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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2019

Ein Buch voller Emotionen, Liebe und Tiefe - eins meiner Highlights 2019

Jeder von uns ist ein Rätsel
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Ich liebe ja Geschichten, die anders sind. Die nicht dem gängigen Standard – in diesem Fall einer Liebesgeschichte – entsprechen und bei denen auch noch eine Botschaft rüberkommt. “Jeder von uns ist ein ...

Ich liebe ja Geschichten, die anders sind. Die nicht dem gängigen Standard – in diesem Fall einer Liebesgeschichte – entsprechen und bei denen auch noch eine Botschaft rüberkommt. “Jeder von uns ist ein Rätsel” ist genau so ein Buch und ich verrate nicht zu viel, wenn ich euch jetzt schon sage, dass ich das Buch geliebt habe.

Wie der Klappentext schon vermuten lässt ist Alvie eine Autistin, sie hat das Asperger Syndrom, um genau zu sein. Die Kommunikation und soziale Interaktion mit anderen Menschen stellt sie Tag ein, tag aus vor große Herausforderungen und doch ist sie bereits mit ihren 17 Jahren seit fast einem Jahr auf sich gestellt. Sie wohnt alleine und geht einem Vollzeitjob im Zoo nach. Jede Woche kommt ein Sozialarbeiter zu ihr, der sie unterstützen soll, denn noch steht sie unter staatlicher Vormundschaft.
Mit Veränderungen in ihrem Tagesablauf kommt Alvie nur schwer zurecht und daher muss sie die Tatsache auch erst einmal verarbeiten, dass eines Tages ein junger Mann (Stanley) zu ‘ihrer’ festen Uhrzeit, auf ‘ihrer’ Bank, in ‘ihrem’ Park sitzt. Und das nicht nur ein Mal, sondern Tag für Tag wieder.
Die beiden kommen sich auf ihre ganz eigene Art und Weise näher und eine ganz wunderbare, etwas traurige, aber wunderschöne Liebesgeschichte entsteht zwischen den beiden.

Alvie und Stanley sind “anders” – sie entsprechen nicht dem Standard, den die Gesellschaft als “normal” definiert. Ich liebe “anders”. Ich bin selber anders und würde der Standarddefinition auch nicht entsprechen und es auch nicht wollen. Dennoch haben sowohl Alvie als auch Stanley regelmäßig mit ihrer Umwelt zu kämpfen. Alvie mit ihrem Asperger noch viel mehr als Stanley. Was für ein Päckchen Stanley zu tragen hat, das verrate ich euch nicht, das müsst ihr schon selber herausfinden.
Alvie fällt in Gesellschaft mit anderen Menschen immer auf, das war schon in jungen Jahren in der Schule so. Sie kann Gesichtsausdrücke nur schwer deuten, denkt logisch und rational und weniger emotional, kann bestimmte Gerüche und Geräusche nur schwer aushalten und mag nicht angefasst werden. Am liebsten arbeitet sie mit Tieren, den deren Verhalten folgt einem logischen, biologischen Rhythmus – anders als es bei Menschen ist.

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Ich mochte es kaum noch zur Seite legen. Die Geschichte ist mir so ans Herz gegangen – Alvie und Stanley sind mir ans Herz gegangen. Zwei ganz wunderbare Charaktere, die von der Autorin auch großartig herausgearbeitet wurden.
Ich selber habe nur über das Asperger-Syndrom gelesen und es noch nicht “live” erlebt, doch Alvie kam mir in ihrem ganzen Verhalten sehr authentisch vor. So eine tolle Persönlichkeit, die mit Unfassbarem zu kämpfen hat und hatte und es dennoch schafft so stark zu bleiben.
Das Gleiche auch bei Stanley. Auch ihn finde ich ganz großartig – es sollte definitiv viel mehr Menschen geben, die so sind wie er! Beide zusammen zu erleben war gleichzeitig wunderschön und aufwühlend. Sie standen sich nicht nur einmal selber im Weg zu ihrem Glück.

Der Schreibstil der Autorin ließ mich vollkommen im Buch und in der Welt von Alvie und Stanley versinken. Wenn ich gelesen habe, war ich bei den beiden vor Ort – habe mitgelitten und mit gefiebert.

Empfohlen wird das Buch ab 14 und dem stimme ich auch zu. Die Thematik ist nicht ganz simpel und auch emotional darf der Leser einiges einstecken. Außerdem denke ich, dass sich das Buch sehr gut als Schullektüre eignet.


