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Veröffentlicht am 12.04.2019

Schwierige Rückkehr

Nur wer die Hölle kennt
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Fast zweieinhalb Jahre hat es nach „Ihr einziges Kind“ gedauert, bis nun endlich mit „Nur wer die Hölle kennt“ der vierte Band der ostfriesischen Martinsfehn-Krimireihe von Barbara Wendelken erschien, ...

Fast zweieinhalb Jahre hat es nach „Ihr einziges Kind“ gedauert, bis nun endlich mit „Nur wer die Hölle kennt“ der vierte Band der ostfriesischen Martinsfehn-Krimireihe von Barbara Wendelken erschien, aber das Warten hat sich gelohnt. Zwar lassen sich die einzelnen Teile problemlos unabhängig lesen und Neueinsteiger werden keine Verständnisschwierigkeiten haben, hinsichtlich des Privatlebens der beiden Protagonisten macht es allerdings noch mehr Spaß, wenn man die Vorgängerbände kennt.

Der vorliegende vierte Fall spielt auf zwei Zeitebenen im Abstand von 20 Jahren. 1997 kamen bei einer Brandstiftung auf einem Pferdehof am Rande von Martinsfehn drei Menschen ums Leben: die Besitzerin Verena Matzke, ihr zweijähriger Sohn Michel und Daniela Finke, eine pferdebegeisterte Siebzehnjährige, die mit im Haus lebte. Verenas Lebenspartner Wulf Leutnant ging damals von der Schuld seiner fünfzehnjährigen Stieftochter Melody aus, genau wie die meisten Menschen im Dorf, und zu Melodys Überraschung hat sich daran bis heute nicht viel geändert. Ihr angespanntes Verhältnis zu ihrer herrischen Mutter sprach damals gegen sie, doch gab es sonst keine belastenden Indizien und die Ermittlungen wurden eingestellt. Nun kehrt Melody nach 20 Jahren mit ihrem kleinen Sohn ins Dorf zurück und prompt gibt es wieder Feuer und Tote. Zufall? Daran glaubt niemand, auch nicht Renke Nordmann, Leiter des Polizeireviers von Martinsfehn, und seine Kollegin Nola van Heerden von der Kripo Leer. Die alten Akten müssen noch einmal geöffnet werden.

Wieder einmal gelingt es Barbara Wendelken mit großem erzählerischem Geschick, den Leser durch einen Irrgarten von heißen und kalten Spuren zu führen. Obwohl die Zahl der beteiligten Personen beträchtlich ist, behält man mühelos den Überblick, denn die psychologisch ausgefeilten Charaktere prägen sich sehr gut ein. Durch die Zeit- und Perspektivwechsel wird die Spannung nochmals erhöht und dem Leser keine Erholungspause gegönnt, denn jede noch so kleine Information heißt es aufmerksam abzuwägen und im Kopf zu behalten. Die Atmosphäre im Dorf, die latente Bedrohung, der sich Melody mehr und mehr ausgesetzt sieht, und die Entwicklung einer unscheinbaren, verzagten Nebenfigur zur mutigen Heldin haben mir darüber hinaus besonders gut gefallen.

Selbst als Nola, Renke und ich den Fall 30 Seiten vor Schluss endlich zufriedenstellend gelöst hatten und ich mich beruhigt zurücklehnen wollte, wurde es noch zweimal hochdramatisch. Und so heißt es zuletzt: Fall gelöst, aber für Nola und Renke bleibt es dank eines unglaublichen Cliffhangers trotzdem spannend...

Veröffentlicht am 09.04.2019

Bei den Prischingers wird niemand zurückgelassen

Rückwärtswalzer
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Bei den Griechen und Römern brachte der Fährmann Charon die Seelen über den Styx und wurde dafür entlohnt. Was aber, wenn man das Geld für den Fährmann nicht aufbringen kann? Für die drei alten Prischinger-Schwestern ...

Bei den Griechen und Römern brachte der Fährmann Charon die Seelen über den Styx und wurde dafür entlohnt. Was aber, wenn man das Geld für den Fährmann nicht aufbringen kann? Für die drei alten Prischinger-Schwestern Mirl, Wetti und Hedi ist die Antwort klar: Sie werden selbst zu Fährmännern. Willi, Hedis verstorbener Lebenspartner, der in seiner Heimat Montenegro begraben werden möchte, wird kurzerhand beim Metzger tiefgefroren, auf den Beifahrersitz verfrachtet, der Neffe Lorenz als Fahrer verpflichtet und schon beginnt bei auf Hochtouren laufender Kühlung die 1029 Kilometer lange Fahrt von Wien durch Slowenien, Kroatien und Bosnien nach Montenegro.

