Profilbild von Babsi1965

Babsi1965

Lesejury Star
offline

Babsi1965 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Babsi1965 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2025

Tragische Lebensgeschichten

Zeitzeugen 1939-1945
0

Mein Fazit:
"Ich bin am 20. November 1944 - als 17-jähriger-zum Arbeitsdienst eingezogen worden", erzählt der 83-jährige Landwirt Hermann Toolak und schildert den weiteren Verlauf seiner Erlebnisse … ...

Mein Fazit:
"Ich bin am 20. November 1944 - als 17-jähriger-zum Arbeitsdienst eingezogen worden", erzählt der 83-jährige Landwirt Hermann Toolak und schildert den weiteren Verlauf seiner Erlebnisse …

Sein Tatsachenbericht von der Front, als er seine ganze Sinnlosigkeit erkennt und sich auf den Weg nach Hause begibt. Eigentlich desertiert er von seinem Frontabschnitt. Nur mit seinem Karabiner kämpft er sich durch das Land, denn er möchte überleben … möchte kein Kanonenfutter werden, so wie viele seiner Kameraden. Er gerät in die englische Gefangenschaft, erleidet Hunger, aber überlebt diesen wahnsinnigen Krieg nahezu unverletzt. Eine Geschichte, die mich sehr bewegt hat und zeigt, wie Kinder noch zum Ende des Krieges in den sicheren Tod geschickt werden sollten.

Oder die Geschichte von Mia Blazy. Sie ist Schwesternhelferin im Emmericher Feldlazarett im Jahr 1940 und sieht als junge Frau sehr viel Leid. Menschen mit grausamen Wunden, abgetrennten Gliedmaßen und wie sie von ihren Vorgesetzten verheizt wurden. Kaum genesen, sofort an die Front. Ihre Aussagen sind sehr bewegend und emotional …

Der Autor beschreibt detailliert in seinem Buch die Erlebnisse von Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Zeitzeugen, die heute über 90 Jahre alt sind oder mittlerweile verstorben sind. Bewegende Geschichten, die die Kriegsmaschinerie in ihrer schlimmsten Form aufzeigen, das Leid der Soldaten und ihrer Familien aufzeigen. Sein Schreibstil ist flüssig, modern gehalten, spannend aufgebaut, bildhaft in jeder Zeile und mit viel Feingefühl für jede Erzählung. Schwarz/weiße Fotos untermalen dieses tolle Buch und lassen es zu etwas ganz Besonderem werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Sehr emotional

Heimkehr eines Auschwitz-Kommandanten
0

Mein Fazit:
Ich lese sehr viel über den Zweiten Weltkrieg, auch über Konzentrationslager. Aber auch mir war der Name Friedrich Hartjenstein bis jetzt unbekannt. Wer war dieser Mann, der wohlbehütet aufwuchs, ...

Mein Fazit:
Ich lese sehr viel über den Zweiten Weltkrieg, auch über Konzentrationslager. Aber auch mir war der Name Friedrich Hartjenstein bis jetzt unbekannt. Wer war dieser Mann, der wohlbehütet aufwuchs, sich von Hitlers Idealen beeinflussen ließ und zum Mörder wurde? Nach einer glücklichen Kind- und Jugendzeit, stieg er am 1. Mai 1939 zum Obersturmführer auf, im Außenlager Wewelsburg einem Nebenlager von Sachsenhausen als Führer der Wachkompanie eingesetzt... Sein Leben ist das eines SS-Schergen, der dreimal zum Tode verurteilt wurde für seine Taten. Nach 9 Jahren Haft wurde er begnadigt... Der Autor rekonstruiert in diesem Buch den Lebensweg des KZ-Kommandanten F. Hartjensteins bis ins kleinste Detail. Sehr ausführlich, mit viel geschichtlichem Hintergrundwissen, sehr spannend und z.T. sehr ergreifende Aussagen. Warum wurde er zum Mörder? Die Frage stelle ich mir immer wieder … er selbst war bei der Ermordung von Häftlingen dabei, hat sich aktiv daran beteiligt und ich war entsetzt, welche Taten ihm zugeschrieben wurden. Menschen wurden bestialisch ermordet und anschließend verbrannt. Wer sich für diese Thematik interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Sehr emotional

Als die Nacht sich senkte
0

Mein Fazit:
Dieses Buch ist so informativ und übersichtlich in seiner Thematik über Dichter und Denker zwischen zwei Kriegen.

Der Bericht über die Ermordung von Rosa Luxemburg ging mir sehr nah. Besonders ...

Mein Fazit:
Dieses Buch ist so informativ und übersichtlich in seiner Thematik über Dichter und Denker zwischen zwei Kriegen.

Der Bericht über die Ermordung von Rosa Luxemburg ging mir sehr nah. Besonders das Kapitel: Die ersten Schritte Adolf Hitlers am 1. Oktober 1920 im Salzburger Kurhaussaal sind sehr beeindruckend. Wenn man seine Ambitionen als Massenmörder ausklammert, dann wäre seine Rede, in dem er die Endlösung der Juden in den Vordergrund bringt, von großer Bedeutung zu dieser Zeit. Bis heute für mich nicht nachvollziehbar, wie aus dem Führer der bayrischen Nationalsozialisten der Massenmörder A. Hitler wurde. Wie konnte er die Massen so beeinflussen, dass sie so fanatisch dem" Führer" folgten. Welch ein Wahnsinn! Oder Alma Mahler-Werfel: Sie war zeitlebens mit vielen Juden eng befreundet, insbesondere mit Künstlern. Zwei ihrer drei Ehemänner hatten jüdische Vorfahren. Sie selbst war eine begeisterte Antisemitin und trotz der jüdischen Vorfahren in der Familie kaum zu glauben.

