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Veröffentlicht am 19.05.2025

Die tragische Geschichte des Käpt´n James Hook

Hooked – Dunkles Nimmerland
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Unzählige Male musste Käpt´n Hook durch die Hand von Peter Pan sterben, immer wieder hat ihn der Zauber von Nimmerland ins Leben zurück geholt, bis ihm eines Tages die Flucht nach London gelang. 22 Jahre ...

Unzählige Male musste Käpt´n Hook durch die Hand von Peter Pan sterben, immer wieder hat ihn der Zauber von Nimmerland ins Leben zurück geholt, bis ihm eines Tages die Flucht nach London gelang. 22 Jahre später öffnet er versehentlich eine Tür in Pans Reich und eine schreckliche Bestie entkommt, der bald schon Menschenleben zum Opfer fallen. Bei einer zufälligen Begegnung mit Wendy Darling lädt sie ihn über Weihnachten zu ihrer Familie ein, als die Bestie ihnen folgt und sowohl Hook als auch Wendys Tochter und Bruder angreift, reist der Piratenkapitän für einen letzten Kampf nach Nimmerland zurück, wo er sich nicht nur dem Monster, sondern auch seiner eigenen Vergangenheit stellen muss.

"Hooked – Dunkles Nimmerland" von A. C. Wise ist der zweite Band der düsteren Reihe, der die Geschichte von Nimmerland weit entfernt vom Original neu interpretiert. Nachdem mich der Vorgänger "Wendy, Darling" nur mäßig begeistern konnte, habe ich lange überlegt, ob ich den zweiten Band lesen möchte, leider reicht es auch hier nur für eine mittelprächtige Bewertung. Das lag vor allem daran, dass ich den Eindruck hatte, das Geschehen aus großem emotionalen Abstand zu betrachten. Dabei war mir Hook in all seiner menschlichen Schwäche zunächst durchaus sympathisch - schlussendlich zeichnet die Autorin hier das Bild eines zutiefst traumatisierten Menschen, der seinen Alltag nur mit Hilfe von Opiaten bewältigt.

Auch Wendy und ihre Tochter Jane konnte ich nicht wirklich nahe kommen, obwohl ich sie doch bereits aus dem ersten Band kannte. Die Handlung springt zeitlich zwischen Hooks Leben in Nimmerland, den Ereignissen nach erfolgter Flucht und dem aktuellen Geschehen, wodurch ich den Eindruck hatte, immer wieder aus dem Lesefluss gerissen zu werden, noch bevor ich im gerade gelesenen Kapitel wirklich angekommen bin. Dadurch zog sich der Roman stellenweise etwas in die Länge, erst gegen Ende nahm die Spannung etwas zu. Für meinen Geschmack blieb zu Vieles, was im Hintergrund geschehen ist, einfach unkommentiert stehen, so dass ich trotz des versöhnlichen Ausklangs nicht ganz zufrieden zurück geblieben bin.

Fazit: Den Ansatz, den im Original so bösen Piratenkapitän einmal ganz anders darzustellen, fand ich grundsätzlich spannend. Allerdings hatte ich mir umfassendere Erklärungen zum Hintergrundverlauf (besonders in Nimmerland) erhofft, die leider ausblieben, so dass ich trotz des abgeschlossenen Handlungsstrangs nicht rundum glücklich mit dem Ende bin.

Veröffentlicht am 16.05.2025

Magischer Auftaktband mit Entwicklungspotential

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Die Schmiedin Aemyra lebt in einem Reich, dessen Geschichte vom Matriarchat geprägt wurde. Doch seit Generationen wurden der Königsfamilie ausschließlich Söhne geboren, so dass nun schon viele Jahre lang ...

Die Schmiedin Aemyra lebt in einem Reich, dessen Geschichte vom Matriarchat geprägt wurde. Doch seit Generationen wurden der Königsfamilie ausschließlich Söhne geboren, so dass nun schon viele Jahre lang die Männer an der Macht sind. Inzwischen etabliert sich eine neue Religion, die nicht nur Menschen mit magischen Fähigkeiten verdammt, sondern auch die Frauen unterdrückt. Aemyras Magie ist so stark, dass sie sie von klein auf verbergen muss, nach dem Tod des alten Königs, plant sie, dem Thron für sich zu gewinnen und endlich zum Matriarchat zurück zu kehren. Als diese Pläne scheitern, sieht sie sich gezwungen, eine Ehe mit dem verhassten Prinzen Fiorean einzugehen, dessen Feuermagie genau so stark ist, wie die von Aemyra. Schon bald entstehen die ersten Funken zwischen Ihnen - doch können Sie gemeinsam entscheiden, welche Zukunft ihr Land retten wird?

