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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

viel Potential

Blood of Hercules
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Alexis wächst in Armut und Elend auf in einer Welt, die von Titanen heimgesucht und durch die Rückkehr der alten Götter in die Wahrnehmung der Menschen beherrscht wird. Eben diese Götter, Spartaner, lassen ...

Alexis wächst in Armut und Elend auf in einer Welt, die von Titanen heimgesucht und durch die Rückkehr der alten Götter in die Wahrnehmung der Menschen beherrscht wird. Eben diese Götter, Spartaner, lassen ihre jungen Nachkommen im Alter von 19 Jahren durch die Feuerprobe gehen. Eine Zeit, in der sie körperlich an ihre Grenzen gebracht und geistig geprüft werden. Denn die mit dem 20. Geburtstag erlangte Untersterblichkeit wird als Privileg wahrgenommen, das man sich mit Härte, Widerstandskraft und Intelligenz erarbeiten muss. Alexis muss als einzige Frau an der Feuerprobe teilnehmen, denn bei einem Eignungstest für die Universität stellt sich heraus, dass in ihr Spartanerblut fließt. Als Mentoren zur Seite gestellt werden ihr ausgerechnet das Crimson Duo, zwei der gefürchtesten, wildesten und gnadenlosesten Spartaner. Dachte sie zumindest, bis sie ihre Professoren kennenlernt.

Bei diesem Buch fängt man direkt am Anfang an, zu grübeln. Wie kann es sein, dass ein Kind mit gebrochenen Handgelenken munter mit ihrer neuen Freundin spielen kann den ganzen Tag? Natürlich stimmt da etwas nicht. Leider fand ich einige sich ständig wiederholende Themen nach dem dritten, vierten, siebzehnten Mal, dass sie erwähnt wurden, wirklich nervig. Da ist die Sache mit der Schaufel und dem Nachbarn, Carl Gauss und der permanent ausgedrückten Todessehnsucht. Das war mir zu viel, zu inflationär, zu präsent.

Dennoch macht es Spaß, das Buch zu lesen (oder in meinem Fall zu hören), denn die Geschichte hat durchaus Potential.

Gestört hat mich am Ende, die Auflösung einiger Fragen, da ging es dann doch etwas zu schnell „back to normal“, sofern man hier von normal sprechen kann. Außerdem gibt es noch einige Rätsel, die nicht aufgelöst wurden und vielleicht (hoffentlich, wahrscheinlich) im nächsten Band dann wieder aufgegriffen werden.

Die Spannung zwischen Alexis und ihren Professoren, sowie Charon ist durchaus merkbar und gut beschrieben, das Verhältnis zwischen ihr und dem Crimson Duo bleibt total nichtssagend, was gerade den Schluss echt seltsam wirken lässt.

Insgesamt eine gute Idee, auch gut umgesetzt, aber es gibt noch Verbesserungsbedarf.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Ungleichgewicht

Great Big Beautiful Life
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Alice, mit dem großen Wunsch nach einer Karriere als Journalistin, und Hayden, Pulitzerpreisträger reisen auf eine kleine Insel mit dem gleichen Ziel: Die Lebensgeschichte von Margaret Ives schreiben und ...

Alice, mit dem großen Wunsch nach einer Karriere als Journalistin, und Hayden, Pulitzerpreisträger reisen auf eine kleine Insel mit dem gleichen Ziel: Die Lebensgeschichte von Margaret Ives schreiben und veröffentlichen zu dürfen. Diese lebt zurückgezogen und macht seit vielen Jahren ein Geheimnis aus ihrem Privatleben. Nun ist sie bereit, darüber zu sprechen, allerdings nicht mit irgendwem. Um zu entscheiden, ob sie diese Ehre und Chance Alice oder Hayden überlassen wird, lässt sie beide in einem Probemonat gegeneinander antreten. Und Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen, die dazu führen, dass sie beiden nur Bruchstücke ihrer Geschichte erzählen kann, ohne dass sie sich miteinander austauschen. Und neben den Geheimnissen, die die alte Frau verbirgt und dem Wettkampf miteinander müssen die beiden Journalisten sich auch noch mit ganz unerwarteten Gefühlen auseinander setzen.

Die Geschichte soll gleichermaßen leicht und spannend sein. Voller Geheimnisse, aber auch Emotionen. Das gelingt leider nur so mittelmäßig. Ja, der Schreibstil ist toll, flüssig, leicht und schnell zu lesen. Ja, der Umgang von Alice und Hayden miteinander ist angenehm zu verfolgen und auch die Hintergrundstory ist interessant.

Die Umsetzung ist allerdings nicht mein Geschmack. Während die Geschichte von Margaret teilweise zu viel Raum einnimmt, fehlt dieser Raum der Entwicklung von Gefühlen zwischen den Hauptprotagonisten. Da geht es mir viel zu schnell, es ist viel zu heftig, man bekommt fast Kopfschmerzen wenn man versucht, das nachzuempfinden. Und dann folgen wieder laaaaaaaange Ausflüge in die Vergangenheit, die eher so semiinterssant sind die meiste Zeit. Da wäre eine ausgeglichenere Mischung mir lieber gewesen.

Das Setting ist aber gut und die Idee gefällt mir, es war angenehm zu lesen und daher insgesamt empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

nett zu lesen

Staying Alive
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Nicki ist eine junge Ärztin, die ihren Dienst an einer großen Rettungsstelle in Berlin antritt. Dort wartet nicht nur eine strenge Hierarchie in der Zusammenarbeit mit Pflegepersonal und Ärztinnen auf ...

Nicki ist eine junge Ärztin, die ihren Dienst an einer großen Rettungsstelle in Berlin antritt. Dort wartet nicht nur eine strenge Hierarchie in der Zusammenarbeit mit Pflegepersonal und Ärztinnen auf sie, sondern auch jede Menge Patientinnen und: Micha. Micha, der Oberarzt ist, ihr Vorgesetzter und in den sie sich ganz unfreiwillig verliebt.

Der Roman trägt den Untertitel „kein Arztroman“ und dennoch ist er genau das. Wenn auch nicht im klassischen Sinne, denn es steht nicht die Romanze im Vordergrund, sondern der Alltag in der Medizin. Dieser wird sehr direkt, aber immer mit einem Augenzwinkern beschrieben. Viele medizinische Termini und Praktiken werden als Fußnoten erklärt und man bekommt einen Einblick in das geordnete Chaos einer Rettungsstelle aber vor allem auch darein, was der Arbeitsalltag Ärzt*innen und Pflegenden abverlangt.

In all das eingebettet ist die Geschichte von Nicki und Micha und ehrlich gesagt, auch wenn das der große tragende Spannungsbogen des Buches ist, diese gefällt mir gar nicht.

Dort baut sich weder Spannung und Gefühl auf, noch ist irgendwie der Beginn nachvollziehbar dargestellt. Von einer auf die nächste Seite ist es einfach so.
Was danach passiert hingegen ist wieder sehr lebensnah beschrieben, aber das kann mich über das „hoppla, wo kommt das denn her?“ nicht hinwegtrösten. Auch den Schluss finde ich – als einzigen Teil dieses Buches – massiv übertrieben und unglaubwürdig.

Insgesamt hat es Spaß gemacht zu lesen, aber es bleibt ein fader Beigeschmack.

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