Herbert Lackner, ein erfolgreicher Publizist und Journalist, bringt uns die politischen Entwicklungen von 1920 - 1938 näher und räumt mit Vorurteilen auf. Persönliche Daten aus Briefen, Aufzeichnungen und durch Zitate werden diese für die Nachwelt aufgehoben. Ein zeitgeschichtliches Buch, das sehr gut recherchiert wurde und bei mir einen tiefen Eindruck hinterlässt. Sehr spannend aufgebaut, mit vielen neuen Fakten, und der Autor bedient sich dabei einer sehr wortgewandten, einfachen und leicht verständlichen Sprache, die zum Nachdenken anregt. Ich liebe seine Bücher und hoffe, dass noch einige folgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Sehr emotional

Sechs Tage im Juli
0

Mein Fazit:

Zitat von J. Goebbels: "Wollt ihr den totalen Krieg?" Wollt ihr ihn, wenn nötig totaler, radikaler, als wir ihn heute überhaupt noch vorstellen können? Die Menschen sagten: Ja! "

"Sechs ...

Mein Fazit:

Zitat von J. Goebbels: "Wollt ihr den totalen Krieg?" Wollt ihr ihn, wenn nötig totaler, radikaler, als wir ihn heute überhaupt noch vorstellen können? Die Menschen sagten: Ja! "

"Sechs Tage im Juli" sind für die Protagonisten Paula und Johannes ein neuer Lebensabschnitt. Als sich beide kennengelernt haben, war der Krieg in vollem Gang. Amors Pfeil hat da mitten ins Herz geschossen, hat eine wunderbare Liebesgeschichte entstehen lassen , mit vielen Überraschungen und Emotionen.

Paula ist ein toughes Mädchen, das wohlbehütet aufgewachsen ist. Sie wächst mit viel Liebe der Eltern auf und ist für Freunde da. Ihr politisches Engagement ist nicht groß, und als sie erfährt, dass die Juden in Deutschland brutal ermordet wurden, bricht für sie eine Welt zusammen. Johannes wächst in einer einfachen, verständlichen Welt zusammen. Er befürchtet noch, in den Krieg eingezogen zu werden und seine Liebe zu Paula zu verlieren. Eine Geschichte, die tief unter die Haut geht. Die Lebensgeschichten von Paula und Johannes sind mit viel Herzblut geschrieben und man liest die großen Emotionen in jeder Zeile heraus. Man fiebert, man weint und lacht mit den Charakteren mit.

Themen wie: zwischenmenschliche Beziehungen, die Entbehrungen der Menschen und die Bombardierung von Hamburg im Zweiten Weltkrieg, Liebe und Verrat, die Ermordung der Juden … Der geschichtliche Hintergrund ist wunderbar in die Geschichte eingebaut worden und man hat einen guten Einblick in die Zeit um 1943. Im Buch wird deutlich, dass viele Menschen von der Ermordung der Juden wussten, es aber nicht glauben konnten oder wollten. Wegschauen war einfacher für die Menschen …

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Ein tragisches Schicksal

Schicksalsschatten
0

Mein Fazit:
Ein Roman nach einer wahren Begebenheit, in der die Familiengeschichte von Simone,ihren Großeltern und der Dorfgemeinschaft eine große Rolle spielt. Diese tragische Geschichte beginnt im Zweiten ...

Mein Fazit:
Ein Roman nach einer wahren Begebenheit, in der die Familiengeschichte von Simone,ihren Großeltern und der Dorfgemeinschaft eine große Rolle spielt. Diese tragische Geschichte beginnt im Zweiten Weltkrieg, holt Simone in der Gegenwart ein, aber die Großmutter schweigt über die dramatischen Ereignisse von damals. Zwei düstere Frauengestalten, über die aber ein ganzes Dorf schweigt... Was ist damals passiert und welche Rolle spielen die zwei Frauen, die nachts auf der Straße laufen, eigentlich nur auf Arbeitssuche waren und so plötzlich verschwinden. Welches Schicksal hat die zwei Frauen getroffen und warum schweigen die Dorfbewohner? Es ist spannend bis zur letzten Seite und endet in einem fulminanten Feuerwerk der Emotionen.

Protagonisten, die überraschen und die sehr authentisch beschrieben werden. Zum Beispiel: Tante Trude. Welche Rolle spielt sie in der Geschichte und warum war sie so ein fanatischer Fan von Hitler? Sie schrieb ihm glühende Liebesbriefe" Mein geliebter Führer, mein Adölfchen " ... Simone geht auf Spurensuche und entdeckt ungeheuerliche Geheimnisse … Die niedergeschriebenen Kriegserlebnisse ihres Großvaters sind so emotional, dass einem das Herz schwer wird. Die vielen Toten, erfrorene Kinder in ihren Wagen am Wegesrand, Hunger und Kälte, die die Soldaten an der Front zum Verzweifeln bringen, all diese Bilder haben sich in seinem Kopf festgesetzt. So grausam die Erlebnisse waren, so herzlich, aber auch wahre Freundschaften oft bis in den Tod.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, man fliegt nur so über die Seiten, die Autorin bedient sich einer sehr modernen, verständlichen Sprache, spannendem Aufbau der Geschichte, aufwühlend und sehr berührend zum Teil. Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere