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Veröffentlicht am 17.08.2020

Der männliche Protagonist macht mir echt Angst

Valentine Mine
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Achtung: Band 1 einer Reihe!





Eigentlich ist Katharinas Leben ziemlich gut, na ja bis auf ihre Ehe. Ihr Mann jagt seinem Traum Musiker zu werden hinterher und lässt Katharina mit allem allein. Sie ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!





Eigentlich ist Katharinas Leben ziemlich gut, na ja bis auf ihre Ehe. Ihr Mann jagt seinem Traum Musiker zu werden hinterher und lässt Katharina mit allem allein. Sie ist die Alleinverdienerin, macht den kompletten Haushalt und er schaut sie nicht mal mehr an. Zudem ist sie sich ziemlich sicher, dass er sie außerdem noch mit einem sehr jungen Groupie betrügt.
Als ein Streit eskaliert begegnet sie Josh. Einerseits ist er total nett zu ihr, andererseits macht er sie von einer Droge abhängig. Doch als ihr Leben zerbricht, setzt er alles daran ihr zu helfen und wird ihr bester Freund. Und dann wäre da auch noch ihr neuer Chef, der eindeutig Interesse an ihr hat. Aber was will er von ihr? Ist das für ihn nur ein Spiel? Oder meint er es ernst?

Katharina ahnt nicht, dass die Sache viel größer ist, als sie jemals vermuten könnte...


Einerseits möchte ich Katharina dafür schütteln so blöd zu sein, sich von einem Fremden mit Drogen versorgen zu lassen! Andererseits hatte sie aber auch nie eine Chance - und nein, ich verrate euch nicht, was ich damit meine! Ich vermute, wenn man an so einem Punkt ankommt, wie Katharina in dem Moment, ist man einfach anfällig.

Aus Josh wird man lange nicht schlau. Einerseits ist er ein Drogendealer, ein Clubbesitzer und Zuhälter, aber er scheint Katharina andererseits auch wirklich zu mögen. Ist sein schlechtes Gewissen echt? Oder nur gespielt?

Alex, Katharinas Mann, ist echt das Letzte! Ich kann nicht verstehen, wie sie ihm immer wieder und wieder eine Chance gibt! Ja, früher war alles toll, aber das ist lange her und er behandelt sie echt beschissen! Da gibt es keine Ausreden für. Ich kann sie da echt nicht verstehen. Wenn der Respekt weg ist – und er respektiert sie eindeutig nicht mehr – dann kann eine Beziehung nicht mehr funktionieren.

Gabriel ist ein A...! Aber sowas von! Man wird aus ihm auch nicht wirklich schlau. Warum Katharina? Was will er wirklich von ihr? Und wie weit wird er noch gehen, um sie zu bekommen? Ich bin echt gespannt, ob in ihm ein guter Kerl steckt oder ob er einfach nur ein A... ist. Er kann einem echt Angst machen. Was ich aber noch viel mieser finde ist, dass er immer wieder dafür sorgt, dass Katharina entweder denkt, er spielt nur mit ihr, oder das sei alles nur in ihrem Kopf. Da könnte ich ihn echt erschlagen.

Zudem habe ich echt Angst, dass er irgendwann zu weit geht – in Band 2 zum Beispiel und sie wirklich zu Dingen zwingt, die sie nicht will.





Fazit: Die Wendung bzw. das Ende fand ich richtig gut. Ich hatte mit meiner Theorie recht und war trotzdem geschockt. Ich habe mich Anfangs schwergetan mit dem Buch. Katharina tat mir leid, aber ihre Unvernunft hat mich auch wirklich fassungslos gemacht.

Man merkt ziemlich schnell, dass Katharina da in etwas hineingeraten ist, mit dem sie total überfordert ist. Sie wird in ein sich drehendes Karussell geworfen und schafft es nicht runterzuspringen. Aus den meisten Charakteren wird man nicht schlau und rätselt die ganze Zeit, wie viele Gesichter die wohl noch haben.



