Es war einmal
Eventyr-Saga 1: Tochter des NebelwaldsMit „Tochter des Nebelwaldes“ eröffnet Gry Kappel Jensen ihre düstere Eventyr-Saga – und schafft eine Geschichte, die tatsächlich an Hänsel und Gretel, Krabat und Ronja Räubertochter erinnert, ohne dabei ...
Mit „Tochter des Nebelwaldes“ eröffnet Gry Kappel Jensen ihre düstere Eventyr-Saga – und schafft eine Geschichte, die tatsächlich an Hänsel und Gretel, Krabat und Ronja Räubertochter erinnert, ohne dabei ihre eigene Stimme zu verlieren.
Ava lebt mit ihrer kleinen Schwester Linn und ihrem Vater am Rand eines finsteren Waldes. Hunger, Kälte und Entbehrung prägen ihren Alltag. Als der Vater verschwindet, beginnt für die Mädchen eine beklemmende Odyssee – bis sie bei der geheimnisvollen Nebula Zuflucht finden. Doch die vermeintliche Rettung fühlt sich bald mehr wie ein Käfig an. Warum wird Linn von Nebula in ihrer Kammer eingeschlossen? Und was verbirgt sich hinter der fürsorglichen Fassade?
Besonders gelungen ist die Atmosphäre: Der Wald wirkt lebendig, bedrohlich und zugleich magisch. Man spürt die Kälte, hört das Knacken der Äste und teilt Avas wachsende Zweifel. Die Geschichte spielt gekonnt mit Märchenmotiven – Hexe, Wald, verlorene Kinder – und verleiht ihnen eine moderne, psychologisch dichte Note. Ava ist dabei keine passive Heldin, sondern ein starkes, mutiges Mädchen, das beginnt, Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.
Sprachlich bleibt der Roman zugänglich, aber eindringlich, und die Übersetzung transportiert die düstere Stimmung überzeugend. Auch optisch ist das Buch mit seiner schimmernden Goldfolie ein kleines Highlight im Regal.
„Tochter des Nebelwaldes“ ist ein atmosphärischer Auftakt voller Geheimnisse, leiser Grausamkeit und märchenhafter Spannung – ideal für alle, die dunkle Fantasy mit starken jungen Figuren lieben.