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Veröffentlicht am 27.07.2025

Geheimwaffe Sprache

Die Sprache der Drachen
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Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ...

Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ihren Ausprägungen und Dialekten trägt wesentlich zur Handlung bei. Für mich eine ungewöhnliche Mischung, die mich allerdings total fasziniert hat

Die Handlung spielt in einem fiktiven London des Jahres 1923. Die Menschen sind in verschiedene Klassen eingeteilt. Es ist ein ungerechtes Drei-Klassen-System, das angeblich den Frieden zwischen Menschen und Drachen wahren soll. Vivien Featherswallow und ihre Familie gehören zur zweiten Klasse. Vivien hat große Ziele im Leben. Sie ist bestrebt an der Akademie für Drachensprache zu studieren, auch um sicher zu stellen, dass sie und ihre Schwester nicht in die unterste Klasse abrutschen. Doch Viviens Träume enden jäh, als ihre Eltern der Rebellion bezichtigt und verhaftet werden. Auch Vivien wird in Gewahrsam genommen und ihr wird ein Ultimatum gestellt. In Bletchley Park soll Vivian gemeinsam mit anderen Jugendlichen den geheimen Drachencode knacken und die Sprache der Drachen entschlüsseln. Schafft sie es in der vorgegebenen Zeit, kann sie damit auch ihre Familie retten. Doch umso mehr Zeit Vivien in Bletchley Park verbringt, desto mehr beginnt sie am System und den ihr vorgegebenen „Wahrheiten“ zu zweifeln.

Zugeben, Vivien hat es mir nicht immer leicht gemacht sie zu mögen. Einige ihrer Handlung fand ich einfach nur unüberlegt, vorschnell, total eingennützig und dumm. Aber Vivien lässt sich auch von nichts und niemanden aufhalten. Ihr Wissensdurst und Bestreben ihre Familie zu retten, machen ihre Defizite nahezu weg. Vivien macht eine enorme Entwicklung durch und es war spannend sie auf diesem Weg zu begleiten.

Es gibt außerdem eine kleine Liebesgeschichte. Sehr sanft und sehr leise. Genauso wie Vivien muss sich diese auch noch entwickeln und entfalten. Mir hat das ruhige Tempo jedenfalls gefallen.

Dass die Autorin Bletchley Park als Handlungsort gewählt hat, finde ich ziemlich genial, bedenkt man den historischen Hintergrund. Einen passenderen Ort um den Drachencode zu knacken, gibt es glaube ich nicht.

Überhaupt fand ich das Thema Sprache – in diesem Fall Drachensprache – unglaublich spannend. Es geht nicht nur um Sprache an sich, sondern um die verschiedenen Ausprägungen, Dialekte innerhalb verschiedener Arten von Drachen. Aber auch um die Verständigung in Familien. Auch wenn man teilweise das Gefühl hat, die Handlung schreitet nicht voran, habe ich die Geschichte total fesselnd gefunden. Mich hat die Thematik einfach total fasziniert.

Ich hatte beim Lesen außerdem hin und wieder totale ‚Divine Rivals‘– und ‚Tribute von Panem‘-Vibes. Beides Reihen, die ich total geliebt habe. Ersteres liegt unter anderem am Setting bzw. dem Zeitalter. Das Klassensystem und die Ungerechtigkeiten dahinter, hat mich an Panem bzw. Dystopien im Allgemeinen erinnert.

So richtig viel passiert dann im letzten Drittel. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich jagd gefühlt ein Plottwist den anderen. Das Ende hat mich total sprachlos zurück gelassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ganz dringend gelesen werden will.

Fazit
Ein faszinierendes Debüt, in dem nicht nur Drachen eine große Rolle spielen, sondern das sich auch mit dem Thema Sprache und der Macht, die hinter dieser steckt, beschäftigt. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Romance trifft in den italienischen Alpen auf Suspense

The First to Fall
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Nachdem mir ihre „Breaking Waves“-Reihe unglaublich gut gefallen hat, war klar, dass ich auch die neue Dilogie von Kristina Moninger lesen muss. Und es hat mir wieder richtig gut gefallen.

Mit ...

