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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2019

Weltpolitik, Gesellschaftskritik, Konfliktlösung und Dialog kindgerecht verpackt und vermittelt

Hallo Donald Trump
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Wer sich schon mal ein Zimmer mit einem Geschwisterteil teilen musste, der weiß sicherlich, wie nervig das sein kann. Die eigenen Sachen liegen nicht mehr dort, wo man sie zurückgelassen hat… Frischgewaschene ...

Wer sich schon mal ein Zimmer mit einem Geschwisterteil teilen musste, der weiß sicherlich, wie nervig das sein kann. Die eigenen Sachen liegen nicht mehr dort, wo man sie zurückgelassen hat… Frischgewaschene Wäsche wird liebevoll neben dem Bett, in Haufenform, statt sortiert auf dem Bett drapiert… Und man darf entweder mit Festtagsbeleuchtung versuchen einzuschlafen oder im Dunkeln zu lesen… und so weiter und so fort.
Ja…dass Sam sich da Inspiration beim US-amerikanischen Präsidenten holt, ist da gar nicht mal so abwegig – denn für ein Kind, das erst lernen muss Konflikte durch Reden und Verhandeln zu lösen und nicht durch Ausgrenzung und Wegschauen, ist dieses Verhalten noch relativ verständlich.

Die Inspiration ist also da und weil Sam noch mehr Rat zum Thema Mauerbau braucht, schreibt er Donald Trump einen Brief nach dem anderen. Sam klagt sein Leid, berichtet über andere berühmte Mauern der Geschichte und erzählt Trump davon wie seine Familie mit diesem Thema umgeht – nämlich ganz anders als der alte wütende weiße Mann in hoher Position. Miteinander reden und Kompromisse eingehen heißt hier die Devise – davon kann sich Trump definitiv noch eine große Scheibe abschneiden.

In äußerst amüsanten Illustrationen wird einerseits Trump ein wenig durch den Kakao gezogen und andererseits der Fortschritt in Sachen Familienfrieden gezeigt. Mir persönlich haben die Illustrationen sehr gut gefallen, besonders die, in denen einer blonden Powerlocke ständig Briefe gereicht werden.

“Hallo Donald Trump” ist kein Buch, das ohne Erklärung einfach so vorgelesen werden kann. Es ist ein Buch, über dessen Inhalt gesprochen werden muss. Ein Buch, mit dem man sozusagen arbeitet. Pädagogisch finde ich es großartig, da es die richtigen Werte vermittelt und aufzeigt, dass auch Erwachsene nicht unfehlbar sind.

Fazit

Weltpolitik, Gesellschaftskritik, Konfliktlösung und Dialog kindgerecht verpackt und vermittelt. “Hallo Donald Trump” ist kein Buch, das man einfach so vorlesen kann. Es ist ein Buch, über das Eltern, Großeltern, Erzieher*innen usw. beim und nach dem Vorlesen mit den Kindern reden müssen. Ein Buch, das wichtige Werte vermittelt und den Vorlesenden mit einem Schmunzeln auf den Lippen zurücklässt.

Veröffentlicht am 26.08.2019

Außergewöhnlich, tough und humorvoll - ganz mein Geschmack

Ausgerechnet Muse
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Die vollständige Rezension findet ihr auf tthinkttwice.de ? .

{Lesegrund}

Mir hat der Klappentext von Anfang an zugesagt und da ich bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und rezensiert hatte, ...

Die vollständige Rezension findet ihr auf tthinkttwice.de ? .

{Lesegrund}

Mir hat der Klappentext von Anfang an zugesagt und da ich bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und rezensiert hatte, wusste ich, dass mir der Schreibstil gefallen wird.

{Charaktere}

Apollonia Parker – die Protagonistin

Was für ein cooler und zu Beginn doch sturer Charakter. Ich mag Apollonia als Protagonistin wirklich sehr. Sie ist integer, authentisch, witzig und einfach nur tough. Und auch wenn es zu Beginn erst nicht danach aussah, lernt sie aus ihren Fehler und entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter. Eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack!