"A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren" von Hazel McBride ist eine Fantasygeschichte, die mich recht schnell in ihren Bann gezogen hat. Doch leider hält die Handlung nicht ganz, was das wunderschön gestaltete Buch verspricht, vor allem Aemyras Verhalten hat mich stellenweise wirklich frustriert. Sympathisch war mir die Protagonistin durchaus, zu Beginn hat sie sich auch als starke Persönlichkeit präsentiert, die für sich selbst und die Menschen, die ihr nahe stehen, eintritt. Ihr feuriges Temperament ließ sie früher bereits zu unüberlegten Handlungen neigen, doch auch nachdem sie die Krone für sich eingefordert hat und sich der Verantwortung für ihr Volk bewusst ist, agiert sie immer wieder gedankenlos aus dem Bauch heraus. Sicherlich musste sie sich selbst und ihre Fähigkeiten lange Zeit verstecken, doch mit ihren 26 Lebensjahren wirkte sie auf mich dennoch verstörend naiv, trotz ihres Misstrauens den Männern gegenüber, lässt sie sich ahnungslos manipulieren.

Fiorean konnte ich nur schwer einschätzen, seine Wortgefechte mit Aemyra haben mir gefallen, genau wie die Romantik, die sich zwischen den Hauptfiguren entwickelt. Doch auch in seinem Verhalten gab es deutliche Widersprüche, so dass ich gespannt bin, wie die Autorin das eine oder andere Dilemma noch auflösen wird. Den Schreibstil habe ich als sehr fesselnd empfunden und ich bin mir sicher, dass ich auch den Fortsetzungsband lesen möchte, dabei hoffe ich, dass einige Figuren dann noch etwas mehr Tiefe verliehen bekommen. Die Spannung hat mich durch den gesamten Roman gefesselt und besonders einige Passagen, in denen es um Magie und die Drachenbindung ging, konnten mich begeistern, in der Gesamteinschätzung sehe ich allerdings noch Luft nach oben.

Fazit: Stellenweise hat mich dieser Auftaktband durchaus fasziniert, manchmal allerdings auch sagenhaft frustriert, das Ende hat mich etwas unglücklich zurück gelassen - dennoch bin ich neugierig genug, auch die Fortsetzung lesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Gewohnt opulenter Schreibstil, leider etwas langatmige Handlung

We free the Stars
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Wieder in Arawiya angekommen, schmieden Nasir, Zafira und Kifah Pläne, wie sie den Löwen besiegen und das fünfte Herz zurück erobern können, denn nur wenn sich alle Herzen in den Reichsminaretten befinden, ...

Wieder in Arawiya angekommen, schmieden Nasir, Zafira und Kifah Pläne, wie sie den Löwen besiegen und das fünfte Herz zurück erobern können, denn nur wenn sich alle Herzen in den Reichsminaretten befinden, kann die Magie im Land auferstehen. Dafür müssen sowohl der Prinz des Todes als auch die Jägerin ihre innere Dunkelheit bekämpfen, besonders Zafira leidet unter dem Einfluss des Jawarats, seine Stimmen treiben sie in den Wahnsinn und fordern schaurige Taten, die sie niemals begehen möchte. Nasir versucht, seinen Vater vom Einfluss des Löwen zu befreien, doch kann das gelingen, nachdem Ghameqs Geist jahrzehntelang in dessen Dunkelheit gefangen war?

"We free the Stars" von Hafsah Faizal ist der Abschlussband der fantasievollen Dilogie um das Reich Arawiya. Da mich der Vorgänger gefesselt und begeistert, am Ende jedoch mit einem Cliffhanger zurück gelassen hat, konnte ich es kaum erwarten, die Geschichte endlich weiter zu lesen. Die Protagonisten waren mir bereits im ersten Buch ans Herz gewachsen, obwohl sie mehr denn je mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen hatten, blieb meine Sympathie ungebrochen. Dennoch hätten sie alle - und noch viel mehr die Nebenfiguren - für meinen Geschmack gern etwas ausführlicher charakterisiert sein dürfen.

