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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

Gelungener Abschluss der Trilogie

Blankenese - Zwei Familien
4

„Zeitensturm“ ist der Abschluss der Trilogie „Blankenese - zwei Familien“ und es geht nun die dritte Generation der Familien Casparius und Jacobson. Zeitlich beginnt es mit den Studentenunruhen 1968 in ...

„Zeitensturm“ ist der Abschluss der Trilogie „Blankenese - zwei Familien“ und es geht nun die dritte Generation der Familien Casparius und Jacobson. Zeitlich beginnt es mit den Studentenunruhen 1968 in der BRD und geht übergangslos mit der Geschichte der RAF weiter.
Die Autorin Michaela Grünig baut immer wieder wichtige politische Ereignis sehr geschickt in die (fiktive) Geschichte ein, was mir sehr gut gefallen hat. Dabei hat sie es brillant geschafft, sich nicht zu verzetteln und in Nebenstränge abzugleiten, sondern gestrafft die Handlungen voranzutreiben.
Die Charaktere der Protagonisten sind sehr facettenreich. Während die älteste Tochter der Reedereibesitzerin Sonja Casparius-Koenig, Ulrike, selbstbestimmt ihren Weg geht, fällt ihre jüngere Schwester, Sabine, durch das Familienraster. Ich fand Ulrike durchgehend sympathisch. Sie kümmert sich als einzige um ihre labile Schwester Sabine und hatte immer einen guten Ratschlag für sie. Die labile Sabine tat mir leid und ihr Werdegang hat mich letztendlich nicht besonders überrascht.
In diesem Band ist der sympathische Rechtsanwalt Kurt Jacobson der dritte Hauptprotagonist, der sich selbstlos für die Gerechtigkeit engagiert, auch wenn er immer wieder an seine Grenzen stößt.
Der Exfreund von Ulrike, Lars, war mir von Anfang an sehr unsympathisch, da er ein egoistischer Schmarotzer ist, der sich jedoch nicht so einfach abschütteln lässt.
Auch in der dritten Generation dieses Familienromans sind die beiden Familien wieder eng miteinander verbunden. Zusammen erleben sie Höhen und Tiefen und müssen feststellen, dass das Leben nicht immer gerecht ist. Manche Lebensfehler kann man korrigieren, manche aber nicht.
Hilfreich fand ich das am Anfang des Buches befindende ausführliche Personenregister zur Orientierung. Im Nachwort erläutert die Autorin außerdem die historischen Hintergründe.
Fazit:
Ich habe diese authentische Trilogie mit Begeisterung gelesen und kann sie weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Genialer Krimi im historischen Wien 1896

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
0

Die Bücher von Oliver Pötzsch sind ein Garant für spannende Unterhaltung und tolle Aufbereitung von historisch interessanten Themen. Wie gewohnt ist der Schreibstil flüssig zu lesen. Ich habe alle vier ...

Die Bücher von Oliver Pötzsch sind ein Garant für spannende Unterhaltung und tolle Aufbereitung von historisch interessanten Themen. Wie gewohnt ist der Schreibstil flüssig zu lesen. Ich habe alle vier Bücher von der neuen Totengräber-Reihe mit Begeisterung gelesen.
In diesem Buch, das im Jahr 1896 spielt, geht es um Frauen, die im Prater verschwinden und um einen misslungenen Zaubertrick, der tödlich endet. Der jüdische Oberinspektor Leopold von Herzfeldt soll diesen Fall lösen. Zur Seite steht ihm wieder Totengräber Rothmayer und seine Ex-Freundin Julia.
Die durchweg sympathischen Charaktere der Hauptprotagonisten machen es einem sehr einfach, in die Geschichte zu versinken und die spannenden Fälle sowie der Schreibstil tun ihr übriges, um dieses Buch in ein absolutes Lesehighlight und einen tollen Pageturner zu verwandeln.
Positiv ist weiter zu erwähnen, dass das Buch einen historischen Stadtplan von Wien enthält und dass im Nachwort erläutert wird, welche Handlungen historischen Tatsachen nachempfunden wurden und welche der Autor erfunden oder zeitlich anders zugeordnet hat.
Ich kann mir gut vorstellen, dass auch dieses Buch ein Bestseller wird. Klare Kaufempfehlung für Leser, die gerne historische Krimis lesen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Toller Familienroman

Maikäferjahre
0

Der Roman beginnt mit einem Brief von Tristan an seine verheiratete Zwillingsschwester Anni, die schwanger ist. Vater Gottlieb hat sich entschlossen, den Halbjuden und Jahrhundertgeiger Adam vor dem Konzentrationslager ...