Die Vorgeschichte und der Ablauf dieser skurrilen Fahrt mit Leiche sind der rote Faden in Vea Kaisers drittem Roman „Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger“. Während der Ton in diesen Kapiteln trotz des Toten überwiegend komisch ist, sind die Kapitel dazwischen von ernsterem Inhalt bis hin zu Themen wie Kindesmissbrauch, Rassismus oder österreichische Zeitgeschichte und Politik. Zwischen 1953 und 2001 werfen sie Schlaglichter auf das Leben der vier Geschwister Prischinger, der drei Schwestern und Lorenz‘ Vater Sepp, sowie auf Willis Vergangenheit. In diesen Abschnitten geht es um Kindheit, Partnerschaften, Geburten, Trennungen und Schicksalsschläge aller Art. Sowohl Willi als auch die Schwestern leiden unter Traumata: der eine muss mit dem Tod seiner Halbschwester leben, die anderen mit dem ihres kleinen Bruders Nenerl, und immer geht es um Schuld. „Niemand wird zurückgelassen“ war Nenerls Wahlspruch - und doch ist ausgerechnet er verlorengegangen.

Vea Kaiser beherrscht sowohl die Komik als auch die Tragik und kann sehr unterhaltsam erzählen. Oft habe ich bei der Lektüre herzlich gelacht, teils über das originelle österreichische Vokabular, teils über loriothafte Szenen wie den Metro-Großeinkauf der Schwestern, Mirls pannenbehafteten Heiratsantrag, die ablenkende Gesprächsführung der Schwestern, den Stellenwert der Mahlzeiten („Essen rettet jede Situation“) oder der Tupperware. Gelegentlich wurde es mir aber zu slapstickhaft, wenn das Transportgefährt ausgerechnet ein roter Fiat Panda war, die Reisenden auf einen Bus mit 24-Stunden-Pflegerinnen aus Bulgarien trafen oder ein Zwischenstopp im Pilgerort eingelegt wurde. Auch das Loblied auf die sehr engen Familienbande, die den drei so unterschiedlichen Schwestern manchmal fast die Luft zum Atmen zu nehmen scheinen, hat mich nicht voll überzeugt. Gut gelungen ist dagegen die Entwicklung der Figuren, denn die Fahrt nach Montenegro verändert Lorenz, Mirl, Wetti und Hedi: „Lorenz gefiel der Gedanke, dass auch Onkel Willi seiner hinterbliebenen Familie neue Wege aufgezeigt hatte.“ Überhaupt Onkel Willi: Er ist nicht nur für mich der eigentliche Held des Romans, sondern auch für „drei alte Damen, die diesen Irrsinn aus Liebe und Zuneigung zu dem einzigen Mann unternommen hatten, der sie nie enttäuscht hatte“.

Veröffentlicht am 31.03.2019

Die Vergangenheit gibt es doch

Bella Ciao
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Im März 1946 kehrt die wohlhabende Witwe Mrs. Giulia Masca in das piemontesische Dorf Borgo di Dentro zurück, aus dem sie 45 Jahre zuvor schwanger und fast mittellos geflohen war. Damals hatte sie für ...

Im März 1946 kehrt die wohlhabende Witwe Mrs. Giulia Masca in das piemontesische Dorf Borgo di Dentro zurück, aus dem sie 45 Jahre zuvor schwanger und fast mittellos geflohen war. Damals hatte sie für ihre überstürzte Flucht ein Ticket dritter Klasse auf einem Überseedampfer gekauft, nun kommt sie in einer Erste-Klasse-Kabine in Genua an. Ihr Sohn Michael begleitet sie, angeblich in Geschäftsangelegenheiten für die familieneigenen „Groceries“ unterwegs, ihr bleibt Zeit für einen Besuch in ihrem Geburtsort. Doch was will sie überhaupt in Borgo di Dentro, wo sie die ersten 20 Jahre ihres Lebens bitterarm verbracht und nach drei Grundschuljahren von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang für einen Hungerlohn in der Spinnerei geschuftet hat, die Hände in einer Schüssel mit gekochten Seidenraupen im siedenden Wasser? Was, wenn sie ihrer damals besten Freundin, Anita Leone, wiederbegegnet, in deren Familie sie die Geborgenheit fand, die ihre Mutter ihr nicht bieten konnte? Wegen Anitas doppeltem Verrat hat sie während des großes Streiks Borgo di Dentro im Februar 1901 verlassen. War es Feigheit oder Mut? „Die Vergangenheit gibt es nicht“ ist zu Giulia Mascas Lebensmotto geworden, doch im Dorf trifft sie auf genau diese Vergangenheit.

