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Mirja103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2025

Kann Liebe alles überwinden?

Maikäferjahre
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Im Zentrum des Romans stehen die Zwillinge Anni und Tristan. Wir begleiten sie durch die letzten Kriegsmonate und die ersten Jahre danach. Annie muss mit ihrer Tochter aus Dresden fliehen und lernt dabei ...

Im Zentrum des Romans stehen die Zwillinge Anni und Tristan. Wir begleiten sie durch die letzten Kriegsmonate und die ersten Jahre danach. Annie muss mit ihrer Tochter aus Dresden fliehen und lernt dabei den jüdischen Musiker Adam kennen und lieben. Tristan wird über England abgeschossen und schwer verletzt. Vor allem die Pflege der Krankenschwester Rosie hilft ihm beim Überleben. Auch die beiden verlieben sich. Haben die beiden Paare eine Chance, glücklich miteinander zu werden? Sie stoßen auf viele Vorbehalte und Hürden, versuchen aber immer weiter zu kämpfen.

Der Autorin gelingt es sehr gut, die unterschiedlichen Situationen darzustellen. Gut gefallen hat mir, dass zu Beginn eines neuen Abschnitts kurz die wichtigsten historischen Entwicklungen benannt werden. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Im Wechsel wird aus Annies und aus Tristans Sicht erzählt. An manchen Stellen gibt es für meinen Geschmack zu viele glückliche Zufälle. Insgesamt hat mich der Roman aber sehr gut unterhalten und ich habe mit den Charakteren gelitten und mitgefiebert. Das Ende bleibt offen, so dass ich mich frage, ob es eine Fortsetzung geben soll. Einen konkreten Hinweis gibt es darauf aber nicht.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Von Föhr nach New York und zurück

Das Licht in den Wellen
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Eher unfreiwillig wandert Inge 1947 nach New York aus. Alles ist ihr fremd: die große Stadt, die Sprache, die Menschen. Immerhin gibt es viele weitere Auwanderer, mit denen sie ihre Muttersprache Friesisch ...

Eher unfreiwillig wandert Inge 1947 nach New York aus. Alles ist ihr fremd: die große Stadt, die Sprache, die Menschen. Immerhin gibt es viele weitere Auwanderer, mit denen sie ihre Muttersprache Friesisch sprechen kann. Schließlich lebt sie sich doch ein und fühlt sich wohl dort. Irgendwann gibt es Gründe, dass sie zurück auf die Insel zieht.

Der Klappentext trifft für mich nicht ganz zu. Inges Leben wird geschildert, unterbrochen von Abschnitten in der Gegenwart. Da gibt es dann auch Szenen, in denen Inge ihrer Enkelin aus ihrem Leben erzählt. Irritierend fand ich, dass ein Abschnitt plötzlich aus Sicht von Inges Sohn erzählt wurde und deswegen statt Inge und Hauke Mom und Dad verwendet wurde.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Der Autor schildert sehr anschaulich, welche Schwierigkeiten Inge hat und wie sie sich weiterentwickelt. Das Geheimnis, warum sie auswandern "musste" schwingt zwischen den Zeilen immer mal mit und wird erst zum Ende gelüftet. Dadurch wurde ich immer neugieriger. Aufgrund des flüssigen Schreibstil fliegt man geradezu durch die Seiten. Ich freue mich auf die Fortsetzung im nächsten Jahr!

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Die Idylle ist sehr trügerisch

Der Honigmann
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Das Leben in Fischbach scheint perfekt zu sein: eigenes Häuschen, Natur drumherum, nette Nachbarn, alle verstehen sich gut. Doch dann brodelt die Gerüchteküche: was ist mit dem Honigmann, der ein kleines ...

Das Leben in Fischbach scheint perfekt zu sein: eigenes Häuschen, Natur drumherum, nette Nachbarn, alle verstehen sich gut. Doch dann brodelt die Gerüchteküche: was ist mit dem Honigmann, der ein kleines Geschäft für Honig und Deko führt und so nett zu Kindern ist? Ist er ein verurteilter Straftäter? Hat er erneut Taten begangen? Schnell eskaliert die Situation. Er muss auf jeden Fall weg, egal ob er etwas gemacht hat oder nicht, er könnte ja noch was machen. In einer WhatsApp-Gruppe schaukeln sich die Menschen gegenseitig hoch. Was wird passieren?

