Profilbild von CarmensBooksCo

CarmensBooksCo

Lesejury-Mitglied
offline

CarmensBooksCo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CarmensBooksCo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Starke Prinzessinnen, die ihr Märchen selbst schreiben.

Verirrte Prinzen & bockige Prinzessinnen
0

Und Sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende… Als ob. Wem das passive „Gerettet werden“ der Märchenprinzessinnen durch den starken Helden auf dem weißen Pferd auch zu den Ohren rauskommt, der hat mit ...

Und Sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende… Als ob. Wem das passive „Gerettet werden“ der Märchenprinzessinnen durch den starken Helden auf dem weißen Pferd auch zu den Ohren rauskommt, der hat mit „Verirrte Prinzen & Bockige Prinzessinnen“ genau das richtige Buch in der Hand, um dieses klassische Märchenmotiv gründlich auf Links zu drehen. Denn die Kurzgeschichtensammlung macht das, was vielen Märchen fehlt: Einen Realitätscheck. Und bei dem sind die Prinzessinnen bestens in der Lage, sich selbst zu retten oder zu entscheiden, dass es beim Drachen viel cooler ist als in einem öden Schloss bei einem depperten Prinzen.

Die insgesamt 29 Geschichten erzählen nicht vom strahlenden Heldentum und sehnsüchtig wartenden Jungfrauen in Nöten, stattdessen begegnen einem hier Figuren, die ein bisschen widerspenstig, ein bisschen verloren, manchmal unsicher sind, aber immer interessante Geschichten abseits der klassischen Märchenmotive erzählen. Sie spielen mit Rollenbildern, Erwartungen und dem, was man von Märchen kennt. Das macht das Buch nicht nur kurzweilig, sondern auch superlustig. Die Storys sprühen vor ungewöhnlichen Ideen und spannenden Umsetzungen und überzeugen durch ihre Vielfalt. Wenn der Drache und die Prinzessin gemeinsam zugucken, wie der nächste Prinz am Burggraben scheitert und sich abklatschen, macht das Lesen einfach richtig viel Spaß.

Man merkt, dass die Autor*innen Spaß daran hatten, bekannte Erzählungen umzubauen oder so weiterzuschreiben, dass man einen anderen Blick auf eigentlich bekannte Szenen erhält. Die Prinzessinnen sind nicht lieb und brav, die Prinzen nicht strahlend und makellos. Stattdessen sind viele der Helden menschlich, machen Fehler, treffen die falsche Entscheidung, zögern, stolpern und wachsen.

Eine Empfehlung für alle, die Märchen lieben, aber keine Lust haben, immer das gleiche zu lesen. Für alle, die ein bisschen Augenzwinkern mögen, ein bisschen Tiefe zwischen den Zeilen und Figuren, die sich selbst behaupten, statt in Schubladen zu passen. Und die endlich mal lesen wollen, dass die Prinzessin ihre Sachen packt und zum Drachen zieht, weil Sie auf den Weirdo in Rüstung keinen Bock hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2025

Spannender Psychothriller mit überrschenden Wendungen

Ich hol mir dein Leben
0

2 Brüder, 2 unterschiedliche Leben, 1 gemeinsames Schicksal. In „Ich hole mir dein Leben“, Band 3 der Psychothriller-Reihe von Jana Martin, erzählt die Autorin die Geschichte zweiter Brüder, die nicht ...

2 Brüder, 2 unterschiedliche Leben, 1 gemeinsames Schicksal. In „Ich hole mir dein Leben“, Band 3 der Psychothriller-Reihe von Jana Martin, erzählt die Autorin die Geschichte zweiter Brüder, die nicht nur sehr unterschiedlich sind, sondern auch sehr verschiedene Leben führen. Als sie nach Jahren der Trennung wieder aufeinandertreffen, zeigt sich jedoch, dass das vermeintlich gute Leben ein Trugschluss sein kann.