Fazit

“Jeder von uns ist ein Rätsel” ist ein Buch, das ich wirklich jedem ans Herz legen möchte. Ich fand es einfach nur großartig. Es ist ein Buch voller Emotionen, Liebe und Tiefe. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und damit 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.01.2019

Mein Blickwinkel auf das Thema Feminismus wurde modernisiert - definitiv lesenswert

The future is female!
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Ich bin tatsächlich bereits so alt, dass meine letzten bewussten Erfahrungen bzw. Erinnerungen mit dem Thema Feminismus noch von männerhassenden, achselrasurverweigernden und BH-schwingenden Frauen geprägt ...

Ich bin tatsächlich bereits so alt, dass meine letzten bewussten Erfahrungen bzw. Erinnerungen mit dem Thema Feminismus noch von männerhassenden, achselrasurverweigernden und BH-schwingenden Frauen geprägt ist. Das ist zwar jetzt doch ein wenig klischeebehaftet, aber genauso habe ich sehr lange Zeit über Feminismus bzw. Feministinnen gedacht.
Ich war schon immer für Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit und die Abschaffung von Diskriminierung. Für mich war das aber mein “Normalzustand” und ich wäre nie auf den Gedanken gekommen mich deswegen “Feministin” zu nennen. Nein – Feministinnen waren für mich Frauen, die Männern grundsätzlich eher feindselig gegenüberstanden; sich weigerten, sich die Beine und Achseln zu rasieren; und jede Frau, die sich mit Make Up im Gesicht wohler fühlte, zu verurteilen und als Gegnerin des Feminismus hinzustellen. So jemand wollte ich nicht sein, so jemand war ich nicht.
Ich mag rosa und pink, ich trage Eyeliner und Mascara und ich rasiere mich, weil ich mich damit wohler fühle und doch bin ich eine Feministin. – Das weiß ich, seitdem ich dieses Buch hier gelesen habe.

The future is female! hat meinen Blickwinkel auf das Thema Feminismus modernisiert, ja fast schon grundlegend geändert. Wir leben zwar im 21. Jahrhundert und doch ist Feminismus wichtiger und aktueller denn je. Denn wir leben immer noch in einer Welt voller Sexismus, geschlechtlicher Diskriminierung und veraltetem Geschlechterrollenmodell.

The future is female! beinhaltet jede Menge Texte von engagierten Frauen. Frauen, die bereits seit Jahrzehnten wissen, dass sie Feministinnen sind und Frauen, die sich selbst erst seit Kurzem darüber im Klaren sind. Eine wirklich bunte Mischung.
Einige Texte sind traurig, andere wiederum äußerst unterhaltsam. Es gibt Texte voller Emotionen, die wirklich aus jeder einzelnen Zeile dem Leser entgegen springen. Und auf der Gegenseite Texte, die eher sachlich und weniger emotional daherkommen.
Einige der Essays haben mich wirklich tief berührt und ich lasse sie jeden in meinem Umfeld lesen, der nicht bei drei vor mir und meinem Buch geflüchtet ist. Diese Essays halte ich für unglaublich wichtig und ich finde, jeder sollte sie gelesen haben.

Auf der anderen Seite habe ich auch Essays gelesen, die mir nicht so sehr gefallen haben, aber das ist alles Geschmackssache. Ich denke, in diesem Buch wird für jeden etwas dabei sein, der sich für das Thema Feminismus interessiert.

Ich habe sehr gerne immer mal wieder in dem Buch gestöbert und die vielzähligen und vielfältigen Texte der einzelnen Frauen gelesen. Es war ein sehr interessantes und auch lehrreiches Buch für mich, das ich gerne weiterempfehlen kann und auch möchte.

Fazit

Eine bunte Mischung von Essays zum Thema Feminismus, das meine Ansicht dazu grundlegend modernisiert hat. Meiner Meinung nach ein Buch, das von jedem gelesen werden kann und sollte – von Frauen sowie auch von Männern.

Ich vergebe sehr gerne gute 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 05.01.2019

Interessant, aber nicht unbedingt für Vegetarier geeignet

Mix dich schlank
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Dauerhaft abnehmen ohne zu verzichten? Mein absoluter Traum, denn ich bringe leider zu viel auf die Waage und habe schon vor Jahren festgestellt, dass ich definitiv nicht der Typ Mensch bin, der durch ...

