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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2019

Nicht nur etwas für Kurzgeschichten-Fans

Das Fehlen des Flüsterns im Wind … und andere phantastische Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel
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Eigentlich bin ich nicht der größte Fan von Kurzgeschichten. Ich lese sie schon manchmal ganz gerne, aber eben nicht so oft. Durch eine Buchverlosung bin ich nun aber an dieses Buch gekommen und bin richtig ...

Eigentlich bin ich nicht der größte Fan von Kurzgeschichten. Ich lese sie schon manchmal ganz gerne, aber eben nicht so oft. Durch eine Buchverlosung bin ich nun aber an dieses Buch gekommen und bin richtig begeistert!

Es sind 21 Kurzgeschichten auf 173 Seiten und mit kurz meine ich auch kurz. Manche sind nur 3 oder 8 Seiten lang, andere dafür fast 20. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei von High-Fantasy über gruselig bis faszinierend merkwürdig. Mal sind es hoffnungsvolle Geschichten, manchmal traurige und sogar tragische, andere sind undurchschaubar und wirken philosophisch.

Es ist faszinierend, wie die Autorin es schafft auf so wenigen Seiten bei manchen Geschichten eine Bindung zum Erzähler oder den erwähnten Charakteren aufzubauen. Bei anderen lässt sie den Leser bewusst außen vor und zwingt einen zu Rätseln. Man bekommt hier wirklich viel geboten. Ich hätte nie gedacht, dass in Kurzgeschichten so viel stecken kann.


Meine Lieblingsgeschichten sind „Der Zaun“, „Purpurnacht“, „Claire“, „Engel“ und „Ein Sommernachtstraum“.


Fazit: Ich möchte dieses Buch allen ans Herz legen, die gern auch mal andere Wege gehen und offen sind für etwas ganz anderes. Nicht jede Geschichte wird jedem gefallen, das ging auch mir so. Aber dann sind da doch einige, die einen irgendwie berühren oder packen oder faszinieren. Ich bin so froh, dass ich dieses Buch gelesen habe und bin sicher, dass ich zumindest meine Lieblingsgeschichten wieder lesen werde.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Außergewöhnlich, anders und unglaublich gut!

Der Gesang der Flusskrebse
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Kya ist 6 Jahre alt, als ihre Mutter sie und ihre Familie verlässt. Wenig später gehen auch die Geschwister. Keiner denkt daran Kya mitzunehmen und so bleibt sie allein bei ihrem gewalttätigen Vater zurück. ...

Kya ist 6 Jahre alt, als ihre Mutter sie und ihre Familie verlässt. Wenig später gehen auch die Geschwister. Keiner denkt daran Kya mitzunehmen und so bleibt sie allein bei ihrem gewalttätigen Vater zurück. Als sie 10 Jahre alt ist, verschwindet auch ihr Vater und kehrt nie mehr zurück. Kya hält sein Verschwinden geheim und lebt fortan ganz allein mitten im Marschland North Carolinas. Sie liebt es dort, die Vögel, die Natur. Ihre einzigen Freunde: die Möwen im Marsch und ein farbiger Ladenbesitzer und seine Frau.
Als Kya erwachsen wird, findet sie sich plötzlich in einer Dreiecksbeziehung wieder. Tate kennt sie schon seit sie klein war und er war auch ihr erster Freund, bis er sie verließ um aufs College zu gehen. Chase füllte die Lücke aus, die Tate hinterließ, doch er was für Absichten hat er Kya gegenüber? Und was, wenn Tate zurückkommt?

1969 wird Chases Leiche im Sumpf gefunden und die Menschen, die sich im Amerika der 1960er Jahre sowieso nicht gerade durch Toleranz hervorgetan haben, verdächtigen bald das „Sumpfgesindel“, das „Marschmädchen“. War es wirklich Kya, die Chase umgebracht hat, oder jemand anderes? Hat sie als Sumpfmädchen überhaupt eine Chance gegen die Mühlen der Justiz und deren Vorurteile?


Ich weiß, durch diese Kurzbeschreibung des Inhalts klingt das Buch wie eine Mischung aus Liebesroman und Krimi, aber es steckt so viel mehr darin! Das meiste kann ich nicht verraten, sonst würde ich spoilern, aber ich versuche im folgenden einfach dem Buch gerecht zu werden.


