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Veröffentlicht am 17.02.2026

Magisches Abenteuer mit frischen Ideen

Rebel Skies – Verbotene Papiermagie (Rebel Skies 1)
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Kurara hütete ein großes Geheimnis: Sie kann Papiermagie wirken, die von der Königsfamilie verboten wurde. Als ihr bester Freund in Gefahr gerät, muss sie ihre verborgenen Kräfte trainieren und sich auf ...

Kurara hütete ein großes Geheimnis: Sie kann Papiermagie wirken, die von der Königsfamilie verboten wurde. Als ihr bester Freund in Gefahr gerät, muss sie ihre verborgenen Kräfte trainieren und sich auf eine gefährliche Reise zum königlichen Hof begeben. Dort darf sie auf keinen Fall auffallen, denn seitdem das Land von den Shikigami heimgesucht wird, ist die Prinzessin auf der Suche nach denen, die die Magie kontrollieren können und Kurara weiß, dass dadurch ihr eigenes Leben in Gefahr ist ...

Ann Sei Lin entführt in eine atemberaubende Welt voller schwebender Städte, Luftschiffe und lebendiger Papierwesen. Das Worldbuilding ist kreativ und detailverliebt. Besonders die Shikigami sind faszinierend und zugleich furchteinflößend und verleihen der Geschichte eine originelle Note.

Im Zentrum der Geschichte steht Kurara, die die Gabe besitzt, Papierfiguren zum Leben zu erwecken. Als sie sich der Crew eines Luftschiffs anschließt, das wilde Papiergeister jagt, lernt sie nicht nur den Umgang mit ihrer Gabe, sondern wird auch mit Fragen zu Freiheit, Kontrolle und Verantwortung konfrontiert. Kurara ist eine sympathische und vielschichtige Protagonistin, die zwischen Pflichtgefühl, Angst und Mut hin- und hergerissen ist. Ihre Gabe macht sie zugleich mächtig und verletzlich, und ihre Handlungen sind glaubwürdig und nachvollziehbar. Auch die Nebenfiguren erhalten genügend Raum, wirken jedoch etwas distanziert und schwer greifbar.

„Rebel Skies” verbindet fernöstliche Einflüsse, Papiermagie und emotionale Themen zu einem mitreißenden Abenteuer. Die Geschichte steckt voller Geheimnisse, faszinierender Wesen und actionreicher Szenen. Insbesondere im Umgang mit den Shikigami setzt sie sich mit den Themen Unterdrückung und freier Wille auseinander, wodurch sie zusätzliche Tiefe gewinnt und auch für ältere Leserinnen und Leser spannend wird.

Alles in allem ist „Rebel Skies” ein atmosphärischer und origineller Fantasy-Auftakt, der mit einer kreativen Welt, einer komplexen Heldin und einer spannenden Geschichte dazu einlädt, im nächsten Band weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Opulentes Fantasy-Abenteuer

We hunt the Flame
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Zafira, die Jägerin, und Nasir, der Prinz des Todes, sind im Königreich Arawiya Legenden. Als sich ein Krieg zusammenbraut, der Arz immer näher rückt und das Land in Schatten hüllt, bricht Zafira zu einer ...

Zafira, die Jägerin, und Nasir, der Prinz des Todes, sind im Königreich Arawiya Legenden. Als sich ein Krieg zusammenbraut, der Arz immer näher rückt und das Land in Schatten hüllt, bricht Zafira zu einer gefährlichen Suche auf. Ein verlorenes Artefakt könnte den Fluch des Arz brechen. Auch Nasir wird auf eine Mission geschickt. Sein Auftrag lautet, das Artefakt zu finden – und Zafira zu töten.

„We Hunt the Flame” entführt die LeserInnen in eine märchenhafte, orientalische Welt voller Geheimnisse und Schatten. Faizal schreibt bildgewaltig und mitunter poetisch. Die Vielzahl arabischer Begriffe ist zunächst herausfordernd und hemmt den Lesefluss, doch sie verleihen der Geschichte Authentizität und Tiefe. Die fantastische Welt ist detailreich, atmosphärisch und originell. Doch auch hier benötigt man einige Seiten, um sich zurechtzufinden.