Dauerhaft abnehmen ohne zu verzichten? Mein absoluter Traum, denn ich bringe leider zu viel auf die Waage und habe schon vor Jahren festgestellt, dass ich definitiv nicht der Typ Mensch bin, der durch Verzicht abnehmen kann. Sobald ich mir etwas “verbiete”, habe ich erst recht Appetit darauf und meine Gedanken drehen sich nur darum.
Leider liebe ich auch Kohlenhydrate wirklich sehr und finde eher selten kohlenhydratarme Rezepte, die mir zusagen und dann auch noch schmecken. Konsistenz und Geschmack sind mir sehr wichtig beim Essen und gerade, was die Konsistenz angeht, bin ich leider immer noch recht vielen Limitationen ausgesetzt, was das Essen angeht.

Vor zwei Jahren haben wir uns einen Thermomix zugelegt und wir nutzen ihn auch sehr gerne, aber nicht so häufig wie ich es gerne hätte. Als mir dann dieses Buch hier über den Weg gelaufen ist, war die Entscheidung schnell klar – das Buch möchte ich auf Herz und Nieren testen.

Wer sich noch nicht mit dem Low Carb High Fat – Prinzip auskennt, der findet ihr viele Informationen dazu. Über fast 40 Seiten wird dem Leser viel Wissenswertes über den Thermomix und das LCHF erklärt. Da ich den Thermomix bereits seit über zwei Jahren besitze, war für mich der Teil über den TM eher überflüssig. Dürfte eher etwas für TM-Neulinge sein.
Den Input zu LCHF fand ich zwar insgesamt sehr interessant, aber auch hier war, für mich, viel Bekanntes dabei.
Bei diesem Buch sollte man also wissen, dass man nicht nur Rezepte kauft, sondern auch einen großen Teil Hintergrundwissen.

Über 75 kohlenhydratarme Rezepte werden dem Leser hier versprochen und die bekommt er auch. Wer sich omnivor ernährt, wird sicherlich auch Vieles finden, was ihm gefällt und auch schmeckt, doch wir als Vegetarier hatten leider unsere Schwierigkeiten bei der Auswahl.
Die meisten Hauptgerichte sind mit Fisch und Fleisch und lassen sich leider auch kaum bis gar nicht substituieren. Und wenn wir den Fisch oder das Fleisch hätten ersetzen können, dann leider häufig nur durch kohlenhydratreichere Lebensmittel, was ja nicht Sinn und Zweck der Sache ist.

Wir haben uns am Curry mit Kokosmilch und Halloumi und den Rösti mit Joghurtdip versucht. Beide Rezepte waren lecker, doch richtig gesättigt haben sie uns nicht.
Der Zubereitungsanleitung konnten wir sehr gut folgen und zumindest der Teil, der im Thermomix zubereitet wurde, hat auch einwandfrei geklappt. Bei den Rösti hatten wir beim Braten recht viel Verschleiß, da sich die ersten Röstis nicht wenden lassen wollten. Mein Mann musste sich erstmal “eingrooven” und dann ging das auch.

Wir sind ein vegetarischer Haushalt mit Kleinkind – zwei Faktoren, die das Kochen aus diesem Kochbuch deutlich erschweren. Unsere Tochter mochte leider keins der ausprobierten Rezepte, wobei wir ihr das Curry gar nicht erst angeboten hatten, da es zu scharf war.

Fazit

Ein umfangreiches Kochbuch mit viel Hintergrundwissen, schönen Bildern und guten Anleitungen, das uns allerdings nicht überzeugen konnte. Zu wenige Rezepte, die für Vegetarier kompatibel sind. Und in einem Haushalt mit Kleinkind, wo man nicht unbedingt doppelt und dreifach kochen möchte, hat man auch Schwierigkeiten auf einen Nenner zu kommen.

Von mir gibt es leider “nur” 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Wunderbar, zauberhaft und berührend - auch für große Mädchen

Für mein Mädchen
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Ich habe dieses Buch in einer Werbeanzeige auf Instagram entdeckt und wusste schon im allen ersten Moment, dass ich dieses Buch für meine kleine Tochter haben muss. Manchmal ist es nur ein kleines Gefühl, ...

Ich habe dieses Buch in einer Werbeanzeige auf Instagram entdeckt und wusste schon im allen ersten Moment, dass ich dieses Buch für meine kleine Tochter haben muss. Manchmal ist es nur ein kleines Gefühl, das uns Dinge tun lässt und in diesem Fall hat mich mein Bauchgefühl definitiv nicht enttäuscht.

