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Veröffentlicht am 26.06.2024

Länderübergreifende Polizeiarbeit

Die Vermisste von Holnis
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Sophia Jepsen verschwindet im Alter von 16 Jahren von einem Tag auf den anderen von der Halbinsel Holnis in der Ostsee. Vier Jahre später wird sie in in der Nähe von Odense auf der dänischen Insel Fünen ...

Sophia Jepsen verschwindet im Alter von 16 Jahren von einem Tag auf den anderen von der Halbinsel Holnis in der Ostsee. Vier Jahre später wird sie in in der Nähe von Odense auf der dänischen Insel Fünen tot aufgefunden. Lena Lorenzen und Naya Olsen übernehmen die Ermittlungen. Dann werden sie von den Kollegen in Dänemark unterrichtet, dass bei der Obduktion festgestellt wurde, dass das Opfer ein Kind bekommen hat. Der Fall wird immer verworrener. Lena Lorenzen ermittelt in ihrem elften Fall, dieses Mal länderübergreifend in Kooperation mit dänischen Kollegen.

Ich freue mich jedes Jahr auf ein neue Geschichte mit Lena Lorenzen, ihren Kollegen, Freunden und ihrer liebenswerten Familie. Auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. So gut hat mir lange kein Teil mehr aus dieser Reihe gefallen.

Das Opfer ist Sophia Jepsen von der Halbinsel Holnis. Sie war seit vier Jahren verschwunden. Ihre Leiche wird in Dänemark gefunden. Interessanter Fakt ist, dass Ole Kotten, ein ehemaliger Kollege und Freund von Lena, an der damaligen Soko beteiligt war. Nebenbei erfährt man sehr viel über die Geschichte Grönlands. Ich habe mich bisher nicht mit dem Land beschäftigt und es war durchaus interessant.

Lenas Entwicklung finde ich super. Einen Gedanken an eine Auszeit hätte ich ihr in den ersten Bänden nie zugetraut. Sie hat sich so sehr zum Positiven entwickelt. Und was wäre nur ohne Ole? Er ist für mich das Herz dieser Reihe. Naya Olsen ähnelt mit ihrer Art Lena in früheren Jahren. Sie wird schnell aufbrausend und hat noch viel zu lernen. Und Johann nicht zu vergessen. Endlich ist er wieder da. Bis auf einige Telefonate ist von der länderübergreifenden Ermittlung erst gegen Schluss etwas zu merken. Ich denke, die Autorin wollte hier die Unterschiede zwischen den Ländern aufzeigen. Bestes Beispiel ist die Öffentlichkeitsfahndung. In Deutschland dreht sich das Rad bekanntlich langsam.

Ein sehr emotionaler Fall, der mich noch lange beschäftigen wird, mit interessanten Nebengeschichten und liebenswerten Figuren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Mittelmäßig

Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
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Als der ansässige Fotograf Pierre Lagarde den bevorstehenden Sonnenaufgang fotografieren möchte, macht er eine fürchterliche Entdeckung. Er findet die Leiche einer geköpften jungen Frau, die auf einem ...

Als der ansässige Fotograf Pierre Lagarde den bevorstehenden Sonnenaufgang fotografieren möchte, macht er eine fürchterliche Entdeckung. Er findet die Leiche einer geköpften jungen Frau, die auf einem Stuhl platziert wurde. Der Mèdicin Lègiste Leon Ritter ist davon überzeugt, dass es die Tat eines Serientäters ist, doch der Polizeichef nimmt ihn mal wieder nicht ernst. Dann wird eine weitere weibliche Leiche gefunden. Leon Ritter ermittelt in seinem zehnten Fall.

Ich war sehr neugierig auf diesen neuen Teil. Das Problem ist jedesmal dasselbe. Ich komm einfach nicht weg von der Reihe, obwohl sie echt nur noch mittelmäßig ist. Der Fall ist dieses Mal sehr brutal und schockierend. Da haben wir mehrere geköpfte junge Frauen. Die Motive des Täters bleiben lange im Unklaren und es gibt reichlich Verdächtige.