Der Roman beginnt mit einem Brief von Tristan an seine verheiratete Zwillingsschwester Anni, die schwanger ist. Vater Gottlieb hat sich entschlossen, den Halbjuden und Jahrhundertgeiger Adam vor dem Konzentrationslager zu retten und riskiert sein eigenes Leben. Ihre Mutter, alter preußischer Adel, hat andere politische Ansichten. Als Dresden bombardiert wird, können sich Anni mit ihrer Tochter Clara und Adam im Luftschutzkeller retten. Tristan ist als Kampfpilot vor Portsmouth abgestürzt und wird von der Krankenschwester Rosalie gepflegt. Ich finde Bücher mit Zivilcourage sehr packend und da der Schreibstil von Sarah Höflich sehr eingehend ist, hat mich der Roman bis zum Ende gepackt. Der Autorin gelingt es meisterhaft, die historischen Hintergründe darzustellen, aber auch den Zusammenhalt bzw. die Anfeindungen der Menschen untereinander.
Der Spannungsbogen über beide Erzählebenen wurde bis zum Schluss gehalten. Ich fühlte mich beim Lesen die ganze Zeit über mitten im Geschehen und habe mit den Hauptprotagonisten Tristan, Anni und Adam mitgelitten.
Die Struktur des Buches und die im Anhang aufgeführte Musikliste mit QR-Code haben mir sehr gut gefallen.
Fazit:
Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Montmartre im 19. Jahrhundert

Montmartre - Licht und Schatten
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Das Buchcover ist wunderschön und passt perfekt zum Buchtitel 'Montmartre – Licht und Schatten'. Es geht um Montmartre in der Zeitspanne zwischen 1878 und 1889.
Struktur und Inhalt:
Das Buch ist sehr gut ...

Das Buchcover ist wunderschön und passt perfekt zum Buchtitel 'Montmartre – Licht und Schatten'. Es geht um Montmartre in der Zeitspanne zwischen 1878 und 1889.
Struktur und Inhalt:
Das Buch ist sehr gut strukturiert. Im Prolog wird die Geburt der beiden fiktiven Hauptprotagonistinnen Elise und Valérie im Jahr 1866 beschrieben. Die eigentliche Geschichte beginnt im ersten Teil mit der späten Kindheit der beiden Mädchen im Jahr 1878 und endet im Jahr 1889. Insgesamt gibt es fünf Teile. Die Kapiteln besitzen eine angenehme Leselänge.
Mit der Erzähltechnik des immer wiederkehrenden Perspektivenwechsels schafft es die Autorin sehr geschickt, dass man das Buch kaum weglegen kann, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit Elise und Valérie weitergeht. Nebenbei werden historische Persönlichkeiten, wie die berühmte Tänzerin La Gouluse (Louise Weber) und die Maler der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Henri de Toulouse-Lautrec sehr geschickt in die Geschichte eingebaut. Insgesamt verwebt die Autorin dabei meisterhaft gut recherchierte historische Fakten mit fesselnder Fiktion. Es werden hierbei die sozialen Verhältnisse und moralischen Normen der damaligen Zeit treffend beschreibt. Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und in Szene gesetzt.
Fazit:
Dank der blumigen Sprache mit dem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil habe ich diesen etwas dickeren historischen Roman innerhalb weniger Tage gelesen, da ich diesen nur schwer aus der Hand legen konnte. Dies war mein erstes Buch von Marie Lacrosse, aber sicherlich nicht mein letztes.
Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen, die mehr über die Geschichte von Montmartre des 19. Jahrhunderts wissen möchten. Ich warte ungeduldig auf Band zwei dieser Montmartre-Reihe.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Frei leben oder sterben

Die Farben der Revolution. Éléonore und Robespierre
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Die Autorin Jeanette Limbeck beschreibt in ihrer Romanbiographie „die Farben der Revolution“ vor allem die zweite Phase der französischen Revolution, die 1792 bis 1794 mit der Gründung der Republik und ...

Die Autorin Jeanette Limbeck beschreibt in ihrer Romanbiographie „die Farben der Revolution“ vor allem die zweite Phase der französischen Revolution, die 1792 bis 1794 mit der Gründung der Republik und der Schreckensherrschaft durch die Jakobiner, die aus der Sicht der Malerin Éléonore Duplay „die Malerin der Revolution“, die gleichzeitig die Verlobte von Robespierre war, erzählt wird.
Ich konnte mir alle Szenen bildlich sehr gut vorstellen und habe mit der Hauptprotagonistin Éléonore mitgelitten. Es werden die sozialen Spannungen, die moralischen Normen der damaligen Zeit und die sich ändernden Stimmungslagen der Pariser Bevölkerung treffend beschrieben
Des Weiteren gibt es eine weitere Zeitebene, die in Paris im Jahr 2017 handelt und die Motivation der Autorin für diesen Roman dem Leser erläutert.
Der Schreibstil ist flüssig, detailliert und einfühlsam. Auch die Struktur mit dem Inhaltsverzeichnis, der Überschriften mit Datumsangaben und die optimalen Kapitellängen haben mich restlos überzeugt. Abgerundet wird dies durch einen umfangreichen Anhang mit Verzeichnis der historischen Persönlichkeiten, eine ausführliche Auflistungen, an welchen Stellen im Roman Abweichungen zur Realität gab, und ein Quellenverzeichnis, das ich nur selten bei Romanbiographien finde und mir persönlich umso mehr gefreut hat. Ich habe viel über diese Zeit gelernt, da mir die ganzen komplexen Hintergründe, die sehr gut recherchiert und leicht verständlich beschrieben wurden, nicht bekannt waren.
Fazit:
Es ist eine empfehlenswerte historischer Romanbiographie, die uns Robespierre in einem anderen Licht sehen lässt.

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