Meine Tochter ist mit ihren zweieinhalb Jahren zwar noch nicht ganz die anvisierte Zielgruppe, da sie die Botschaft hinter den Bildern und Texten noch nicht greifen kann, aber glücklicherweise werden Bücher ja nicht so schnell schlecht und sie kann dieses kleine Schmuckstück noch diverse Jahre behalten, bis sie die Botschaft dahinter irgendwann verstehen kann.
Und trotzdessen, dass die eigentlich noch zu jung ist, hat sie sich das Buch sofort geschnappt und mit großer Freude durchgeblättert. Ich habe es ihr bereits bestimmt an die 30 Mal vorgelesen. Denn durchgelesen ist das kleine Büchlein wirklich schnell.
Entdecken kann man aber bei jedem Mal lesen etwas Neues. Die Botschaften sind einfach nur großartig, wichtig und herzerwärmend und mir persönlich gefallen auch die Illustrationen sehr. Wer einen genaueren Blick drauf werfen möchte, der kann sich den Buchtrailer angucken.

Das Buch kam passend zum Treffen unserer “Krabbel”gruppe an und da ich schon da so begeistert von dem Buch war, habe ich es den anderen Mamis gezeigt. Was soll ich sagen? Fast alle anderen Mamis haben das Buch für die eigene Tochter und/oder als Geschenk für eine Freundin schon bestellt.
Es ist wirklich ein ganz wundervolles Geschenk und selbst ich als Frau in den Dreißigern hätte mich über das Buch gefreut, wenn meine Mutter es mir geschenkt hätte. Es ist tatsächlich ein Buch für kleine und große Mädchen.

Ich finde, dass Worte alleine diesem Buch nicht gerecht werden, daher halte ich die Rezension etwas kürzer. Lest euch den Klappentext durch, schaut euch den Buchtrailer an und lasst euch selber von dem Buch und seinen Bildern verzaubern. Mir persönlich gefällt das Buch richtig gut und wir werden es hier zu Hause in Ehren halten, bis meine Tochter irgendwann alt genug ist, um die Bedeutung dahinter vollständig zu verstehen.

Fazit

Ein ganz wundervolles Buch, das ich wirklich jedem ans Herz legen kann. Meiner Tochter und mir gefällt das Buch sehr gut und wir werden es bestimmt noch diverse Mal zusammen angucken und lesen.

Veröffentlicht am 15.11.2018

Leckere Rezepte, tolle Aufmachung und viel Hintergrundwissen

Für immer zuckerfrei – Meine Glücksrezepte
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Meine Meinung zum Buch

Zucker ist eine Droge und macht süchtig und trotzdem wird sie überall verkauft. In meinem Leben habe ich bisher drei Mal den Versuch gestartet zuckerfrei zu leben – zumindest zeitweise ...

Meine Meinung zum Buch

Zucker ist eine Droge und macht süchtig und trotzdem wird sie überall verkauft. In meinem Leben habe ich bisher drei Mal den Versuch gestartet zuckerfrei zu leben – zumindest zeitweise – und musste gerade beim ersten Versuch feststellen, WO sich überall Zucker versteckt. Dieser erste Versuch ist nun schon ein paar Jahre her und damals war es fast unmöglich auch nur Brot in einer zuckerfreien Variante zu kaufen. Wir mussten so gut wie alles selber machen und auf die meisten Lebensmittel aus dem Supermarkt verzichten.
Versuch 2 und 3 habe ich vorzeitig abgebrochen, weil mich der Heißhunger überkommen hat und dank Anastasia Zampounidis’ Buch weiß ich nun auch woran das gelegen hat. Ich habe weiterhin Weißmehl und Honig zu mir genommen und genau diese beiden “Produkte” fallen auch in die Kategorie “Zucker” und damit bin ich der Zuckerfalle und der Heißhungerspirale nie entkommen.

Bevor das Buch bei mir eingezogen ist, durfte ich die Autorin auf einer Lesung bei uns in der Bücherei das erste Mal live erleben. Eine wirklich sehr sympathische Frau, die ohne erhobenen Zeigefinger aufklärt und einen seine Erfahrungen selbst machen lässt.
Da ich selber bereits seit 18 Jahren Vegetarierin bin und schon häufiger Fehlgriffe im Bereich der Kochbücher gelandet hatte, habe ich nach der Lesung die Chance genutzt und die Autorin gefragt, wie hoch der vegetarische Anteil dieses Buches sei. Die Antwort darauf hat mich voll und ganz davon überzeugt, dass dieses Buch auch bei mir einziehen muss – denn die Rezepte sind zu 90% vegan und die restlichen 10% sind vegetarisch. Endlich ein Kochbuch, mit dem ich auch voll und ganz etwas anfangen kann!