Der Autor hat die Entwicklung sehr gut beschrieben. Zunächst lernt man die Idylle kennen und die ersten Risse. Dann konzentriert sich alles auf den Honigmann. Sehr treffend wird geschildert, wie schnell alle mit einem Urteil sind und wie schnell es auch wieder umschlagen kann. Ich fand dies sehr eindrücklich und realistisch. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Man hat schnell ein Bild vor Augen und ahnt, wie die Figuren reagieren werden. Der flüssige Schreibstil ist sehr angenehm. Es gibt überraschende Wendungen, so dass man neugierig ist, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Sehr berührend

Mein drittes Leben
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Nachdem ihre 17-Jährige Tochter bei einem Unfall ums Leben kommt, fällt Linda in ein tiefes Loch. Sie steckt in ihrer Trauer fest, kann nichts anderes mehr fühlen, keine Nähe zulassen. Sie mietet einen ...

Nachdem ihre 17-Jährige Tochter bei einem Unfall ums Leben kommt, fällt Linda in ein tiefes Loch. Sie steckt in ihrer Trauer fest, kann nichts anderes mehr fühlen, keine Nähe zulassen. Sie mietet einen Hof in einem Dorf und verkriecht sich dort. Die körperliche Arbeit lenkt sie ab. Sie kann aber nach wie vor nur von Stunde zu Stunde Leben. Ihr Mann besucht sie alle 2 Wochen. Aber wie lang kann er dies noch aushalten? Langsam baut sie zu einzelnen Personen wieder eine Beziehung auf. Findet sie doch zurück ins Leben?

Mich hat das Buch sehr berührt. Lindas Gefühlswelt ist sehr authentisch. Auch die anderen Figuren finde ich sehr gut dargestellt. Man fühlt mit Linda, aber auch mit den anderen, weil deren Perspektive nicht ausgeklammert wird. Auch wenn Linda im Mittelpunkt steht, verfolgt man das Leben der anderen Figuren. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Die Szenen sind sehr gut beschrieben. Das Buch zeigt, dass Trauer individuell ist und es keinen Zeitplan dafür gibt. Es zeigt gleichzeitig die Hoffnung auf, dass man irgendwann doch wieder Freude am Leben haben und nach vorne gucken kann.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Kritzelqueen und Mysteryman

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Erin stellt aus Versehen ihr Lieblingsbuch mit ihren persönlichen Notizen und einer Postkarte ihrer verstorbenen besten Freundin in einen öffentlichen Bücherschrank.Sie kontrolliert regelmäßig, ob es wieder ...

Erin stellt aus Versehen ihr Lieblingsbuch mit ihren persönlichen Notizen und einer Postkarte ihrer verstorbenen besten Freundin in einen öffentlichen Bücherschrank.Sie kontrolliert regelmäßig, ob es wieder zurückgestellt wurde. Irgendwann steht es tatsächlich wieder im Bücherschrank. Zunächst stellt Erin entsetzt fest,dass jemand ihre Anmerkungen kommentiert hat. Als sie auf der letzten Seite aber die Frage liest, ob sie sich in einem bestimmten Buch treffen, ist sie neugierig. Sie nimmt beide Bücher mit und es beginnt ein reger Bücheraustausch. Irgendwann stellt sich heraus, dass sie sich nicht fremd sind. Wie geht es jetzt weiter?

Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln aus Erins und James Sicht erzählt. Dadurch lernt man beide besser kennen und man erfährt viel über ihr aktuelles Leben und die Vergangenheit. Ich muss gestehen, dass ich Erins Verhalten nicht immer nachvollziehbar fand. Sie ist kaum bereit, sich andere Sichtweisen anzuhören oder auf andere zuzugehen. Das zog sich für mich etwas zu lang hin, aber trotzdem fand ich das Buch sehr berührend.

Es werden viele Themen aufgegriffen: psychische Erkrankungen, Krebserkrankung, Umgang mit Verlust, Mobbing, Selbstverwirklichung, Schuldgefühle, verzeihen können. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man immer neugierig auf die Erlebnisse/Sichtweise der anderen Person ist.

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