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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2025

Interessante Prämisse, langweilige Umsetzung

Stars
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Stars von Katja Kullmann besticht als erstes durch ein wunderschönes Cover, das mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Leider konnte der Inhalt mich dann nicht so ganz überzeugen.
Die Protagonistin ...

Stars von Katja Kullmann besticht als erstes durch ein wunderschönes Cover, das mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Leider konnte der Inhalt mich dann nicht so ganz überzeugen.
Die Protagonistin schlägt sich als Teilzeitkraft in einem öden Bürojob durchs Leben und betreibt nebenbei eine Webseite, auf der sie diverse astrologische Serviceleistungen anbietet. Eines Tages fliegt ein Stein durch ihr Fenster und sie findet 10.000 Dollar vor ihrer Tür. Ihr Leben verändert sich daraufhin und sie steigt hauptberuflich ins Horoskop-Business ein.
Was zunächst vielversprechend klingt, zieht sich leider über weite Teile, und die Geschichte bleibt belanglos und plätschert so dahin. Zwischendrin wird uns ein bisschen Philosophie serviert, was sich für mich irgendwie mit den restlichen Inhalten gebissen hat. Ich weiß immer noch nicht, worauf der Roman eigentlich hinaus will und warum so viele Dinge offen gelassen werden und Erzählstränge nicht zu Ende erzählt werden.
Die letzten zwei Seiten fand ich die besten im ganzen Buch und somit bin ich froh, dass ich es nicht abgebrochen habe (ich habe durchaus darüber nachgedacht). Hier versteckt sich meiner Meinung nach auch die Botschaft des Buches, was aber leider insgesamt dann zu wenig ist.
Die Rezensionen, die ich bisher zu diesem Buch gelesen habe, gehen wirklich stark auseinander – lasst euch also von meiner eher mauen Erfahrung nicht davon abhalten, wenn ihr Interesse an dem Buch habt. Und falls ihr es lest (oder schon gelesen habt), lasst mich doch wissen, wie es euch gefallen hat und warum.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Nicht das, was ich erwartet hatte

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Unsere Suche nach Zärtlichkeit von Martin Ehrenhauser ist ein stiller, leiser Roman, der mich leider nicht überzeugen konnte.

Sebastian Dumont ist Telefonseelsorger und nachdem eine Anruferin ...

Unsere Suche nach Zärtlichkeit von Martin Ehrenhauser ist ein stiller, leiser Roman, der mich leider nicht überzeugen konnte.

Sebastian Dumont ist Telefonseelsorger und nachdem eine Anruferin außer Weinen nur ein paar Silben herausgebracht hat, bevor sie aufgelegt hat, entschließt er sich, den wenigen Anhaltspunkten folgend nach ihr zu suchen. Er fährt also los und hält Ausschau nach traurigen Frauen (gar nicht creepy…). Dabei lernt er Florence kennen und wir begleiten die beiden durch die nächsten Tage.

Leider zieht sich die Geschichte sehr und man braucht ein gewisses Durchhaltevermögen, um den langatmigen Beschreibungen zu folgen. Auch war mir die Relevanz oder Plausibilität von Ereignissen nicht immer klar und der Fokus verschiebt sich schnell weg von der Arbeit als Telefonseelsorger (schade, das hätte ich sehr spannend gefunden). Die durchweg männliche Perspektive inklusive diverser Stereotype (was bitte ist denn eigentlich eine „weibliche Beobachtungsgabe“?) hat mich das ein oder andere Mal mit den Augen rollen lassen und nicht unbedingt dazu beigetragen, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.

Das war wohl inhaltlich ein klassischer Fall von falsch interpretiertem Klappentext und entsprechend aufgebauten Erwartungen. Da mich dann auch der Erzähler und der Ton des Buches nicht begeistert haben, gibt es hier keine Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Gute Idee mit großen Schwächen bei der Umsetzung

Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs
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Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs von Francesca Cavallo, mit Illustrationen von Luis San Vicente, ist ein Buch mit 12 Geschichten, die laut Vorwort traditionelle Geschlechterklischees ...