Der Roman „Bella Ciao“ der 1971 geborenen Italienerin Raffaella Romagnolo ist eine der großen Entdeckungen des Literaturfrühlings 2019 für mich. Drei Handlungsstränge hat sie so eng miteinander verwoben, dass das Lesen Konzentration erfordert, aber genau diese Herausforderung hat mir Spaß gemacht. Zum einen geht es um die fünf Tage, die Giulia 1946 in ihrem Heimatdorf verbringt. Zum anderen verfolgt Raffaella Romagnolo das Schicksal Giulias in New York, wo nach ihrer abenteuerlichen Flucht der American Dream für sie Wirklichkeit wurde, und stellt es dem Leben Anitas und ihrer Familie in Borgo di Dentro gegenüber. Stammbäume zu Anfang der drei Romanteile helfen bei der Orientierung, vor allem in der weitverzweigten Familie Leone. Beide erleben zwei Weltkriege und doch auf völlig unterschiedliche Weise. Giulias Einwandererfamilie muss trotz des wirtschaftlichen Erfolgs hart um die Anerkennung in den USA kämpfen, Anita erlebt Armut, Hunger, immer wieder Tod, Unterdrückung, das Erstarken des Faschismus, die Kämpfe mit Sozialisten und Kommunisten und den Partisanenkampf. Fast ein halbes Jahrhundert italienische Geschichte porträtiert Raffaella Romagnola in diesem hochinteressanten Roman, angesiedelt in einem fiktiven Dorf, jedoch mit real existierenden Vorbildern für einige ihrer Figuren und viel Quellenstudium, wie das interessante Nachwort verrät.

„Was ist dir zugestoßen, Anita“ und „Warum bist du zurückgekommen, Giulia“ sind zwei der zentralen Fragen dieses unglaublich packenden Romans, in dem ich nebenbei viel über die Geschichte Italiens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfahren habe. Gleichzeitig hat mich das Schicksal der beiden mutigen Frauen und ihrer Familien nachhaltig bewegt. Mit dem kunstvollen Aufbau und der angenehmen Sprache hat „Bella Ciao“ damit alles, was ich mir von einem Lieblingsbuch wünsche.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Man sieht sich immer zweimal

Die Farben des Feuers
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Erst nach der Lektüre von Pierre Lemaitres neuem Roman „Die Farben des Feuers“ habe ich erfahren, dass es sich dabei um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, der "Trilogie de l’entre-deux-guerres“. ...

Erst nach der Lektüre von Pierre Lemaitres neuem Roman „Die Farben des Feuers“ habe ich erfahren, dass es sich dabei um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, der "Trilogie de l’entre-deux-guerres“. Der erste Band, „Wir sehen uns dort oben“, über die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wurde 2013 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Der zweite Band von 1927 bis 1933 erfordert jedoch keine Vorkenntnisse.

Die linear erzählte Handlung beginnt mit einer pompösen Beerdigung. In Anwesenheit des französischen Präsidenten wird der verstorbene Bankier Marcel Péricourt, zentrale Figur der französischen Finanzwelt, Verkörperung einer vergangenen Epoche und Familienoberhaupt zu Grabe getragen. Als der Trauerzug sich in Bewegung setzen will, stürzt aus einem Fenster im zweiten Stock des Familienpalais der siebenjährige einzige Enkel des Verstorbenen, Paul, auf den Sarg und ist fortan querschnittsgelähmt. Seine Mutter und Alleinerbin Madeleine Péricourt, 36 Jahre alt, geschieden und in keiner Weise auf die Lenkung der Bank vorbereitet, ergibt sich ganz ihrem Kummer und wird eine leichte Beute für ihre Widersacher. Gustave Joubert, Prokurist der Péricourt-Bank, Mann der zweiten Reihe und als Ehemann zweimal von Madeleine abgewiesen, Charles Péricourt, Bruder des Verstorbenen und in Korruption verstrickter Politiker ohne politische Fähigkeiten, den sie nicht weiter finanziell unterstürzen möchte, sowie ihre betrügerische Gesellschafterin und Freundin Léonce treiben Madeleine in den finanziellen Ruin. Aus den Höhen der Bourgeoisie abgestürzt ins Kleinbürgertum schwört Madeleine Rache: „Man sieht sich immer zweimal im Leben...“. Ein perfider, millimetergenau durchgeplanter Rachefeldzug soll ihre Feinde vernichten, wobei die schlimmste Strafe dem Verursacher von Pauls Sturz gelten wird. Mit Hilfe zweier Kleinganoven und mit viel Geduld und Ausdauer macht sich Madeleine an die Umsetzung ihrer Pläne, die für jeden ihrer Feinde eine passgenaue Strafe vorsehen.

