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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Hält nicht was es verspricht

Iron Witch - Das Mädchen mit den magischen Tattoos
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Lange Zeit schon stand "Iron Witch" auf meiner Wunschliste, eigentlich eher wegen des schönen Covers als wegen der Inhaltsangabe. Die Tätowierungen von dem Mädchen, welches vermutlich Donna darstellt, ...

Lange Zeit schon stand "Iron Witch" auf meiner Wunschliste, eigentlich eher wegen des schönen Covers als wegen der Inhaltsangabe. Die Tätowierungen von dem Mädchen, welches vermutlich Donna darstellt, sind in einem schönen Silber abgebildet, das in der Sonne schimmert und eine echte Augenweide unter den Buchcovern darstellt.

Die Geschichte ist eine gekonnte Abwechslung zu den Dytopien, die sonst den Jugendbuch-Markt regieren. Ich habe zuvor noch nie ein Buch über Alchemie gelesen und daher fand ich die Idee hinter dem Ganzen sehr gelungen. Gehapert hat es allerdings an der Umsetzung. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt und auch, als endlich einige Geheimnisse gelüftet werden, fehlt es dem Buch noch an Spannung. So kommt es, dass einem die 320 Seiten oftmals sehr langatmig vorkommen.

Der Schreibstil hat mich auch etwas genervt. Er ist sehr einfach gehalten, was mir eigentlich gefällt, doch wiederholen sich hier einige Sätze, wie z.B. "Kann ich dies wirklich dem Feind überlassen?", zu oft. Mag sein, dass das bloß an der Übersetzung liegt, aber das ist der Grund, weshalb ich einige Male kurz davor war, das Buch einfach abzubrechen und zu einem besseren zu greifen.

Die Charaktere konnten mich auch nicht auf ganzer Linie überzeugen. Donna ist ein Mädchen ohne viele Freunde. Navin ist für sie wirklich alles auf der Welt und sie würde alles tun, um ihn vor dem Bösen zu beschützen, weshalb sie ihm auch nichts von ihrem Geheimnis erzählt hat. Navin weicht ihr kaum von der Seite. Sie gehen durch dick und dünn und ich werde das Gefühl nicht los, dass er für sie mehr als bloß Freundschaft empfindet. Es wird zwar nicht genau gesagt, aber als Donna Alexander, kurz Xan, kennenlernt, spürt man beim Lesen die Eifersucht förmlich.

Xan ist sehr geheimnisvoll, doch auf eine liebenswerte Art und Weise. Ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen und gemerkt, dass ihn und Donna etwas verbindet, auch wenn Navin dabei zu kurz kommt. Xan bringt die Geschichte erst wirklich in Schwung und treibt diese voran. Ihn umgibt etwas Mysteriöses und ich war schon etwas überrascht, als man seinen Geheimnissen auf die Schliche gekommen ist.

Zwar konnte mich die Geschichte alles in allem nicht wirklich überzeugen, allerdings bin ich sehr neugierig, wie es wohl mit Xan weitergehen wird und was aus Navin wird. Man könnte "Iron Witch" jedoch auch als in sich geschlossenes Buch betrachten, welches gegen Ende hin Spielraum für die eigene Fantasie gibt. Ich für meinen Teil hoffe, dass es der Autorin gelingt, mehr aus den Folgebänden herauszuholen und einen klaren Spannungsbogen zu schaffen, der einen dazu verleitet, auf alle Fälle weiterlesen zu müssen.

Fazit

Netter Schmöker für Zwischendurch, der leider nicht wirklich überzeugen kann. Das Potenzial der Grundidee wurde eher verschwendet.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Bitte mehr davon!

Beiß, Jane, beiß!
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Jahr für Jahr erscheinen ein bis zwei neue Teile der berühmten "Jungs zum Anbeißen"-Reihe. Doch wer denkt, dass die Buchserie bald ein Ende haben könnte, der täuscht sich, denn Mari Mancusi hat noch viele ...

