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Veröffentlicht am 28.09.2025

Eine Geschichte von Rache, Lust und Schmerz

Silvercloak - Unter Feinden
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Bei groß gehypten Büchern bin ich ja immer ein bisschen skeptisch. Und meistens warte ich bis sich der Hype gelegt hat. So nicht bei Silvercloak. Mich hat das Buch derart in den Bann gezogen, dass ich ...

Bei groß gehypten Büchern bin ich ja immer ein bisschen skeptisch. Und meistens warte ich bis sich der Hype gelegt hat. So nicht bei Silvercloak. Mich hat das Buch derart in den Bann gezogen, dass ich es einfach schnellst möglich lesen musste. Wer kann bei moralisch grauen Charakteren, Enemies-to-Lovers, und einem Magiesystem, das sich von Lust und Schmerz nährt, schon widerstehen? Ich jedenfalls nicht. Und ich habe es sowas von nicht bereut, auf den Hype aufgesprungen zu sein.

Es geht um Saffron, welche als Kind miterleben musste, wie ihre Eltern von den korrupten Bloodmoons brutal ermordet wurden. Saffron sinnt auf Rache und diese ist 20 Jahre später zum Greifen nahe. Als Mitglied der Silvercloaks, den Ordnungshütern des Reiches, erhält Saffron den streng geheimen Auftrag, die Organisation der Bloodmoons zu infiltrieren. Niemand anderer ist besser geeignet als Saffron, denn bereits das Aufnahmeritual der Bloodmoons ist brutal, schmerzhaft und bindet die Anwärter ein Leben lang an den Orden.

Saffron ist eine toughe Protagonistin mit klaren Zielen vor Augen. Die Männer zur Strecke bringen, die für den Tod ihrer Eltern verantwortlich sind. Alles was Saffron tut ist durchdacht und überlegt. Saffron hat auch ein großes Geheimnis, das unter keinen Umständen jemand erfahren darf. Schon gar nicht die Bloodmoons, denn Saffron ist immun gegen jegliche Art von Magie. Als Saffron bei den Bloodmoons aufgenommen wird, wird ihr Levan, der Sohn des Anführers, als Partner zugeteilt. Levan ist ein berühmt-berüchtigter Folterer. Brutal und präzise. Trotz ihres Hasses und ihrer Rachegedanken, kann Saffron ihre Gefühle für Levan nicht abstreiten. Zudem hütet auch Levan Geheimnisse.

L.K. Steven hat vielschichtige Charaktere erschaffen, die nicht rein gut oder böse sind. Sie bewegen sich im Graubereich, verbergen ihre wahres Gesicht hinter Masken und Gefühle hinter Mauern. Auch die Nebencharaktere sind wahnsinnig gut ausgearbeitet und man fiebert auch mit diesen mit. Durch die Ordenszugehörigkeit und die Freundschaftenn hat man auch ein bisschen Found Family Atmosphäre.

Die Handlung ist düster und wendungsreich und bietet vorallem im Hinblick auf das Magiesystem einige ziemlich spicy Szenen. Ganz klassisch sind die verschiedenen Arten von Magie. Es gibt Zauberer, Heiler, Braumeister, Bezwinger und auch die ausgerottete, verbotene Magie des Zeitwebens. Alles andere als klassisch ist, dass sich die Magie von Lust und Schmerz nährt. Während das Bereiten von Lust die Quantität der Magie steigert, sorgt das Erleben von Schmerz für eine bessere Qualität. Diese Tatsache führt dazu, dass Sexualität ganz offen ausgelebt wird, ohne Einschränkungen. Auch das Geschlecht spielt bei der Wahl des Partners keine Rolle.

Mich haben die Ideen der Autorin, die Charaktere und die Handlung zu 100 % überzeugt. Der Schreibstil der Autorin ist mitteißend; man fliegt quasi durch die Seiten. Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzung!

