Cover-Bild Georg Mühleck - Cultivated Algorithms
38,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Art In Flow Verlag, Ulrike Oppelt
  • Themenbereich: Kunst
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 280
  • Ersterscheinung: 05.02.2026
  • ISBN: 9783938457740
Dolores Steinmann, Barbara Rauch, Boris Nieslony, Sylvia Niebrügge, Monique Brunet-Weinmann, Bernhard Stumpfhaus, Georg Mühleck

Georg Mühleck - Cultivated Algorithms

Natur und künstliche Wesen / Nature and artificial creatures
Ulrike Oppelt (Herausgeber), Birgit Lammerz-Beckschäfer (Übersetzer)

Georg Mühlecks „Cultivated Algorithms“ reflektiert die rasanten Veränderungen durch Wissenschaft und Digitalisierung, thematisiert insbesondere das Spannungsfeld zwischen Biologie und Mathematik, Natur und Technik, Evolution und möglicher Zerstörung. Im Zentrum steht die künstlerische Auseinandersetzung mit Algorithmen und künstlich generierten, biologisch-synthetischen Formen, die als Metaphern für wissenschaftliche Prozesse dienen. Gleichzeitig äußert der Künstler Skepsis gegenüber aktueller KI in Kunst und Kreativität. Werke wie „Cellular Cultures (T)“ verbinden Georg Mühlecks frühere Arbeiten über Gehirn und Erinnerung. Ausgangspunkt sind algorithmisch gesteuerte Zellformationen, die sich über viele Generationen entwickeln und schließlich zu einem fremdartig wirkenden Kunstgebilde erstarren. Diese Formen stellen keine reale Natur nach, sondern deuten unbekannte Wesen an.
Georg Mühleck beschäftigt sich seit 1992 mit zellulären Automaten und nutzt sie als Denkmodell für biologische und geistige Prozesse. Parallel dazu reflektiert er über Subjektives, wie Erinnerung und Wahrnehmung als etwas, das durch körperliche und chemische Einflüsse, symbolisch am Beispiel von Tee, beeinflusst wird. Der Künstler sammelt, sortiert und arrangiert Teeblätter wie Zeichen oder Neuronen eines Netzwerks. Inspiriert von Erkenntnissen der Hirnforschung versteht er sein Kunstwerk als Landkarte eines Denkprozesses, das geistige Aktivität und Fantasie sichtbar machen soll. Inhaltlich beschäftigt er sich auch mit der Frage, wie sich Leben bzw. Bewegung in ein eigentlich statisches, zweidimensionales Bild aus zellulären Automaten bringen lässt. Verglichen mit historisch-künstlerischen Illusionen wie der Perspektive in der Renaissance oder den Wahrnehmungstäuschungen der Op Art entsteht illusorische Bewegung nicht im Bild selbst, sondern durch die Art, wie unsere Augen und unser Gehirn visuelle Informationen verarbeiten. Für seine Arbeiten nutzt der Künstler Formen aus mikroskopischen Zellkulturen, die sich beim Betrachten zu bewegen scheinen, tatsächlich bewegen sich jedoch die Augen der Betrachtenden.
Ein zellulärer Automat ist ein Computermodell aus einem regelmäßigen Raster gleichartiger Zellen. Jede Zelle besitzt einen bestimmten Zustand und ändert diesen nach festgelegten Regeln in Abhängigkeit von ihren Nachbarzellen. Obwohl die Regeln einfach sind, können durch ihr Zusammenspiel komplexe Strukturen und Prozesse entstehen. Das Konzept wurde Ende der 1950er-Jahre von den Mathematikern Stanislaw Ulam und John von Neumann entwickelt. Von Neumann war besonders daran interessiert, ein System zu schaffen, das sich selbst reproduzieren kann, also grundlegende Eigenschaften von Leben nachahmt. Heute werden zelluläre Automaten in vielen Wissenschaften genutzt, z. B. in der Biologie, Physik, Informatik und Astrophysik.

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