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Veröffentlicht am 28.01.2023

Eine gelungene Hommage auf einen Ausnahmesportler

Inspiration Federer
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Darum geht’s:
Wer kennt Roger Federer nicht? Auch außerhalb der Tenniswelt ist er bekannt und wird für seine sympathische und bodenständige Art von Freunden und Fans aber auch von Rivalen geachtet. Letzten ...

Darum geht’s:
Wer kennt Roger Federer nicht? Auch außerhalb der Tenniswelt ist er bekannt und wird für seine sympathische und bodenständige Art von Freunden und Fans aber auch von Rivalen geachtet. Letzten Herbst hat er für sich ein neues Kapitel in seinem Leben begonnen, indem er seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt gegeben hat. Aber so schnell wird er nicht vergessen werden. Dafür sprechen auch die interessanten, spannenden und bunt gemischten Interviews über diesen Ausnahmesportler, die die beiden Autoren mit den verschiedensten Wegbegleitern geführt haben.

So fand ich’s:
Da ich selten Biografien lese, war dies für mich tatsächlich ein Genre-Ausflug über meinen üblichen Tellerrand hinaus. Und es hat sich durchaus gelohnt…

Als Heimwehschweizerin habe ich Roger Federers Karriere immer wieder Mal am Rande verfolgt und war und bin wie wohl fast alle Schweizer ein bisschen stolz eine Landsmännin von ihm zu sein. Daher war ich neugierig, was seine Weggefährten – seien es Freunde, sportliche Gegner, Journalisten oder Künstler aus aller Welt – über ihre Begegnungen mit Roger Federer zu berichten haben. Es war spannend zu erleben, aus welch unterschiedlichen Ecken der Welt und aus welchen Bereichen die Interviewpartner kamen. Und doch sind sich alle einig: Roger Federer ist auf dem Tennisplatz und auch nebendran ein wahrer Gentleman.

Dieses Buch ist für mich kein Schmöker, den ich in einem Rutsch gelesen habe. Ich habe immer wieder Mal rein gespitzt und ein, zwei Interviews gelesen. Ich finde es auch schwierig, so ein Buch zu rezensieren, da es ja hauptsächlich auf den Inhalt und viel weniger auf den Erzählstil ankommt. Letzterer empfand ich jedenfalls als unkompliziert (auch gerade den Beschreibungen von Ballwechseln konnte ich auch als Laie gut folgen), schnörkellos und dadurch absolut passend.

Den beiden Autoren ist hier jedenfalls eine kleine aber feine Hommage auf einen absoluten Ausnahmesportler gelungen. Danke, Roger, dass wir an deiner Karriere teilnehmen durften und danke den beide Autoren, die dieses Vergnügen mit diesem Buch noch etwas verlängern.

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Eine rasantes, phantasievolles Abenteuer - nicht nur für junge Leser

Nita
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Darum geht‘s:
Die 14-jährige Nita verbringt ihr Leben zusammen mit ihrem Vater, der Navigator für Segelschiffe ist, auf den Weltmeeren. Als das Handelsschiff, auf dem der Vater angestellt ist, angegriffen ...

Darum geht‘s:
Die 14-jährige Nita verbringt ihr Leben zusammen mit ihrem Vater, der Navigator für Segelschiffe ist, auf den Weltmeeren. Als das Handelsschiff, auf dem der Vater angestellt ist, angegriffen wird, gelingt Nita mit Hilfe ihres zahmen Riesenvogels die Flucht. Doch ihr Vater gerät in die Fängen der Angreifer und wird verschleppt. Auf der Suche nach Verbündeten, um den Vater aufzuspüren, trifft Nita auf den jugendlichen Kapitän Miguel, der sich bereit erklärt, das Mädchen auf ihrer Mission zu unterstützen. Zusammen machen sie sich auf seinem Schiff, der „Green Barracuda“ auf die abenteuerliche Reise, die viele, auch tödliche Gefahren in sich birgt.

So fand ich‘s:
Was für ein rasantes Abenteuer! Der Autor Florian Fuchs hält seine Leser mit dieser phantasievollen und temporeichen Geschichte ganz schön auf Trab. Schon die ersten Seiten haben es in sich, als Nita aufgrund des Hinterhalts auf das Handelsschiff, wo ihr Vater arbeitet, fliehen muss. Dem Leser wird schnell klar, dass in Nitas Welt alles ein bisschen anders ist, als dass wir es aus dem normalen Leben kennen. Florian Fuchs beweist jedenfalls wieder Mal seine blühende Phantasie – und das meine ich durchaus im positiven Sinne.

Er hat in diesem Buch eine faszinierende und originelle Tierwelt erschaffen. Er beschreibt alles sehr detailliert und ausführlich. Stellenweise kann das ein wenig überfordernd wirken. Es gab jedenfalls Passagen, die ich mir ein zweites Mal durchgelesen hatte, da ich befürchtete, nicht alle Einzelheiten mitbekommen zu haben.