Nachdem mir ihre „Breaking Waves“-Reihe unglaublich gut gefallen hat, war klar, dass ich auch die neue Dilogie von Kristina Moninger lesen muss. Und es hat mir wieder richtig gut gefallen.

Mit „The First to Fall“ hat Kristina Moninger ein spannendes und mitreißendes Buch geschrieben. Wir haben auch hier wieder eine Romance mit Suspense-Anteilen, was ich ja total liebe. Ich bin jedenfalls an den Seiten geklebt und wollte unbedingt wissen, was sich in den italienischen Bergen beim Felsenhimmel zugetragen hat. Auch Aurora die ein Leben im Van führt, will Antworten, welche Umstände zum Tod ihrer Schwester Emilia geführt haben. Ihre Nachforschungen führen Aurora zum Ort des Geschehens. Als sie im Alpenchalet auf Jakob trifft, ahnt sie nicht, wer er wirklich ist. Und auch Jakob, der aufgrund der laufenden Ermittlungen wegen des Todesfalls das Land aktuell nicht verlassen darf, hat keine Ahnung, dass Aurora Emis Schwester ist.

Ich mochte sowohl Aurora, als auch Jakob total gerne. Vorallem die hitzigen Dialoge der beiden. „Grumpy vs. Sunshine“ lässt grüßen. Man spürt gleich, dass sie beiden eine Verbindung zueinander haben. Gefühle, die sich aufbauen und die sie auch zulassen müssen. Gefühle, die sich in der Sauna überschlagen. Mehr sag ich dazu jetzt nicht, außer, dass es ziemlich heiß, „3 Chili-Schoten-heiß“, wird.

Der Spannungsfaktor ist hoch. Es gibt viele Geheimnisse. Richtig gelungen fand ich die mysteriösen Srachnachrichten, welche Aurora von ihrer Schwester erhält. Man ist einfach angehalten, immer weiter zu lesen, weil man unbedingt wissen will, was passiert ist. Allerdings stellt die Autorin sehr viele Konflikte in den Raum. Themen, die abseits von der Haupthandlung und dem tragischen Todesfall, spielen. Hier wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen. Leider wird auch nicht alles aufgelöst.

Unglaublich gut haben mir dafür das cozy Setting rund um das Châlet in den Alpen und der schöne, unkomplizierte Schreibstil der Autorin gefallen.

Das Ende hat mich im Übrigen sprachlos zurück gelassen. Ich brauche dringend die Fortsetzung, die zwar rund um ein anderes Liebespaar spielt, meine aufgeworfenen Fragen aber hoffentlich beantwortet.

Definitiv eine Empfehlung für Fans von Romantic Suspense.

Fazit
Ein tödliches Unglück in den italienischen Bergen. Ein Alpenchâlet vor dem Ruin und eine junge Frau, die nach Antworten sucht. Neben einem hohen Spannungsgrad ist auch die Liebesgeschichte sehr lesens- und erlebenswert. Ein toller Dilogie-Auftakt!

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Romantasy inspiriert von nordischer Mythologie

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Ja, was soll ich sagen? Ich fand das Buch großartig. Sehr mitreißend mit einem faszinierenden Setting im Stil von Vikings und spannenden Charakteren mit jeder Menge Geheimnissen und Abgründen.

Es ...

Ja, was soll ich sagen? Ich fand das Buch großartig. Sehr mitreißend mit einem faszinierenden Setting im Stil von Vikings und spannenden Charakteren mit jeder Menge Geheimnissen und Abgründen.

Es geht um Freya, welche gegen ihren Willen in eine lieblose Ehe gezwungen wurde. Freya hütet ein großes Geheimnis. Sie trägt göttliches Blut in sich. Sie ist eine Tochter der Göttin Hlin – eine Schildmaid, die laut einer Prophezeihung das Reich einen wird. Doch ihr Geheimnis ist nicht so gut gehütet, wie sie dachte. Der Jarl wird auf sie aufmerksam und zwingt sie zur Ehe mit ihm. Aus Angst um ihre Familie tritt Freya ihr vorherbestimmtes Schicksal an. Dabei kommt sie Bjorn, dem Sohn des Jarl, ungewollt näher.