Die Handlung wechselt zwischen Gegenwart (1969) und Vergangenheit (beginnend 1952). In der Gegenwart beginnt die Handlung mit dem Leichenfund und den Ermittlungen. In der Vergangenheit geht es um Kyas Kindheit und erwachsen werden im Marsch und Sumpf, ganz allein mit der Natur und Tieren als einziger Gesellschaft. Immer wieder unterbrochen von Landschaftsbeschreibungen, die einer Liebeserklärung an das Marschland und den Sumpf gleichkommen. Man sieht dieses unglaubliche Ökosystem mit Kyas Augen und kann einfach nicht anders, als sich ebenfalls zu verlieben.

Das Buch behandelt unzählige Themen, wie z.B. Vorurteile, Mobbing, Rassismus, Naturschutz und noch viele mehr. Kya ist anders und dadurch eckt sie an. Sie wird als Abschaum tituliert und ist den weißen Bewohnern der Stadt nichts wert. Sie verbreiten bösartige Gerüchte über sie und die jungen Männer sehen in ihr nur eins: Beute. Kya weiß nichts über Rassentrennung und versteht nicht, warum Jungs den älteren Farbigen, der sie unterstützt beschimpfen und sogar mit Steinen bewerfen. Doch es ist ein Farbiger Mann, der ihr beisteht, als es niemand anderes tut. Für Kya ist das Marschland und die dort lebenden Tiere ihre Familie. Ein anderes Leben kann sie sich nicht vorstellen und wann immer sie kann versucht auch sie dem Land beizustehen.

Das Buch hat mich erschüttert und mehr als einmal zu Tränen gerührt. Kya tat mir schrecklich leid und gleichzeitig kann ich nicht anders als sie dafür zu bewundern, wie sie sich durchgeboxt hat und was für ein wundervoller Mensch aus ihr geworden ist. Sie wurde so oft von so vielen enttäuscht aber trotzdem macht sie immer weiter. Sie hat keine Vorurteile, lebt im Einklang mit der Natur und hegt so gut wie nie einen Groll gegen jemanden.

Der Schreibstil ist etwas ganz anderes. Es gibt viele detaillierte Naturbeschreibungen, auf die dann ganz plötzlich die Handlung folgt, oft mit einem krassen Stimmungsumbruch. Man erlebt alles mit Kya, obwohl das Buch nicht mit einem Ich-Erzähler geschrieben ist. Manchmal klingt sogar fast ein Allwissender Erzähler durch (für die habe ich einfach eine Schwäche). Der Aufbau mit den zwei Handlungsebenen, die sich erst langsam, später dann mit rasender Geschwindigkeit aufeinander zubewegen. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und bin so froh, dass ich es entdeckt habe.

Fazit: dieses Buch ist etwas ganz besonderes. Es ist mit keinem Buch zu vergleichen, dass ich je gelesen habe (und ich habe schon mehr Bücher gelesen, als mir jemals jemand glauben würde). Es steckt so viel darin, so viele Themen werden behandelt. Dieses Buch ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an das Marschland und Gesellschaftskritik. Ich weiß nicht, in welches Genre ich es einordnen könnte. Es ist einfach etwas ganz anderes.

Absolute, uneingeschränkte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 19.07.2019

Der bisher brutalste Band der Reihe

Mord ist ihre Leidenschaft
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Achtung: der bisher brutalste und blutigste Band der Eve Dallas Reihe!

Eve Dallas wird persönlich von einem Killer angerufen um sein Werk zu „bewundern“. Sie findet die grausam zerstückelte und gefolterte ...

Achtung: der bisher brutalste und blutigste Band der Eve Dallas Reihe!

Eve Dallas wird persönlich von einem Killer angerufen um sein Werk zu „bewundern“. Sie findet die grausam zerstückelte und gefolterte Leiche eines Mannes. Bald stellt sich heraus, dass es sich bei ihm um einen alten Freund von Eves Ehemann Roarke aus Dublin handelt. Die beiden hatten viele Jahre keinen Kontakt mehr, doch sie verband eines der dunkelsten Geheimnisse aus Roarkes Leben. Dieses Geheimnis, so scheint es, wurde nun von jemandem entdeckt, der von sich selbst denkt, er sei von Gott berufen, die Sünder zu strafen.
Roarke ahnt worum es geht, doch ist er wirklich bereit auch dieses Geheimnis mit seiner geliebten Frau zu teilen, wohlwissend, dass er sie zwingt zwischen den zwei Dingen zu wählen, die ihr am meisten bedeuten?
Bald tauchen die nächsten Leichen auf, ebenfalls auf brutale und grausame Art ermordet und plötzlich gerät jemand in die Schusslinie, der Roarke viel bedeutet und auch Eve ans Herz gewachsen ist, obwohl sie es niemals freiwillig zugeben würde: Summerset.