Fazit
Moralisch graue Charaktere, eine von Rachsucht getriebene Protagonistin und ein Magiesystem, dass sich von Lust und Schmerz nährt. Für mich war Silvercloak ein mitreißender Reihenauftakt mit Suchtpotential! Highlight!

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Ein einzigartiges Buch voller Wunder und Magie

Water Moon
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Als ich das erste Mal von Water Moon gehört habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Als leidenschaftlicher Ghibli-Fan wurde ich auch nicht enttäuscht. Mit Water Moon hat sich Samantha Sotto Yambao ...

Als ich das erste Mal von Water Moon gehört habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Als leidenschaftlicher Ghibli-Fan wurde ich auch nicht enttäuscht. Mit Water Moon hat sich Samantha Sotto Yambao in mein Herz geschrieben.

Die Geschichte war für mich wie ein fantastischer Traum voller Wunder und Rätsel. Ich habe mich wie in einem Ghibli-Film gefühlt. Samantha Sotto Yambao hat einen wahnsinnig atmosphärischen Schreibstil, der mich in eine fabelhafte Anderswelt hat eintauchen lassen.

In Tokio führt Hana mit ihrem Vater ein ganz besonderes Pfandhaus. Es öffnet sich nur jenen, die ihre Lebensentscheidungen bedauern und Hilfe suchen. An ihrem ersten Tag als Nachfolgerin ihres Vaters findet Hana das Geschäft verwüstet vor und ihr Vater ist verschwunden. Dann stolpert Keishin durch die Tür und im Gegensatz zu den üblichen Kunden, die Hilfe suchen, bietet er Hilfe an.

Hana und Kei begeben sich auf eine gefährliche Reise. Sie folgen den Spuren und Hinweisen. Die Geschichte ist dabei ruhig erzählt; fantastisch und magisch.

Hana und Kei lernenauf der Reise auch viel über sich selbst und das Schicksal. Die Liebesgeschichte ist zart. Hana hütet ein Geheimnis, dessen Enthüllung mich ziemlich geschockt hat. Kei ist ein toller Charakter; Wissenschaftler durch und durch. Die Reise mit Hana ist für ihn die beste und größte Entscheidung seines Lebens. Ich habe sie geliebt und mit den beiden mitgefiebert und gezittert und gehofft, dass das Schicksal ihnen wohlgesonnen ist.

Fazit

Eine ganz besondere Liebesgeschichte, die Welten verbindet und in der das Schicksal eine ganz zentrale Rolle spielt. Ghibli-Vibes gibt’s als Kirsche on Top. Ein absolutes Herzensbuch!

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Absolut fesselnd

Heart of Night and Fire
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Wieder einmal konnte mich Nisha J. Tuli mit einer Geschichte begeistern. Ich habe den Reihenauftakt nahezu verschlungen und war insbesondere von dem von indischer Mythologie inspirieren Worldbuildung ...

Wieder einmal konnte mich Nisha J. Tuli mit einer Geschichte begeistern. Ich habe den Reihenauftakt nahezu verschlungen und war insbesondere von dem von indischer Mythologie inspirieren Worldbuildung schwer begeistert.

Es geht um Zarya, die seit ihrer Kindheit von der Außenwelt versteckt aufwächst. Ihre einzige Zerstreuung findet Zarya im Kampftraining, der gelegentlichen Jagd auf dämonische Kreaturen und dem Bestaunen von Kleidern, die ihr Ziehvater Zarya von seinen Reisen in die Hauptstadt mitbringt. Zarya weiß nicht, warum sie als Gefangene leben und ihre Magie verstecken muss. Sie träumt von Freiheit und diese bietet sich ihr plötzlich, als ihr Ziehvater von einer seiner Reisen nicht zurückkehrt und die Schutzbarriere fällt.