Die Rezepte sind inspiriert durch die mediterrane Küche, das Ayurvedische und die Traditionelle Chinesische Medizin – eine sehr interessante Mischung, die gleich schon beim ersten Durchblättern einen guten Eindruck hinterlassen hat. Ich bin eine sehr wählerische (euphemistisch für mäkelige) Esserin und häufig fällt es mir recht schwer, mich für Rezepte aus Kochbüchern zu begeistern. Anders bei diesem Kochbuch hier – mir sind auf Anhieb so viele Rezepte ins Auge gestochen, die ich lecker fand und nachmachen wollte.

Bisher gemacht haben wir den Clean Ketchup, da meine Tochter ein Ketchup-Junkie ist, mir der herkömmliche aber viel zu viel Zucker hat. Schmeckte eher wie eine Tomatensauce, war aber insgesamt sehr lecker und auch Puschel mochte ihn sehr.
Der Clean Ketchup lässt sich eine Woche im Kühlschrank aufbewahren und von der Menge her, würde ich sagen, schafft man es auch locker ihn innerhalb dieser Woche zu verbrauchen. Für die Menge empfand ich das Rezept auch etwas aufwendiger, daher wird es den Clean Ketchup nur ab und an geben – was aber ok ist, da wir grundsätzlich eher wenig Ketchup essen.

Dann haben wir uns noch an den Pfannkuchen à la Mohn versucht. Ich liebe ja süße Speisen und vermutlich fällt es mir dadurch so schwer auf Zucker zu verzichten. Ich war daher sehr gespannt darauf, ob mir diese zuckerfreien Pfannkuchen schmecken würden – gesüßt werden sie übrigens mit Datteln.
Was soll ich euch sagen? Die Pfannkuchen waren mega lecker, super süß und sehr sättigend. Es war allerdings zunächst etwas tricky die Pfannkuchen zu wenden. Mein Mann hatte allerdings nach ein paar Versuchen den Dreh raus und dann ging es problemlos.

So richtig lecker und mega sättigend war auch das Nussotto – ein Risotto aus Hirse, mit Pekan- und Haselnüssen, garniert mit Karotten und Fenchel. Sowas von lecker und ich kann euch sagen, dass die Portionen echt riesig sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass uns die normalen Portionen aus den üblichen Kochbüchern in den meisten Fällen zu klein sind, daher war ich positiv überrascht, dass dies hier so überhaupt nicht der Fall ist und wir sogar nicht alles aufessen konnten.

Zu guter Letzt haben wir noch das Safran-Risotto gemacht. Auch dieses Gericht war wirklich sehr lecker, obwohl wir es zunächst etwas gewöhnungsbedürftig fanden, da wir vorher noch nie Risotto aus Vollkornreis zubereitet haben.

Ich muss sagen, dass wir mit den meisten Zutaten kein Problem hatten. Vieles hatten wir eh schon im Haus – das ist wohl der Vorteil eines Vegetarier-/Veganer-Haushalts und was wir nicht da hatten, haben wir problemlos im nächsten größeren Supermarkt oder Reformhaus/Biomarkt bekommen.

Bevor es an die Rezepte geht, vermittelt Anastasia Zampounidis noch viel Hintergrundwissen zum Thema zuckerfreie Ernährung, TCM und Ayurveda. Auch zwischendrin (zwischen den einzelnen Rezepten) gibt es immer mal wieder etwas Wissenswertes über ein bestimmtes Lebensmittel zu lesen.

Das Buch ist wirklich schön aufgemacht und die Fotos sehr ansprechend. Allerdings muss ich sagen, dass es leider nicht ganz so küchentauglich ist. Selbst der kleinste Tropfen Wasser hat das Papier bereits zum Wellen gebracht, daher sieht das Buch jetzt nicht mehr ganz so frisch und hübsch aus, nach dem Kochen.

Was mir insgesamt so richtig gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass das Buch nach Emotionen bzw. Stimmungslagen aufgeteilt ist. Wenn man beispielsweise gelassener werden möchte oder weniger traurig, dann schlägt man das entsprechende Kapitel auf, kocht etwas aus dem Bereich und lässt die Lebensmittel auf sich wirken. Denn das ist es, was der Zucker u.a. bewirkt – wir haben das intuitive Essen verlernt und können gar nicht mehr “hören”/spüren, was der Körper in einer bestimmten Lage braucht.

Fazit

Ein ganz wundervolles Buch, mit richtig leckeren Rezepten, einer ganz tollen Aufmachung und viel Hintergrundwissen. Es ist wirklich das perfekte Kochbuch für mich. Ich werde ganz sicher noch sehr viele Gerichte daraus zubereiten. Vielen Dank für dieses tolle Buch!

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine ganz klare Empfehlung.