Nick – ihr Sidekick

Nick ist auch ziemlich cool. Ich mag ihn echt gern. Er ist Musiker mit Leib und Seele, hat seine Prinzipien und ist ihnen treu. Er konzentriert sich auf seine Musik und kann mit den Girlie-Girls, die ihn anschmachten nichts anfangen – dafür gefällt ihm die ungewöhnliche Apollonia umso mehr. Und noch ein Pluspunkt: Er trinkt keinen Alkohol!

Die Nebencharaktere

Auch diese Charaktere haben alle ihren ganz eigenen Charm und auch jetzt, mehrere Tage nach Beendigung des Buches, sind meine Vorstellungen und Gefühle den einzelnen Nebencharakteren gegenüber sehr präsent – heißt, sie haben Eindruck hinterlassen.

{Schreibstil}

Wie bereits weiter oben erwähnt, kannte ich den Schreibstil der Autorin schon aus einem anderen Buch und auch hier in diesem Buch hat er mir wieder sehr gut gefallen.
Carola Wolff lässt durch ihre Worte ein Bilderkino in meinem Kopf entstehen. Einzelne Szenen sind mir jetzt noch im Gedächtnis geblieben. Sie schreibt mit viel Witz und einer trockenen Art Humor, die ich einfach nur liebe.

{Fazit}

“Ausgerechnet Muse” hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Es ist mal eine andere Art von Fantasy-Buch, mit einer echt toughen Protagonistin, die ganz meinem Geschmack entspricht. Ein paar winzige Kleinigkeiten haben mich beim Lesen gestört, daher sind es “nur” sehr gute 4 von 5 Sternen geworden.

Veröffentlicht am 29.07.2019

Große Liebe für dieses Buch! - Für Klein und Groß geeignet

Die Wiese
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Ist das Cover des Buches nicht einfach wunderschön? Und nicht nur das ist schön an diesem Buch. Die Illustrationen im Inneren sind genauso zauberhaft und die Geschichte vermittelt eine ganz wunderbare ...

Ist das Cover des Buches nicht einfach wunderschön? Und nicht nur das ist schön an diesem Buch. Die Illustrationen im Inneren sind genauso zauberhaft und die Geschichte vermittelt eine ganz wunderbare Botschaft.

Ich habe das Buch zusammen mit meiner dreijährigen Tochter ausgepackt und sie wollte, dass ich es ihr sofort vorlese. Ganz gebannt hat sie mir zugehört und sich die Bilder angeschaut. Nachdem ich fertig war, wollte sie die Geschichte noch ein zweites Mal hören, also haben wir sie noch ein zweites Mal gelesen. Noch am Tag darauf erzählte sie mir von der gelben Blume, die Tinten getrunken hat, obwohl sie die Tinte gar nicht mochte.
Die Bedeutung hinter dieser metaphorischen Geschichte hat meine kleine Maus natürlich noch nicht verstanden, doch sie wird sie – mit meiner Hilfe – irgendwann verstehen. Und ich hoffe, dass sie auch weiterhin ohne Vorurteile und mit dem Mut sie selbst zu sein, durchs Leben geht.
Denn mal ganz ehrlich…wer ist denn noch am meisten er oder sie selber? Ohne Verstellen, ohne Anpassung, ohne andere wegen ihres Aussehens/ihrer Einstellung/ihrer Religion/usw. Richtig, es sind Kleinkinder, die noch nicht mit unserem erwachsenen Denken vergiftet wurden.
Leider merke ich bereits an meiner Tochter, dass sie beginnt andere zu beurteilen. Sie macht das nicht, weil sie weiß, was sie da tut. Sie macht das, weil sie älteren Kindern aus ihrer Kita Dinge nachplappert. Nun liegt es an uns, sie zu einem toleranten Menschen zu erziehen, der die Vielfalt des Lebens sieht, akzeptiert und bestenfalls auch schätzt.
Ein Buch wie “Die Wiese” wird uns dabei helfen, ihr spielerisch zu zeigen, dass es vollkommen ok und auch richtig ist, man selbst zu sein und dass es einen krank macht, wenn man beginnt sich für Andere/die Gesellschaft zu verstellen.

Ich, als erwachsene Leserin, kann mich an den wunderschönen Illustrationen gar nicht sattsehen und bisher habe ich bei jedem Mal vorlesen, ein kleines Bisschen mehr von der Bedeutung hinter der Geschichte erkannt.