Jahr für Jahr erscheinen ein bis zwei neue Teile der berühmten "Jungs zum Anbeißen"-Reihe. Doch wer denkt, dass die Buchserie bald ein Ende haben könnte, der täuscht sich, denn Mari Mancusi hat noch viele weitere Ideen. Die Fans der Bücher werden auch in näherer Zukunft noch einiges über Rayne und Sunshine McDonald lesen.

In "Beiß, Jane, beiß" werden wir nun endlich wieder in die Gefühlswelt von Sunny geführt, denn sie ist es, die uns die Geschichte erzählt. Es werden die typischen Teenager-Probleme angeschnitten, denn niemand will Sunny in diesem Band verstehen. Alle scheinen gegen sie zu sein, niemand ist bereit ihr zuzuhören und man stempelt sie als Kind ab, denn niemand möchte wahrhaben, dass Sunny vielleicht mit ihrer Vermutung Recht haben könnte, dass etwas faul ist. Vor allem Magnus versteht nicht, was mit seiner Freundin los ist, doch anstatt Dingen auf den Grund zu gehen, lässt er sie links liegen und widmet sich seinen Geschäften.

Durch diese kühle, abweisende Art verliert der in "Jungs Zum Anbeißen" so perfekt dargestellte Magnus erheblich an Sympathiepunkten. Er spielt sich als alter, erfahrener Vampir auf und es scheint ihm zu schmeicheln, von Jane gebraucht und umworben zu werden. Was er jedoch dabei nicht bedenkt ist, wie seine Freundin sich wohl fühlen mag. Wegen dieses Fehlverhaltens kann der Leser gut nachvollziehen, warum die sonst so ruhige und zurückhaltende Sunny nun kocht.

Teil vier dieser ausgezeichneten Reihe ist sehr vielversprechend und man kommt allemal auf seine Kosten. Durch die deutliche Veränderung der Charaktere sorgt der Roman für sehr viel Unterhaltung, Spannung und Gefühl. Wie immer kommt dabei auch der Spaßfaktor nicht zu kurz. Zudem geht die Handlung in soweit weiter, dass man etwas über die Familie der Zwillinge erfährt und sogar die neue Frau des Vaters kennenlernt.

Der wie bisher in jedem Band offene Schluss hält eine gigantische Überraschung parat, mit der wohl absolut niemand gerechnet hätte. Diese bietet jede Menge Stoff für den fünften Teil. Doch es ist grausam, wie der Leser mit offenem Mund zurückgelassen wird und so unendlich viele Fragen unbeantwortet bleiben. Man kann es kaum erwarten, wie es mit Sunny und Rayne weitergehen mag und am liebsten würde man sofort den nächsten Teil der Serie verschlingen.

Fazit

Der Leser wird in eine Gefühlswelt entführt, in die man sich nur allzu gut hineinversetzen kann. Die spannende Geschichte von Sunny und Rayne nimmt eine drastische Wendung an, womit niemand gerechnet hat. Wer all die aufkommenden Fragen beantwortet haben möchte, der sollte die Serie auf jeden Fall weiterverfolgen. Es lohnt sich!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Eine tolle Fortsetzung!

Einmal gebissen, total hingerissen
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eil 2 der "Jungs Zum Anbeißen"-Reihe ist diesmal aus der Perspektive von Rayne geschrieben, im Gegensatz zu Teil 1, in welchem Sunny die Geschichte erzählte. Dies ist eine erfrischende Abwechslung, denn ...

eil 2 der "Jungs Zum Anbeißen"-Reihe ist diesmal aus der Perspektive von Rayne geschrieben, im Gegensatz zu Teil 1, in welchem Sunny die Geschichte erzählte. Dies ist eine erfrischende Abwechslung, denn Rayne ist nicht so naiv wie ihre Schwester, sondern sprüht nur so vor Ironie und Sarkasmus, was dazu führt, dass der Leser wirklich Spaß an der Geschichte hat. Zudem scheinen ihre Probleme so viel wichtiger und interessanter, als die ihrer Zwillingsschwester.

Ein weiterer Pluspunkt ist wohl der Herzbube dieses Teils. Jareth ist kein aalglatter Gentleman wie er im Buche steht. Ganz im Gegenteil, er steht Rayne in ihrer Bissigkeit in nichts nach und er hütet ein Geheimnis, welches ihn um einiges vielschichtiger und interessanter erscheinen lässt. Die gesamte Handlung über bangt der Leser und überlegt, was sich wohl weit hinter dieser Fassade Jareths verbergen mag.

Ebenfalls lernen wir in diesem Teil Sunshine und Raynes Mutter genauer kennen, denn sie trifft einen netten jungen Mann, den die beiden Schwestern für einen Spion halten. Wie die typischen Teenager, die mit dem neuen Freund der Mutter nicht klarkommen, versuchen sie absolut alles in ihrer Macht stehende, um eine Beziehung der beiden zu verhindern. Auch die weiteren Probleme, die sich den Zwillingen in den Weg stellen, werden amüsant geschildert, ohne allzu lahm oder klischeehaft zu wirken.

Ein kleines Manko lässt sich in Teil 2 jedoch finden. Meiner Meinung nach ist es einfach etwas zu viel des "modernen Umfelds". Rayne verbringt über die Hälfte ihres Tages an ihrem Computer, chattet pausenlos, schreibt Blogs und spielt liebend gern Online-Rollenspiele. Als Heldin ist sie damit ein etwas schlechtes Vorbild, da sie ihr Internet-Konsum maßlos übertreibt.

Auch etwas ärgerlich fand ich, dass die Vampire ins Lächerliche gezogen werden, schon allein dadurch, dass es so etwas wie ein Vampir-eBay gibt, ein Online Shop, in dem sie alles finden, was das Vampirherz begehrt.
Alles in allem jedoch kann die Story überzeugen und man könnte sagen, dass Mari Mancusi eine gelungene Fortsetzung geschaffen hat.

Fazit

Gelungene Fortsetzung der Reihe, in der die Protagonisten durch ihre Originalität und ihren Witz überzeugen. Wem Teil 1 gefallen hat, der sollte auf alle Fälle wissen, wie es mit den Zwillingen Sunshine und Rayne weitergeht.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Zum totlachen!

Jungs zum Anbeißen
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Einfach nur zum kaputtlachen. Das trifft auf dieses Buch zu. Mari Mancusi hat mit dieser Reihe wirklich etwas Großartiges für Jugendliche geschaffen. Zwar ist es zunächst wirklich schwierig, sich in diesen ...

Einfach nur zum kaputtlachen. Das trifft auf dieses Buch zu. Mari Mancusi hat mit dieser Reihe wirklich etwas Großartiges für Jugendliche geschaffen. Zwar ist es zunächst wirklich schwierig, sich in diesen Teenager-Slang einzufinden, da wirklich oft die typische Chatsprache mit Begriffen wie "LOL" verwendet wird, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Ich finde es ausgezeichnet, wie Mari Mancusi ihre Charaktere gestaltet hat. Sunshine, das typische Highschool-Mädchen, wie man es heutzutage in jeder amerikanischen Teenie-Komödie zu sehen bekommt, ist einfach nur etwas dämlich und naiv. Sie stellt absolut alles in Frage und für sie zählt nur eins: Lippenstift, hübsche Kleidung, ein netter Freund und die Abschlussballkönigin zu werden. Das ist zwar alles sehr klischeehaft, doch in diesem Buch wird dies wirklich sehr amüsant dargestellt. Rayne ist derweil das komplette Gegenteil von Sunshine. Sie liebt dunkle Farben und absolut alles was düster ist und mit Vampiren zu tun hat. Deswegen gibt es für sie nichts Wundervolleres, als selbst ein Vampir zu werden, weshalb sie sich einem aufwendigen Online-Test unterzieht. Schließlich kommt noch Magnus ins Spiel. Er ist der charmanteste und wohl bestaussehendste Gentleman seit Anbeginn der Vampirliteratur, zumindest wird er so beschrieben.