Dennoch fühlte ich mich wohl auf Kapitän Miguels „Green Barracuda“ und wurde am Ende etwas melancholisch als ich Nita und Co. zwischen den Buchdeckeln zurücklassen musste. Florian Fuchs erzählt die Geschichte zwar sehr rasant, aber trotzdem in einer altersgerechten Sprache und vor allem so spannend, dass man zu keinem Zeitpunkt Langeweile verspürt.

Die Geschichte ist kaum vorhersehbar und überrascht immer wieder mit unerwarteten Entwicklungen. Zudem kommt eine gewisse Aktualität zum Thema Natur zum Tragen, wie auch Freundschaft und Vertrauen keine unwichtigen Rollen spielen.

Auch in diesem Buch unterstreicht der Autor mit seinen eigenen Illustrationen das Gelesene und die phantastischen Figuren aus dem Buch werden auch visuell lebendig.

Selbst wenn die Zielgruppe eher jüngere Leser sind, vermag der Autor mit seinen mitreißenden Geschichten auf jeden Fall auch ältere Semester zu begeistern. Mich hat er jedenfalls schon mit „Gnorl“ als Fan gewonnen und jetzt nach „Nita“ freue ich mich noch mehr auf seine nächsten Geschichten.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Herzerwärmend - ein richtiges Wohlfühlbuch - nicht nur für Pinguinfans

Miss Veronica und der Ruf der Pinguine
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Darum geht‘s:
Nach ihren Erlebnissen auf Locket Island in der Antarktis ist die 87jährige Veronica McCreedy wieder voller Elan und mag sich auf ihrem schottischen Landsitz nicht einfach nur ausruhen. Sie ...

Darum geht‘s:
Nach ihren Erlebnissen auf Locket Island in der Antarktis ist die 87jährige Veronica McCreedy wieder voller Elan und mag sich auf ihrem schottischen Landsitz nicht einfach nur ausruhen. Sie unterstützt weiterhin die Pinguinforschung und nimmt gleichzeitig das Mädchen Daisy als Pflegekind bei sich auf. Als sie eingeladen wird, bei einer Naturfilmreihe über Pinguine auf den Falklandinseln mitzuwirken, muss sie nicht lange überlegen. Voller Tatendrang macht sie sich auf die lange Reise mit dem Ziel, den TV-Zuschauern ihre Begeisterung für die possierlichen Tiere zu vermitteln und vor allem auch auf die gefährdete Natur aufmerksam zu machen. Währenddessen verläuft der Aufenthalt ihres Enkels Patrick auf Locket Island nicht ganz so harmonisch und die Turbulenzen holen auch die rüstige Dame bald ein.

So fand ich‘s:
Nachdem ich letztes Jahr von „Miss Veronica und das Wunder der Pinguine“ so begeistert war, freute ich mich riesig auf das Wiedersehen mit der alten Lady, dem Adeliepinguin Pip, dem Enkel Patrick und Co. Es war dann tatsächlich ein bisschen wie „nach Hause kommen“ und ich war sofort wieder gefangen von der gemütvollen Atmosphäre, die die Autorin auch in diesem zweiten Band geschaffen hat. Es war so schön, erneut zu erleben, wie sich Veronica in der Antarktis zwar verändert, aber so einige Marotten und vor allem ihren bissigen Humor beibehalten hatte.

Um der Geschichte folgen zu können, muss man das erste Buch nicht zwingend gelesen haben. Aber ich glaube, dass dem Buch einiges an Charme verloren geht, wenn man Miss Veronicas Veränderung im ersten Teil nicht miterlebt hat. Um die Geschichte vollumfänglich zu genießen, empfehle ich daher die Lektüre beider Bücher.

Auch diese Fortsetzung wird im Präsens erzählt, was aber hier tatsächlich sehr gut passt und man das Gefühl hat, selbst mitten dabei zu sein. Der Schreibstil ist locker, aber auch oft informativ, da man quasi „en passant“ einiges über die spannende Welt der Pinguine erfährt. Auch wenn ich mich zu meinem Leseeindruck vom ersten Band wiederhole: Man spürt die Faszination der Autorin für diese besonderen Vögel und ihre Liebe zur Natur. Ich finde es ist ihr sehr gut gelungen, auf die Fragilität der Welt in der wir leben hinzuweisen und dass wir viel pfleglicher mit ihr umgehen sollten. Sie macht das auf eine charmante Weise und fast ohne den berühmtberüchtigten Zeigefinger.

Die Geschichte rund um Veronica und ihre Lieben verläuft nicht immer problemfrei und auch Verlust und Trauer werden nicht ausgeklammert. Trotzdem empfinde ich das Buch als ein richtiges Wohlfühlbuch. Man kann schmunzeln, manchmal laut lachen, mitfiebern und auch mit trauern – es ist ein Wechselbad der Gefühle – aber ohne Kitsch und aufgebauschte Dramen.