Ich liebe nordische Mythologie und wie die Autorin die göttliche Magie in die Geschichte eingewoben hat.

Freya trägt das Blut von Hlin, der Göttin des Schutzes in sich. Ruft sie Göttin an, kann sie ein Schild erschaffen. Als Schildmaid ist sie dazu auserkoren, Krieg auszurufen und das Reich zu einen. So wurde es zumindest prophezeit. Als Freyas Geheimnis offenbart wird und Jarl Snorri Freya zur Zweitfrau nimmt, ist die junge Frau in Gefahr. Denn die machthungrigen Jarle der anderen Reiche, wollen Freya ebenfalls als Waffe für sich nutzen oder die sie tot sehen.

Bjorn wird zum Schutz von Freya abbestellt. Als Sohn des Tyr, des Gottes des Krieges kann er das Tyrsfeuer befehligen und Waffen aus dem tötlichen Feuer schaffen. Für Freya, die bislang nichts anderes kennen gelernt hat, als von Männern benutzt und unterdrückt zu werden, wird Bjorn schnell zu einer verbotenen Versuchung.

Ich mochte sowohl Freya, als auch Bjorn sehr gerne und habe ihre verbalen Schlagabtausche sehr genossen. Ich fand auch die Entwicklung der Beziehung vom Tempo her angemessen. Ich würde es schon noch als Slow Burn bezeichnen, es gibt aber auch Spice.

Am faszinierendsten fand ich das nordische Setting, das stark an die Serie Vikings erinnert und die ganze Mythologie – die nordischen Gottheiten, die Götterkinder, die Runenmagie, Prophezeihungen, aber auch die strategischen und politischen Machtspiele.

Die Geschichte birgt auch viele Geheimnisse und unvorhersehbare Wendungen. Ich war bis zum Schluss gefesselt und brauche nach diesem Ende dringend die Fortsetzung.

Das einzige, das nicht ganz so stimmig war und ein bisschen von der Atmosphäre genommen hat, war der doch sehr moderne Schreibstil. Manche Redewendungen und Ausdrücke haben einfach nicht zum Setting und der Zeit gepasst.

Spaß hatte ich aber beim Lesen und ich möchte natürlich unbedingt wissen, was das Schicksal noch für Freya bereit hält.

Fazit
Ich kann dir das Buch sehr empfehlen, wenn du nordische Mythologie magst, gerne Romantasy liest, die auch Spice enthält und du toughe und schlagfertige Frauenbilder liebst. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Sehr unkonventionelle Dark RomCom

Butcher & Blackbird - Selbst die dunkelsten Seelen sehnen sich nach Liebe
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Wir sind keine normalen Menschen. Wir sind Monster. Aber wenn wir Monster sind, dann erstarken wir in der Dunkelheit. Gemeinsam.

Zitat aus ‚Butcher & Blackbird‘, E-Book S. 267
Meine Meinung

Ich weiß ...

Wir sind keine normalen Menschen. Wir sind Monster. Aber wenn wir Monster sind, dann erstarken wir in der Dunkelheit. Gemeinsam.

Zitat aus ‚Butcher & Blackbird‘, E-Book S. 267
Meine Meinung

Ich weiß gerade nicht wie ich in Worte fassen soll, was ich hier gelesen habe. ‚Butcher & Blackbird‘ ist der Auftakt von Brynne Weavers Ruinous Love-Reihe. Moralisch äußerst fragwürdig, von hinten bis vorne einfach falsch, brutal und grausam. Aber, ich habe die Geschichte von Blackbird Sloane und Butcher Rowan einfach geliebt und die beiden Serienkiller tatsächlich in mein Herz geschlossen. Was sagt das jetzt über mich aus? Ja, das frage ich mich tatsächlich.

Bereits das erste Aufeinandertreffen von Sloane und Blackbird ist nichts für zartbesaitete Seelen und im Grunde ziemlich ekelhaft. Aber bereits nach dieser Szene wusste ich, ich würde das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Man spürt auch gleich, da ist ein Band zwischen den beiden kaltblütigen Killern. Die beiden beschließen in einem Wettstreit gegeneinander anzutreten. Einmal im Jahr wollen sie sich treffen, um Jagd auf die gefährlichsten Serienmörder des Landes zu machen. Und ja, ich habe mich tatsächlich dabei ertappt das Gute hinter den absolut falschen Taten zu sehen.