Pierre Lemaitre erzählt die Rachegeschichte vor dem bewegten Hintergrund der Banken-, Wirtschafts- und Regierungskrise im Frankreich der beginnenden 1930er-Jahre mit viel Humor und Ironie, so dass ich trotz der Tragik oftmals lachen musste. Da gleicht Hortense, Charles Frau, „die an Busen, Hintern und Geist beschränkt war“ mit ihren zahlreichen Lockenwicklern „auf erschreckende Weise jener Ehefrau, die alle Männer eines Tages zu haben fürchten“ und die Hässlichkeit seiner Töchter wird so eindrücklich geschildert, dass es ans Herz geht. Ein Satz wie „Monsieur Péricourt war der geometrische Punkt, auf dem die ganze Familie zerschellte“ ist ebenso komisch wie ins Schwarze treffend. Allerdings gibt es auch Handlungsstränge, deren Bedeutung sich mir nicht erschlossen hat, beispielsweise die Entwicklung von Paul und seine Beziehung zu einer Operndiva. An der ein oder anderen Stelle glaubte ich Ungereimtheiten zu entdecken, so beim Alter des Gauners Robert oder bei Pauls Behinderung. Manchmal schoss mir der Autor beim Fabulieren auch über das Ziel hinaus, wenn jede Nebenfigur mit einer eigenen irrwitzigen Geschichte bedacht wurde.

Alles in allem habe ich den Roman trotzdem sehr gerne gelesen, da er äußerst raffiniert konstruiert, spannend, unterhaltsam und sprachlich elegant ist.

Veröffentlicht am 27.03.2019

Und führe uns nicht in Versuchung...

Goldschatz
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Ganz ohne Mord geht es bei Ingrid Noll auch in ihrem neuesten Buch nicht, doch liegt die Untat dieses Mal weit in der Vergangenheit und liefert lediglich die Erklärung für den Dreh- und Angelpunkt der ...

Ganz ohne Mord geht es bei Ingrid Noll auch in ihrem neuesten Buch nicht, doch liegt die Untat dieses Mal weit in der Vergangenheit und liefert lediglich die Erklärung für den Dreh- und Angelpunkt der Handlung: den Münzfund. „Goldschatz“ ist daher mehr Charakter- und Gesellschaftsstudie als schwarz-humoriger Krimi, doch geht es auch hier um den für Ingrid Noll typischen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. Obwohl es für mich nicht ihr stärkster Roman ist, vor allem, weil ich die gewohnte Bissigkeit vermisst habe, unterhält die Geschichte doch sehr gut, auch wenn man das Schicksal der WG früh erahnen kann. Reflektionen darüber, wie man sich selbst durch einen plötzlichen Reichtum verändern würde, drängen sich auf und machen nicht unbedingt Lust auf einen Lottogewinn.

Fünf alternativ angehauchte Studenten, die sich unter dem Namen „Gegenstrom“ dem Konsumverzicht und der Nachhaltigkeit verschrieben haben, stehen im Mittelpunkt des Romans. In einem maroden Bauernhaus, das die Mutter der Ich-Erzählerin Trixi geerbt hat, möchten sie sich den Traum vom alternativen Leben erfüllen. Zwar wollen Trixis Eltern das alte Haus lieber abreißen als in die Ruine zu investieren, den Idealismus der jungen Leute können sie damit jedoch nicht bremsen. Mit Feuereifer beginnen die fünf Bewohner zu renovieren, doch werden ihre hehren Ziele bald von der rauen Wirklichkeit auf eine harte Probe gestellt, denn undichte Fenster, unzureichende Heizmöglichkeiten und fehlende Küchengeräte versprechen allzu große Unbequemlichkeiten. Zuwendungen von Trixis Eltern in Form eines Autos und einer Waschmaschine werden daher gerne akzeptiert und der Verkauf von Antiquitäten der Erbtante auf dem Flohmarkt und über das Internet soll das benötigte Baumaterial finanzieren. Als Trixi und ihre Freundin Saskia jedoch beim Stöbern in einer alten Blechkanne einen Lederbeutel mit Goldmünzen finden, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Denn je mehr Geld ins Haus kommt, desto mehr rücken die idealistischen Überzeugungen in den Hintergrund und steigt die Gier. Dass Geld den Charakter verdirbt, weiß der Volksmund schon lange, die Mitglieder der WG und ihr sonderbarer alter Nachbar Gerhard Gläser bekommen es nun schmerzhaft zu spüren. Eine verheimlichte Shopping-Tour Trixis und Saskias in Mannheim wird zur Ouvertüre für den schleichenden Niedergang der Hausgemeinschaft, in der sich Missgunst, Egoismus, und Skrupellosigkeit einnisten, während Anstand, Empathie und Rechtsbewusstsein auf der Strecke bleiben.

Luise Helm liest den glücklicherweise ungekürzten Text auf fünf CDs in 395 Minuten in sehr angenehmem Tempo, engagiert und mit der richtigen Intonation. Die Sprecherin schlüpft glaubhaft in der Rolle der Ich-Erzählerin Trixi und ich habe ihr mit Freude zugehört.