In diesem Band geht es sehr brutal zu - so brutal sogar, dass ich etwas getan habe, was ich normalerweise nicht tue: ich habe Seiten überblättert. Immer dann, wenn Leichen genau beschrieben wurden und die Folter, die sie durchlitten haben, habe ich mir das nicht mehr angetan. So extrem ist es bisher bei der Eve Dallas Reihe nicht zugegangen. Ich hoffe das war nur eine einmalige Sache und J.D. Robb wird jetzt nicht immer brutaler.

Dieses Mal scheint es Roarkes dunkle Vergangenheit zu sein, die ihn einholt. Man kann sich recht bald denken, worum es geht, aber es ist trotzdem heftig als man es dann erfährt. Roarke sieht plötzlich sich selbst und Summerset und möglicherweise auch Eve, einfach aus dem Grund, dass er mit ihr verheiratet ist, in Gefahr. Was wird er tun?

Das Buch ist extrem spannend und die Auflösung wie immer richtig gut. Aber auch schon davor wird es heftiger als je zuvor. Ich konnte das Buch nicht weglegen.


Fazit: Wie immer gefällt mir das Buch richtig gut, allerdings ist es mir stellenweise zu brutal. Ja, der Killer ist richtig krank und so weiter aber man hätte es nicht ganz so detailliert beschreiben müssen. Das erinnerte schon fast ein wenig an die Dexter-Romane. Ich hoffe das nächste Buch wird wieder etwas weniger brutal aber trotzdem so spannend wie dieses!

Wegen der extremen Brutalität dieses Mal von mir nur 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Leider sehr, sehr unglaubwürdig für mich

Stille mein Begehren | Erotischer Roman
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1712: Eigentlich will Thoran nur Initialen in seine und die Hemden seines Bruders gestickt bekommen, doch als er die Weißnäherin Birgany sieht, will er sie in seinem Bett. Seinem Bruder ergeht es ähnlich ...

1712: Eigentlich will Thoran nur Initialen in seine und die Hemden seines Bruders gestickt bekommen, doch als er die Weißnäherin Birgany sieht, will er sie in seinem Bett. Seinem Bruder ergeht es ähnlich mit ihr. Die Brüder verführen die tugendhafte Witwe, doch als sie feststellen, dass sie noch Jungfrau ist jagen sie sie entehrt davon. Trotzdem schleichen sie weiter um sie herum. Und gemeinsam bauen die drei einen Zufluchtsort für die Lüsternen. Doch ein schrecklicher Verrat droht alles zu zerstören.

Als ich den Klappentext des Buches las, dachte ich, es könnte sich um einen historischen Roman mit Erotikanteil handelt. Leider habe ich mich getäuscht. Es ist ein Sex Buch mit ein bisschen Alibi-Handlung drum herum, die sich ebenfalls überwiegend um Sex dreht. Die Liebesgeschichte durch die mehr Handlung dazu kommt, kommt erst sehr spät.

Ich habe einige Kritikpunkte:
Die tugendhafte Witwe gibt sehr schnell nach und lässt sich dabei als Jungfrau direkt auf einen Dreier ein? Ernsthaft? Noch unglaubwürdiger geht es doch wohl nicht! Doch, geht es, einige Seiten später.
Abgesehen von der Wortwahl, die mir zu derb ist, empfinde ich die Pseudo-Handlung als hochgradig unglaubwürdig. Zu der Zeit wäre all das niemals möglich gewesen, nicht wenn man nicht zum Adel gehört! Zudem passt Birganys Vergangenheit nicht zu ihrem Verhalten. Eine Frau, die das durchgemacht hat, lässt sich nicht mir nichts dir nichts auf all das ein.
Natürlich darf auch der BDSM-Part nicht fehlen, allerdings dieses Mal mit vertauschten Rollen. Auch das ist mir zu schnell zu intensiv und wirkt auf mich ebenfalls unglaubwürdig.
Die Wendung durch den Verrat fand ich sehr schade. Für mich war das nicht notwendig und auch hier ging mir alles, nach der Auflösung viel zu schnell. Ich hätte anders reagiert, ich bin aber auch sehr nachtragend.


