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Veröffentlicht am 22.05.2025

Wenn ein Mann einer Frau die Autotür öffnet; ist entweder die Frau oder das Auto neu (Unbekannt)

Jünger geht immer!
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Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht wie beim Lesen von diesem Buch, eine Geschichte mit Augenzwinkern. Annes Mutter verkündet zum Entsetzen aller anwesenden auf der Feier ihrer goldenen ...

Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht wie beim Lesen von diesem Buch, eine Geschichte mit Augenzwinkern. Annes Mutter verkündet zum Entsetzen aller anwesenden auf der Feier ihrer goldenen Hochzeit, dass sie sich nach vielen gemeinsamen Jahren von Ihrem Mann trennen wird. Nachdem die Hochzeitsgesellschaft aus der ersten Schockstarre erwacht ist setzt sie freudestrahlend noch einen drauf und präsentiert ihren neuen Lebensgefährten einen 15 Jahre jüngeren Mann. Damit ist für die Mutter alles erledigt, ihr Mann wird kurzerhand bei seiner Schwester geparkt, für betreutes Faulenzen und sie genießt mit ihrem neuen Lebensgefährten die eigentliche Hochzeitsreise nach Rom. Nur die Tochter Anne tut sich schwer, wie kann die Mutter nur, was soll den nun aus ihrem Vater werden, kann nicht alles so bleiben wie es ist? Doch der Ausbruch der Mutter, der Weg in eine neue Liebe ist nicht nur ein Schock für Anne, sondern birgt auch für sie die Chance ihr eigenes Leben zu überdenken, ein Job der ihr eigentlich gar keinen Spaß macht und ein Mann der sich schon lange nach jüngeren umsieht. Da kommt Tom in ihr Leben, doch auch Tom ist jünger wie Anne, warum muss man das eigentlich betonen das auch er jünger ist. Das sich Annes Mann nach jüngeren Frauen umsieht scheint normal. Dieses Buch ist eine turbulente Reise und führt letztendlich zu der Erkenntnis das egal wie alt man ist, es nie zu spät für einen neue Liebe ist, lassen wir es doch mal drauf ankommen, nur so kann neues entdeckt und gelebt werden. Ich habe dieses Buch mit viel Schmunzeln gelesen, genau das richtige für aufs Sofa setzten und kleine Augenblicke des „es geht mir gut“ zu genießen. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Lernen ohne zu denken ist umsonst. Denken ohne zu lernen ist gewagt. (Analekten, 2.15)

Himmlischer Frieden
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Dieses Buch hat mich sofort interessiert, bietet es dem Leser einen interessanten Einblick in das Leben in China. Peking, die riesige Hauptstadt Chinas, kann auf eine dreitausendjährige Geschichte zurückblicken, ...