Von den ersten Bänden war ich schwer begeistert. Ich mochte das Setting und auch die Protagonisten waren sehr vielschichtig und spannend. In meinen Augen lohnt sich diese Reihe jetzt aber nicht mehr. Es gibt einfach keine Entwicklungen oder Neues vor allem bezüglich der Figuren und auch die Fälle scheinen sich zu wiederholen. Die Hauptfigur Ritter ist auch nicht mehr so interessant wie am Anfang. Teilweise nervt sie so richtig. Für Einsteiger mag das ein anderes Gefühl sein. Für mich, die bisher alle Teile gelesen hat, fühlt es sich leider so an.

Ich werde die Leon-Ritter-Reihe nicht weiter verfolgen. Dafür ist mir die Zeit zu schade.

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Veröffentlicht am 03.06.2024

Was für ein Pageturner

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Die Leiterin des rechtsmedizinischen Instituts von L.A. County Dr. Carolyn Hove findet bei der Autopsie von dem 46-jährigen Unfallopfer Shaun Daniels Ungereimtheiten und wendet sich damit an die Chefin ...

Die Leiterin des rechtsmedizinischen Instituts von L.A. County Dr. Carolyn Hove findet bei der Autopsie von dem 46-jährigen Unfallopfer Shaun Daniels Ungereimtheiten und wendet sich damit an die Chefin des Raub- und Morddezernates Captain Barbara Blake. Diese setzt die UV-Einheit auf diesen mysteriösen Fall an, bestehend aus den Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia. Das Opfer wurde vor seiner Ermordung tagelang gefoltert und der Täter ist längst noch nicht fertig.

Das ist bereits der 13. Fall für Robert Hunter und Carlos Garcia in Los Angeles. Wie die Zeit vergeht. Es kommt mir wie gestern vor, als ich Chris Carters Debüt "Der Kruzifix-Killer" gelesen habe.

Wieder einmal hat es Chris Carter geschafft, mich zu begeistern. Wir haben es mit offensichtlichen Unfallopfern zu tun, bei denen durch Zufall in Form einer Autopsie allerdings festgestellt wird, dass sie tatsächlich ermordet wurden. Das war äußerst clever vom Täter, denn das sympathische Ermittlerduo hat so seine Schwierigkeiten, Spuren und Hinweise zu finden, die sie zum Täter führen. Das alles endet in einem Showdown, der nicht zu übertreffen ist. Das Buch war so spannend, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte und in kurzer Zeit durch hatte.

Dazu fand ich den Hintergrund zu den Taten sehr emotional und schockierend. Ich hatte nicht nur Mitleid mit den Opfern - wenn auch nicht ganz verdient -, sondern auch mit dem Täter, was seine Taten aber nicht rechtfertigt. Vor allem gefiel mir wieder das tolle Zusammenspiel des Ermittlerduos, gepaart mit Carlos' triefenem Sarkasmus, was sehr unterhaltsam ist. Auch die Nebenfiguren, wie die junge Studentin Kay und Dr. Carolyn Hove, konnten dieses Mal voll überzeugen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Carter gehört für mich zu den besten Autoren der Welt.

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Veröffentlicht am 25.05.2024

Man verlernt nicht zu schwimmen, nur weil man ein Säufer ist.

Das Schweigen des Wassers
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Arno Groth kehrt Hamburg den Rücken und zieht in seine Heimat Wechtershagen zurück, um dort den ehemaligen Volkspolizisten der DDR als Aufbauhelfer und Anpassungsfortbilder zur Seite zu stehen. Seine Kollegen ...

Arno Groth kehrt Hamburg den Rücken und zieht in seine Heimat Wechtershagen zurück, um dort den ehemaligen Volkspolizisten der DDR als Aufbauhelfer und Anpassungsfortbilder zur Seite zu stehen. Seine Kollegen sind ihm gegenüber misstrauisch, weil er der aus dem Westen ist. Als ein Bootsverleiher tot aufgefunden wird, tut er sich mit seinem Kollegen Gerstacker zusammen, um der Sache auf den Grund zu gehen und dabei stoßen sie auf einen alten Fall.

