Platzhalter für Profilbild

Chiralu

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Chiralu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Chiralu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2024

Spannung pur - Freundschaft, Intrigen, Kämpfe und die Frage, wer eigentlich die wahren Monster sind

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten
0

In diesem Romantasy taucht man in die Welt von Laelia de Bleu ein, eine Adlige, die jahrelang auf das große Event vorbereitet und ausgebildet wurde: die Jagdspiele! Alle Adeligen müssen im Alter zwischen ...

In diesem Romantasy taucht man in die Welt von Laelia de Bleu ein, eine Adlige, die jahrelang auf das große Event vorbereitet und ausgebildet wurde: die Jagdspiele! Alle Adeligen müssen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren dieses Ritual absolvieren, um Teil der Gemeinschaft zu sein - sie müssen hierzu auf einer einsamen Insel ihren Gejagten, einen Bürgerlichen, der per Los ausgewählt wurde, finden und zeichnen. Schaffen sie es nicht, so werden sie von der Gesellschaft ausgeschlossen.

Auf dieses Ritual hat Laelia ihr ganzes Leben lang trainiert, doch bei der Ziehung offenbart ihr Los: Sie ist eine Gejagte.

Am Anfang beginnt die Geschichte noch recht ruhig und es werden die Zusammenhänge der Adelshäuser, die Farben und ihre dazugehörige Magie erläutert, sodass diese Fantasy-Welt langsam beim Lesen vor dem geistigen Auge entstehen konnte. Zwischenzeitlich waren es nur etwas viele Informationen auf einmal und in Kombination mit den französischen Namen war der Einstieg für mich doch etwas holprig. Aber: Das Buch zur Seite legen ist definitiv keine Option, denn alles, was danach folgt, würde man verpassen und das wäre mehr als Schade!

Sobald die Jugendlichen auf der Insel Arc-en-Ciel ankommen, nimmt die ganze Story nämlich ordentlich an Fahrt auf und ich kann schon einmal verraten: Ich wollte das Buch ab dem Punkt gar nicht mehr aus der Hand legen.

Nach und nach wird aus der adeligen, privilegierten Laelia, die mit den Jagdspielen groß geworden ist und diese nie hinterfragt hat, Lia, die Gejagte. Wobei, genau genommen steht sie zwischen den beiden Gruppen. Sie ist keine Jägerin, aber für die anderen Gejagten ist sie, sollten sie ihre Identität herausfinden, auch keine Gejagte. Sie ist schließlich keine Bürgerliche, keine von ihnen.

Und plötzlich fängt sie an das ganze System zu hinterfragen. Es geht nicht nur um die offensichtlichen, physischen Kämpfe, sondern auch um die inneren Konflikte. Auf welcher Seite steht sie? Für wen entscheidet sie sich, wem hilft sie? Wer ist Freund und wer ist Feind? Und welche Konsequenzen hat ihr Wahl letztendlich für die andere Seite? Lia ist eine wirklich starke Protagonistin, die im Verlauf eine wahnsinnige Entwicklung durchmacht. Aufgrund der Ich-Perspektive kann man ihre Gefühle und ihre zwiespältigen Gedanken nachempfinden - und mitfühlen! Diese Zerrissenheit war beim Lesen mehr als deutlich zu spüren.

Aber nicht nur Lia hat mich überzeugt, auch die anderen Charaktere sind toll ausgearbeitet und ich habe viele in mein Herz geschlossen. Kein Wunder, dass ich mit ihnen so sehr mitgefiebert habe.

P. J. Ried kreiert durch ihre lebendigen Beschreibungen eine wunderbar fesselnde, faszinierende und gleichzeitig abscheuliche Welt, die voll von Gefahren ist. Neben den Jägern existieren auch seltsame Kreaturen auf der Insel, wie zum Beispiel ein vor Zorn tobendes Reh mit drei Herzen. Die Gefahr lauert also hinter jeder Ecke und damit auch die Frage, wer denn eigentlich die wahren Monster sind.

Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch. Die Intrigen sorgen für ordentlich Nervenkitzel, aber generell ist die ganze Stimmung, die die Autorin hier schafft, absolut fesselnd - und berührend. Denn die inneren Konflikte, die Lia erlebt, sind ergreifend und bewegend. Die Beziehung der Charaktere zueinander haben mich berührt und ein Tränchen habe ich auch verdrückt.

Das Ende war für mich absolut überraschend und mit diesem Cliffhanger habe ich nicht gerechnet. Ich würde am liebsten direkt weiterlesen, weshalb ich mir den nächsten Teil bereits vorbestellt habe.

Mein Fazit kann also nur lauten: Eine absolute Leseempfehlung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2024

Erwartungen nicht ansatzweise erfüllt

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
0

"Der vielleicht schönste humorvolle Liebesroman seit »PS Ich liebe Dich«" - so wurde das Buch angekündigt. Dementsprechend waren die Erwartungen hoch, doch leider konnte das Buch diese nicht ansatzweise ...

"Der vielleicht schönste humorvolle Liebesroman seit »PS Ich liebe Dich«" - so wurde das Buch angekündigt. Dementsprechend waren die Erwartungen hoch, doch leider konnte das Buch diese nicht ansatzweise erfüllen. Das Buch war allerdings auch nicht schlecht, es war "ok". Man könnte auch sagen: absolut durchschnittliches Mittelmaß.

Die Idee hingegen war super. Erins Lieblingsbuch landet versehentlich im öffentlichen Bücherschrank, James findet die Ausgabe und damit auch Erins Anmerkungen in diesem Buch. Und so kam es, dass sie über eben jenen Bücherschrank anfingen in Form von Randnotizen in den Büchern zu kommunizieren, denn dafür sind ja die Seitenränder da, und sich dann in einem anderen Buch trafen. Es hätte so schön sein können...

Doch mit Erin wurde ich einfach nicht warm. Die Protagonistin ist unfassbar stur, wahnsinnig anstrengend und nachtragend sowie teils sehr kindisch. An all ihren Problemen sind immer alle anderen Schuld, das scheint ihr Motto sein. James hingegen fand ich sehr sympathisch und wäre gerne mit ihm befreundet.

Beim Lesen verlor ich ehrlich gesagt öfters den Faden, denn genau dieser rote Faden schien hier und da zu fehlen. Viele Zusammenhänge ergaben erst am Ende einen Sinn und normalerweise empfinde ich es spannend, wenn sich nach und nach alles aufdröselt. In diesem Fall konnte ich der Geschichte aber nur bedingt folgen und statt Spannung war es etwas zäh zum Teil.

Auch den humorvollen Aspekt, den das Buch versprach, suchte ich vergebens. Statt Situationskomik fand ich viele schwere Themen wie Mobbing, psychische Erkrankungen und Verlust. Es ist also keine leichte Lektüre, wie ich erwartet habe. Doch die schweren Themen wurden schön aufgearbeitet und am Ende schließt man das Buch mit dem Wissen, dass jeder irgendwie sein Päckchen zu tragen hat.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Buch nicht unbedingt weiterempfehlen würde, da es mich einfach nicht komplett überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2024

Ich habe tausend Emotionen durchlebt beim Lesen - große Liebe und tiefe Traurigkeit

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
0

Wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben sollte, dann würde "großartig" wohl nicht annähernd ausdrücken, was ich eigentlich sagen will. Es hat mich mitgerissen, jedes einzelne Wort habe ich aufgesaugt ...

Wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben sollte, dann würde "großartig" wohl nicht annähernd ausdrücken, was ich eigentlich sagen will. Es hat mich mitgerissen, jedes einzelne Wort habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm. Ich bin Seite für Seite mehr in die Welt von Ella und Beckett eingetaucht, habe beide Charaktere lieben gelernt. Zwischendurch wollte ich Beckett gerne schütteln und ihm zurufen, er soll Ella doch bitte die Wahrheit sagen, doch gleichzeitig konnte ich ihn so gut verstehen, sein Handeln nachvollziehen. Und auch Ella wollte ich wachrütteln und sie zu mehr Nachsicht bewegen, aber gleichzeitig konnte ich auch ihre Gründe verstehen und all ihre gefühlten Emotionen nachempfinden.