Dieses Buch hat mich sofort interessiert, bietet es dem Leser einen interessanten Einblick in das Leben in China. Peking, die riesige Hauptstadt Chinas, kann auf eine dreitausendjährige Geschichte zurückblicken, dieses Buch ist ein Teil der Geschichte, eine Geschichte über Lai und ihre Familie. Wie hat Lai und ihre Familie gelebt in einem Land das durch den Parteistaat Menschrechte wie Meinungs-, Versammlung-, Religions- oder Pressefreiheit einschränkt? Das Buch ist nicht Politisch oder regimekritisch geschrieben, vielleicht wäre das auch jetzt noch nicht möglich, dieses Buch so in China zu veröffentlichen. Doch um was geht es in dieser von der Autorin fiktiven Geschichte mit autobiographischen Zügen? Der Leser lernt Lai kennen, die mit ihrer Familie in einem Arbeiterviertel in Peking lebt, die vorherrschenden Lebensbedingungen können wir uns in unserer westlichen Welt vermutlich nur sehr schwer vorstellen. Ein Familienkonstrukt ergibt sich quasi von selbst, eine Generation wechselt in die nächste, aber alle scheinen in ihrem privaten Rückzug zu leben, einer Ablehnung, wenig Zuneigung und betretenes Schweigen. Doch kann man eine Geschichte verschweigen, man spürt beim Lesen wie groß die Angst ist bloß nicht aufzufallen, nicht hochzusehen. Der Leser erlebt Lai von ihrer Kindheit bis hin ins Erwachsenenalter, Lai entdeckt für sich die Sprache der Bücher was ihr letztendlich auch den Weg auf die renommierten Universität in Peking ebnet. Lai hat durch ihre vermeidliche Zurückhaltung indirekt sehr viel zu sagen, was in sehr warmer Schreibweise immer wieder in das Buch einfließt und die Geschichte tragend erzählt. Bereits an Kind erfährt Lai durch einen Kindlichen Leichtsinn die Härte des Regimes, was sie nie vergessen wird. Das Buch bietet auch mehrere Einblicke in Traditionen in China, Lais Großmutter zum Beispiel nähte Lederschuhe für Frauen mit Lotusfüßen, das Füßebinden war ein bis ins 20. Jahrhundert in China verbreiteter Brauch, bei dem die Füße von kleinen Mädchen durch Knochenbrechen und anschließendes extremes Abbinden irreparabel deformiert wurden, es galt als Schönheitsideal. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Geschichte ist die studentische Protestbewegung 1989 auf dem Der Tian’anmen-Platz oder Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens, Lai wird Teil dieser Bewegung, die Autorin Lai Wen hat selbst an dieser Protestbewegung teilgenommen was dem Roman eine authentische Tiefe verleiht. China hat bis heute die allgemeine Berichterstattung zum Vorfall auf dem Platz des Himmlischen Friedens zwar nicht aus den Köpfen der Menschen gelöscht, aber aus den Geschichtsbüchern und Nachrichten, ein erzwungenes Vergessen. Nur noch ältere Chinesen wissen etwas über das wahre Geschehen. Ich fand dieses Buch sehr interessant und bewegend geschrieben, ich habe es sehr gerne gelesen und möchte andere Leser dazu einladen, ein sehr lohnenswertes Debüt. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Liebe, Sehnsucht, und die Frage nach dem warum nicht

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Für einen Autor und vor allem für einen Autor mit dieser Biographie finde ich ist es recht ungewöhnliches Buch, ich habe mich gefragt was hat ihn dazu bewogen, weil es eigentlich nicht sein Metier ist. ...

Für einen Autor und vor allem für einen Autor mit dieser Biographie finde ich ist es recht ungewöhnliches Buch, ich habe mich gefragt was hat ihn dazu bewogen, weil es eigentlich nicht sein Metier ist. Dass er gut schreiben kann hat er in dem Buch „Der Liebende“ bereits bewiesen. Ich denke er wollte hier die Sicht und die Sehnsucht eines Mannes zu Beziehung und Liebe darstellen und das ist ihm in diesem sehr warmherzig und einfühlsamen Roman gelungen, aber um was geht es? Dumont arbeitet bei der Telefonseelsorge, und bekommt einen Anruf, der anders verläuft als sonst. Telefonseelsorge bonsoir, ich bin da und höre dir zu. Ein sehr beruhigender Satz finde ich, aber dieser Anruf verläuft anders, eine Frau ist zu hören und sie weint, schweigen kann so vieles sagen aber es macht hilflos, er kann diese Frau nicht erreichen, sie legt wieder auf. Nach diesem Gespräch das ihn tief berührt hat nimmt er sich eine Auszeit und begibt sich auf eine Reise, kann er diese Frau finden, irgendwie hat er das Gefühl sie suchen zu müssen. Er reist in das südfranzösische Antibes, an die Côte d’Azur und bezieht dort einen kleine Pension. In einer Ausstellung lernt er eine Frau kennen und ihre gemeinsame Geschichte beginnt, entwickelt sich und endet mit vielen Fragen, Sehnsüchten, Enttäuschungen und letztendlich doch der Liebe. Welche Fragen stellt man sich, oder kann man nicht einfach diese neue Liebe leben, kann und darf man sie leben, obwohl einer eigentlich vergeben ist? Wie weit kann liebe gehen, wie weit darf sie gehen und welches Versprechen gibt man sich, all diese Fragen finden in dem Buch eine Antwort und es entsteht eine Chance, Gefühle auch einmal einfach zu genießen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, auch das Cover passt perfekt und ich empfehle es sehr gerne weiter. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt

Halbinsel
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Der Leistungsdruck unserer Gesellschaft scheint uns immer früher zu erreichen und wer nicht schwimmt geht verloren. Aber mit Mitte Zwanzig das ist erschrecken, mit Mitte Zwanzig sollte eine junge Frau ...

