Wehmütiger Abschied von der Familie Schwarzenberg
Grandhotel Schwarzenberg – Der Beginn einer neuen ZeitAchtung: Hier sind Spoiler zu Band 1 & 2 Band enthalten.
Darum geht’s
Nach Matthias Tod nähern sich Anna und ihr erstgeborener Sohn Karl wieder etwas an. Doch eine gewisse Kluft bleibt dennoch zwischen ...
Achtung: Hier sind Spoiler zu Band 1 & 2 Band enthalten.
Darum geht’s
Nach Matthias Tod nähern sich Anna und ihr erstgeborener Sohn Karl wieder etwas an. Doch eine gewisse Kluft bleibt dennoch zwischen Mutter und Sohn. Nichtsdestotrotz unterstützen Anna und ihr Mann Michael – sehr zum Missfallen von Vater Leonhard – Karl bei seinem Herzensprojekt: das Berghotel auf dem Predigtstuhl.
Während sich Bad Reichenhall vom ersten Weltkrieg erholt hat und mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu kämpfen hat, ziehen langsam und erst noch unbemerkt dunkle Wolken eines neuen düsteren Kapitels der Weltgeschichte auf. Die Nationalsozialisten haben die Schönheit Bayerns für sich entdeckt, breiten sich aber nicht nur als Touristen immer mehr in der Gegend aus. Auch auf die Familie Schwarzenberg kommen wieder schwierige Zeiten zu und ihr Zusammenhalt wird auf eine harte Probe gestellt.
So fand ich’s
„Der Beginn einer neuen Zeit“ ist der letzte Teil der Trilogie rund um die Hoteliers Familie Schwarzenberg. Und noch bevor ich begonnen hatte, dieses Buch zu lesen, war ich etwas wehmütig bei dem Gedanken, Anna und ihre Familie bald ganz verlassen zu müssen, die mir durch die ersten Bände schon ans Herz gewachsen waren.
Auch in diesem Abschlussband hat Sophie Oliver ihren angenehmen und flüssigen Erzählstil beibehalten. Durch alle drei Teile hindurch kann man in die Atmosphäre der damaligen Zeit eintauchen, die die Autorin durch viele detailgetreue Beschreibungen lebendig werden lässt.
Für mich ist dieser Abschlussband der emotionalste Teil der Saga. An einem Punkt dachte ich, was muss die Familie noch alles erleiden – es war mir fast ein bisschen zu viel. Aber wenn man auf die Zeitspannen achtet, in denen die Geschichte spielt, wird das Gefühl, dass alles so geballt geschieht, wiederum relativiert. Die Autorin spielt öfter Mal mit Zeitsprüngen. Man hat aber nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Kinder werden erwachsen und durch äußere Umstände verändern sie sich auf realistische Weise. Nicht jede Entwicklung gefällt mir. Aber gerade das macht die Figuren mit deren Ecken und Kanten so lebensnah.
Als ungeduldige Leserin habe ich mich bis jetzt nicht oft an Buchreihen gewagt. Aber durch diese Trilogie bin ich tatsächlich etwas angefixt worden. Ich fand es aufregend auf den nächsten Band hinzufiebern und die Figuren über eine längere Zeitspanne hinweg zu begleiten.
Auch nach diesem dritten und letzten Teil bleibe ich bei einer klaren Leseempfehlung und bin ein bisschen neidisch auf alle, die die Familie Schwarzenberg erst noch kennenlernen dürfen.