Ich habe lange gehadert, ob das Buch von Susanne Tägder etwas für mich ist, war anfangs auch skeptisch, dann aber hat mich die Geschichte so gefesselt und vollkommen überzeugt. Der Schreibstil war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, aber sobald man sich dran gewöhnt hat und in der Geschichte drin ist, fliegt man nur so durch die Seiten.

Erzählt wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Aus der von Kriminalhauptkommissar Arno Groth und aus der Sicht von Regine Schadow, einer Kellnerin, die eine entscheidende Rolle spielt und die sich ihr Wissen zu Nutze machen will. Dazu kommt das Schicksal um Groths Tochter Saskia, das mich sehr berührt hat. Deutlich spürbar war Groths Trauer, aber auch der Zwiespalt der Leute zwischen ihrer Heimat DDR, die es auf einmal nicht mehr gibt, und der Neuorientierung im vereinten Deutschland.

Dann haben wir das Opfer Siegmar Eck, der einem am Anfang seltsam vorkommt und für den man am Ende nur noch Mitleid empfindet, weil ihm so übel mitgespielt wurde und er sich nie ganz von dem Erlebten erholt hat. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele ähnliche Schicksale. Was ich sehr schön fand war, wie sich Groth und Gerstacker zusammengerauft haben und sich zwischen ihnen eine Art Freundschaft entwickelte. Das Ende war nicht zufriedenstellend, aber besser als nichts. Einige Fragen bleiben leider unbeantwortet.

Trotz des unzufriedenen Endes gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Ich würde gerne mehr von dieser Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Willkommen in Ostfriesland

Die Stille der Flut
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Lina Lübbers bekommt von ihrem Vorgesetzten den Auftrag, in der Polizeiinspektion Aurich einen Maulwurf zu finden, der Infos an einen niederländisches Drogenclan weitergibt, dessen Produzenten sich in ...

Lina Lübbers bekommt von ihrem Vorgesetzten den Auftrag, in der Polizeiinspektion Aurich einen Maulwurf zu finden, der Infos an einen niederländisches Drogenclan weitergibt, dessen Produzenten sich in Ostfriesland auf leerstehende Bauernhöfe einnisten. Aus diesem Grund wird sie kurzerhand von Osnabrück nach Aurich versetzt, wird aber nicht herzlich empfangen. Ihre neue Vorgesetzte Kea Siefken bleibt auf Distanz und vor allem misstrauisch. Dann wird ein junges Mädchen tot im Watt aufgefunden und sie müssen den Fall klären.

Das ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Anna Johannsen und Elke Bergsma. Die nächsten Teile erscheinen alle noch dieses Jahr.

Wir lernen Lina Lübbers und Kea Siefken kennen, die die Protagonistinnen in dieser Trilogie sind. Spannend waren für mich vor allem die Nebenfiguren, in diesem Falle Steffen und Hauke, die beide sympathisch sind. Steffens Freundschaft zu Lina hat mich sehr bewegt. Kea war mir nicht sympathisch. Für eine erwachsene Frau und vor allem Kommissariatsleiterin verhält sie sich ganz schön zickig und teilweise einfach nur albern. Aber auch mit Lina wurde ich nur langsam warm. Beide haben so ihre Vorurteile dem anderen gegenüber. Teilweise nachvollziehbar, teilweise nur absurd.

Obwohl ich mit beiden Frauen noch nicht warm wurde, fand ich das Buch überraschenderweise gut und der Fall war interessant, emotional und spannend. Ich hatte leichte Probleme mit dem abgehackten und emotionslosen Schreibstil. Die Dialoge warrn oft sehr kindisch, wenn man bedenkt, dass sich Erwachsene unterhalten. Außerdem war es interessant, verschiedene Teams dabei beobachten zu können, wie teamfähig sie sind. Hauke und Lina funktionieren als Team super, bei Kea und Jörn ist das noch schwer zu sagen. Ich fand es interessant, dass aus der Sicht beider Polizistinnen die Ereignisse in Ich-Form erzählt wurden.

Am Ende war ich dann doch überzeugt von diesem Buch und von mir gibt es eine Leseempfehlung. Bin gespannt auf den zweiten Teil.

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