Die Geschichte folgt Zafira, einer Jägerin, die sich als Mann ausgibt, um ihr Volk zu beschützen. Sie ist eine starke Protagonistin, die ebenso mutig wie verletzlich ist und einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit hat. Nasir hingegen ist eine eher tragische Figur, zerrissen zwischen Pflicht und Gewissen. Als „Prinz des Todes” wird er gefürchtet, und als Sohn eines tyrannischen Herrschers darf er keine Schwäche oder gar Mitgefühl zeigen.

„We Hunt the Flame” ist ein Fantasy-Abenteuer mit slow-burn-Romance, wobei Faizal den Fokus nicht auf die Suche nach dem Artefakt, sondern auf die Charakterentwicklung und die Dynamik der Figuren untereinander legt. Dadurch schreitet die Handlung mitunter recht langsam voran, aber die unterhaltsamen Dialoge trösten größtenteils darüber hinweg.

Alles in allem ist „We Hunt the Flame” ein unterhaltsames Fantasy-Debüt voller Emotionen, Abenteuer und Atmosphäre. Trotz gelegentlicher Längen und einer anfangs etwas dichten Weltbeschreibung begeistert die Geschichte mit einer originellen Welt, vielschichtigen Figuren und einer zarten Romanze.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Ein schonungsloser Blick auf den Körperwahn

Gym
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Eine Frau Mitte 30 bewirbt sich als Tresenkraft im Mega-Gym. Da sie äußerlich nicht den Erwartungen entspricht und zudem recht unsportlich ist, greift sie zu einer Notlüge: Sie erklärt ihre Unzulänglichkeiten ...

Eine Frau Mitte 30 bewirbt sich als Tresenkraft im Mega-Gym. Da sie äußerlich nicht den Erwartungen entspricht und zudem recht unsportlich ist, greift sie zu einer Notlüge: Sie erklärt ihre Unzulänglichkeiten damit, gerade entbunden zu haben.

„Gym” ist eine eindringliche Geschichte über Selbstoptimierung und Leistungsdruck. Im Zentrum der Handlung steht eine namenlose Ich-Erzählerin, die aufgrund einer Notlüge und ihrer eigenen Ambitionen zunehmend unter Druck gerät. Kessler schildert präzise und von Sinneseindrücken durchzogen den Alltag im Fitnessstudio. Diese Detailfülle verwandelt das Mega Gym in eine Hochglanzbühne, auf der Selbstdarstellung, Leistungsdenken und Schönheitswahn den Ton angeben. Die Protagonistin reflektiert in einer Mischung aus lakonischem Witz und nüchterner Genauigkeit. Anfangs noch unsicher, gewöhnt sie sich schnell ein und beginnt selbst zu trainieren. Angetrieben vom Wunsch, dazuzugehören, wird das Training schnell zur Obsession. Sie geht an ihre Grenzen, versucht krampfhaft, ihre Lüge aufrechtzuerhalten, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und verliert sich zunehmend im Selbstoptimierungswahn.

„Gym” ist ein psychologisches Kammerspiel, dessen dramaturgische Dreiteilung für Spannung sorgt. Auf die Phase der Eingewöhnung folgt eine Phase der wachsenden Identifikation, an deren Ende die Protagonistin Gefahr läuft, sich in einem Strudel aus Anpassung, Leistungsdruck und Selbstoptimierung zu verlieren.

Gegen Ende hin verschärft sich das Geschehen jedoch so drastisch, dass die Erzählung an Glaubwürdigkeit verliert. Auch manche Nebenfigur wirkt eher skizziert als lebendig.

Dennoch ist „Gym” ein kraftvoller, kluger und mitunter verstörender Roman, der die Schattenseiten von Körperkult und Selbstoptimierung aufzeigt. Provokant, unterhaltsam und lesenswert.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Der Kampf gegen die Albschatten beginnt...

Dream Keeper (Band 2) - Das Bündnis der Zwillingssterne
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Kiki kann es immer noch nicht glauben: Tagsüber ist sie eine unscheinbare Schülerin, nachts ist sie die Schöpferin lebhafter Träume. Mutig hält sie an ihrem Versprechen fest, das Traumreich vor den mächtigen ...