Das erste Drittel hat mich vor allem den Kopf schütteln lassen, das letzte Drittel war dafür richtig, richtig gut. Ich bin einfach zwiegespalten, aber insgesamt fand ich das Buch gut. Daher bekommt es von mir 3 Sterne. Ich bin schon gespannt auf Band 2!

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Ein wirklich erschütterndes, aber so unglaublich wichtiges Buch!

Und auf einmal diese Stille
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Jeder ab einem gewissen Alter weiß noch ganz genau, was er am 11. September 2001 gemacht hat, als er oder sie von den Anschlägen erfuhr. Ich war damals vor gut einer Woche 11 Jahre alt geworden, genau ...

Jeder ab einem gewissen Alter weiß noch ganz genau, was er am 11. September 2001 gemacht hat, als er oder sie von den Anschlägen erfuhr. Ich war damals vor gut einer Woche 11 Jahre alt geworden, genau 1 Jahr zuvor war mein Vater in den USA, unter anderem auch im World Trade Center. Ich weiß noch, dass ich gerade von der Schule gekommen war, meine Mutter und meine Oma waren Zuhause, mein Vater, ein Bundeswehrsoldat im Büro. Das Telefon klingelte, meine Mutter ging ran und sagte dann, wir sollen den Fernseher anmachen. Das taten wir auch und sahen den Rauch aus dem ersten Turm. Wir rannten die Treppe hoch zu meiner Oma und sagten ihr, sie solle den Fernseher anschalten und in dem Moment sahen wir, wie das zweite Flugzeug in den zweiten Turm flog. Wir waren alle geschockt. Aber ich war erst 11 Jahre alt und begriff nicht, was das bedeutete. Wir saßen im Wohnzimmer meiner Oma, auf ihrem unbequemen rosa Sofa, als die Türme einstürzten und die Welt sich für immer veränderte.
Wie gesagt, ich war erst 11 Jahre alt und verstand nicht, was da passiert war. Ich kann mich noch erinnern, dass ich genervt war, weil wochenlang im Fernsehen immer nur Berichte über die Anschläge liefen, erst mit mehreren Wochen Verzögerung verstand ich, was da passiert war. Wir hatten amerikanische Soldaten als Nachbarn und erst als ich sah, wie sie litten und trauerten, verstand ich, dass viele, viele Menschen gestorben waren und etwas wirklich Großes passiert war.
Dieser Tag setzte Ereignisse in Gang, die auch mein Leben für immer verändert haben, wenn auch erst mit einiger Verzögerung. Mein Vater wurde in einen Auslandseinsatz geschickt nach Kuweit, wegen Bushs „Krieg gegen den Terror“ davon hat sich unsere Familie nie erholt, seitdem ist alles anders.


Warum ich all das erzähle? Weil es genau darum in Garrett Graffs Buch geht. Um diesen Tag, der die Welt veränderte und wie die unterschiedlichsten Menschen diesen Tag wahrgenommen haben. Es geht um direkt Betroffene, Angehörige, Überlebende, Helfer und „Zuschauer“, um einfach jeden, dessen Leben von diesem Tag berührt wurde.

Ich hatte von Anfang bis Ende Gänsehaut. Es ist kein Buch, das man mal eben durchsuchtet, es ist schwere Kost, nicht durch den Schreibstil, sondern einfach auf Grund des Themas. Wie diese Menschen erzählen, sorgt dafür, dass man es mit ihnen erlebt. Und dann natürlich noch die eigenen Erinnerungen an den Tag.

Es geht auch nicht „nur“ um das World Trade Center, es geht genauso auch um das Pentagon und Flug 93.