Sehr positiv ist auch, dass wir in "Jungs zum Anbeißen" nur oberflächliche Informationen zu den Charakteren bekommen und Frau Mancusi nicht sonderlich viel preisgibt, was auf einen zweiten Teil hoffen lässt, den man schließlich auch bekommt. In den Fortsetzungen lernen wir mehr und mehr zu jedem einzelnen Charakter und es kommen neue dazu. Zu Teil 1 bleibt zu sagen, dass es natürlich auch ein kleineres Manko gibt. Vieles aus der Geschichte ist sehr vorhersehbar, wie zum Beispiel die Liebesgeschichte, die sich zwischen Sunny und Magnus auf ihrer gefährlichen Reise entwickelt. Jedoch kann dieses Buch nicht mal dadurch wirklich ruiniert werden.

Ansonsten kann man nur noch einmal die Parodie hervorheben, die dieses Buch für jegliche Vampirbücher oder - filme darstellt, da einfach nichts ernstgenommen wird, was so unglaublich lustig ist, das man deswegen nicht einmal böse sein kann. Als Beispiel sei hier die Vampirjägerin Bertha genannt, die zwar einen Latexanzug trägt, aber diesen wegen ihrer vielen Speckrollen nicht tragen sollte, obercool ist und unter Blutdruckproblemen leidet.

Fazit

Es liegt ein lustiges Buch vor und ist für jeden geeignet, der es ertragen kann, dass eine naive Schülerin die Welt der Vampire absolut durch den Kakao zieht. Den Kauf wird man nicht bereuen!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Hätte sich auf mindestens die Hälfte der Länge kürzen lassen können

Lycidas
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Es fällt außerordentlich schwer, die Handlung dieses Romans in wenigen Worten zusammenzufassen - zu umfangreich ist die Zahl der Figuren, der Querverweise und der Handlungsstränge. Der Erzählstil strotzt ...

Es fällt außerordentlich schwer, die Handlung dieses Romans in wenigen Worten zusammenzufassen - zu umfangreich ist die Zahl der Figuren, der Querverweise und der Handlungsstränge. Der Erzählstil strotzt nur so vor ermüdenden Wiederholungen, die bestimmt um die 200 der mehr als 800 Seiten des Romans ausmachen. Die Vergleiche, die der Erzähler heranzieht, wirken für mich oft fehl am Platz.

Die immer wieder auftauchenden Kurzsätze lassen öfter das Gefühl aufkommen, man lese etwas aus einem Aufsatzwettbewerb einer Grundschule. Auch die Wortwahl ist nicht wirklich weit gefächert. Die Charaktere sind sehr flach und auf ein oder zwei Eigenschaften beschränkt.

Was die Erzählung als solche betrifft, wird meiner Meinung nach viel Potential verschwendet. Wenn eine tiefgreifende Wendung eintritt, wird ihr in der Regel ein paar Seiten weiter durch Endloserklärungen das Geheimnisvolle genommen oder sie wird kurz darauf einfach wieder umgekehrt, nach dem Motto "es wird doch sowieso alles wieder gut". Im Laufe der Handlung werden scheinbar willkürlich Elemente aus Geschichte(n) miteinander verknüpft: Lucifer, Anubis, die Schlange aus dem Garten Eden, der Rattenfänger von Hameln, Jack the Ripper ... Und je öfter Marzi in den Topf aus Mythen und Sagen greift, desto abstruser wird es. Fast schon albern.

Man hat den Eindruck, dass der Autor nach 100 Seiten selber gar nicht mehr weiß, was er da eigentlich schreibt, und sich einen Satz nach dem anderen aus den Fingern saugt. Schrecklich! Für mich eine herbe Enttäuschung.

Fazit

Wer hochwertige Fantasy lesen möchte, der ist bei diesem Buch fehl am Platz und sollte eher zu Neil Gaimans "Niemalsland" greifen.