Der Autorin gelingt erneut ein atmosphärischer Psychothriller mit vielen Wendungen und Überraschungen. Es ist spannend zu erleben, wie sich die beiden Leben von Tim und Tom entwickelt haben und wie beide damit umgehen. Ich habe vieles (wieder mal 😉) nicht kommen sehen und wurde dadurch immer überrascht. Schön ist auch, dass man wieder auf „alte Bekannte“ aus den vorigen Büchern trifft (man braucht dieses Vorwissen jedoch nicht zwingend) und mehr über sie erfährt.
Dabei geht es nicht um reine Effekthascherei, sondern auch um die Frage, ob Menschen so geboren werden, wie sie sind, oder ob erst die Umstände sie zu dem machen. Das regt zum Nachdenken an, selbst beim eigentlichen Bösewicht.

Dennoch ist das Buch nichts für schwache Nerven und hat es in sich. Ich bin während des Lesens immer wieder zwischen Unglauben, Schock und allerlei Emotionen hin und her gewechselt. Diese Mischung macht es sehr spannend und zu einem Page-Turner, bei dem man immer wissen will, wie es weitergeht. Meine Fingernägel können ein Lied davon singen 😂

Psychothriller-Fans sollten sich die Reihe und diesen Band definitiv mal genauer ansehen 😉

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2025

Schottische Mythologie trifft Umweltthemen

Eilean Mhàigh
0

In „Eilean Mhàigh: Muscheln, Zauber und ein Stein“ ist nicht alles so, wie es scheint. Denn die Autorinnen mischen die moderne Welt mit der Mythologie Schottlands und bauen den ein oder anderen Twist ein. ...

In „Eilean Mhàigh: Muscheln, Zauber und ein Stein“ ist nicht alles so, wie es scheint. Denn die Autorinnen mischen die moderne Welt mit der Mythologie Schottlands und bauen den ein oder anderen Twist ein. So beginnt die Geschichte erst einmal recht normal, nimmt aber schnell (magische) Fahrt auf. Man lernt nicht nur mehr über schottische Mythen, sondern auch über die Natur und Umwelt des Landes. Generell steht der Umweltaspekt stark im Fokus und macht das Buch zu etwas Besonderen. Denn die Verknüpfung der magischen Welt mit dem Einfluss, denn Umweltverschmutzung auf sie haben kann, findet man wohl bislang in kaum einem anderen Buch.

Der Schreibstil ist locker und flüssig und nimmt einen direkt mit in eine Welt, die von Magie durchdrungen ist, aber auch sehr reale Probleme hat. Mir hat gut gefallen, dass es nicht um „Der Prinz rettet die Prinzessin“ geht, sondern das für Fantasy-Literatur ungewöhnliche Thema der Umweltverschmutzung aufgegriffen wurde. In dem schottischen Setting passt das sehr gut und man denkt automatisch darüber nach, welchen ökologischen Fußabdruck man selbst hinterlässt.

Die Charaktere sind sympathisch und gut beschrieben. Man merkt schnell, wie unterschiedlich sie sind und welche Probleme sie mit sich herumtragen. Das macht sie sehr nahbar und man ist schnell mittendrin. Man hat nach dem Lesen definitiv den Wunsch, den ein oder anderen Charakter mit nach Hause nehmen zu wollen. Und ich meine nicht nur die menschlichen.

Das Buch ist ein erster Teil und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Das Ende ist zwar so weit in sich abgeschlossen, teasert aber natürlich den zweiten Teil an. Ich kann das Buch allen Fans von Schottland, Mythologie und moderner Fantasy mit Bezug auf aktuelle Themen empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2024

Spannender Einblick in den Vorabend der Zombie-Apokalypse

Year Zero 0
0

Wer schon immer einmal wissen wollte, was vor einer Zombie-Apokalypse passiert und wie normale Menschen auf die Entwicklungen reagieren, sollte sich diesen Comic genauer ansehen. Denn „Year Zero - Band ...

Wer schon immer einmal wissen wollte, was vor einer Zombie-Apokalypse passiert und wie normale Menschen auf die Entwicklungen reagieren, sollte sich diesen Comic genauer ansehen. Denn „Year Zero - Band 0“ verfolgt das Leben von vier Personen, die alle mehr oder minder direkt auf die Vorboten der Zombies treffen und ihre ganz eigenen Lösungen finden, um mit den sich verdichtenden Informationen und Entwicklungen umzugehen. Dabei handelt es sich bei Band 0 um ein Prequel, der sich jedoch auch ohne Kenntnis der Serie gut lesen lässt. Ich habe die beiden „Year Zero“-Bände nicht gelesen und hatte keine Schwierigkeiten, den Stories zu folgen.
 