Ich habe beim Lesen sehr viel geweint. Das Buch macht diesen Tag wieder lebendig. Es sorgt dafür, dass man ständig daran erinnert wird, dass über 2900 Menschen ihr Leben verloren und über 6000 verletzt wurden. Dazu kommen noch die vielen Helfer, die an den Folgen verstorben sind, viele davon an Lungenkrebs durch den im Gebäude verbauten Asbest. Und nicht zu vergessen die vielen Soldaten und Einheimischen die in Afghanistan und im Irak ihr Leben verloren haben. Macht man sich diese Zahlen bewusst, und dass es eben nicht nur Zahlen sind, sondern Menschenleben, dann kann man nur erschüttert sein.
Es gibt einen Film über den Anschlag auf das World Trade Center aus dem Jahr 2003 mit Nicholas Cage – man mag über den Film denken, was man will, aber was dieser Film mit zwei Szenen wirklich veranschaulicht ist, dass so viele Menschen einfach „weg“ sind, nach diesem Tag. Am Anfang des Films sieht man volle Autobahnen, volle Züge, volle Fähren, alles Menschen, die zur Arbeit fahren. Am Ende des Films sieht man die gleichen Orte, alle leer. Dadurch wird einem eindrucksvoll bewusst, wie viele Menschen danach einfach „weg“ waren. Und das finde ich so wichtig. Man spricht immer nur von den Anschlägen, aber nie von den Menschen. Dieses Buch ist genauso. Es zeigt uns die menschliche Seite hinter all dem.


Fazit: Dieses Buch ist eine Doktorarbeit in Geschichte, aber das „stört“ nicht beim Lesen. Das Buch ist einfach unglaublich. Es erschüttert, es rührt zu Tränen, es führt einem einfach wieder vor Augen, was damals passiert ist und wie groß das war. Es geht nicht darum eine genaue zeitliche Abfolge darzustellen oder Erklärungen für das „Wie“ zu finden. Es geht um Menschen und ihre Erinnerungen. Und es geht um einen Tag, den niemand, der ihn bewusst erlebt hat, jemals vergessen wird.

Von mir ganz klar 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Besser als Band 1, aber trotzdem habe ich Kritik

Keep Calm and Take Me, Rocker. Tom und Louisa
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Achtung: Band 2 einer Reihe!

Louisa ist Ärztin und stolz darauf. Sie ist gut in ihrem Job und liebt es, Menschen zu helfen. Zwar ist sie weniger begeistert, wenn plötzlich ihre Tür von Bikern eingetreten ...

Achtung: Band 2 einer Reihe!

Louisa ist Ärztin und stolz darauf. Sie ist gut in ihrem Job und liebt es, Menschen zu helfen. Zwar ist sie weniger begeistert, wenn plötzlich ihre Tür von Bikern eingetreten wird, die einfach so ins Bad platzen, während sie duscht, aber trotzdem kann sie sie nicht einfach abweisen, wenn es um ein Menschenleben geht. Doch niemals hätte Louisa gedacht, dass diese Nacht ihr Leben für immer verändern würde. Sie begegnet Tom, dem Präsidenten des MC und es funkt gewaltig. Aber Louisa ist nicht für ein Leben im Club gemacht, oder doch? Als es zu einem Konflikt kommt, weist Tom sie ab und kurz darauf wird Louisa schwerverletzt. Tom plagen Schuldgefühle und er weiß, dass Louisa zu ihm gehört. Aber kann ihre „Beziehung“ oder „Anziehungskraft“ das überleben?


Louisa kann einem echt leid tun. Sie ist Klaras Nachbarin und gerät deswegen zwischen die Fronten. Sie rettet ein Leben und begegnet dabei Tom, dem Präsidenten eines Berliner MC. Er will sie für sich, obwohl er niemals gedacht hätte je eine Old Lady zu finden. Aber Louisa hatte noch nie Kontakt zum Milieu und hat Angst. Zudem ist das mit Tom so schnell passiert und was, wenn er sie irgendwann doch nicht mehr will? Ihre letzte Beziehung ist schon so lange her.
Tom ist immer Herr der Lage, außer, wenn es um Louisa geht. Nachdem sie ihn einmal aus Angst verlassen hat, weist er sie ab und kurz darauf wird sie schwerverletzt. Sie hätte sterben können und wäre es vielleicht auch, wenn er nicht zufällig vorbeigekommen wäre. Er weiß einfach nicht, was er machen soll! Sie macht ihn verrückt! Er will sie um jeden Preis, aber was, wenn sie ihn nicht will?