Fazit: Wer ein Sex Buch lesen möchte, in dem es beinahe ausschließlich um Sex geht, gepaart mit einem historischen Setting und ein paar alten Begriffen, der ist hier genau richtig. Allerdings sollte man sich nicht daran stören, dass regelmäßig mit dem Setting gebrochen wird, vor allem bei der Wortwahl klingt es regelmäßig modern statt nach 18. Jahrhundert. Die Liebesgeschichte ist für mich auch nicht sehr glaubwürdig. Mir geht es oft viel zu schnell. In einem Moment volle Abwehr, im nächsten Moment gibt Birgany nach. Gerade noch steht sie wutschnaubend da und geigt den Kerlen die Meinung und im nächsten Moment ist alles vergessen? Mir kam es oft so vor, als wüsste das Buch selbst nicht, was es sein soll. Mal ist es ein reines Sex-Buch, ohne Handlung drum herum, dann wieder fast ein Liebesroman und dann plötzlich eine Liebeserklärung an BDSM? Irgendwie komme ich da nicht mehr mit.

Für die Liebesroman Momente gibt es von mir 1,5 Sterne, dort, wo ich nur ganze Sterne vergeben kann, abgerundet 1 Stern, mehr ist leider nicht drin, weil ich die Geschichte extrem unglaubwürdig fand.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Eve Dallas mit ihrem wahrscheinlich mysteriösesten Fall

Der Kuss des Killers
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Ein Kollege von Eve Dallas wird tot aufgefunden. Er scheint einem Herzinfarkt erlegen zu sein. Doch bald stellt sich heraus, dass mehr dahintersteckt. Seine Enkelin drückt Eve heimlich einen Zettel in ...

Ein Kollege von Eve Dallas wird tot aufgefunden. Er scheint einem Herzinfarkt erlegen zu sein. Doch bald stellt sich heraus, dass mehr dahintersteckt. Seine Enkelin drückt Eve heimlich einen Zettel in die Hand und bittet um ein Treffen. Alice ist fest davon überzeugt, dass Hexen ihren Großvater ermordet haben, weil Alice sich von ihnen abgewandt hat. Wenig später ist auch Alice tot. Stecken wirklich Hexen dahinter? Gibt es Hexerei?



Eves Ermittlungen sorgen für Spannungen vor allem mit ihrem Kollegen Feeney, ihrem ehemaligen Mentor. Gleichzeitig muss sich Eve fragen, ob es Dinge, wie Hexerei wirklich gibt.

Ihre Stütze bei diesen äußerst verwirrenden, mysteriösen und unheimlichen Ermittlungen, ist Eves Mann Roarke. Er steht ihr bei, ist ihr Fels in der Brandung. Ich finde ihn einfach so toll! Er nimmt Eve wie sie ist aber versucht trotzdem ihr bei der Verarbeitung ihrer Traumata zu helfen. Gleichzeitig beweist er ihr täglich durch kleine und große Gesten, dass sie die Liebe seines Lebens ist und er ihr beistehen wird, komme was da wolle.



Die Auflösung gefiel mir wieder sehr gut, wobei ich dieses Mal schon wusste, wer der Täter ist. Eve ließ sich zwischenzeitlich von ihren Emotionen leiten, statt von ihrem Verstand und das brachte sie in große Gefahr. Das Buch hat es geschafft bei einem Zweifel zu wecken. Man hat sich zwischenzeitlich wirklich gefragt, ob es Hexerei gibt. Es war wieder einmal spannend bis zum Schluss und es gibt noch eine Last-Minute-Wendung, die wirkt, wie ein Schlag in den Magen.



Fazit: ich kriege einfach nicht genug von Eve Dallas. Jeder Roman zieht mich mehr in den Bann, als der davor. Ich liebe es, dass jeder Charakter, auch die Nebencharaktere unglaublich detailliert ausgearbeitet ist. Ein Beispiel dafür ist der Butler Summerset – mein heimlicher Liebling. Ähnliches gilt auch für die Verdächtigen. Man erfährt immer sehr viel über sie durch Eves Ermittlung und traut irgendwann beinahe jedem den Mord zu. Das macht für mich einen guten Krimi aus.