Der Mythos Barbie
Ein Leben für BarbieIm Jahr 1956 macht sich Ruth Handler, Mitbegründerin des aufstrebenden Spielzeugunternehmens Mattel, daran, den Markt zu revolutionieren: mit einer Puppe, die wie eine erwachsene Frau aussieht. Im Gegensatz ...
Im Jahr 1956 macht sich Ruth Handler, Mitbegründerin des aufstrebenden Spielzeugunternehmens Mattel, daran, den Markt zu revolutionieren: mit einer Puppe, die wie eine erwachsene Frau aussieht. Im Gegensatz zu den üblichen Babypuppen, die die traditionelle Mutterrolle bestärken, soll diese Puppe kleine Mädchen dazu ermutigen, alles sein und tun zu können, was sie wollen. So wird Barbie geboren!
Ruth muss sich nicht nur an beruflicher Front behaupten, sondern gerät auch immer wieder in Streit mit ihrer Tochter Barbara, Namensgeberin für Barbie. Denn Barbara findet sich so gar nicht in dem neuen Frauenbild wieder. Doch Ruth macht weiter, mit der Hilfe ihres Mannes Elliot, dem Ingenieur Jack Ryan und der ambitionierten Modedesignerin Stevie Klein. In den kommenden Jahrzehnten wird Barbie zu einem Phänomen, das den Spielzeugmarkt revolutioniert. Aber je größer der Erfolg, desto tiefer der Fall, und die Probleme bei Mattel fangen gerade erst an …
Die Autorin Reneé Rosen schafft mit ihrer Erzählweise eine facettenreiche und spannende Geschichte, die abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Jack und Stevie erzählt wird.
Ruth ist bei ihrer ältesten Schwester aufgewachsen, weil ihre Mutter nicht noch ein Kind aufziehen wollte. Auch wenn sie bei ihrer Schwester erleben konnte, wie man erfolgreich ein Unternehmen führt, konnte sie ihr doch nicht die liebevolle Mutter ersetzen. Und so kommen auch bei Ruth in ihrem späteren Leben die Kinder oftmals zu kurz. Ruth ist eine Kämpferin in einer Männerdomäne und hat oft mit der Akzeptanz des „starken“ Geschlechtes zu kämpfen.
Jack, der Chefingenieur bei Mattel, zeichnet federführend für die Entwicklung der Barbie. Doch neben seinem beruflichen Perfektionismus quälen ihn ganz andere Probleme. Es ist manisch-depressiv und Legastheniker. Das versucht er mit ständig wechselnden Affären, Alkohol und Partys zu kompensieren.
Stevie, eine junge Designerin, die eigentlich immer Haute Couture entwerfen wollte, lernt schnell, dass man Mode nicht einfach kleiner machen kann, damit sie Barbie passt. Doch steckt sie gegenüber ihren ehemaligen Kommilitonen in einem Zwiespalt, da diese sich über Barbie lustig machen.
Doch der Mythos Barbie brachte für alle auch Schattenseiten mit sich. Gegner fanden Barbie zu dünn, zu unnatürlich und zu perfekt. Und so feiern die drei Protagonisten die Erfolge und haben aber auch mit Rückschlägen zu kämpfen.
Alles in allem hat die Autorin eine spannende und interessante Geschichte über den Mythos Barbie geschaffen, und die beeindruckende Frau, die hinter der Entstehung steckt.