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Veröffentlicht am 07.10.2020

Wehmütiger Abschied von der Familie Schwarzenberg

Grandhotel Schwarzenberg – Der Beginn einer neuen Zeit
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Achtung: Hier sind Spoiler zu Band 1 & 2 Band enthalten.

Darum geht’s
Nach Matthias Tod nähern sich Anna und ihr erstgeborener Sohn Karl wieder etwas an. Doch eine gewisse Kluft bleibt dennoch zwischen ...

Achtung: Hier sind Spoiler zu Band 1 & 2 Band enthalten.

Darum geht’s
Nach Matthias Tod nähern sich Anna und ihr erstgeborener Sohn Karl wieder etwas an. Doch eine gewisse Kluft bleibt dennoch zwischen Mutter und Sohn. Nichtsdestotrotz unterstützen Anna und ihr Mann Michael – sehr zum Missfallen von Vater Leonhard – Karl bei seinem Herzensprojekt: das Berghotel auf dem Predigtstuhl.

Während sich Bad Reichenhall vom ersten Weltkrieg erholt hat und mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu kämpfen hat, ziehen langsam und erst noch unbemerkt dunkle Wolken eines neuen düsteren Kapitels der Weltgeschichte auf. Die Nationalsozialisten haben die Schönheit Bayerns für sich entdeckt, breiten sich aber nicht nur als Touristen immer mehr in der Gegend aus. Auch auf die Familie Schwarzenberg kommen wieder schwierige Zeiten zu und ihr Zusammenhalt wird auf eine harte Probe gestellt.


So fand ich’s
„Der Beginn einer neuen Zeit“ ist der letzte Teil der Trilogie rund um die Hoteliers Familie Schwarzenberg. Und noch bevor ich begonnen hatte, dieses Buch zu lesen, war ich etwas wehmütig bei dem Gedanken, Anna und ihre Familie bald ganz verlassen zu müssen, die mir durch die ersten Bände schon ans Herz gewachsen waren.

Auch in diesem Abschlussband hat Sophie Oliver ihren angenehmen und flüssigen Erzählstil beibehalten. Durch alle drei Teile hindurch kann man in die Atmosphäre der damaligen Zeit eintauchen, die die Autorin durch viele detailgetreue Beschreibungen lebendig werden lässt.

Für mich ist dieser Abschlussband der emotionalste Teil der Saga. An einem Punkt dachte ich, was muss die Familie noch alles erleiden – es war mir fast ein bisschen zu viel. Aber wenn man auf die Zeitspannen achtet, in denen die Geschichte spielt, wird das Gefühl, dass alles so geballt geschieht, wiederum relativiert. Die Autorin spielt öfter Mal mit Zeitsprüngen. Man hat aber nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Kinder werden erwachsen und durch äußere Umstände verändern sie sich auf realistische Weise. Nicht jede Entwicklung gefällt mir. Aber gerade das macht die Figuren mit deren Ecken und Kanten so lebensnah.

Als ungeduldige Leserin habe ich mich bis jetzt nicht oft an Buchreihen gewagt. Aber durch diese Trilogie bin ich tatsächlich etwas angefixt worden. Ich fand es aufregend auf den nächsten Band hinzufiebern und die Figuren über eine längere Zeitspanne hinweg zu begleiten.

Auch nach diesem dritten und letzten Teil bleibe ich bei einer klaren Leseempfehlung und bin ein bisschen neidisch auf alle, die die Familie Schwarzenberg erst noch kennenlernen dürfen.

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Veröffentlicht am 01.10.2020

Ein Buch mit wichtigen Botschaften

Solange wir zusammen sind
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Darum geht‘s
Die 12-jährige Piper hat eine liebevolle Familie, ein schönes Zuhause und viele Schulfreundinnen. Als ihr Vater seine Arbeit verliert, wird das Leben der Familie auf den Kopf gestellt und ...

Darum geht‘s
Die 12-jährige Piper hat eine liebevolle Familie, ein schönes Zuhause und viele Schulfreundinnen. Als ihr Vater seine Arbeit verliert, wird das Leben der Familie auf den Kopf gestellt und sie müssen sogar ihr Zuhause aufgeben. In der Hoffnung auf neue Jobs, entscheiden sich Pipers Eltern ihre Heimatstadt zu verlassen und reisen mit ihren beiden Kindern und den letzten Habseligkeiten durch das Land.

In einer Notunterkunft finden sie ein Dach über dem Kopf und bekommen regelmäßige Mahlzeiten. Piper vermisst ihr altes Leben schmerzlich, versucht sich jedoch tapfer mit der neuen Situation zu arrangieren. Sie lernt die obdachlose Jewel und ihren süßen Hund Baby kennen. Jewel wohnt nicht in der Notunterkunft, da dort Hunde verboten sind. Und sich von Baby zu trennen, kommt für sie auf keinen Fall in Frage. Als Jewel erkrankt und ins Krankenhaus muss, wird Baby in ein Tierheim gebracht. Piper möchte den beiden unbedingt helfen und sie wieder zusammenbringen, bevor Baby der obdachlosen Frau ganz weggenommen wird. Piper bekommt dabei Hilfe von ihren neuen Freunden. Aber ihr rennt auch die Zeit davon…


So fand ich‘s
Die Kurzbeschreibung verrät bereits, dass es sich bei „Solange wir zusammen sind“ um kein fröhliches Buch handelt und die ersten Seiten bestätigen das auf bedrückende Weise. Pipers Familie, welche unterwegs ins Ungewisse ist, geht sehr liebevoll miteinander um. Dennoch spürt man als Leser förmlich die beklemmende Atmosphäre, die die Familie umgibt. Beim Lesen wurde mein Herz zeitweise richtig schwer. Umso schöner waren die Momente, in denen die Hoffnung aufflammte und wie wertvoll waren die Begegnungen mit lieben Menschen und das Gewinnen von neuen Freunden.

Es ist ein sehr emotionales Buch, das sich trotzdem leicht lesen lässt. Die bildhafte Erzählweise macht Pipers Geschichte sehr lebendig. Das Lesealter ab 10 Jahren finde ich zwar angemessen. Ich denke jedoch, dass es sinnvoll ist, wenn Eltern das Buch gerade mit den jüngeren Kindern zusammenlesen und über das Gelesene reden.

Für mich ist „Solange wir zusammen sind“ eine Geschichte voller wichtiger Botschaften. Sie unterhält – und das auf sehr liebenswerte Art und Weise – und gleichzeitig zeigt sie, dass man die Hoffnung nicht aufgeben darf und vor allem auch, was man durch Nächstenliebe und Zusammenhalt alles erreichen kann. Trotz der bedrückenden Situation von Pipers Familie und trauriger Momente hat mich die Geschichte mit einem wärmenden Gefühl eingehüllt.

Kurzum: Ich kann das Buch leichten Herzens empfehlen und vergebe die volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 24.09.2020

Wunderschöne Geschichte für Pferdeliebhaber

Hope
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Darum geht's:
Die 13-jährige Emily zieht mit ihrer Mutter nach Neuseeland, wo die erfolgreiche Trabrenn-Trainerin einen neuen Job auf einem Gestüt annimmt. Anfangs tut sich Emily, deren Verhältnis zur ...

Darum geht's:
Die 13-jährige Emily zieht mit ihrer Mutter nach Neuseeland, wo die erfolgreiche Trabrenn-Trainerin einen neuen Job auf einem Gestüt annimmt. Anfangs tut sich Emily, deren Verhältnis zur Mutter auch nicht immer einfach ist, in ihrer neuen Heimat recht schwer. In der Pferdepflegerin Tiana und dem Praktikanten Tommy findet sie jedoch rasch neue Freunde, mit denen sie die Liebe zu den Pferden teilt. Als das Fohlen Hope Emilys Wege kreuzt, verliebt sie sich sofort in das Wildpferd. Doch Hope soll verkauft werden und Emily befürchtet, dass das Pferd nicht in gute Hände kommt. Sie ist bereit alles zu tun, um Hope vor einer ungewissen Zukunft zu bewahren.


​So fand ich's:
Damals als Schülerin – ja, das ist tatsächlich schon ein paar Jährchen her – habe ich Pferdebücher richtiggehend verschlungen. Und die Begeisterung für dieses Büchergenre ist bis heute nicht ganz verblasst. So hatte mich dann das Cover und die Kurzbeschreibung von „Hope“ sofort angesprochen und gleich nach den ersten Zeilen fühlte ich mich wieder ganz jung.