Dadurch, dass sich die beiden rivalisierenden Killer anfangs nur selten begegnen, entwickelt sich auch die Beziehung der beiden langsam. Aus Rivalen werden zunächst Freude, erst im späteren Verlauf der Handlung Liebende. Ab dem Zeitpunkt gesellt sich zu den ziemlich explizit beschriebenen Bluttaten auch jede Menge Spice. Ich hätts nicht gebraucht, zumindest nicht in dieser Ausprägung, aber es hat dem Buch auch nicht geschadet.

Großartig fand ich auch den schwarzen Humor und die spitzzüngigen Dialoge zwischen Butcher und Blackbird. Doch hinter den hitzigen Wortgefechten stecken auch zwei Charaktere mit Tiefgang und ihren eigenen Geschichten. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und sind nicht ohne Grund so, wie sie eben sind.

Mir hat der außergewöhnliche Reihenstart unerwartet gut gefallen. Und ich hab jetzt richtig Lust die anderen Charaktere näher kennen zu lernen und ihre Geschichten zu erfahren.

Fazit

Eine sehr unkonventionelle Dark RomCom. Moralisch höchst verwerflich, grausam, ekelhaft und sehr, sehr spicy. Aber auch wahnsinnig humorvoll. Ich habe Butcher und Blackbird nach und nach in mein Herz geschlossen.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Mit Herz, Charme und Viv

Bücher und Barbaren
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Nachdem ich 'Magie und Milchschaum' sehr geliebt habe, musste ich gleich mit 'Bücher und Barbaren' weitermachen. Und ich habe auch die Fortsetzung, welche eigentlich ein Prequel ist, genauso ...

Nachdem ich 'Magie und Milchschaum' sehr geliebt habe, musste ich gleich mit 'Bücher und Barbaren' weitermachen. Und ich habe auch die Fortsetzung, welche eigentlich ein Prequel ist, genauso genoßen.

Im Grunde ist es egal in welcher Reihenfolge man die Bücher liest, da sich eigenständige Geschichten gegenüberstehen. Der Unterschied: statt Kaffee und süße Köstlichkeiten gibt's diesmal Bücher und das eine und andere leckere Häppchen.

Als sich Ork-Kriegerin Viv im Kampf schwer verletzt, beschließt sie eine Auszeit von ihrer Truppe, den Rackham Ravens, zu nehmen. Im der kleinen, beschaulichen Küstenstadt Murk will Viv genesen. Im Buchladen von Rättin Fern findet Viv Anschluss, neue Freunde, Leidenschaften und einiges an Arbeit. Während Viv damit beschäftigt ist, den heimeligen Buchladen zu renovieren, treibt ein Feind sein Unwesen.

Auch in seinem zweiten Band der 'Viv-Chroniken' ist es Travis Baldree super gelungen eine cosy Atmosphäre einzufangen. Das idyllische Städtchen Murk verzaubert mit seinen schrullig liebevollen Bewohnern und mittelalterlichem Charme. Besonders Fern mit ihrem Hühnerhund Potrost habe ich, abgesehen von Viv, schnell ins Herz geschlossen. Genauso wie Bäckerin Maylee, die Vivs und mein Herz mit Köstlichkeiten erobert hat.

Der Großteil der Geschichte ist herrlich unaufgeregt, humorvoll und cosy. Für Spannung neben den Renovierungsarbeiten in der Bücherei sorgt eine neue, oder besser gesagt alte Bedrohung, befinden wir uns ja in der Vergangenheit.

Kann ich das Buch empfehlen? Definitiv! Brauche ich mehr von Viv & Co? Aber sowas von! Travis Baldree werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

Fazit:
Eine Fortsetzung, die die Vorgeschichte zu 'Magie und Milcbschaum' darstellt und auf gut als Standalone gelesen werden kann. Aber wer will das schon. Einmal Viv, immer Viv! Ich bin Travis Baldrees Charme jedenfalls verfallen. Große Empfehlung!

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