Der größte Pluspunkt des Romans ist in meinen Augen der opulente Schreibstil, der Autorin gelang es wunderbar, die farbenfrohe, orientalische Fantasiewelt vor meinem geistigen Auge lebendig werden zu lassen. Allerdings zog sich die Handlung meiner Meinung nach etwas zu sehr in die Länge, während des Lesens habe ich mich immer mal wieder dabei ertappt, wie ich auf die Seitenzahl geschielt habe, um zu sehen, was noch vor mir liegt. Besonders die Interaktion zwischen Nasir und Zafira drehte sich ständig im Kreis, sicherlich hatten beide mit ihren Unsicherheiten zu kämpfen, aber das ewige hin und her fand ich mit der Zeit ein wenig ermüdend. Dennoch habe ich in diesem Band die ersehnten Antworten gefunden und das in "We hunt the Flame" begonnene Abenteuer kommt zu seinem verdienten Abschluss, weshalb ich für den Fortsetzungsband trotz aller Kritik eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: In gewohnt farbenprächtigem Schreibstil wurde ich in die Fantasywelt des Reiches Arawiya geführt um die Fortsetzung des Abenteuers um Nasir, Zafira und ihre Zumra zu erleben. Stellenweise fand ich die Geschichte etwas langatmig, dennoch bin ich mit einem zufriedenstellenden Ende belohnt worden und empfehle den Dilogieabschluss gern weiter.

Veröffentlicht am 18.03.2025

Spannende Entwicklung nach etwas langwierigem Einstieg

Heart & Shadow
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Rah ist von klein auf zur Wächterin erzogen worden, als die Hauptstadt Sartins von Wesen angegriffen wird, die mit chaotischer Energie aufgeladen sind, wird sie zu Hilfe gerufen. Denn sie besitzt die Fähigkeit, ...

Rah ist von klein auf zur Wächterin erzogen worden, als die Hauptstadt Sartins von Wesen angegriffen wird, die mit chaotischer Energie aufgeladen sind, wird sie zu Hilfe gerufen. Denn sie besitzt die Fähigkeit, diese aggressive Energie zu läutern und das harmonische Gleichgewicht wieder herzustellen. Doch es gibt immer mehr Angriffe, immer größer werden die chaotischen Monster, deshalb folgt Rah dem geheimnisvollen Irin, der der Ursache dieser Wesen auf den Grund gehen möchte.

Shina ist auf der staatlichen Akademie und wird zum Astral ausgebildet - sie lernt mit Hilfe eines Artefakts die chaotischen Energien zu bezwingen und sie gleichzeitig als Waffe einzusetzen. Ihre beste Freundin Mae ist im selben Ausbildungsjahr, seit dem Tod ihrer Mutter kapselt sie sich allerdings von Shina ab und verlässt nachts heimlich die Akademie. Als Shina ihr einmal folgt, wird von dem was sie beobachtet ihr gesamtes Weltbild erschüttert.

"Heart & Shadow" von Marie Graßhoff ist der erste Band einer Dilogie, bei dem es recht lange gedauert hat, ehe mich die Geschichte in ihren Bann ziehen konnte. Die durchaus fantasievoll erdachte Welt mit ihren chaotischen und harmonischen Energien fand ich sehr einzigartig, allerdings habe ich zunächst regelrecht "gefremdelt" damit. Mir schien es, als ob die Autorin ihren Lesern gerade mal die unbedingt nötigsten Informationen zukommen lässt. wodurch es mir ziemlich schwer fiel, einen Weg in die Handlung zu finden. Die Figuren wurden ähnlich knapp charakterisiert, so dass ich zwar Sympathie für sie verspürt habe, aber kaum eine tiefere emotionale Verbundenheit aufbauen konnte. Auch die Gefühle zwischen den Personen waren für mich nicht greifbar, so dass mache Ereignisse in meinen Augen scheinbar aus dem Nichts entstanden.

Der Schreibstil war meiner Meinung nach dennoch äußerst fesselnd, die Perspektive wechselte kapitelweise zwischen Rah und Shina, so dass es besonders in der zweiten Buchhälfte immer wieder kleine Cliffhanger gab und ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen mochte. Lange Zeit schien es, als ob die beiden Handlungsstränge keinerlei Verbindungen miteinander aufweisen, erst gegen Ende hin zeichnete sich ab, wie sich die Wege der Protagonisten im Folgeband vermutlich kreuzen werden. Nachdem zum Schluss zwar ein großes Geheimnis gelüftet wurde, aber immer noch reichlich Fragen offen bleiben, bin ich nun voller Vorfreude auf den zweiten Teil. Trotz des recht distanzierten Einstiegs empfehle ich das spannende Leseerlebnis gern weiter.

Fazit: Obwohl ich die Figuren und auch das Setting zunächst sehr distanziert empfunden habe, konnte mich die Geschichte irgendwann doch noch in ihren Bann ziehen, daher spreche ich für den Roman gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 03.03.2025

Etwas langatmige Handlung, dennoch ein zufriedenstellendes Ende der Trilogie

Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
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Für Quinn und Matilda geht es gerade sehr turbulent zu, neben den Vorbereitungen für den von Jeanne akribisch geplanten Schulball müssen sie sich um eine Truppe Schwarzalben kümmern, die aus dem Saum geflohen ...

Für Quinn und Matilda geht es gerade sehr turbulent zu, neben den Vorbereitungen für den von Jeanne akribisch geplanten Schulball müssen sie sich um eine Truppe Schwarzalben kümmern, die aus dem Saum geflohen sind und sich nun in der Menschenwelt verbergen. Im Saum wurde das göttliche Orakel entführt, ehe Quinn und Jeanne sie in Sicherheit bringen konnten und die Freunde schmieden Pläne zu ihrer Rettung und dann ist da ja auch noch das Sternentorritual in dessen Vorfeld immer wieder Angriffe statt finden. Denn offenbar spielt Matilda für das Ritual eine größere Rolle, als bisher angenommen.

"Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält" von Kerstin Gier ist der Abschlussband einer fantasievoll geschriebenen Trilogie, der mich allerdings nicht in dem selben Maße fesseln und begeistern konnte, wie seine beiden Vorgängerbände. Die Handlung ist durch alle drei Bücher fortlaufend erzählt, daher sehe ich es als unabdingbar an, die Serie in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Zu meiner Freude gab es dieses Mal am Buchanfang eine Zusammenfassung der vorangegangenen Ereignisse durch den knuffigen Wasserspeier-Dämon Baximilian Grimm, dennoch hatte ich später beim Lesen das Gefühl, mich emotional nicht wieder so ganz in die Geschichte hinein finden zu können.

Die Protagonisten waren mir schon früher an ans Herz gewachsen, auch die Figuren in ihrem Umfeld fand ich wunderbar authentisch und originell dargestellt, in diesem Band hatten es mir besonders die beiden Kirchendamen und der gewitzte Pfarrer angetan, obwohl sie nicht all zu viel Raum in der Handlung eingenommen haben. Der Schreibstil war eingängig, wie ich es von der Autorin kenne und liebe, doch für meinen Geschmack zog sich das Leseerlebnis dennoch zu sehr in die Länge. Das mag daran liegen, dass es zu viele kleine Baustellen gab, ständig mussten sich Quinn und Matilda um etwas Anderes kümmern, wodurch sich die Spannung in meinen Augen etwas verzettelt hat. Auch die Szenen in den Traumkorridoren, die mich stark an eine andere Buchreihe erinnert haben, trugen für mich zur Langatmigkeit der Handlung bei.

Gegen Ende nahmen die Ereignisse dann rasant an Fahrt auf und ich mochte den E-Reader nicht mehr aus der Hand legen, der Schluss hat mich wieder mit dem Roman versöhnt und zufrieden zurück gelassen, so dass ich insgesamt eine Leseempfehlung für diese Trilogie ausspreche.

Fazit: Meiner Meinung nach war der Abschlussband der schwächste der Reihe, dennoch empfehle ich die farbenfroh geschriebenen Bücher gern weiter, schon der knuffige Dämon Bax verdient es, kennen gelernt zu werden.