Im Ernst: Sarah Lark erzählt die Geschichte rund um das Wildpferd Hope genauso wie man sich so ein Pferdebuch vorstellt – mit viel Herz und vor allem mit der Liebe zur Natur und den Tieren. Auch wenn der Plot auf den ersten Blick etwas klischeebeladen klingt und die Story immer wieder Mal vorhersehbar ist, wurde ich doch mit dem einen und anderen Twist überrascht. Gerade auch das Ende hatte ich nicht ganz so erwartet, rundet jedoch geschickt die Geschichte in sich schlüssig und realistisch ab.


Besonders gut gefallen haben mir die Informationen über Neuseeland und seinen Wildpferden, welche die Autorin leicht und flüssig, fast schon spielerisch, in die Geschichte hat einfließen lassen. Auch über die Trainingsmethoden beim Trabrennsport habe ich einiges erfahren, was mir so nicht bewusst war.


Für mich war dieses Buch ein absolut gelungener Ausflug in meine Jugendlesezeit. Es ist ein kurzweiliges, spannendes Buch – eine wunderschöne Geschichte für alle die Pferde lieben.

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Veröffentlicht am 24.09.2020

Spannung für kurzweilige Lesestunden

Verschließ jede Tür
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Darum geht‘s:
Nach einigen Schicksalsschlägen scheint Jules endlich ein bisschen Glück zu haben und ergattert einen wahren Traumjob. Sie darf im prunkvollen und traditionsreichen Bartholomew-Gebäude am ...

Darum geht‘s:
Nach einigen Schicksalsschlägen scheint Jules endlich ein bisschen Glück zu haben und ergattert einen wahren Traumjob. Sie darf im prunkvollen und traditionsreichen Bartholomew-Gebäude am New Yorker Central Park eine Wohnung „hüten“. Alles was sie für 1.000,- US-Dollar pro Woche tun muss, ist dort wohnen und einige Regeln beachten. So muss sie sich verpflichten jede Nacht im Apartment zu verbringen. Sie darf auch keinen Besuch empfangen. Diese Regeln erscheinen Jules zwar etwas sonderbar, aber die Freude über den tollen Job überwiegt vorerst. Nach und nach verunsichern jedoch seltsame Vorkommnisse die junge Frau. Als dann eine Kollegin, die Apartment-Sitterin Ingrid, ihr von einem dunklen Geheimnis erzählt, ist Jules sich sicher, dass etwas in dem altehrwürdigen Gebäude ganz und gar nicht stimmt.

So fand ich‘s:
In einem Luxusapartment wohnen und dafür Geld bekommen? Das ist schon eine tolle Vorstellung und ich kann grundsätzlich gut verstehen, dass eine junge Frau in New York, wo die Mieten so horrend teuer sind, bei diesem Jobangebot einfach zuschlagen muss. Dennoch hätte ich mir da ein bisschen mehr Misstrauen gewünscht. Bei einem Job, bei dem man so leicht Geld verdient, muss doch ein Haken sein. Mit der Zeit war mir als Leser dann auch klar, dass gerade diese Blauäugigkeit, die mich ab und an nervte, der Protagonistin ausgenutzt wurde.

Für meinen Geschmack begann das Buch recht langatmig. Erst nach ca. einem Viertel kühlte sich die Atmosphäre merklich ab und der Grusel begann. Und dann nahm die Geschichte die gewünschte Fahrt auf und gefiel mir immer besser. Der Plot ist geschickt aufgebaut, so dass man als Leser der Auflösung zusammen mit der Hauptfigur immer näher kommt.

Die beiden Zeitebenen, in denen die Geschichte erzählt wird, sind gut aufeinander abgestimmt und fügen sich so ineinander ein, dass die Spannung stetig steigt, ohne zu früh zu viel zu verraten.