Diese wechseln sich immer wieder zwischen den vier Perspektiven ab und zeichnen so ein Bild über mehrere Kontinente und Gesellschaftsschichten hinweg. Eines haben jedoch alle vier Protagonisten gemeinsam: Etwas liegt in der Luft und sorgt für Verunsicherung. Das wird in schönen Zeichnungen und einer spannenden Geschichte eingefangen, die nichts beschönigt und zum Teil sehr brutal und blutig ist. Definitiv also nichts für Kinder oder schwache Nerven. Gefallen hat mir, dass die vier miteinander verwobenen Kurzgeschichten nicht nur die Schicksale einzelner Personen erzählen, sondern auch politische Themen, Rassismus und die gesellschaftliche Spaltung aufgreifen. Das gibt dem Ganzen eine hohe Aktualität und einen realistischen Blick darauf, was in einer solchen Ausnahmesituation mit einzelnen Ländern und Gesellschaftsschichten passieren könnte. Dazu passt auch eine Anmerkung des Autors im Nachwort, dass „[…] Zombies nur die Funken für ein tieferes, hasserfülltes Feuer sind, das schon viel zu lange in uns glüht“. Der Comic ist dadurch kein tumbes Splatter-Buch, sondern ein spannender Blick in die Gesellschaft und die Schicksale einzelner Menschen kurz vor bzw. während des Ausbruchs eines Zombie-Virus, der nach und nach (und oft erst einmal unbemerkt) in deren Leben tritt. Die intensive Atmosphäre und die einzelnen Schicksale lassen leicht vergessen, dass es sich nur um eine Geschichte handelt. Zu wahrscheinlich ist, dass einiges von dem gezeigten tatsächlich so oder so ähnlich ablaufen könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2024

Pommes, Action und viel Humor

Magical Fries – Der Geschmack des Lebens
0

Superkräfte und Essen? Diese verrückte Idee hatte Marie Graßhoff für ihre Food-Universe-Reihe und diese Kombi funktioniert richtig gut. „Magical Fries“ ist bereits Band 4 und dreht sich rund um ein magisches ...

Superkräfte und Essen? Diese verrückte Idee hatte Marie Graßhoff für ihre Food-Universe-Reihe und diese Kombi funktioniert richtig gut. „Magical Fries“ ist bereits Band 4 und dreht sich rund um ein magisches Pommes-Gewürz. Man folgt der Geschichte von Crew, der auf der Suche nach ebendiesem Gewürz nicht nur einmal sein Leben riskiert. Actionreich und mit viel Humor müssen sich Crew und seine Freunde nicht nur mit so manch magischer, sondern auch sehr weltlicher Problematik herumschlagen.

Doch trotz des recht verrückten Backgrounds ist „Magical Fries“ kein Buch, dass das Leben auf die leichte Schulter nimmt. Der Tod nimmt einen recht großen Raum ein und der Verlust geliebter Menschen sowie PTBS sind allgegenwärtig. Dadurch wechselt das Buch immer wieder zwischen verrückten Actionszenen und tiefgründigen Elementen, die zum Nachdenken anregen. Generell steht die moralische Frage, was man in bestimmten Situationen tun sollte und was nicht, immer wieder im Mittelpunkt. Das gibt der Geschichte einen schönen Kontrast und nimmt dem etwas duschgeknallten Thema rund um ein magisches Pommes-Gewürz die Absurdität.

Die Geschichte lässt sich leicht und angenehm lesen und macht trotz der manchmal etwas düsteren Thematik viel Spaß. Die Entwicklung von Crew und seinen Freunden, der Fokus auf Freundschaft und die „richtige Entscheidung“ hat mir sehr gut gefallen. Auch die wiederkehrenden Figuren aus den vorherigen Bänden sind ein schöner Bonus. Man muss diese zwar nicht gelesen haben, um alles zu verstehen ist es jedoch ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Magische Pommes, leckeres Essen, Action, Humor und eine verrückte Reise rund um den Globus - Ich hatte viel Spaß und hoffe, dass ich noch so einiges aus dem Food-Universe lesen darf 🍟

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere