Leseempfehlung
Wo das Eis niemals schmilztWas für eine Geschichte. Voll mit schweren Themen und trotzdem nicht zu erdrückend.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar und zieht den Lesenden sofort in die Geschichte. Ich fand die Handlung gut ...
Was für eine Geschichte. Voll mit schweren Themen und trotzdem nicht zu erdrückend.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar und zieht den Lesenden sofort in die Geschichte. Ich fand die Handlung gut und interessant. Spannend fand ich die Erklärungen zum Klimawandel, die Arbeiten von Unni am Gletscher und die Naturbeschreibungen. Auch haben mich die Lebensläufe von Jon und Unni mitgenommen und sehr nachdenklich zurückgelassen.
Unni, das Kind mit einem samischen Vater, das in Helsinki aufwachsen musste, weil die Mutter in Lappland nicht glücklich wurde und für Unni eine andere Zukunft wollte. Sie litt in Helsinki leise und sehnte sich nach ihrem Vater und der unberührten Natur. Weg von der Schule, dem Mobbing und der Ausgrenzung.
Auch Jons Werdegang fand ich traurig und beklemmend. Die Themen Zwangsadoption, der Verlust der Identität und die Suche nach dem inneren Frieden begleiteten den Lebensweg von Jon.
Die geschichtlichen Fakten und wie die Autorin diese verschiedenen Handlungsstränge miteinander verwoben hat, haben wir gut gefallen. Jedoch hätte ich mir bei diesen Themen mehr Tiefe, mehr Fakten und geschichtlichen Einblicke gewünscht. Die Autorin kratzt an der Oberfläche, was sie gut gemacht hat, aber für mich nicht ausreichend war. Hier hätte ich mir 100 Seiten mehr gewünscht, um dafür einen tieferen Einblick zu erhalten.
Trotzdem ist das Buch für mich eine klare Leseempfehlung. Die Themen werden nicht so häufig angesprochen und sollten doch zur Sprache kommen.