Das Buch ist wirklich ein kleines Highlight und ich werde es definitiv auch in meiner Kindertagesstätte vorschlagen und hoffen, dass ich es für uns anschaffen darf.

Fazit

Ein wirklich wunderschönes Buch, was die Illustrationen und was die Bedeutung hinter der Geschichte angeht. Ich halte das Buch für wichtig, gerade, was die Entwicklung von Kindern angeht und möchte es gerne auch für meine Kindergartengruppe anschaffen.

Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Tolles und wichtiges Buch! - doch nicht unbedingt Menstruationsneulinge alleine lesen lassen

Rot ist doch schön
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Fast das natürlichste von der Welt, doch niemand redet wirklich (gerne) darüber. Nein, im Gegenteil: Mädchen und Frauen verstecken ihre Menstruationsartikel, reden nicht mal untereinander offen über das ...

Fast das natürlichste von der Welt, doch niemand redet wirklich (gerne) darüber. Nein, im Gegenteil: Mädchen und Frauen verstecken ihre Menstruationsartikel, reden nicht mal untereinander offen über das Thema und Jungs/Männern gegenüber ist es fast schon ein Tabuthema.
Ich persönlich finde es sehr schade, dass mit diesem unumgänglichen und völlig natürlichem Thema so schambehaftet umgegangen wird. U.a. deswegen habe ich vor einer ganzen Weile damit begonnen ganz offen über (meine) Menstruation zu sprechen.
Lucia Zamolos Buch war daher eine wirklich willkommene und erfreuliche Neuentdeckung für mich. Es trauen sich immer mehr Frauen offen und öffentlich darüber zu reden und das finde ich einfach nur großartig. Ich möchte, dass meine Tochter in einer Welt aufwächst, in der sie ihre Binde oder ihren Tampon nicht aus Scham verstecken braucht, in der sie ganz offen mit mir, ihrem Vater und auch ihren Freundinnen über ihre Periode reden kann. Das ist mir wirklich wichtig.
Bis Puschel soweit ist, gehen noch einige Jahre ins Land und bis dahin, hoffe ich, dass sich noch einiges tun wird. Bücher, wie das hier von Lucia Zamolo sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Mir persönlich – als erwachsene Frau, die schon über 20 Jahre lang ihre Periode hat – hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist kritisch, informativ, witzig und lässt sich sehr schnell lesen. Mir gefällt die gesamte Aufmachung: die Illustrationen und der Stil des Buches. Es wirkt ein wenig wild und chaotisch, was vorrangig die handgeschriebene Schrift macht, doch genau das gefällt mir an dem Buch.

Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass ein Mädchen, das gerade frisch ihre Periode bekommen hat oder kurz davor ist, von dieser Art von Schrift abgeschreckt werden könnte. Im Kopf herrscht schon Chaos, was macht dann das Chaos im Buch noch obendrein?
Auch finde ich die Fakten, die relativ zu Beginn des Buches genannt werden für ein 10-jähriges Kind doch noch zu heftig. Gerade für Mädchen, die nun für mehrere Jahrzehnte einmal im Monat bluten werden, sind diese Fakten nicht ganz einfach zu verdauen.
Mir als 35 jährige Frau haben die Fakten sehr gut gefallen, sehr viel Neues war für mich dabei und ich mochte die leicht zynische Art der Autorin sehr.

Fazit

Mir gefällt das Buch und ich empfehle es auch gerne weiter, doch würde ich es nicht unbedingt Menstruationsneueinsteigern empfehlen, wenn diese erst 10, 11 oder 12 Jahre alt sind. Ich würde das empfohlene Alter auf mindestens 13 Jahre hochsetzen, da ich denke, dass die Fakten darin dann besser verstanden werden und nicht mehr so großes Potential bergen, ein zu junges Kind zu verschrecken.

Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.07.2019

Eine große Bereicherung - absolut empfehlenswert

Hochbegabt?
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Als meine kleine Tochter bereits mit anderthalb zu sprechen anfing, mit zwei bis 30 zählen konnte und mit fast drei das Lautieren begann und ich dabei immer stärker erschöpfte, weil das kluge Köpfchen ...

