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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2024

Spannend!

True Story
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Kate Reed Pettys True Story ist ein außergewöhnlicher und fesselnder Roman, der sich gekonnt zwischen den Genres bewegt und den Leser von Anfang bis Ende in Atem hält. Mich hat die Idee vom Roman bis zum ...

Kate Reed Pettys True Story ist ein außergewöhnlicher und fesselnder Roman, der sich gekonnt zwischen den Genres bewegt und den Leser von Anfang bis Ende in Atem hält. Mich hat die Idee vom Roman bis zum Schluss gepackt, besonders das Ende fand ich echt gelungen, aber ich will jetzt nicht zu viel vorwegnehmen!
Die Geschichte beginnt als typischer Thriller über eine schicksalhafte Nacht und die Folgen eines Gerüchts, entwickelt sich jedoch schnell zu einer tiefgründigen Erkundung von Wahrheit, Erinnerung und den Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Gekonnt manövriert hier die Autorin einen durch das Gesehen und es ist teilweise als Thriller bezeichnet, ich würde es aber eher als Spannungsroman betiteln.
Pettys Erzählweise ist innovativ und aufregend. Sie nutzt verschiedene Perspektiven und Erzähltechniken, um die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zu verwischen, was den Leser dazu zwingt, sich ständig zu fragen, was wirklich geschehen ist. Diese erzählerische Vielfalt ist einer der stärksten Aspekte des Buches und zeigt Pettys schriftstellerisches Talent bei diesem Debütroman.
Allerdings kann genau diese Vielschichtigkeit auch eine Herausforderung darstellen. Manche Leser könnten sich durch die abrupten Wechsel in Ton und Stil verwirrt oder gar überfordert fühlen. Man muss teilweise aufmerksam dabei bleiben, was den Lesefluss gelegentlich hemmen kann. Zudem hätten einige Charaktere, besonders die Nebenfiguren, etwas mehr Tiefe und Entwicklung verdient. Man merkt einfach, dass die Idee und Handlung hier im Vordergrund stehen.
Trotz dieser kleinen Schwächen ist True Story ein beeindruckendes Debüt, das durch seine Originalität und die kraftvolle Darstellung von Trauma und Erinnerung hervorsticht.
Ein aufregender, genreübergreifender Roman, der mit seiner spannenden Erzählstruktur und thematischen Tiefe überzeugt – jedoch nicht ohne kleinere Herausforderungen für den Leser.

Veröffentlicht am 21.08.2024

Grandioser Abschluss!

Der Tempel der Fortuna
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"Der Tempel der Fortuna" von Elodie Harper ist ein packender Abschluss einer beeindruckenden Trilogie, die die Leser*innen tief in die Welt des antiken Pompeji entführt. Eine spannende und gefährliche ...

"Der Tempel der Fortuna" von Elodie Harper ist ein packender Abschluss einer beeindruckenden Trilogie, die die Leser*innen tief in die Welt des antiken Pompeji entführt. Eine spannende und gefährliche Zeit der Antike. Mit einer meisterhaften Erzählweise gelingt es Harper erneut, die Geschichte von Amara, einer ehemaligen Sklavin, die sich mutig ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt bahnt, lebendig und authentisch zu schildern. Nach zwei Bändern, wo wir ein grausames Leben miterlebt haben und ihren Kampf... kommt Amara jetzt zur Ruhe?

Zu aller erst muss ich sagen, die Charakterentwicklung in diesem Roman ist besonders hervorzuheben. Mit der Protagonistin hatte ich manchmal meine Probleme gehabt, dieses Mal gar nicht. Amara wächst an ihren Herausforderungen und zeigt dabei Stärke als auch Verletzlichkeit. Ihre Entschlossenheit und ihr Mut, für ihre Freiheit und die ihrer Liebsten zu kämpfen, machen sie diesmal zu einer inspirierenden Protagonistin. Sie zeigt eine tiefe innere Stärke und einen unermüdlichen Willen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Harper zeichnet sie als vielschichtigen Charakter, den ich hier nun besser verstehen konnte und der sowohl durch seine Schwächen als auch durch seine Entschlossenheit überzeugt.
Außerdem versteht sie es, die Spannung bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten, indem sie sowohl historische Details als auch menschliche Emotionen gekonnt miteinander verwebt.