Ich habe Zarya wahnsinnig schnell ins Herz geschlossen. Zarya ist wissbegierig, manchmal etwas naiv und sie trägt ihr Herz auf der Zunge . Sie ist außerdem ein Charakter mit Geheimnissen, die man unbedingt lüften will und einer Herkunft, die in den Schatten verborgen liegt. Ich fand es unglaublich spannend zu lesen, wie Zarya nach und nach erfährt, wer sie wirklich ist.

Neben Zarya lernen wir schnell Vikram, den Kommandanten der Königin, kennen. Zwischen dem undurchschaubaren Krieger und der jungen Zarya entwickeln sich auch zarte Gefühle. Die Autorin hat den Trope Slow Burn Romance gut umgesetzt. Ich denke aber, dass Nisha J. Tuli noch einige Überraschungen in Bezug auf die Liebesgeschichte bereit hält.

Während ich die Beziehung zwischen Zarya und Vikram weniger emotional empfunden habe, als vielleicht beabsichtigt, habe ich die Dynamik zwischen dem mürrischen Yasen, Vikrams besten Freund, und Zarya sehr gefeiert. Ich liebe solch innige Freundschaften in Büchern, die einem einfach ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Am meisten hat mich aber, wie eingangs erwähnt, das südasiatisch, indisch inspirierte Worldbuildung begeistert. Nisha J. Tuli hat diverse Mythen in ihren Fantasyroman einfließen lassen und mich in eine exotische Welt entführt, die von dunklen Mächten bedroht wird. Es gibt Dämonen, Bluttrinker und eine wirklich faszinierende Magie. Manches, wie die Baumkönigin, mag vielleicht auf dem ersten Blick befremdlich wirken, hat auf mich aber dennoch eine große Faszination ausgeübt.

Die Handlung selbst schreitet flott voran und ist gespickt verbotener Magie, Geheimnissen, überraschenden Wendungen und unglaublichen Enthüllungen. Besonders das Auftauchen einer Person gegen Ende hat meinen Puls enorm in die Höhe schnellen lassen. Ich brauche unbedingt die Fortsetzung!

Fazit
Ein fesselnder, unglaublich atmosphärischer Reihenauftakt mit einer authentischen Protagonistin, einer leichten Liebesgeschichte und einer dunklen Bedrohung, angesiedelt in einer von indischer Mythologie inspirierten Welt. Für mich ein Highlight!

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Wettkampf um die Krone

Heir of Storms
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Lauryn Hamilton Murrays Fantasy-Debüt lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits mochte ich die Thematik, die Elementarmagie, die tötlichen Spiele um den Thron und die höfischen Intrigen total ...

Lauryn Hamilton Murrays Fantasy-Debüt lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits mochte ich die Thematik, die Elementarmagie, die tötlichen Spiele um den Thron und die höfischen Intrigen total gerne, andererseits fand ich die Umsetzung wenig innovativ und im Mittelteil auch sehr gestreckt. Ich bin allerdings froh durchgehalten zu haben, denn am Ende wurden die Karten neu gemischt und die Lust weiterzulesen wurde definitiv entfacht.

Die Autorin enführt uns in eine Welt, die von elementarer Magie beherrscht wird. Eine Katastrophe hat das Reich Ostacre einst gespalten. Seit dem wird es von vier Höfen regiert, wobei jeder Hof ein Naturelement beherrscht. Die junge Blaze stammt vom Hof der Flammen. Was sie so einzigartig macht ist, dass Blaze nicht über Feuer, sondern über Wasser gebietet. Blaue ist das Mädchen, das bei ihrer Geburt einen verheerenden Sturm beschwor, Leid und Tod über die Menschen gebracht hat. Gefürchtet und geächtet hat Blaue viele Namen. Sie ist Sturmweberin, Regenmacherin, Missgeburt. Als sie vollkommen unerwartet an den Goldenen Palast gerufen wird, reiht sich der Name Erbin dazu. Blaze soll am einem Wettkampf um den Thron der Aquatori teilnehmen. Die Aufgaben sind gefährlich, genauso wie ihre Mitstreiter. Vorallem weil Blaze ihre Gabe nicht mehr beherrscht und ihre Kräfte versiegt sind.
Obwohl ich den Trope wirklich liebe, fand ich die Handlung rund um den Wettbewerb leider etwas unspektakulär und zwischendurch auch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Es gab zwar einige unerwartete Entwicklungen, die immer wieder Spannung aufgebaut haben, insgesamt war es mir aber zu wenig und zu vorhersehbar.

Ich habe Blaze dennoch gerne begleitet und mit ihr mitgefiebert; besonders im Hinblick auf Fox, einen Erdspalter, der nicht nur geheimnisvoll und unnahbar wirkt, sondern auch Gefühle in Blaze weckt. Doch auch der Kronprinz selbst, weckt Blaze's Interesse. Ich hätte zugebenermaßej Angst vor dem angedeuteten Love Triangle. Meine Bedenken waren aber unbegründet, da es nie über eine Kussszene hinausgeht und ich das Liebesdreieck nicht wirklich als solches wahrgenommen habe.
Insgesamt fand ich Charaktere gut und lebendig ausgearbeitet und auch das Worldbuildung recht gut ausgearbeitet, wobei meine Messlatte bei Young Adult Romantasy nicht sehr hoch angesetzt ist.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr leichtgäng und einnehmend, sodass ich trotz Längen gut durch die Geschichte gekommen bin.

Fazit:
Ein Wettkampf um den Thron und eine Außenseiterin als Favoritin; leider nicht ganz so spannend umgesetzt wie man es vielleicht erwartet. 3,4 Sterne

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Wenn die beste Freundin und Schwester verschwindet

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Ich bin ein großer Fan von Romantic Suspense und von Antonia Wesseling sowieso. Daher war 'Loverboy' ein absolutes Muss Read von mir. Und wie gehofft und erwartet wurde das Buch auch zu einem Highlight ...

Ich bin ein großer Fan von Romantic Suspense und von Antonia Wesseling sowieso. Daher war 'Loverboy' ein absolutes Muss Read von mir. Und wie gehofft und erwartet wurde das Buch auch zu einem Highlight für mich.

Antonia Wesseling hat eine sehr intensive, schockierende Geschichte zu Papier gebracht, die leider sehr dicht an der bitteren Wahrheit kratzt. Ich möchte nicht zuviel verraten, um keine Spannung herauszunehmen, denke aber, dass der Titel 'Loverboy' schon einiges verrät. Zumindest für mich war die Thematik nicht neu. Es aber mit Tonis Worten zu lesen und ganz nah in gewissen Situationen dabei zu sein, hat mich dann doch geschockt und ist mir sehr nah gegangen.
Die Autorin schreibt über toxische Beziehungen, über Ausbeutung und Manipulation. Die Charaktere wirken allesamt authentisch, haben ihre Päckchen zu tragen und schleppen Geheimnisse mit sich herum. Ich mochte Elias und Lola von Anfang an sehr gerne. Die Beziehung zwischen den beiden wird sehr von Vivis plötzlichen Verschwinden überschattet. Lola und Elias sind quasi gezwungen zusammenzuarbeiten, um Elias Schwester zu finden. Dadurch, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven geschrieben ist, lernt man die Charaktere auch wirklich gut kennen und kann sich gut in sie hineinversetzen. Zwischenzeitlich gibt es auch Tagebucheinträge, die zusätzlich Spannung reinbringen.

Was man vielleicht wissen sollte, ist, dass die Thematik wirklich heftig ist und auch Spice enthält, allerdings wird hier nichts beschönigt oder gar verherrlicht. Die Szenen sind zudem sehr explizit geschrieben.

Insgesamt merkt man, dass sich Antonia Wesseling gut mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Mir hat 'Loverboy' noch einmal mehr die Augen geöffnet.

Fazit:
Ein sehr intensives Buch mit ernstem Thema, das tief unter die Haut geht. Lesehighlight!

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