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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Es war einmal

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Mit „Tochter des Nebelwaldes“ eröffnet Gry Kappel Jensen ihre düstere Eventyr-Saga – und schafft eine Geschichte, die tatsächlich an Hänsel und Gretel, Krabat und Ronja Räubertochter erinnert, ohne dabei ...

Mit „Tochter des Nebelwaldes“ eröffnet Gry Kappel Jensen ihre düstere Eventyr-Saga – und schafft eine Geschichte, die tatsächlich an Hänsel und Gretel, Krabat und Ronja Räubertochter erinnert, ohne dabei ihre eigene Stimme zu verlieren.

Ava lebt mit ihrer kleinen Schwester Linn und ihrem Vater am Rand eines finsteren Waldes. Hunger, Kälte und Entbehrung prägen ihren Alltag. Als der Vater verschwindet, beginnt für die Mädchen eine beklemmende Odyssee – bis sie bei der geheimnisvollen Nebula Zuflucht finden. Doch die vermeintliche Rettung fühlt sich bald mehr wie ein Käfig an. Warum wird Linn von Nebula in ihrer Kammer eingeschlossen? Und was verbirgt sich hinter der fürsorglichen Fassade?

Besonders gelungen ist die Atmosphäre: Der Wald wirkt lebendig, bedrohlich und zugleich magisch. Man spürt die Kälte, hört das Knacken der Äste und teilt Avas wachsende Zweifel. Die Geschichte spielt gekonnt mit Märchenmotiven – Hexe, Wald, verlorene Kinder – und verleiht ihnen eine moderne, psychologisch dichte Note. Ava ist dabei keine passive Heldin, sondern ein starkes, mutiges Mädchen, das beginnt, Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

Sprachlich bleibt der Roman zugänglich, aber eindringlich, und die Übersetzung transportiert die düstere Stimmung überzeugend. Auch optisch ist das Buch mit seiner schimmernden Goldfolie ein kleines Highlight im Regal.

„Tochter des Nebelwaldes“ ist ein atmosphärischer Auftakt voller Geheimnisse, leiser Grausamkeit und märchenhafter Spannung – ideal für alle, die dunkle Fantasy mit starken jungen Figuren lieben.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein tolles Ende

Shinjuku 69 Heaven 2
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Mit „Shinjuku 69 Heaven“ Band 2 findet die sinnliche Kurzreihe ihren intensiven Abschluss und vertieft die Beziehung zwischen Reporter Kutani und dem charismatischen Callboy Hiromu noch einmal spürbar.

Was ...

Mit „Shinjuku 69 Heaven“ Band 2 findet die sinnliche Kurzreihe ihren intensiven Abschluss und vertieft die Beziehung zwischen Reporter Kutani und dem charismatischen Callboy Hiromu noch einmal spürbar.

Was im ersten Band als Recherche begann, ist längst zu einer persönlichen Reise geworden. Kutani wollte eigentlich nüchtern und distanziert über die Welt der männlichen Prostitution berichten – überzeugt davon, dass ihn Männer kaltlassen. Doch Hiromu hat diese Gewissheit gründlich erschüttert. In Band 2 steht vor allem Kutanis innere Zerrissenheit im Fokus: Zwischen beruflicher Distanz, Selbstzweifeln und wachsender Sehnsucht muss er sich fragen, ob er seine Gefühle weiter verdrängen kann.

Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv und spürbar aufgeladen. Mit einem Spice-Level von 4 von 5 Chilis richtet sich der Manga klar an ein erwachsenes Publikum, wobei die erotischen Szenen sinnlich und ästhetisch inszeniert sind. Dennoch geht es nicht nur um körperliche Anziehung – gerade Hiromus Mischung aus professioneller Routine und ehrlicher Verletzlichkeit verleiht der Geschichte emotionale Tiefe.

Zeichnerisch überzeugt der Band mit ausdrucksstarken Mimik-Details und einer atmosphärischen Darstellung des Neonlichts von Shinjuku. Die Panels transportieren sowohl Hitze als auch leise, nachdenkliche Momente, wodurch die Beziehung glaubwürdig wirkt.

„Shinjuku 69 Heaven“ Band 2 ist ein gelungener Abschluss einer kurzen, aber intensiven Reihe über Identität, Begehren und die Frage, ob aus einer Begegnung im Schatten der Großstadt mehr werden kann. Für Fans erwachsener Boys-Love-Geschichten mit emotionalem Kern definitiv empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Es geht heiß weiter

Ambrosia 3
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Mit „Ambrosia 3“ setzt die prickelnde Yaoi-Reihe ihre Geschichte zwischen Lust, Machtspiel und echten Gefühlen konsequent fort. Im Mittelpunkt stehen erneut Ryusei – der unter seinem echten Namen Takahiro ...

Mit „Ambrosia 3“ setzt die prickelnde Yaoi-Reihe ihre Geschichte zwischen Lust, Machtspiel und echten Gefühlen konsequent fort. Im Mittelpunkt stehen erneut Ryusei – der unter seinem echten Namen Takahiro lebt und Reo, dessen Begegnung einst als provokantes Spiel begann.

Was als Herausforderung startete – ein erfahrener Callboy, der einem heterosexuellen Sexclub-Host die Lust auf Frauen „austreiben“ will – hat sich längst verkompliziert. In Band 3 rückt besonders die Vergangenheit der beiden in den Fokus. Der Rückblick verleiht ihrer Beziehung mehr Tiefe und zeigt, wie aus körperlicher Anziehung langsam emotionale Verstrickung wurde. Gerade Ryuseis innere Zerrissenheit ist dabei spannend: Er glaubt nicht an eine Zukunft mit einem Hetero, doch Reos Hartnäckigkeit und Charme bringen seine Überzeugungen ins Wanken.

Mit einem Spice-Level von 5 von 5 Chilis ist dieser Band deutlich und unzensiert – die erotischen Szenen nehmen viel Raum ein und sind intensiv inszeniert. Dennoch gelingt es der Geschichte, neben der körperlichen Ebene auch emotionale Konflikte und verletzliche Momente einzubauen. Es geht um Identität, Begehren und die Frage, wo moralische oder persönliche Grenzen verlaufen.

Zeichnerisch bleibt die Serie ihrem sinnlichen, detailreichen Stil treu: ausdrucksstarke Mimik, dynamische Panels und eine ästhetische Inszenierung der intimen Szenen.

„Ambrosia 3“ ist kein sanfter Boys-Love-Titel, sondern eine leidenschaftliche, explizite Fortsetzung für erfahrene Genre-Fans. Wer intensive Erotik mit emotionaler Spannung kombiniert lesen möchte, wird hier fündig – auch wenn die Handlung klar hinter der sinnlichen Komponente zurücktritt.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Vier Geschichten

Bad Prince Honey Party
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Mit „Bad Prince Honey Party“ von Emu Soutome erwartet Leser*innen ein glamouröser Boys-Love-Einzelband, der vor allem auf prickelnde Unterhaltung setzt. In vier Kurzgeschichten dreht sich alles um attraktive ...

Mit „Bad Prince Honey Party“ von Emu Soutome erwartet Leser*innen ein glamouröser Boys-Love-Einzelband, der vor allem auf prickelnde Unterhaltung setzt. In vier Kurzgeschichten dreht sich alles um attraktive Männer, luxuriöse Settings und leidenschaftliche Begegnungen – inklusive SNS Card in der 1. Auflage als nettes Extra für Sammler:innen.

Gleich die Auftaktstory rund um Model Akira, Promi Kaito und eine exklusive Limousinen-Geburtstagsparty macht klar, wohin die Reise geht: viel Alkohol, viel Anziehung und wenig Zurückhaltung. Die Dynamiken sind bewusst überzogen, das Tempo hoch, und die Grenzen zwischen Flirt und Eskalation verschwimmen schnell. Auch die weiteren Geschichten bleiben diesem Stil treu und präsentieren kurze, intensive Episoden aus einer schillernden Welt voller Glamour.

Mit einem Spice-Level von 4 von 5 Chilis richtet sich der Band klar an ein erwachsenes Publikum. Die Szenen sind deutlich und stehen stark im Vordergrund, während emotionale Tiefe oder komplexe Charakterentwicklung eher zweitrangig bleiben. Wer nach viel Gefühl oder einer ausgearbeiteten Handlung sucht, könnte hier etwas vermissen.

Zeichnerisch überzeugt Emu Soutome jedoch mit ansprechenden Figuren, stilvollen Outfits und einem ästhetischen, modernen Look, der gut zum luxuriösen Setting passt.

Insgesamt ist „Bad Prince Honey Party“ ein solider, heißer Einzelband für Fans von glamourösen Boys-Love-Kurzgeschichten. Inhaltlich nicht besonders tiefgründig, aber als spicy Unterhaltung für zwischendurch durchaus reizvoll.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Sehr emotional

There is no Way I would Fall in Love
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Mit „There Is No Way to Fall in Love“ von Sai Asai erwartet Lese*:innen eine ruhige, erwachsene Boys-Love-Geschichte über verschlossene Herzen und zweite Chancen.

Im Mittelpunkt steht der gewissenhafte ...

Mit „There Is No Way to Fall in Love“ von Sai Asai erwartet Lese*:innen eine ruhige, erwachsene Boys-Love-Geschichte über verschlossene Herzen und zweite Chancen.

Im Mittelpunkt steht der gewissenhafte Buchhalter Taniya, der sein Leben klar strukturiert und möglichst emotionsarm hält. Überraschungen meidet er – ebenso wie tiefere Bindungen. Doch dann tritt der charismatische Vertriebsleiter Irobe in sein Leben: offen, beliebt und scheinbar das komplette Gegenteil von Taniya. Trotz aller Versuche, auf Distanz zu bleiben, entsteht zwischen ihnen eine spürbare Anziehung. Während Irobe sich von Taniyas kühler, kontrollierter Art angezogen fühlt, kämpft dieser mit alten Ängsten und der Frage, ob er sich noch einmal auf Liebe einlassen kann.

Die Stärke des Einzelbands liegt in seiner einfühlsamen Figurenzeichnung. Sai Asai nimmt sich Zeit für leise Momente, für Blicke und Gespräche, die mehr sagen als große Gesten. Die Büro-Romanze wirkt erwachsen und glaubwürdig, ohne übertriebene Dramatik. Der Fokus liegt klar auf emotionaler Entwicklung und gegenseitigem Verständnis.

Mit einem Spice-Level von 2 von 5 Chilis stehen Gefühle im Vordergrund; einzelne explizite Szenen sind vorhanden, bleiben aber dezent eingebettet. Der klare, ausdrucksstarke Zeichenstil unterstützt die ruhige Atmosphäre und unterstreicht die Zwischentöne der Beziehung.

„There Is No Way to Fall in Love“ ist eine sanfte, berührende Geschichte über Vertrauen, Heilung und den Mut, die eigenen Schutzmauern einzureißen – perfekt für Leser:innen, die reife Boys-Love-Romancen mit Herz suchen.

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