Ich fand diesen Band besser, als den Vorgänger. Louisa ist so „normal“. Es ist so nachvollziehbar, dass sie sich überwältigt fühlt von all dem und nicht weiß, ob sie im MC leben kann. Andererseits weiß sie aber auch nicht, ob sie ohne Tom leben kann.

Was mich genervt hat, war die Botschaft, die das Buch vermittelt hat, indem Louisa von Tom andauernd unter Druck gesetzt wird, ihren Job aufzugeben. Er würde schon für sie sorgen, aber sie ist Ärztin! Sie liebt es Menschen zu helfen und da reichen die paar Blessuren, die sich Club-Mitglieder einfangen einfach nicht. Aber interessiert ihn das? Kein Stück. Ich kann das immer nicht leiden, wenn SIE alles aufgeben soll, nur weil ER das so will und dann damit glücklich zu sein hat, weil ER sie ja schon versorgen wird.


Fazit: Mir hat Band 2 der Reihe deutlich besser gefallen, als Band 1, aber trotzdem nicht so gut, wie die Dead Rider Reihe. Im Vergleich mit der Reihe blieben die Nebencharaktere extrem blass.
Natürlich ist das Buch auch spannend und ich fand die Handlung ernsthafter, als in Band 1.
Ich fand Louisa und Tom durchaus sympathisch, auch wenn mir Louisa sympathischer war als er. Tom hätte ich doch manchmal gern geschüttelt.
Ich weiß nicht wirklich was es ist, aber irgendwie hat mir einfach etwas gefehlt bei dieser Reihe.

Von mir gibt es für dieses Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Nicht so gut wie die anderen Bücher der Autorin

Keep Calm and Spank Me. Rex und Klara
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Achtung: Band 1 einer Reihe!

Klaras Leben könnte so schön sein! Sie hat sich gerade ihren großen Traum von einer eigenen Patisserie erfüllt, als im Haus nebenan eine Motorrad-Werkstatt aufmacht! Und diese ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!

Klaras Leben könnte so schön sein! Sie hat sich gerade ihren großen Traum von einer eigenen Patisserie erfüllt, als im Haus nebenan eine Motorrad-Werkstatt aufmacht! Und diese ungehobelten Kerle machen Lärm ohne Ende! Wenn Klara sich beschwert wird einfach nicht darauf reagiert! Im Gegenteil, diese Kerle bezeichnen sie als Zicke! Geht’s noch?! Und dann kommt noch erschwerend hinzu, dass sie Rex – den Chef der Werkstatt verdammt heiß findet. Aber kann das gut gehen? Sie sind so verschieden…

Rex weiß nicht, wie ihm das passieren konnte: er findet die Zicke von nebenan total heiß! Keine andere Frau hat ihn je so auf Touren gebracht, wie sie! Aber kann sich die Kleine jemals im MC zurechtfinden?


Dieses Buch spielt in Berlin und allein deswegen ist es eine ziemliche Umstellung für den Leser. Irgendwie erwartet man Biker und MCs in den USA aber nicht wirklich in Deutschland, obwohl ja jeder schon einmal von den Hells Angels in den Nachrichten gehört hat.

Klara kann einem echt leid tun. Ja, sie ist immer wieder ziemlich albern, aber ihre Situation ist echt verfahren: sie hat all ihre Ersparnisse in ihre Patisserie gesteckt und jetzt sind da diese Kerle, fluchen ohne Ende, machen Lärm und verschrecken ihre Kundschaft! Und als wäre das nicht schon lästig genug, findet sie ausgerechnet Rex heiß und muss sich echt zusammenreißen, ihn nicht einfach anzuspringen. Klar ist es ein Schock mit der Rocker-Welt konfrontiert zu werden, mit ihren ganz eigenen Regeln und all der Gewalt. Aber Klara stellt sich schon manchmal ziemlich doof an.

Rex ist einerseits irgendwie süß, andererseits aber auch unerträglich. Wie er immer wieder betont, Klara sei ja ach so eine große Zicke, nur weil sie ihn um Rücksicht bittet! Sie lässt sich von ihm nicht alles bieten und ist deswegen eine Zicke?! Das ist so Klischee!

Es wird zwischendrin natürlich auch heiß, wobei mir Rex mit seinem „das hältst du schon aus“ auf die Nerven gegangen ist. Ja, Klara findet das auch heiß, aber ich fand er hat da manchmal echt an der Grenze balanciert.

Natürlich kommt auch Spannung auf, aber in Maßen. Die Konflikte zwischen Klara und Rex überwiegen.


Fazit: Ich persönlich mag die Bücher von Bärbel Muschiol eigentlich ganz gern, aber mit diesem hier hatte ich so meine Probleme. Ich fand Klara oft albern und Rex hat mich genervt durch sein ständiges „Zicke“, „Zicke“, „Zicke“, wobei Klara in meinen Augen nicht zickig war. Aber für ihn ist anscheinend jede Frau die nicht sofort „ja“ und „Amen“ zu allem sagt und sich obendrein auf den Rücken wirft und die Beine spreizt eine Zicke. Das fand ich schade.
Gut gemacht war dafür die Einführung in das Biker-Milieu. Die Regeln des MC, der Aufbau und dergleichen, das war schön erklärt. Ebenso, wie die Probleme, die ein „Normalo“ da bekommen kann, wenn er oder sie plötzlich mit dem Club-Leben konfrontiert wird.

Insgesamt fand ich das Buch gut, aber leider nicht mehr. Deswegen bekommt es von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Eine beeindruckende Frau - der Roman hat allerdings ein paar Schwächen

Die Dirigentin
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Das Buch basiert teilweise auf wahren Begebenheiten!

New York in den 1920er Jahren: Willys Leben ist alles andere als leicht. Sie arbeitet hart in zwei Jobs und statt Dankbarkeit, weil sie zum Lebensunterhalt ...

Das Buch basiert teilweise auf wahren Begebenheiten!

New York in den 1920er Jahren: Willys Leben ist alles andere als leicht. Sie arbeitet hart in zwei Jobs und statt Dankbarkeit, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beiträgt, schlägt ihr immer wieder nur Verachtung entgegen. Willy liebt die Musik und möchte damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber niemand will das. Sie habe in der Musikwelt nichts zu suchen. Auch ihre Familie unterstützt sie nicht, im Gegenteil: ihre Mutter verfeuert ihr Klavier. Schließlich entscheidet sich Willy – die nach einer dramatischen Entdeckung ihren Namen in Antonia Brico ändert – Dirigentin zu werden, etwas Undenkbares zu der Zeit.
Die einzigen, die sie unterstützen sind Frank und Robin. Frank stammt aus einer reichen Familie und will Willy für sich. Robin will sie auch, aber er will auch, dass sie ihre Träume verfolgt. Aber was, wenn sie sie sich entscheiden muss? Ein traditionelles Leben als Ehefrau, oder ihre Träume? Wird sie jemals die Chance bekommen in ihrem Beruf zu arbeiten? Nun, Antonia lässt sich nicht unterkriegen und als ihr die Männerwelt immer mehr Steine in den Weg wirft, geht sie eben einen absolut unkonventionellen Weg und gründet ein Frauenorchester – erneut ein Skandal.


Dieses Buch fungiert als „Buch zum Film“ – da das Leben von Antonia Brinco verfilmt wird. Allerdings ist nicht alles wahr.