Kiki kann es immer noch nicht glauben: Tagsüber ist sie eine unscheinbare Schülerin, nachts ist sie die Schöpferin lebhafter Träume. Mutig hält sie an ihrem Versprechen fest, das Traumreich vor den mächtigen Albschatten zu beschützen. Doch allein ist sie chancenlos. Da begegnet Kiki unverhofft ihrer Freundin Lilian mit ihrer weißen Katze Fulan. Steckt in Lilian etwa ebenfalls eine Traumkünstlerin?
Das Bündnis der Zwillingssterne ist der zweite Band der „Dream Keeper”-Reihe – eine fantasievolle Geschichte über Traumwelten, Wünsche und Freundschaft. Jiatong Chen verlangt seiner jungen Heldin erneut viel ab, denn so muss sich Kiki tagsüber nicht nur mit strengen Lehrern, schwierigen Prüfungen und Schulmobbern auseinandersetzen, sondern sich auch um den Haushalt und ihren trauernden Vater kümmern, während sie nachts Träume erschafft und das Traumreich beschützt. Da ist es schön mitzuerleben, dass sie sich mittlerweile gegen rabiate Mitschüler zur Wehr setzt und nicht mehr nur Bobbi an ihrer Seite hat, sondern auch Freunde findet, die sie zudem beim Kampf gegen die Albschatten unterstützen. Kikis Stärken sind ihre Fantasie, ihre Hilfsbereitschaft und ihre Großherzigkeit, die sogar so weit geht, dass sie selbst für ihren fiesen Lehrer heilsame Träume erschafft. Ihre schwierige Lebenssituation und die allgegenwärtige Trauer ihres Vaters lassen die Geschichte anfangs recht schwermütig wirken. Hinzu kommt, dass Kiki nun auch in der Traumwelt mit den Problemen ihres Vaters konfrontiert wird und sein Wohlergehen über ihr eigenes stellt. Doch Bobbis niedliche Schwärmerei für Fulan verleiht der Geschichte wieder etwas Leichtigkeit.
Ein fantasievolles und spannendes Abenteuer mit einer liebenswerten Protagonistin, die sich mutig und mit viel Herz ihrem Schicksal stellt.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Merkwürdige Todesfälle im Paradies

The Island - Auf der Flucht
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Hotelmanagerin Lola muss dringend aus Hongkong weg. Zum Glück verschafft ihr alter Kollege Moxham ihr eine Stelle in einem Luxusresort in der Karibik. Auf Keeper Island kann sie sich voll und ganz darauf ...

Hotelmanagerin Lola muss dringend aus Hongkong weg. Zum Glück verschafft ihr alter Kollege Moxham ihr eine Stelle in einem Luxusresort in der Karibik. Auf Keeper Island kann sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, mit ihrem Fünf-Sterne-Lächeln die Probleme der extravaganten Gäste zu lösen. Doch kurz nach ihrer Ankunft wird Moxhams Leiche gefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Lola ahnt, dass im Hotel nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
„The Island” ist kein Thriller im herkömmlichen Sinne, denn trotz der bedrohlichen Atmosphäre fehlt es der Geschichte an Nervenkitzel. Spannung entsteht vielmehr durch die rätselhaften Ereignisse und das merkwürdige Verhalten der Figuren. Jeder scheint etwas zu verbergen und eigene Ziele zu verfolgen. Es ist ein Minenfeld voller Geheimnisse und Täuschungen, durch das Lola auf der Suche nach der Wahrheit und Verbündeten recht unbeholfen stolpert und sich dadurch immer wieder in Gefahr bringt.
Nicola Martin geizt mit Hintergründen zu ihren Charakteren und gibt Informationen nur spärlich preis. Dies trägt jedoch nur zum schönen Schein und dem oberflächlichen Leben auf der Insel bei. Wahrhaftige Momente und tiefgründige Gespräche sucht man hier oftmals vergeblich.
Ein spannender und unterhaltsamer Roman mit rätselhaften Todesfällen, der nebenbei einen ungefilterten Blick auf die gehobene Hotellerie und das Leben im Luxus wirft und rasant die Abgründe hinter einer traumhaften Fassade offenbart.

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