Als meine kleine Tochter bereits mit anderthalb zu sprechen anfing, mit zwei bis 30 zählen konnte und mit fast drei das Lautieren begann und ich dabei immer stärker erschöpfte, weil das kluge Köpfchen so viel einforderte, wurde es für mich Zeit mich in Richtung Hochbegabung umzuhören. Könnte es tatsächlich sein, dass sie zu den Hochbegabten zählt?
Bei meiner Recherche zu einem Buch über Hochbegabung bin ich auf dieses Werk hier von Eliane Reichardt gestoßen. 2016 hatte ich bereits ihr Buch über Hochsensibilität gelesen und rezensiert. Es hat mir ausnehmend gut gefallen und daher wurde “Hochbegabt? – Potenziale erkennen und fördern” zu meiner Wahllektüre.

Und wieder habe ich das Buch aus verschiedenen Blickwinkeln gelesen. Als “betroffene” Mutter und auch als Erzieherin. Eins kann ich euch jetzt schon sagen: Ich werde dieses Buch definitiv mindestens noch ein zweites Mal lesen und all meinen Kolleg*innen empfehlen. Nach einem Gespräch mit unserer Kinderärztin ist mir noch bewusster geworden wie sehr (hoch)begabte Kinder die Unterstützung kompetenter Pädagogen brauchen und das schon im Kindergarten.

Leider herrscht in den meisten Köpfen immer noch der Irrglaube (hoch)begabte Kinder bräuchten keine zusätzliche Förderung, weil sie aufgrund ihrer hohen Intelligenz ja bereit alles können müssten. Ein grober Fehler. Genau wie der geringe Anteil an weniger begabten Kindern, die in Förder- und Sonderschulen gesondert unterstützt werden, benötigen auch die (Hoch)Begabten Förderung.
Das Schulsystem hat sich dem überwiegenden Teil der Normalbegabten angepasst und zeigt leider noch recht wenig Flexibilität, wenn es um Kinder geht, die einfach schneller sind als der Durchschnitt. Solche Kinder brauchen ganz dringend Zusatzaufgaben und dürfen nicht dazu gezwungen werden auf die langsameren Schüler zu warten, denn genau das führt dazu, dass eben diese (hoch)begabten kleinen Menschen auffällig werden und anfangen den Unterricht zu stören.

Wir Pädagogen müssen weg von unserem defizitären Blick und dahin die Stärken eines Kindes frühzeitig zu erkennen. Denn wenn schon Auffälligkeiten zu einem störenden Faktor geworden sind, ist das Kind leider bereits in den Brunnen gefallen und nur mit großer Anstrengung wieder daraus zu befreien.
Wir müssen uns einfach mehr informieren und veraltete und falsche Denkmuster, die wie in Bezug auf Hochbegabung haben, ablegen. Daher finde ich, dass dieses Buch ein Muss für jede pädagogische Fachkraft sein sollte.

Auch als Mutter einer (sehr wahrscheinlich) hochbegabten Tochter ist dieses Buch äußerst hilfreich für mich gewesen. Noch ist unsere kleine Maus nicht getestet worden, dafür ist sie einfach noch zu jung – laut Ärztin befindet sie sich aber definitiv im Begabtenspektrum und sehr wahrscheinlich auch in dem der Hochbegabten.

Wie bereits in Frau Reichardts erstem Buch über Hochsensibilität, gefällt mir ihre Art zu schreiben sehr. Ich empfand das Buch weder als schwer verständlich noch als langweilig und habe daher sehr gerne zu diesem Buch gegriffen.
Beim ersten Lesen habe ich mir einen groben Überblick verschafft und beim zweiten Lesen werde ich in die Tiefe gehen – wobei ich mir auch den ausführlichen Anhang mit weiterführender Literatur sehr genau anschauen werde, den Frau Reichardt empfiehlt viele andere Bücher zu diesem Thema.

Fazit

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich möchte es Eltern (hoch)begabter Kinder genau so ans Herz legen wie pädagogischen Fachkräften. Ich werde es definitiv mindestens ein zweites Mal lesen und es mit in meine Einrichtung nehmen, um es dort ebenfalls zu empfehlen.

Von mir gibt es klare 5 von 5 Sternen.