Antonia – ich nenne sie jetzt einfach Antonia, statt ständig zwischen Willy und Antonia hin und her zu wechseln – ist eine absolut bewundernswerte Frau. Der armen werden so viele Steine in den Weg gelegt, das ist wirklich erschreckend. Von der Außenwelt kann man es noch eher verstehen, aber, dass ihre eigene Familie sie so behandelt ist wirklich erschreckend.

Antonia ist eine Frau, die es gewagt hat einen „Männerberuf“ ausüben zu wollen. Wie viele andere Frauen in einer ähnlichen Situation zieht sie damit den Spott und Unmut der Gesellschaft auf sich. Es scheint, als sei es das wichtigste Anliegen ihrer Kollegen – und auch einem großen Teil anderer Männer – es ihr unmöglich zu machen zu arbeiten.
Im Anschluss an das Buch liefert die Autorin einige Zahlen, die verwundern, oder besser: erschrecken, denn es scheint sich in all den Jahren nicht viel verändert zu haben. Die „besten“ Orchester der Welt, hatten noch nie eine Chefdirigentin und die „besten“ Dirigenten der Welt sind alles Männer. Das hätte man heut zu Tage wirklich nicht erwartet, eine solche „Männerbastion“ anzutreffen.

Aber nicht alle Männer in diesem Buch sind „der Feind“. Da wäre zum einen Robin – der eine sehr interessante Geschichte hat und über den so einiges rauskommt, bei dem einem der Mund offen stehen bleibt –, der Antonia mehr als einmal beisteht und sie motiviert. Er ist ihr bester Freund und will doch mehr von ihr.
Zum anderen ist da Frank. Der sich mit den Konventionen der Zeit schwertut. Einerseits liebt er Antonia, andererseits kann er es auch nicht über sich bringen, sie vorbehaltlos zu unterstützen, weil er sich etwas anderes von ihr wünscht, manchmal sabotiert er sie, manchmal unterstützt er sie – es scheint oft, als wisse er selbst nicht so genau was er will, nur einer Sache ist er sich sicher: es gibt keine zweite, wie Antonia.

Antonia muss sich mehr als einmal in ihrem Leben entscheiden, ob sie ihrem Traum treu bleibt, oder sich doch den Konventionen unterwirft. Ist es all das wirklich wert? Die Erniedrigungen, die Anfeindungen.


Fazit: Ich fand das Buch sehr interessant. Teilweise war es mir zwischendrin zu langatmig und ich musste mich doch bemühen, nicht den Faden zu verlieren oder abzuschweifen. Doch Antonia Brico, auf deren Leben das Buch teilweise basiert, kann man einfach nur bewundern, auch wenn es erschreckend ist zu lesen, dass sich in all den Jahren noch nicht viel für Dirigentinnen geändert hat.
Ich fand es schade, dass der Kitsch-Faktor gerade wenn es um Frank ging so hochgedreht wurde. Irgendwie hinterlässt das einen faden Beigeschmack, weil unwillkürlich die Frage aufkommt, ob sich Antonia „richtig“ entschieden hat, oder etwas bereut. Ich weiß nicht, wie viel davon wirklich wahr ist, oder ob dieser Teil komplett der Fantasie der Autorin entspringt, aber mir persönlich war dieser Teil zu kitschig und versuchte Antonia wieder in „normale“ Bahnen einer Romanheldin zu drängen, obwohl sie doch gerade dafür bekannt ist, sich nicht einengen zu lassen.

Ich finde es ganz toll, dass die Lebensgeschichte dieser beeindruckenden Frau endlich Aufmerksamkeit bekommt. Die hätte sie schon längst verdient gehabt! Der Roman selbst war nicht immer ganz meins, zwischendrin hatte das Buch seine Längen und gerade ein Teil der Handlung setzte mir zu sehr auf Kitsch.
Aber ich fand das Buch trotzdem gut und gebe ihm 3,5 Sterne.

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