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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2025

Sehr speziell und außergewöhnlich

Nachtschattengewächse
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Nach dem Schließen dieses Buches habe ich recht lange überlegt, wie ich es eigentlich fand. Hier kommt es hier allem darauf an, was man erwartet, denke ich. Eustacia als Ermittlerin ist sehr speziell und ...

Nach dem Schließen dieses Buches habe ich recht lange überlegt, wie ich es eigentlich fand. Hier kommt es hier allem darauf an, was man erwartet, denke ich. Eustacia als Ermittlerin ist sehr speziell und blieb für mich als Leserin bis zum Ende hin sehr unnahbar und nicht wirklich sympathisch. Allerdings macht gerade diese spezielle Art auch den Reiz an der Geschichte aus. Ihr Charakter ist gut ausgearbeitet, im Laufe der Handlung macht sie eine tiefgehende Entwicklung durch und ich habe das gerne verfolgt. Leider macht es ihre dezent autistische bzw. neurodivergente Art unheimlich schwer sie zu mögen. Menschen gibt sie beispielsweise Pflanzennamen, hier musste ich mich dann konzentrieren, wer denn nun eigentlich gemeint ist. Anfangs habe ich auch etwas gebraucht um ins Buch zu finden, Dinge werden angestuppst und dann später manchmal wieder weiter verfolgt, an diese Sprünge musste ich mich erst gewöhnen - für mich war es gerade am Anfang etwas zu viel dieses Verwirrprinzips (damit arbeiten Krimis ja gerne). Vom eigentlichen Fall habe ich mir etwas mehr erwartet, einige Dinge habe ich ziemlich schnell durchschaut, ein paar eher nicht. Das Ende ist sehr überraschend und außergewöhnlich - das Buch (und auch Eustacia) überschreitet definitiv Grenzen und ist außergewöhnlich. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr zu der Wirkung der Pflanzengifte und deren Gegenmittel gewünscht, am Ende gibt es zwar eine Übersicht mit allen erwähnten Pflanzen (die findet man auch größtenteils auf dem Cover), der Fokus lag in diesem Einstiegsband aber auf Eustacias (Roses) Charakterentwicklung. Insgesamt hat mir dieser außergewöhnliche, etwas spezielle Krimi gut gefallen und ich werde mir jetzt mal die Folgebände (auf Englisch;) anschauen und dann entscheiden, ob ich die Reihe mit diesem etwas anderem Konzept noch weiter verfolge.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

vorbestimmte Liebe

Soulmates and Other Ways to Die
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Erst mal vornweg: diese RomCom hat mich sehr gut unterhalten und ich bin positiv überrascht, normalerweise sind reine Liebesgeschichten nicht ganz so mein Ding. Hier hat mich aber das Thema, die Comedy ...

Erst mal vornweg: diese RomCom hat mich sehr gut unterhalten und ich bin positiv überrascht, normalerweise sind reine Liebesgeschichten nicht ganz so mein Ding. Hier hat mich aber das Thema, die Comedy und vor allem der dystopische Aspekt gecatcht. Erzählt aus Milos und Zoes Sicht hat mir gerade ihre selbstkritische und pragmatische Art sehr gut gefallen und ich musste öfters schmunzeln, der Humor lag ganz auf meiner Wellenlänge. Durch Zoes Sicht wurde mir auch diese dystopische Welt näher gebracht, die ich gut ausgearbeitet fand. Gerade die Konsequenzen und Varianten einer solch fatalen Seelenverwandtschaft werden hier recht umfassend bedacht und der erste Teil ist dadurch ziemlich rasant. Danach werden auch eher tiefgründige Aspekte einer solchen Vorbestimmung aufgeworfen und angesprochen, für mich hätte gerade dieser Aspekt noch etwas ausführlicher zur Sprache klommen können. Die Gegensätze zwischen Zoes und Milos Welt und Lebenseinstellung sind natürlich enorm und machen den Reiz dieser Geschichte aus. Ich fand die Beiden sehr unterhaltsam und es hat richtig geprickelt beim Lesen. Das Zusammenfinden der Protas entwickelt sich, ist unterhaltsam und sie geraten in ein rasantes Abenteuer. Die Entwicklung des Abenteuers habe ich recht schnell vorhergesehen, fand es trotzdem sehr spannend und fesselnd. Zoes Art und Milos Freunde hat mir dabei sehr geholfen. Das Ende finde ich gut gelöst, auch hier werden unterschiedliche Aspekte bedacht und angesprochen, auch wenn es etwas flott von statten ging. Gerade die Auflösung der leicht toxischen Beziehung von Zoe und ihrer Mutter ging mir zum Schluss hin zu einfach und schnell, für ein Jugendbuch aber absolut im Rahmen. Insgesamt fand ich das Buch eine fesselnde und herzerwärmende Unterhaltung, die sich sehr gut weglesen ließ, also eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

flotte, etwas andere Wissensvermittlung

Die verdammt blutige Geschichte der Antike
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Der Titel ist hier Programm - besonders der Part mit dem "ohne dem ganzen langweiligen Kram". Er lässt auch Rückschlüsse auf den Schreibstil zu. Dieser ist sehr direkt, flott, flapsig und manchmal auch ...