Boys! Geschichten für die neue Generation von Jungs von Francesca Cavallo, mit Illustrationen von Luis San Vicente, ist ein Buch mit 12 Geschichten, die laut Vorwort traditionelle Geschlechterklischees aufbrechen und Alternativen bieten wollen.
Die Idee klingt toll und auch ich finde es extrem wichtig, den vorherrschenden Stereotypen etwas entgegenzustellen. Leider hapert es an der Umsetzung und so bin ich tatsächlich enttäuscht von diesem Buch, von dem ich mir so viel erwartet hatte.
Zum einen ist es – ganz unabhängig vom Grundgedanken hinter dem Buch – ein bisschen schwierig, sich in die Geschichten hineinzufühlen, da sie relativ kurz und vor allem unabhängig voneinander sind. Auch der Zeichenstil ist hier nicht gut angekommen, denn die schwarz-weißen Illustrationen wirken etwas emotionslos. Apropos emotionslos (ACHTUNG SPOILER): In der ersten Geschichte sterben die Eltern der Geschwister und es geht nicht etwa darum, die Gefühle dazu zu verarbeiten, sondern nur darum, dass mit ihnen auch bestimmte Traditionen gestorben sind, was als positiv gewertet wird. Als Erwachsene kann ich das sehr gut einordnen, aber für Kinder finde ich das unangemessen und mein Sohn hatte auch einigen Redebedarf.
Ich möchte jetzt nicht zu jeder einzelnen Geschichte schreiben, was mich gestört hat, aber ganz allgemein tut das Buch für mich nicht das, was es sich vorgenommen hat. Manche Klischees werden einfach durch andere ersetzt, manche Geschichten haben keine klar erkennbare Aussage, und andere verfestigen sogar noch bestimmte Muster (ACHTUNG SPOILER: Der Pirat verliebt sich nicht etwa in die Piratin, weil sie so abenteuerlustig, mutig, stark, sympathisch… ist. Nein – sie ist halt hübsch!). Und nur am Rande: der Gebrauch des generischen Maskulinums hat mich in einem derartigen Buch auch überrascht.
Ich habe relativ oft mit den Augen gerollt und viele Geschichten für meinen Sohn noch einmal einordnen bzw. relativieren und besprechen müssen. Sehr schade, denn die Idee klang so gut!

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Leider enttäuschend

Leserabe 1. Lesestufe Kurz und leicht - Eine Prinzessin im Apfelbaum
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Eine Prinzessin im Apfelbaum von Iris Tritsch, mit Illustrationen von Carola Sturm ist ein Erstlesebuch im Ravensburger-Verlag.
Mia findet in eine Apfelbaum eine Prinzessin. Leider kann diese nicht einfach ...

Eine Prinzessin im Apfelbaum von Iris Tritsch, mit Illustrationen von Carola Sturm ist ein Erstlesebuch im Ravensburger-Verlag.
Mia findet in eine Apfelbaum eine Prinzessin. Leider kann diese nicht einfach nach Hause zurück, denn sie muss zunächst ihre magische Flöte finden. Gemeinsam begeben sich die beiden Mädchen auf die Suche und erleben dabei ein Abenteuer.
Zunächst zu den positiven Aspekten: Die Sätze sind sehr kurz und dadurch natürlich besonders motivierend. Es gibt Rätsel, um das Leseverstehen zu überprüfen und Belohnungssticker für gelesene Kapitel.
Leider gab es auch ein paar Dinge, die mir nicht gefallen haben. Zunächst die stereotype Darstellung der Prinzessin: Rosa, Glitzer, Rüschen... Puh.
Viel schlimmer finde ich jedoch die Schreibung von Apfelbaum als Apfel-Baum. Warum macht man so etwas? In einem Buch, das für eine Zielgruppe gedacht ist, die gerade deutsche Rechtschreibung lernt... Komposita machen eine beträchtliche Menge des deutschen Vokabulars aus, und sie werden zusammengeschrieben! Für mich ist das tatsächlich ein Grund, dieses Buch nicht zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Enttäuschend

In einem Zug
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In einem Zug von Daniel Glattauer handelt von einer Zugfahrt zwischen Wien und München, bei der sich der Schriftsteller Eduard Brünhofer und die Therapeutin Catrin Meyr zufällig gegenübersitzen und nach ...

In einem Zug von Daniel Glattauer handelt von einer Zugfahrt zwischen Wien und München, bei der sich der Schriftsteller Eduard Brünhofer und die Therapeutin Catrin Meyr zufällig gegenübersitzen und nach kurzer Zeit ins Gespräch kommen.
Was eine interessante psychologische Studie hätte werden können, war für mich einfach nur langweiliges, triviales Geplänkel und die egozentrischen Gedanken eines fragilen männlichen Egos. Keine der beiden Figuren war mir sympathisch (bei ihr scheint das gewollt, den Protagonisten soll man aber glaube ich schon mögen) und ich habe die angepriesene literarische Qualität schmerzlich vermisst. Die Sprache ist angelehnt an mündliches Sprechen (was bei einem Buch über eine Unterhaltung ja vielleicht noch Sinn ergibt), aber es funktioniert nicht. Es wirkt auf mich zu konstruiert, zu gewollt lässig. Die gedanklichen Sprünge und Abweichungen sollen den Protagonisten vermutlich nahbar erscheinen lassen; bei mir hatte es eher den Effekt, dass ich ihn zunehmend arrogant und nervig fand.
Ich bin ehrlich, hätte ich dieses Buch nicht als Rezensionsexemplar für Vorablesen gewonnen, hätte ich es vermutlich abgebrochen. Und zwar spätestens an der Stelle, an der der Autor seine Liebe zum Alkohol verharmlost und sich darüber echauffiert, dass er darüber kein Buch schreiben durfte. Vermutlich aber wohl schon früher. Vielleicht als Catrin Meyr ihre Reisebegleitung raten lässt, wie man denn nun ihren Namen schreibt. Oder nachdem Eduard zum gefühlt hundertsten Mal das Lächeln seiner Gesprächspartnerin klassifiziert.

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