Das Ziel des Autors ist es, dass es dem Leser kalt den Rücken runter läuft. Das ist ihm auch wirklich gelungen. Eine tiefgehende Story darf man hier nicht erwarten. Aber wenn man ein spannendes Buch sucht, das einem auch ohne viel Blutvergießen zum schnell weiter lesen verführt, wird man mit „Verschließ jede Tür“ auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Thriller à la Hitchcock

Das Gesicht am Fenster
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Darum geht’s:
Colin Carter wagt mit seiner zweiten Frau und seinen beiden Kindern aus erster Ehe einen Neuanfang im Schweizerischen Wallis, wo er eine Stelle als Physiker angenommen hat. Das Ehepaar hofft ...

Darum geht’s:
Colin Carter wagt mit seiner zweiten Frau und seinen beiden Kindern aus erster Ehe einen Neuanfang im Schweizerischen Wallis, wo er eine Stelle als Physiker angenommen hat. Das Ehepaar hofft dort den dunklen Schatten aus der Vergangenheit entkommen zu können und eine glückliche Patchwork-Familie zu werden. Ein Kindermädchen soll die Familie unterstützen und so wird die scheinbar perfekte Agatha Dorothy angestellt.

Oliver, dem älteren Sohn, fällt es erst schwer, sich in der neuen Heimat einzugewöhnen. Gerade als er anfängt sich mit Claire und Stefan aus seiner Klasse anzufreunden, verschwindet ein Mitschüler spurlos. Um ihrem Mitschüler zu helfen, gehen die drei einer alten Legende über einen grausamen Mörder nach, ohne zu ahnen, wie nah sie der Wahrheit kommen.

So fand ich‘s:
Gleich vorneweg: Ich habe das Buch bereits gestern beendet. Und selbst jetzt noch schwirren gewisse Szenen in meinen Gedanken herum und ich musste dann erstmal zu einer sanfteren Geschichte, sprich einem Wohlfühlbuch, greifen. Aber der Reihe nach…

Als Heimwehwalliserin konnte ich an einem Thriller, der in unserem Heimatkanton spielt, natürlich nicht einfach so vorbei gehen und ich war vor allem gespannt darauf, ob ich die Orte des Geschehens erkennen würde. Doch der Autor hat sich nur ansatzweise an die realen Gegebenheiten gehalten und ich musste dann doch ein bisschen schmunzeln, wie sich der Autor eine Kleinstadt dort vorstellte, wo das geografisch nicht wirklich möglich wäre. Schlussendlich spielte das aber keine Rolle, da die Örtlichkeiten zu unspezifisch waren, um eine größere Rolle in der Geschichte zu spielen.

Abgesehen davon ist es dem Autor aber gut gelungen, den fiktiven Ort Steinberg in eine ungemütliche und düstere Atmosphäre einzutauchen. Die alte Legende über den grausamen Seemann Frey, ist nach wie vor lebendig und sorgt unter den Einheimischen für Angst und Misstrauen gegenüber Fremden – somit das klassische Setting für einen Psychothriller.

Ich war überraschend früh der Meinung, genau zu wissen, worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Als Leser war ich den Protagonisten immer eine kleine Nase voraus und gewisse Punkte waren rasch klar. Doch plötzlich nahm die Geschichte eine solche Fahrt auf, die ich nach dem Erzählstil der ersten Kapitel so nicht erwartet hatte. Ich fühlte mich in die alten Hitchcock-Filme zurück versetzt, in denen man ahnt, was passieren wird, man aber wie festgenagelt vor dem Bildschirm sitzt und sich vor Spannung nicht mehr rühren kann.

Das Ganze gipfelte in einen sehr blutigen und grausamen Showdown. Nach meinem Geschmack hätte man das eine oder andere Horrorelement weglassen können. Trotzdem konnte ich das Buch dann nicht mehr weg legen, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Und der Autor schaffte es, mich auch noch ganz am Schluss nochmals zu überraschen. Mit dem Ende hatte ich tatsächlich so nicht gerechnet.

Das Buch ist nichts für zarte Seelen – also eigentlich auch nichts für mich. Aber ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich die Geschichte nicht gelesen hatte, als ich alleine Daheim war. Ich weiß nicht, ob ich es dann gewagt hätte zu Ende zu lesen.

Jedenfalls kann ich „Das Gesicht am Fenster“ Genre-Liebhabern das Buch ohne Zögern empfehlen. Ein kleines Pünktchen Abzug gibt es von mir für die für meinen Geschmack zu brutalen Details. Das ist aber schlussendlich auch eine Geschmackssache.

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