Der Titel ist hier Programm - besonders der Part mit dem "ohne dem ganzen langweiligen Kram". Er lässt auch Rückschlüsse auf den Schreibstil zu. Dieser ist sehr direkt, flott, flapsig und manchmal auch provokant. Anfangs fand ich diese Herangehensweise etwas gewöhnungsbedürftig und ich konnte das Buch nur kapitelweise lesen (bei einem Sachbuch lese ich aber auch nie das ganze Buch an einem Stück, denn sonst kann ich mir das Gelesene nicht merken;). Meinem Teenager hat der Stil deutlich besser gefallen und dass, obwohl das Buch laut Vorwort der Autoren nichts für Besucher von humanistischen Gymnasien sein soll. Die Wissensvermittlung bleibt immer im Fokus und die Autoren verstehen ihr Fach - wir haben Einiges dazu gelernt (und ich für meinen Teil konnte es mir auch merken;) Highlight für den 16jährigen sind auch die ganzen Anspielungen z.B. auf Filme, da habe ich auch ein paar gefunden und zumindest bei uns hat sich das gemeinsame Lesen zu einem richtigem Spaß entwickelt - deutlich interessanter als Geschichtsunterricht in der Schule und endlich habe ich auch mal manche geschichtlichen Zusammenhänge verstanden. Gerade der witzige Bogen in die Gegenwart und diese Anspielungen haben uns dabei sehr geholfen und zudem noch sehr gut unterhalten - Junior hat sehr oft beim Lesen gelacht, ich in mich reingeschmunzelt. Dabei sind die geschichtlichen Fakten prägnant und unbeschönigt dargestellt, diese Zeit war geprägt von Brutalität und Kriegen, da wurde nicht lange gefackelt. Diese Gratwanderung zwischen klarer, deutlicher Wissensvermittlung und witzig, moderner Unterhaltung gelingt den Autoren phänomenal gut und wir waren begeistert. Bitte mehr davon :)

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Veröffentlicht am 06.09.2025

flotter Jugendkrimi auf zwei Zeitebenen

Death at Morning House
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Marlowe wandert auf Miss Marples Spuren, eher zufällig, aber das macht sie ganz gut, da sie (wie sie selbst sagt) gerne auf Kleinigkeiten achtet. Maureen Johnson erzählt diesen Jugendkrimi auf zwei Zeitebenen. ...

Marlowe wandert auf Miss Marples Spuren, eher zufällig, aber das macht sie ganz gut, da sie (wie sie selbst sagt) gerne auf Kleinigkeiten achtet. Maureen Johnson erzählt diesen Jugendkrimi auf zwei Zeitebenen. Einmal in Rückblenden zur Familie Ralston (1932), einer Familie mit sieben Kindern bei denen der Jüngste ertrunken ist und auf der anderen Seite aus Sicht Marlowes, die mit einer Gruppe Jugendlichen Führungen in genau diesem Haus der Familie Ralston anbietet. Irgendwann beim Lesen kam mir der Gedanke, dass die Gruppen nicht ganz willkürlich gewählt wurden, denn irgendwie ähneln sich die Jugendlichen teilweise etwas und dann wieder doch nicht;) Gerade Marlowes Art sich selbst zu sehen und frei raus den Leser daran teilzuhaben zu lassen hat mir sehr gut gefallen. Ihre Art lockert die Handlung auf und bringt Selbstironie und Witz in das Buch, ich fand sie vom Fleck weg sympathisch. Ich konnte zudem perfekt miträtseln, da sich der Fall langsam nach und nach aufbaut, was mich sehr an einen klassischen Krimi erinnert hat. Die Figuren sind bunt, jede in seinen Charaktereigenschaften gut ausgearbeitet und mit Ecken und Kanten versehen. Durch die abgelegene und einsame Lage von Morning House gibt es auch noch einen ordentlichen Gruselfaktor on top zu dem ganzen Geschehen, mir hat die Atmosphäre unheimlich gut gefallen. Bei dem Erzählstrang in der Vergangenheit wusste ich recht schnell in welche Richtung er gehen wird, wobei mich die gänzliche Auflösung dann doch überrascht hat. Mich hat das Buch sehr gefesselt und gerade durch die flotte Erzählweise und Marlowes Art sehr gut unterhalten - bitte mehr davon :)

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Veröffentlicht am 05.09.2025

achtsames und herzerwärmendes Kinderbuch

Leo und Ralph
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Ich bin hin und weg - von Leo, Ralph und ihrer Geschichte. Leo ist einsam und da kommt ihm der Außerirdische Ralph gerade recht, nur warum sieht ihn keiner außer Leo? In einer sehr einfühlsamen, ruhigen ...

Ich bin hin und weg - von Leo, Ralph und ihrer Geschichte. Leo ist einsam und da kommt ihm der Außerirdische Ralph gerade recht, nur warum sieht ihn keiner außer Leo? In einer sehr einfühlsamen, ruhigen Weise erzählt der Autor die Reise von Leo zu sich selbst. Dabei ist der Schreibstil kindgerecht mit kurzen Sätzen und für die Zielgruppe sehr passend - das Buch eignet sich auch wunderbar zum Vorlesen. Besonders gefallen haben mir die gefühlvollen Figuren, die aus dem Rahmen fallen. Hier haben wir Leos Mama, die Hauptverdienerin, und seinen Papa, den Künstler, die beide Leo so annehmen wie er ist und ihm Zeit geben. Eine herrlich schräge Lehrerin, die sich einfühlt und ebenfalls sehr achtsam mit ihren Schülern umgeht. Insgesamt sind alle Figuren in diesem Buch sehr rücksichtsvoll und akzeptierend - einfach herzerwärmend so etwas zu lesen. Zudem ist die Geschichte auch noch humorvoll und besonders zum Ende hin spannend, bleibt dabei immer positiv und einfach herzerwärmend. Klar ist hier auch, Freunde finden braucht etwas Zeit, gute Freunde findet man nicht einfach so und man muss auch selbst mal über seinen Schatten springen. All dies wirkt weder belehrend und auch Leos Anderssein ist einfach Leo, es gehört einfach zu ihm. Diese Sprache und diese achtsame Selbstverständlichkeit macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem und ich bin so froh es durch einen zufall entdeckt zu haben.

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