Cover-Bild Die Akte Baader
Band der Reihe "Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag"
15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Kriminalromane und Mystery
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 313
  • Ersterscheinung: 07.02.2018
  • ISBN: 9783839222003
Stefan Schweizer

Die Akte Baader

Biografischer Roman
Andreas Baader wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Früh zeichnen sich trotz verzweifelter Bemühungen der Mutter schulische Probleme und berufliches Scheitern ab. Baader schlittert in die Kriminalität, bewegt sich gern in der halbseidenen Münchener Schickeria, um dann in Berlin einen Politisierungsschub zu erfahren. Mit der Kommune 1 und der Kaufhausbrandstiftung 1968 vollzieht sich sein Weg vom Rebell zum Revolutionär. Mit der Gründung der linksrevolutionären Roten Armee Fraktion (RAF) wird er zum Staatsfeind Nr. 1!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2018

Hölle! Hölle! Hölle!

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Um es gleich zu sagen, „Die Akte Baader“ von Stefan Schweizer hat mich begeistert.
Fast hat man Mitleid mit dem kleinen Andreas. Er wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter in München auf. ...


Um es gleich zu sagen, „Die Akte Baader“ von Stefan Schweizer hat mich begeistert.
Fast hat man Mitleid mit dem kleinen Andreas. Er wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter in München auf. Wird behütet und überwacht. Aber schon früh zeigt sich, Baader hatte eben auch eine dunkle Seite.
Baader zieht nach Berlin und radikalisiert sich. Dort lernt er auch Gudrun Ensslin kennen, nach den ersten Anschlägen in Frankfurt/M. dann Ulrike Meinhof. Die RAF war geboren.
Stefan Schweizer zeichnet das Psychogramm eines Mannes, der vom Kleinkriminellen zum Schwerverbrecher wurde. Ein Selbstdarsteller mit der Gier nach Macht. Zudem ist es dem Autor ausgezeichnet gelungen, die Atmosphäre der 60er und 70er Jahre einzufangen.
Gut geschrieben, ohne Frage. Mir gefällt dieser Mix aus Fakten und Fiktion. Denn nicht jeder liest Biografien. Aber in Romanform bietet die Akte Baader beste Unterhaltung.

Fazit: Ein spannender, brillant erzählter Roman, der auf Tatsachen beruht. Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 18.03.2018

Die Akte Baader

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Andreas Baader, einer der bekanntesten bzw. der Kopf der RAF.
Als Kind rebellisch und kriminell, als Erwachsener gründet er mit seiner Freundin Gudrun Ensslin die terroristische Vereinigung RAF. Mit Banküberfällen, ...

Andreas Baader, einer der bekanntesten bzw. der Kopf der RAF.
Als Kind rebellisch und kriminell, als Erwachsener gründet er mit seiner Freundin Gudrun Ensslin die terroristische Vereinigung RAF. Mit Banküberfällen, Anschlägen auf öffentliche Gebäude, Entführungen und Flugzeugentführung macht sich die Gruppe einen Namen in der 70er Jahren. Sie zeigt die Unfähigkeit der Staatsmacht der Gruppe das Handwerk zu legen. Baaders Überlegenheit in der RAF ist so groß, das er immer mehr Anhänger findet. Er versteh es die Menschen zu manipilueren. Baader geht über Leichen.

Stefan Schweizer's biografischer Roman versetzt den Leser in die Zeit des Terror zurück und läßt Andreas Baader wieder lebendig werden. Das Bild auf dem Cover des Buches ist sehr gut getroffen. Es zeigt Baader als einen Mann, der zu dem steht, was er begangen hat, nichts bereut und über Leichen geht.
Ich fande das Buch sehr interessant und gebe 5 Sterne .

Veröffentlicht am 17.03.2018

Harter Tobak!

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Wer kennt den Namen Andres Baader nicht? Staatsfeind Nummer 1? Terrorist, linksradikaler, Gründer und Oberhaupt der RAF?
Wer mehr erfahren möchte, wer erfahren möchte wer dieser Mensch gewesen ist, gewesen ...

Wer kennt den Namen Andres Baader nicht? Staatsfeind Nummer 1? Terrorist, linksradikaler, Gründer und Oberhaupt der RAF?
Wer mehr erfahren möchte, wer erfahren möchte wer dieser Mensch gewesen ist, gewesen sein könnte, der greift zu "Die Akte Baader" dem biografischen Roman von Dr. Stefan Schweizer!
Andreas wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Er verweigert früh jegliche Systeme in denen er sich anpassen muss, wie Kirche, Schule und Familie. Früh verhält er sich kriminell und aggressiv.Dies führt dazu, dass er nach vielen Schulwechseln ohne Schulabschluss aus seiner Heimatdorf flüchtet und über Umwege nach Berlin kommt und auf die Kommune I stößt. Hier erhält er den politischen Schub, der seine aggressiven Gedanken, Gefühle und Wünsche einen legitimen Handlungsrahmen geben. 1968 baut er seine erste Bombe mit der er die Kaufhausbrandstiftung mit Freunden und zukünftigen Mitgliedern der RAF durchführt. Der erste Gefängnisstrafe lässt nicht lange auf sich warten und der junge Andreas Baader genießt schon jetzt die Aufmerksamkeit, die er durch Medien, Bevölkerung und Staat erhält, die ihm keineswegs das gefühl geben etwas falsch gemacht zu haben, sondern vielmehr bestätigen der wichtigste Mensch zu sein. Er gründet kurzerhand mit seinen Freunden die Rote Armee Fraktion, die später für viele Anschläge, Entführungen, Morde und weitere schlimme Taten unter dem Deckmantel des Kampfes gegen das imperialistisch-faschistische System in Deutschland zu kämpfen, statt fanden.
Der Autor schafft in diesem Roman den Charakter von Andreas Baader auf erschreckende Art und Weise darzustellen, die dem Leser auf jeder Seite Schauer verursachen. Es ist unglaublich, wie aggressiv Taten und Gedanken sein können und diese für seinen kranken Geist Legitimation erhalten, durch politische Phrasen, die nicht immer einer politischen Ausrichtung zuzuweisen sind. Er hatte Kinder, Unschuldige und viele Menschen sowohl auf dem Gewissen. Aber das waren nur Kollateralschäden, die auf dem Weg zur rechten Sache nun einmal für ihn sein mussten.

Der Autor hat sehr viel recherchiert, interviewt und versucht den charismatischen Andreas so gut es ging darzustellen und das ist ihm sehr gut gelungen. Der Roman ist sehr spannend, schockierend aber auch interessant und ich bin froh, dass ich ihn gelesen habe, auch wenn er einen bitteren Nachgeschmack hatte! Wir sollten uns durch diesen Roman fragen, wie zugänglich sind wir noch für solche Menschen? Viele sind ihm gefolgt, obwohl die Dinge die er sagte und tat mehr als nur fragwürdig waren! Er hat Unsterblichkeit erlangt, so wie er wollte und das einzige, was wir machen können ist, daraus zu lernen, Dinge zu hinterfragen, unseren Geist einzuschalten und die Manipulationen durch Medien, Menschen und andere nicht so zuzulassen um Schlimmeres zu verhindern!

Wer mehr wissen möchte, sollte diesen interessanten Roman lesen.

Veröffentlicht am 12.01.2019

Wer war Andreas Baader ?

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Das Buchschildert in Romanform das Leben Andreas Baaders, beginnend mit seiner Kindheit bis zum Freitod in Stammheim.
Baader wurde 1943 geboren. Seinen Vater kannte er nur aus den Erzählungen der Mutter. ...

Das Buchschildert in Romanform das Leben Andreas Baaders, beginnend mit seiner Kindheit bis zum Freitod in Stammheim.
Baader wurde 1943 geboren. Seinen Vater kannte er nur aus den Erzählungen der Mutter. Baader war ein schwieriges Kind. Bereits in der Schule fiel er durch Gewalttätigkeit und Regelverstöße auf. mehrmals musste er die Schule wechseln. Seine Mutter, die ihm keine Grenzen setzen konnte, hoffte jedoch, dass ihr Sohn Abitur machen würde. Baader erfüllte ihre Hoffnungen nicht. Durch sein Charisma gelang es ihm, seine Umgebung zu manipulieren und auf Kosten anderer zu leben, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Er schreckte auch nicht vor kleineren Straftaten zurück. Als die Einberufung zur Bundeswehr vor der Tür stand, machte er sich auf nach Berlin und setzte seinen unsteten Lebenswandel fort. Dort bekam er Kontakt zur Kommune 1 und lernte Gudrun Ensslin kennen. Aus beiden wurde ein Paar. In der linken Szene sah Baader die Möglichkeit, seine Persönlichkeit ins rechte Licht zu rücken. Hier konnte er seine narzisstischen Charakter ausleben und sein Lebensziel erreichen : berühmt werden. Er trieb die Radikalisierung zusammen mit Ensslin entscheidend voran. Es kam zur ersten Aktion, dem Kaufhausanschlag in Frankfurt. Verhaftung, Flucht, Ausbildungscamp im Libanon, Banküberfälle, um an Geld zu kommen, Bombenanschläge auf einen US-Militärstützpunkt, die Polizeidirektion Augsburg und das Springer-Verlagshaus folgten kurz hintereinander. Tote wurden billigend in kauf genommen. Dann folgte die endgültige Verhaftung, die Freipressversuche der RAF der 2. Generation und schließlich der gemeinsame Freitod in Stammheim.
Das Buch war angenehm zu lesen, da der Autor sich für die Romanform entschieden hat und die Schilderung der Ereignisse durch die Gespräche der Protagonisten, die in direkter Rede wiedergegeben werden, aufgelockert wird. Dadurch wird die Biographie lebendig. Für mich war der Roman aus zwei Gründen spannend und informativ. Zum einen bringt der Autor die damaligen Ereignisse wieder ins Gedächtnis. Mir war der zeitliche Ablauf und manche Geschehnisse nicht mehr präsent. Der wirkliche Verdinest des Autors liegt für mich darin, Baader und seine Mitkämpfer als das darzustellen, was sie waren : Menschen mit irrealen Vorstellungen und krimineller Energie und keine Lichtgestalten. Erschreckt hat mich der immense Drogenkonsum der Gruppe und die zerstörerische Egomanie Baaders. Bei mir entstand der Eindruck, dass die ganzen Anschläge nur politisch verbrämte Aktionen waren, um Baaders Selbstdarstellungstrieb und Allmachtsphantasien eine Plattform zu bieten. Als ihm diese Möglichkeit durch die Haft genommen wird, ist der Selbstmord nur folgerichtig.

Veröffentlicht am 10.04.2018

Staatsfeind Nr. 1

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Stefan Schweizers biografischer Roman liest sich schnell, interessant und man fühlt sich atmosphärisch in die Zeit der 60er und 70er Jahre zurückversetzt. Er gibt v.a. Baader, aber auch Ensslin, Meinhof ...

Stefan Schweizers biografischer Roman liest sich schnell, interessant und man fühlt sich atmosphärisch in die Zeit der 60er und 70er Jahre zurückversetzt. Er gibt v.a. Baader, aber auch Ensslin, Meinhof u.a. Persönlichkeit, schmückt ihre Charaktere aus, schafft Marotten und Macken.

"Andreas Baader ist eine der schillernden Figuren unter den deutschen Schwerverbrechern - seine Person, seine Taten und Verbrechen sind legendär. Während er bei manchen als Revolutionär und Freiheitskämpfer gilt, sehen viele in ihm einen eiskalten Mörder, der nicht vor schweren Bombenattentaten zurückschreckte, um die deutsche Demokratie zu bekämpfen. Es ranken sich viele Mythen um den Gründer der Roten Armee Fraktion (RAF)... Der biografische Kriminalroman umfasst anschaulich schildernd die wichtigen Stationen seines Lebens, damit die Leserinnen und Leser auf spannende Weise nachvollziehen können, wie Andreas Baader vom kleinen, vaterlosen bayrischen Buben zum Staatsfeind Nr. 1 in Deutschland werden konnte. .."

Immer wieder stellte ich mir beim Lesen die Frage, was Fiktion und was Realität ist, zumal ich schon div. Sachbücher über die RAF gelesen habe. Der Leser muss sich dies ins Gedächtnis rufen. Es handelt sich tatsächlich um einen Roman, bei dem sich der Autor zwar an manche realen Geschehnisse gehalten hat, alles andere stammt jedoch aus Schweizers Feder. So begründet er auch die RAF-Gründung als Kneipen-Idee, die v.a. aufgrund von Baaders Narzissmus entstand. Baader strotzt in "Die Akte Baader" vor Selbstüberschätzung und Brutalität mit einem starken Hang zu div. Drogen, ohne jegliche politische Vision und Intellekt. Ähnlich erklärt Stefan Schweizer auch die Attentate und die Konstellationen der RAF-Mitglieder zueinander. Mir gefällt, dass er Baader entglorifiziert, macht es sich damit jedoch zu einfach und zeichnet m.E. ein zu banales Bild der RAF, umreißt zu wenig die politischen Umstände der Zeit.

Da mir der Roman als solcher gut gefallen hat und einen Lesesog entwickeln konnte, gibt es von mir vier Sternchen.