Der Leistungsdruck unserer Gesellschaft scheint uns immer früher zu erreichen und wer nicht schwimmt geht verloren. Aber mit Mitte Zwanzig das ist erschrecken, mit Mitte Zwanzig sollte eine junge Frau am Anfang ihres Berufslebens überhaupt ihres Lebens sein, oder erwarten andere Generationen zu viel von jungen Menschen. Dieses Buch der Autorin Kristine Bilkau soll sicherlich kein Umweltroman sein, aber es greift Gedanken dazu auf. Ein Zitat auf Seite 184 heißt: “Fondsentwickler sind nur auf den Markt fixiert, die 1,5 Grad Grenze interessiert sie nicht. Sie erzeugen mit ihrem Lebensstil in einer einzigen Stunde mehr Treibhausgase als viele andere Menschen in ihrem ganzen Leben“. Und Seite 213: „Eine Frau, die vor der Erderwärmung warnt, auf der Straße sitzend, weil die Sprache nicht mehr wirkt“. Ein wahrer Satz, eine Situation die die Protagonistin Linn dazu gebracht hat ihr Leben zu überdenken und deswegen lässt sie zunächst alles hinter sich und zieht überraschend wieder bei ihrer Mutter ein. Wie wird sich diese Geschichte von Mutter und Tochter entwickeln, sicherlich nicht nur das Linn einen möglichen neuen Weg finden muss, auch altes unausgesprochenes scheint zu Tage zu kommen, muss aufgearbeitet werden. Aber letztendlich habe ich den Eindruck beide finden neue Wege, manchmal muss man eben kleine Brötchen backen. Ich liebe die Bücher von Kristine Bilkau nachdem ich „Eine Liebe in Gedanken“ gelesen habe, es sind sehr einfühlsame, tragend geschriebene Geschichten über das Leben und seine Zeit. Ein Zitat aus „Eine Liebe in Gedanken“ Seite 196 "Solche Telefonate bringen keine Nähe, sie lassen nur noch stärker spüren, wie groß die Entfernung ist." Aktuell, März 2025, Der Roman "Halbinsel" der Schriftstellerin Kristine Bilkau wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, als Leser wünsche ich ihr alles Gute dafür. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Trauer muss sprechen, damit sie leichter werden kann

Endlosschleifentage
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Endlosschleifen bedeuten ja, das man aus einem Zustand nicht herauskommt, sondern in ihm gefangen ist, eine schwierige Vorstellung, eine schwere Zeit. Wenn jemand verstirbt finde ich lebt man in einem ...

Endlosschleifen bedeuten ja, das man aus einem Zustand nicht herauskommt, sondern in ihm gefangen ist, eine schwierige Vorstellung, eine schwere Zeit. Wenn jemand verstirbt finde ich lebt man in einem Vakuum, die Welt hält an und nichts ist mehr wie es war und die Frage bleibt wie lange wird es so bleiben, kann man das je überwinden? Darf man eigentlich schreiben, ein Buch über Trauer und Tod ist gut, ich denke schon, nicht immer ist Trauer und Tod nur schwierig, nur traurig. Manchmal ist es gut zu Lesen, wie in diesem Buch wie andere damit umgegangen sind, wie ihr Weg war, ob es nach einem Verlust irgendwann leichter wird. Ich habe die Hauptprotagonisten David, Katha und Kinga kennengelernt, Katha die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und David ihr Mann, aber auch ihre beste Freundin Kinga zurücklässt. Zurücklassen, das ist hier ein richtiges Wort, das Leben lebt man vorwärts, in diesem Buch steht es still. Was David, aber auch Kinga letztendlich helfen wird ihren Weg und damit ihr Leben wieder leben zu können kann man in diesem Buch von Fabian Neidhardt lesen. Manchmal kann ein Abschied eben auch eine Chance sein, Dinge zu überdenken, es tun sich Gedanken und Möglichkeiten auf, die man vorher so gar nicht gesehen hat. Fabian Neidhardt finde ich hat seine ganz eigene Schreibart, als wenn er mit einer gewissen Leichtigkeit schreibt, ganz in der Geschichte ist und gar nicht groß drum herum schreiben will. Ich habe dieses Buch von ihm sehr gerne gelesen, es lässt ein eine Zeit lang nachdenklich zurück, was sehr gut ist, vielen Dank.

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