Denn genau das schafft Rebecca Yarros - sie haucht beiden Protagonisten Leben ein und beschreibt die jeweiligen Gedanken und Gefühle so greifbar, dass man in die jeweilige Person reinfühlen kann. Und vor allem: mitfühlt!

All die Charaktere haben unfassbar tolle, besondere Persönlichkeiten erhalten. Da haben wir Ella, die so taff und stark ist, selbst wenn sie das Leben immer wieder in die Knie zwingen will. Beckett zeichnet seine grenzenlose Loyalität aus, seine ruhige Art, ohne fordern, ohne drängen. Und dann sind da noch Ellas Zwillinge Maisie und Colt, die einfach nur bezaubernd und liebenswert ist.

Auch die Kulisse wird wunderbar bildlich beschrieben und die Landschaft sowie die Holzhütten auf Solitude, die Ella vermietet, sorgen für ein idyllisches Bild. Mal ehrlich, wer würde denn dort nicht auch gerne seine Zeit verbringen?

Doch so harmonisch und idyllisch, wie das Setting klingt, ist die Geschichte um Ella und Beckett nicht. Immer wieder habe ich mich beim Lesen gefragt, wie viel Last und Schmerz ein Mensch eigentlich (er)tragen kann. Gleichzeitig schafft Rebecca Yarros die schweren Themen immer wieder mit Hoffnung zu füllen sowie einen mit vielen humorvollen Passagen zum Schmunzeln zu bringen.

Selbst dieses furchtbare Ereignis, das ich wirklich nicht kommen gesehen habe und bei dem ich nicht nur eine Träne beim Lesen verdrückt habe, endet mit Hoffnung und damit, dass es irgendwie immer weitergeht. Die Autorin findet Worte, die einem selbst auch Mut und Kraft schenken können, wenn man selbst gerade in einer schwierigen Zeit ist. Um nicht zu spoilern, möchte ich hier aber nicht genauer drauf eingehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich jedes Kapitel, jede Zeile, nein, sogar jedes einzelne Wort geliebt habe, wenngleich das Buch auch mein Herz hat brechen lassen. Und trotzdem kann und möchte ich hier einfach nur eine absolute Empfehlung aussprechen, denn lange hat mich kein Buch mehr auf so eine Art und Weise gepackt und bewegt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2024

Eine Achterbahn der Gefühle

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
0

Das Buch ließ mich voller zwiespältiger Gefühle zurück, aber fangen wir von vorne an.

Als Erstes fiel mir das wirklich schöne Buchcover auf. Die blauen Wellen und der rosafarbene Himmel lassen das Cover ...

Das Buch ließ mich voller zwiespältiger Gefühle zurück, aber fangen wir von vorne an.

Als Erstes fiel mir das wirklich schöne Buchcover auf. Die blauen Wellen und der rosafarbene Himmel lassen das Cover weich und sanft wirken, absolut passend zu der malerisch beschriebenen Kulisse von der Kleinstadt Ferley.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig, sodass ich mich direkt in der Geschichte wohlgefühlt habe. Es beginnt alles wie eine typische Enemies to Lovers Geschichte und scheint doch recht vorhersehbar, was in diesem Genre nicht ungewöhnlich ist.

Auf der einen Seite haben wir Summer, die durch ein Feuer alles verloren hat. Auf der anderen Seite ist da Ares, der wie der mysteriöse, dunkle "Bad Boy" wirkt. Die erste Begegnung stand bereits unter keinem guten Stern und kurze Zeit später entpuppt sich Ares auch noch als Summers neuer Mitbewohner. Beide sind sich einig: Sie können sich nicht ausstehen. Und doch, wie kann es anders sein, entwickelt sich da etwas zwischen den beiden.

Nach dem Brand vor vielen Jahren leidet Summer auch jetzt noch unter Albträume und immer wieder tauchen Erinnerungsfetzen auf, die ihr damals niemand glauben wollte. Als sie sich Ares schließlich anvertraute, zweifelte er in keinster Weise an ihren Erinnerungen und will er ihr helfen den Täter zu finden.

