowan, Schriftstellerin und ihr Mann Chad, Schauspieler, kommen so gerade mit ihrem Leben in New York über die Runden. Das Chads verstorbener Onkel Ivan ihnen jedoch sein Apartment im riesigen Luxushaus, dem Windermere, vererbt, kommt zwar überraschend, aber zum besten Zeitpunkt. Das Haus verfügt nicht nur über Luxuswohnungen und Überwachungskameras, sondern auch über einen Portier und Aufzugsführer, namens Abi. Doch all die Überwachung kommt Rosie nicht geheuer vor und sie hat das Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Außerdem kursieren ganz viele gruselige Geschichten rund ums Windermere und Rosie hat das Gefühl, dass da mehr hinter stecken könnte und dann wird ausgerechnet Chads Cousine tot in ihrem Atelier aufgefunden.
Das Cover wirkt herrlich düster und dieser Thriller mit leichten Mysteryelementen klang spannend.
Ich kenne bereits ein paar der Bücher der Autorin Lisa Unger und mag ihren Schreibstil sehr. Er liest sich auf jeden Fall leicht und flüssig und die Seiten fliegen rasch dahin.
Auch das Setting, dieses alte, ehrwürdige Luxushaus konnte ich mir gleich vorstellen, von den düsteren Kellerräumen bis hin zu den teuren Apartments. Die dadurch leicht schaurige Atmosphäre hat mir persönlich sehr gut gefallen, auch wenn es so ein bisschen unentschlossen wirkte, ob es jetzt in Richtung Thriller, Psychothriller oder doch eher Mystery wird.
Die Spannung war jetzt das, was mir leider zwischendurch fehlte. Trotz des großartigen Settings, der leichten Gruselstimmung und auch recht gut gezeichneter Charaktere, konnte ich so manches hier vorausahnen und wirklich überraschende Momente blieben aus.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Rosie fand ich recht gut gelungen, wenn auch manchmal ein bisschen nervig. Sie ist trotz mancher Unsicherheit durchaus mutig und geht Ereignissen auf den Grund. Ihre Freundschaft zu ihrem Lektor, den sie seit ihrer Kindheit kennt, fand ich glaubhaft. Dafür konnte ich nur schwer die Liebe zu Chad nachvollziehen, denn dieser blieb mir eher blass. Gerade seinen Charakter hätte ich gerne noch intensiver nachempfinden wollen.
Die Nebencharaktere, vor allem die Bewohner des Windermere und dessen Portier, fand ich alle mysteriös und geheimnisvoll, was mir wiederum sehr gut gefallen hat.
Mein Fazit: Im Großen und Ganzen bot Apartment 5b von Autorin Lisa Unger gute Unterhaltung und dank eines wirklich sehr leichten Schreibstils fiel es nicht schwer, voran zu kommen. Insgesamt hätte es etwas mehr Tempo und Plottwists gebraucht, um durchweg spannend zu sein. Trotzdem fand ich es ganz gut und gebe eine Leseempfehlung, gerade auch an zartbesaitetere Leser.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Zu wenig Spannung (2,5 Sterne)

Verlassen
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Zum 100. Geburtstag des eigentlich schon verstorbenen Patriarchen der Familie Snaeberg in einem weit abgelegenen Hotel in Island. Die Familie gehört zu den sehr reichen und somit bekannten Familien Islands. ...

Zum 100. Geburtstag des eigentlich schon verstorbenen Patriarchen der Familie Snaeberg in einem weit abgelegenen Hotel in Island. Die Familie gehört zu den sehr reichen und somit bekannten Familien Islands. Doch wie so oft, ist es auch bei der Familie Snaeberg mehr Schein als Sein und so gibt es so manche Probleme der einzelnen Familienmitglieder und auch untereinander sind sie sich nicht unbedingt wohlgesonnen. Aber sie haben fast alle etwas gemeinsam, Alkohol und Drogen. Als einer von ihnen verschwindet, erscheint die Kriminalpolizei und beginnt zu ermitteln.
Verlassen wird als der vierte Band der mörderischen Island Reihe beschrieben, doch dieses Buch hat mit der Reihe rund um Ermittlerin Elma nichts gemeinsam außer dem Schauplatz Island.
Der Schreibstil der Autorin Eva Björg Ægisdóttir liest sich auch hier wieder gewohnt flüssig, was es mir dann doch auch erleichtert hat, beim Lesen des Buches. Denn ich muss zugeben, dass der Inhalt für meinen Lesegeschmack zu wenig Spannung hatte.
Richtig gut gefiel mir wieder die Atmosphäre rund um das Hotel und um Island. Gerade durch die Beschreibungen der kargen Landschaft mitten in einem Sturm, wird die Einsamkeit und Isolation des Hotels noch einmal mehr unterstrichen.
Verlassen ist kein typischer Krimi, man kann hier eher weniger miträtseln und auch Ermittlungen ereignen sich eher nebensächlich. Vielmehr liegt der Fokus hier auf einzelnen Familienmitgliedern, aber auch ein richtiges Familiendrama oder eine Familienstudie ist es nicht. Vielmehr wird beleuchtet, wieviel Fassade in der Öffentlichkeit aufrechterhalten wird und das die Realität doch oftmals ganz anders aussieht. Dadurch blieb aber die Spannung eher fern und wirklich Plottwists gab es auch nicht.
Die Perspektiven wechseln zwischen unterschiedlichen Familienmitgliedern und zwischendurch zu den Ermittlungen. Durch das Kennenlernen der Gedanken gleich von so vielen Personen, konnte man zwar ein wenig mehr das Agieren untereinander verstehen, aber dafür blieben mir die einzelnen Personen viel zu blass. Jeder einzelne von ihnen hat eigene Sorgen und Probleme, die sich durch die Handlung ziehen, diese aber leider dadurch auch zäh werden lässt.
Mein Fazit: Optisch hätte ich es sofort der Krimireihe rund um Ermittlerin Elma eingeordnet. Doch hier war mir schnell klar, dass die Bücher nicht im direkten Zusammenhang stehen. Somit kann dieses Buch durchaus ohne irgendwelche Kenntnisse gelesen werden. Für meinen Geschmack war es allerdings kein reiner Krimi, sondern eher eine Erzählung über eine reiche Familie und deren Schein und Sein.

Veröffentlicht am 05.03.2025

Mit Höhen und Tiefen

Royal Scandal - A Crown to Kill for
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Als uneheliche Tochter des britischen Königs ist es Evangeline, genannt Evan, es eigentlich schon gewohnt, dass sie in der Presse als Skandal gilt. Nun ja, ihr passieren ja auch ständig irgendwelche peinliche ...

Als uneheliche Tochter des britischen Königs ist es Evangeline, genannt Evan, es eigentlich schon gewohnt, dass sie in der Presse als Skandal gilt. Nun ja, ihr passieren ja auch ständig irgendwelche peinliche Dinge, die dann natürlich von der Presse ausgeschlachtet werden. Doch nun scheint wirklich etwas schlimmes passiert zu sein, denn auf einmal erhalten Evan und ihre Familie Morddrohungen. Als diese Drohungen dann jedoch zu einem Mordanschlag eskalieren, ist sich Evan absolut sicher, dass sie weiß, wer dahintersteckt.
Mit Royal Scandal – A Crown to kill for erschien der zweite Band rund um Evan, die uneheliche Königstochter, die es geschafft hat, ein ganz beliebtes Ziel der britischen Presse zu werden.
Der Einstieg in diesen zweiten Band gelingt sehr mühelos, was auch mit an dem äußerst leichten und flüssigen Schreibstils der Autorin Aimee Carter liegt. Man taucht hier einfach ganz schnell ab in diese Geschichte und begleitet Evan durch ihren neuen Alltag.
Die Handlung schildert aber nicht nur den Alltag innerhalb der königlichen Familie, dieses Mal erleben wir auch deutlicher die Beziehung zwischen Evan und ihrer Mutter, aber auch immer wieder politische Momente und natürlich auch die Suche nach ihrem Mörder. Insgesamt verflogen die Seiten zwar sehr schnell, trotzdem habe ich vor allem den Mittelteil ein wenig zu ausführlich und lang empfunden. Abwechslung brachten die Darstellungen der Medien zu Anfang der Kapitel, die oftmals Situationen, die wir live mit Evan miterlebt haben, im reißerischen Licht darstellten. Gar nicht so leicht, ständig im Mittelpunkt zu stehen und ich bin mir absolut sicher, so eine Prinzessin hätte ich, trotz aller Privilegien, niemals sein wollen.
Die Suche nach dem Maulwurf wurde mir hier ein wenig zu ausschweifend, was leider auch die Handlung langatmig werden ließ. Zwar kam immer wieder Spannung auf, die aber durch weit ausschweifende Erzählungen schnell wieder ausgebremst wurde.
Absolut punkten kann bei mir Protagonistin und Ich-Erzählerin Evan, die mir schon schnell ans Herz gewachsen ist. Es ist nicht immer leicht für Evan ständig unter Beobachtung zu stehen und das lässt sie natürlich immer wieder in unerwartete Situationen rutschen.
Neben Evan begegnen wir mehreren, bereits aus Band 1 bekannten Charakteren, wobei mir in diesem Band besonders gut gefallen hat, dass die Beziehung zwischen Evan und ihrer Mutter nun deutlicher hervorkommt und an Tiefe gewinnt.
Mein Fazit: Die Geschichte weiß auf jeden Fall gut zu unterhalten und punktet mit einer unheimlich liebenswerten und sympathischen Protagonistin und einem locker leichten Schreibstil, der es leicht macht, der Handlung zu folgen. Leider gibt es vor allem im Mittelteil immer wieder Passagen, die einfach zu weit ausholten und die Geschichte unnötig in die Länge zogen. Der Cliffhanger zum Schluss, der zwar nicht so schlimm war, dass es die Geschichte rund um Evan nicht auch hier enden kann, lässt jedoch erwarten, dass wir uns auf einen dritten royalen Band freuen dürfen.