Nebenbei besticht der Roman, wie auch die ersten zwei Bände durch seine detailreiche und lebendige Schilderung der antiken Welt. Für die einen kann das manchmal erschlagend wirken. Wiederum versteht es die Autorin, die Atmosphäre von Pompeji so realistisch und anschaulich zu beschreiben, dass man sich als Leser förmlich in die Zeit zurückversetzt fühlt.

Es war einerseits traurig, dass die Reihe ein Ende nimmt. Nach so viel Drama, Spannung und Mitfiebern, war ich so tief drinnen in der Geschichte von Amara. Andererseits hat die Autorin für gute Abschlüsse der Protagonistin und von anderen Charakteren gesorgt, dass ich das Buch versöhnlich in mein Regal stellen kann.

Insgesamt ist "Der Tempel der Fortuna" ein kraftvoller und bewegender Roman, der das Ende einer mitreißenden Trilogie bildet. Elodie Harper hat mit diesem Buch nicht nur ein Stück Geschichte zum Leben erweckt, sondern auch eine Geschichte erzählt, die lange im Gedächtnis bleibt. Ein absolutes Muss für Fans historischer Romane und starke Erzählkunst.

Veröffentlicht am 21.08.2024

Super!

China-Kochbuch
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Céline Chung hat mit "Bao Family" ein beeindruckendes und cooles Kochbuch geschaffen, das nicht nur die Kunst des Bao-Machens in den Mittelpunkt stellt in einem Kapitel, sondern auch tief in die vielfältige ...

Céline Chung hat mit "Bao Family" ein beeindruckendes und cooles Kochbuch geschaffen, das nicht nur die Kunst des Bao-Machens in den Mittelpunkt stellt in einem Kapitel, sondern auch tief in die vielfältige Welt der chinesischen Küche eintaucht. Das Buch ist eine Hommage an die kulinarischen Traditionen Chinas und verbindet authentische Rezepte mit modernen Interpretationen. Es ist eingeteilt in folgende Kapitel:
Einleitung (angenehmer Schreibstil und persönliche Story)
Die Bao Family (interessant)
Zutaten und Utensilien (wichtig, besonders wenn man neu ist in dieser Küche)
Frühstück (hat mir mitunter am besten gefallen - chinesischen Flair schnell in meinen europäischen Küchenalltag gebracht)
Vorspeisen (wenig ausprobiert)
Bao & Dim Sum (ersteres ausprobiert ein Rezept - super geklappt!)
Suppen (nicht getestet)
Hauptgerichte (viel getestet, wobei ich oft die Soßen und Ablauf beibehalten habe, aber andere Zutaten gewechselt habe, z.b: das Gemüse und dergleichen)
Reis & Nudelgerichte (letzteres ein neues Lieblingsgericht gefunden)
Desserts (nicht ausprobiert, obwohl ein Rezept für “Arme Ritter nach Hongkonger Art drinnen ist - muss ich noch dringend machen)

Die Rezepte sind detailliert und gut strukturiert, was sowohl Anfängern als auch erfahrenen Köchen zugutekommt. Besonders hervorzuheben ist die klare und verständliche Anleitung, die es dem Leser ermöglicht, die oft komplexen Techniken der chinesischen Küche zu meistern. Céline Chung erklärt nicht nur, wie man die perfekte Bao-Buns zubereitet, sondern bietet auch eine breite Palette an Füllungen und Beilagen, die das Essen zu einem besonderen Erlebnis machen. Ich selber habe aber nur ein Rezept davon ausprobiert, das wunderbar geklappt hat.

Neben den Rezepten beeindruckt das Buch auch durch seine ästhetische Gestaltung. Die Fotografien sind wunderschön und machen Lust darauf, sofort loszukochen. Es hat alles einen coolen Charme mit Retro-Look.
Auch die persönliche Note, die Chung einfließen lässt, macht das Buch besonders. Sie teilt Geschichten und Anekdoten aus ihrer eigenen Familie, was dem Leser einen intimen Einblick in ihre kulinarische Welt bietet.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Vielfalt der Rezepte. Das Buch bietet nicht nur klassische Bao-Rezepte, sondern auch eine Reihe von Gerichten, die das breite Spektrum der chinesischen Küche abdecken – von deftigen Hauptgerichten bis hin zu leichten, aromatischen Nudelgerichten..

Insgesamt ist "Bao Family" ein wunderbares Kochbuch, das nicht nur als Rezeptsammlung dient, sondern auch als Einladung, die chinesische Kultur durch ihre Küche zu entdecken. Céline Chung hat hier ein Werk geschaffen, das in keiner Sammlung eines Liebhabers der asiatischen Küche fehlen sollte, besonders für die, die sich für die chinesische Küche interessieren.

Veröffentlicht am 19.08.2024

Sollte man lesen!

Ex-Wife
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"Ex-wife" von Ursula Parrott ist ein bemerkenswerter Roman, der nicht nur durch seine fesselnde Handlung, sondern auch durch seine tiefgründige Auseinandersetzung mit Themen wie Ehe, Liebe und Selbstfindung ...

"Ex-wife" von Ursula Parrott ist ein bemerkenswerter Roman, der nicht nur durch seine fesselnde Handlung, sondern auch durch seine tiefgründige Auseinandersetzung mit Themen wie Ehe, Liebe und Selbstfindung beeindruckt. Es spielt in den 1920er Jahren, wo Frauen nicht viele Wege offen standen, wie auch unsere Protagonistin.
Diese steht am Ende ihrer Ehe und ist eine so genannte “Ex-Frau” - was ist eine Ex-Frau? Was macht eine Ex-Frau mit ihrem Leben? Gibt es überhaupt noch ein Leben danach?
Parrott zeichnet ein lebendiges Bild der damaligen New Yorker Gesellschaft, besonders im Hinblick auf Frauen und ihre Sicht auf die Männer. Was ist eine Frau Wert ohne einen Mann und wie viel Schuld trägt der Ehemann, bzw. Ex-Mann in der ganzen Sache?

Der Roman ist klug und emotional geschrieben. Parrotts Schreibstil ist elegant und gleichzeitig zugänglich, was es leicht macht, in die Geschichte einzutauchen und sich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Obwohl ich das nicht zu 100 Prozent konnte, aber das Werk kommt auch aus dieser Zeit, wie die Autorin und man ist somit als Leser selber in der Pflicht, hinter die Worte zu schauen. Es muss einem einfach klar sein, es ist ein Werk aus seiner Zeit, das damals bereits auf einem kritischen Niveau war.

Die Autorin versteht es meisterhaft, die Spannungen und Herausforderungen, die mit einer Scheidung und dem Leben als moderne Frau verbunden sind, darzustellen. Das Bild der “modernen Frau” hat mich am meisten fasziniert und wie sie auch auf verschiedene Weise betrachtet wird.

Besonders hervorzuheben ist Parrotts Fähigkeit, ihre Figuren realistisch und vielschichtig zu gestalten. Die Protagonistin kämpft mit ihren eigenen Unsicherheiten und der gesellschaftlichen Erwartung, sich dem traditionellen Rollenbild unterzuordnen, was den Roman auch heute noch äußerst relevant macht.

"Ex-wife" ist eine inspirierende Geschichte über Selbstakzeptanz und die Suche nach einem neuen Lebensweg. Trotz seiner 100 Jahre, ist es immer noch aktuell und besonders jetzt, wo es Trends, wie “Tradwife” auf TikTok gibt, ein wichtiges Werk.
Außerdem ist es ein Buch, das den Leser sowohl emotional berührt als auch zum Nachdenken anregt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Interesse an klugen, gut geschriebenen Romanen mit starken weiblichen Figuren hat. Es ist ein echter literarischer Schatz, ein Klassiker (!), den man nicht verpassen sollte!

Veröffentlicht am 06.08.2024

Endlich mehr aus dieser Welt!

Boris - Blutlinie
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Ein Spin-off! Wie ich sowas liebe!
Wobei es einen Spin-Off zu nennen, vielleicht nicht zu 100 Prozent zutrifft.
Von der Autorin I.B. Zimmermann gibt es eine Trilogie rund um die Hexe Mona, die in drei ...

Ein Spin-off! Wie ich sowas liebe!
Wobei es einen Spin-Off zu nennen, vielleicht nicht zu 100 Prozent zutrifft.
Von der Autorin I.B. Zimmermann gibt es eine Trilogie rund um die Hexe Mona, die in drei Bänden ein aufgeladenes Abenteuer nach dem anderen erlebt, während sie die Liebe ihres Lebens trifft. Es ist eine Urban Fantasy - Serie mit einigen bunten und vielfältigen Charakteren, die ich sehr mochte aus unterschiedlichen Gründen. Und einer dieser vielen Nebencharaktere und guter Freund von Mona, ist Boris.

Er gehörte auch für mich zu einem der interessantesten weiteren Personen in der Trilogie und ich war gleich ziemlich gespannt, als ich hörte, dass er sein eigenes Buch bekommen soll. Noch besser fand ich, dass es zeitlich wenig weg war von dem Geschehen der Mona-Reihe. Das Buch lässt sich gut nach der Trilogie lesen, aber auch problemlos ohne die drei Bände zu kennen.

Boris, ein Vampir, der bereits einige Jahre auf dem Buckel hat und auch manchmal in einen alten Sprachgebrauch fällt, will sein Leben umkrempeln. Dazu gehört ein Job bei der Polizei, bzw. im Kriminalamt. Er landet bei einem Werwolf, Martin Van Helsing. Der Ärger scheint schon vorprogrammiert zu sein, besonders da Boris eventuell leichte Schmetterlinge bekommt in seiner Anwesenheit.

Aber viel Zeit bleibt nicht für die Liebesgeschichte, eine große Gefahr bahnt sich an, mit weitreichenden Verzwickungen, die es zu lösen gilt. Dabei werden dem bunt gemischten Team einige Steine in den Weg gelegt und der eine oder andere Kampf lässt die Spannung steigen. Wer sind die wahren Drahtzieher? Was wollen sie wirklich?
Fragen über Fragen, die das Team, bestehend aus weiteren phantastischen Wesen (von Dryade bis Untot), sich stellen muss.

Es gibt zwei Punkte, die viel Raum im Buch einnehmen. Zuerst, Boris seine Gefühlswelt und Entwicklung. Was logisch ist, das Buch handelt von ihm, wobei nicht so viel aus seiner Vergangenheit erzählt wird, wie ich es mir gewünscht habe. Dann der Kriminalfall, der sich von Anfang bis Ende durchzieht und mit einem guten Showdown sein Ende findet.
Was auf der Strecke bleibt, sind da die neu eingeführten Charaktere, das Team. Alle klangen ziemlich spannend und an der Stelle hätte ich gerne mehr gelesen, wie auch von der Liebesgeschichte. Der Fall hatte für mich unnötig viel Raum eingenommen und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich kein richtiger Krimileser bin. Auf jeden Fall war ich kurz davor, den Faden zu verlieren.

Sonst bin ich wieder sehr begeistert gewesen von der Welt, den Charakteren (besonders Nebencharakteren) und ich habe mich einfach gefreut, wieder in diese Welt eintauchen zu können! Gerne mehr!