Diesen Teil sowie die Entwicklung der Beziehung zwischen Ares und Summer fand ich spannend und fesselnd!

Tja und dann kam der Spicy-Teil, der meiner Meinung nach viel zu viel Raum einnahm und mein Interesse an der Geschichte leider ab beben ließ. Bedauerlicherweise, weil es bis dato wirklich gut war.

Auch die Auflösung, wer für den Brand verantwortlich war, konnte mich anschließend nicht überzeugen. Hier ging meiner Meinung alles viel zu schnell bzw. war zu einfach, was für mich sehr unlogisch und nicht nachvollziehbar war, schließlich wurde der Täter zuvor jahrelang nicht enttarnt.

Das große Ende, was dann folgte, kam für mich so überraschend, dass es mich auf der einen Seite durch den gefühlvollen Schreibstil und der wirklich guten Darstellung der Emotionen sehr berührt hat. Auf der anderen Seite kam diese Enthüllung wie eine plötzliche Explosion, die mich überwältigt und verwirrt, aber auch irgendwie unzufrieden zurückgelassen hat. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man im Verlauf des Buches kleine Andeutungen oder ein zwei Hinweise zuvor gehabt hätte, sodass man einen roten Faden erkennen kann.

Aufgrund all dieser Aspekte würde ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen und rate jedem, der das Buch lesen möchte, auf jeden Fall dringend dazu, zunächst die Trigger-Warnung zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2024

Ich habe jede einzelne Zeile geliebt

Willow-Falls-Reihe, Band 1 - Take Me Home to Willow Falls
0

Wenn sich draußen die Bäume bunt färben, die Temperaturen langsam sinken und man sich zu Hause mit einer Decke aufs Sofa kuscheln möchte, dann ist dieses Buch genau die richtige Gesellschaft für angenehme ...

Wenn sich draußen die Bäume bunt färben, die Temperaturen langsam sinken und man sich zu Hause mit einer Decke aufs Sofa kuscheln möchte, dann ist dieses Buch genau die richtige Gesellschaft für angenehme Stunden voller Gemütlichkeit, Emotionen und vor allem ganz viel Liebe.

Cassie war mir direkt sympathisch und als dann die Hochzeit scheiterte und sie all die Schuld tragen sollte, fühlte ich mit ihr mit. Ihre Emotionen waren so greifbar, ihre Verzweiflung spürbar - und dann kam Jared um die Ecke.

Ich fand es toll, dass dieses Buch abwechselnd aus der Sicht von Cassie und Jared geschrieben wurde, denn als Leser konnte man so mit beiden mitfiebern und sie gleichermaßen unfassbar gut verstehen. Auch wenn ich den beiden gerne mal einen kleinen Schubser gegeben hätte, so ist dieser langsame Beziehungsaufbau doch genau richtig für die vielen "hach"-Momente, die mich glückselig seufzen lassen haben beim Lesen.

Greta Milán schafft es ihre Wörter zum Leben erwachen zu lassen und ich konnte mir die idyllische Kleinstadt Willow Falls, den süßen Blumenladen und all die Nebencharaktere bildlich vorstellen - und ich habe all jenes sofort in mein Herz geschlossen. Gut, bei dem ein oder anderen Nebencharakter hätte ich mir zwischendurch die Haare raufen können, aber die Autorin schafft es überraschenderweise, dass man auch diesen letztendlich irgendwie mit Nachsicht begegnet, ohne einen tieferen Groll zu hegen.

Durch den sehr bildlichen und gefühlvollen Schreibstil fühlte es sich an, als wäre ich "live" dabei gewesen. Der ganze Aufbau des Buches sowie die kleinen Nebenstränge haben mich absolut überzeugt und während ich einerseits gar nicht wollte, dass meine Zeit in Willow Falls endete, so habe ich mit einem rundum glücklichen Gefühl das Buch beendet.

"Take Me Home to Willow Falls" ist ein romantischer, liebevoller und humorvoller Wohlfühl-Roman, der (nicht nur im Herbst) eine absolute Leseempfehlung ist und zum Schmunzeln, Fühlen und Lieben einlädt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere