Feeling lost - tiefgründig, emotional und zugleich verwirrend
feeling lost (and other weird feelings)In „feeling lost (and other weird feelings) nimmt uns Vanessa Ihmann mit in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Die Themen, die sie behandelt – Mental Health, Selbstwert, Liebe, Depression, Freundschaft und ...
In „feeling lost (and other weird feelings) nimmt uns Vanessa Ihmann mit in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Die Themen, die sie behandelt – Mental Health, Selbstwert, Liebe, Depression, Freundschaft und das Leben in den Zwanzigern – sind aktuell, wichtig und oft schwer greifbar. Und genau da setzt dieses Buch an: Es möchte einfühlen, auffangen und einen Raum schaffen, in dem Gefühle einfach da sein dürfen.
Was mir besonders gefallen hat, ist die tiefe Ehrlichkeit in ihren Worten. Viele Texte haben eine poetische, fast verletzliche Kraft, die wirklich berühren kann – vor allem, wenn man sich selbst in einer Phase des Suchens oder Zweifelns befindet. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Das Cover mit den Blumen ist schlicht, aber aussagekräftig, und die kleinen Illustrationen im Inneren sind liebevolle Details, die das Leseerlebnis auflockern.
Trotzdem habe ich gemischte Gefühle beim Lesen zurückbehalten. Viele Texte wirkten für mich emotional stark, aber nicht immer greifbar. Ich hatte manchmal das Gefühl, denselben Gedanken in leicht abgeänderter Form bereits gelesen zu haben. Inhaltlich wiederholen sich die Themen – was bei einem so persönlichen Werk verständlich ist, aber beim Lesen etwas ermüdend sein kann. Einige längere Texte fühlten sich eher wie Tagebucheinträge an als wie Poesie, was Geschmackssache ist – für mich persönlich aber nicht ganz das, was ich erwartet hatte.
Was ich dem Buch jedoch keinesfalls absprechen möchte, ist der Mut, mit dem die Autorin ihre Geschichte und ihre Gefühle teilt. Besonders in einer Welt, in der über mentale Gesundheit oft geschwiegen wird, ist so ein Buch wichtig. Und ich glaube, dass es viele Leser:innen gibt, die sich genau darin wiederfinden und viel Kraft daraus schöpfen können.
Mein Fazit:
Ein gefühlvolles, ehrliches Buch über das Verlorensein und das Sich-wieder-Finden. Für mich ein schöner, wenn auch manchmal etwas verwirrender und sprachlich wiederholender Begleiter. Kein Lieblingsbuch, aber eines, das man nicht ganz vergisst.