Cover-Bild The Seneca–Paul Correspondence
Band der Reihe "Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament"
140,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Mohr Siebeck
  • Themenbereich: Philosophie und Religion - Religion und Glaube …
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Ersterscheinung: 30.05.2026
  • ISBN: 9783161646720
Ilaria L. E. Ramelli

The Seneca–Paul Correspondence

New Research in Philology, Intertextuality, Religion and Philosophy, and the Question of Dating and Authorship
Dieser Band vereint die Ergebnisse von nahezu dreißigjähriger Forschung zum pseudepigraphen Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus. Ilaria Ramelli präsentiert zunächst methodologische Überlegungen zum Begriff der Pseudepigraphie und dessen Bedeutung für das Verständnis des Briefwechsels. Durch den Vergleich der Seneca-Paulus-Briefe mit nicht-literarischen griechischen und lateinischen Briefen des 1.-3. Jh. n. Chr. stellt sie deren bislang angenommene Einzigartigkeit infrage und verortet sie in einem breiteren epistolaren Kontext. Die Autorin stellt Seneca und Paulus sowohl als historische Persönlichkeiten vor, als auch als literarische Figuren, wie sie aus der Korrespondenz hervorgehen. Intertextuelle Analysen offenbaren deutliche Anspielungen auf das Neue Testament - darunter Hinweise auf spätere Interpolationen von zwei Briefen. Eingehend untersucht werden syntaktische Graezismen, thematische Übereinstimmungen mit frühchristlichem und stoischem Denken (etwa die Universalität von Schuld) sowie die politischen und theologischen Implikationen der überlieferten Verlesung paulinischer Briefe durch Seneca vor Nero. Die Autorin befasst sich zudem mit Fragen der Datierung, insbesondere anhand der consules suffecti, und mit der Entstehung der Legende von Senecas „Bekehrung" zum Christentum. Darüber hinaus analysiert sie die frühe Überlieferung der Paulusbriefe, die Rezeption von Paulus' Bildung in Antike und moderner Forschung sowie Senecas Verhältnis zu Judentum und Paganismus. Indem die Autorin die Sammlung der Paulusbriefe hinterfragt sowie mögliche Bezüge zum Marcionismus, zu Tertullian und zum Muratori-Fragment einbezieht, bietet sie eine Neubewertung des Briefwechsels und seiner Bedeutung innerhalb der frühchristlichen Geistesgeschichte.

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