Da ich bei Fortsetzungen immer ein wenig skeptisch bin, wurde ich hier von der Autorin positiv überrascht. Das Thema ist zwar durch den ersten Teil nicht neu und brachte so keine Überraschung mit sich. Aber ich empfand den Plot zu keinem Moment als Wiederholung und auch in diesem Band haben sich die Figuren nochmals weiterentwickelt.

Es ist mir klar, dass ich an dieser Stelle nicht mehr explizit erwähnen muss, wie sehr mir das Buch gefallen hat. Dennoch möchte ich unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen für alle, die herzerwärmende Geschichten mögen, aber auch für Pinguinfans oder für alle die, die es werden möchten. Nach dieser Lektüre ist man das auf jeden Fall…

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Für große und kleine Fantasyfans

Emma und das vergessene Buch
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Mein Eindruck zum Hörbuch...

Darum geht’s:
Emma ist Internatsschülerin auf Schloss Stolzenburg. Zusammen mit ihren Freundinnen gründet sie eine Art Buchclub. Beim Aufräumen der alten Bibliothek, wo das ...

Mein Eindruck zum Hörbuch...

Darum geht’s:
Emma ist Internatsschülerin auf Schloss Stolzenburg. Zusammen mit ihren Freundinnen gründet sie eine Art Buchclub. Beim Aufräumen der alten Bibliothek, wo das Clubzimmer eingerichtet werden soll, findet sie ein altes, mysteriöses Buch, das auf den ersten Blick wie die Chronik der Schule aussieht. Doch bald entdeckt Emma die geheime Macht des Buches: Alles, was man hineinschreibt, wird wahr. Emma nutzt die Möglichkeiten, um im Schulalltag das eine oder andere zum Besseren zu verändern. Doch was zunächst wie ein Spiel beginnt, entwickelt sich immer mehr zur Gefahr, da nichts wirklich so geschieht, wie sich Emma das ausgemalt hatte. Gleichzeitig erfährt sie vom Verschwinden eines Mädchens namens Gina, das vor ein paar Jahren ebenfalls Internatsschülerin war. Ist es Zufall, dass ihr Bruder Darcy gerade jetzt auf Schloss Stolzenburg auftaucht, um nach seiner Schwester zu suchen? Und was hat das Märchen über einen Faun, das die „Erfinderin“ des Buches geschrieben hat, mit Ginas Verschwinden zu tun? Die Geschichte wird immer mysteriöser und zu allem Übel sind Emma und Darcy wie Hund und Katze…

So fand ich’s:
Es dauerte nur ein paar Minuten bis ich direkt in der Geschichte drin war. Schon zu Beginn hat mich Mechthild Gläser auch hier wieder mit ihrem Erzähltalent begeistert und die Sprecherin Lydia Herms passte so gut zur Figur Emma, so dass ich immer das Gefühl hatte, Emma persönlich zu kennen und dass sie die Geschichte auch nur gerade mit ihr erzählte.

Bevor Emma das Buch findet, konnte ich als Hörerin Internatsluft schnuppern und die ganz normalen Schüler von Schloss Stolzenburg kennenlernen – mit ihren größeren und kleineren Sorgen, wie wir sie alle selbst kennen. Obwohl es natürlich modern erzählt wird, fühlte ich mich ein wenig an meine Frühlesezeit erinnert, in der ich Internatsgeschichten wie z.B. Dolly etc. geradezu verschlungen hatte.

Und als dann die Geschichte mit dem Auftauchen des „vergessenen Buches“ immer mysteriöser wurde, war es endgültig um mich geschehen und ich war immer begeisterter von dieser absolut gelungenen Mischung aus Teenager-Geschichte mit modernen Problemen, Sorgen und Ängsten und der fantasievollen Turbulenzen rund um das Märchen über den Faun und der geheimen Macht des alten Buches.

Ich höre Hörbücher gerne auch während der Erledigung des Haushalts. Hier wurde die Geschichte aber mit der Zeit immer spannender, so dass ich mich je länger je öfter dabei ertappte, beim Aufräumen und Putzen innezuhalten und einfach nur gebannt zuzuhören.

Auch die Entwicklung des Plots konnte mich bis zum Schluss hin überzeugen, so dass ich von der Geschichte und dem Ende zwar begeistert, aber auch ein wenig traurig war, Schloss Stolzenburg verlassen zu müssen.

Für mich ist „Emma und das vergessene Buch“ ein spannendes und unterhaltsames Hörerlebnis gewesen und ich bin überzeugt, dass es auch als Buch sehr gut funktioniert und nicht nur jüngere Leser sondern auch junggebliebene Fantasyfans zu begeistern vermag.

Ich bin froh, dass ich noch ein Buch von Mechthild Gläser auf dem SuB habe („Das Buch der Seelen“) auf das ich mich jetzt erst recht freue.

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Veröffentlicht am 29.12.2022

Eigenwilliges, aber berührendes Weihnachtsmärchen

Andere Sterne
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Darum geht’s:
Ronja lebt mit ihrer großen Schwester Melissa und ihrem Vater in einem Arbeiterviertel in Oslo. Da der Vater mit Alkoholproblemen kämpft, hat das große Einwirkungen auf das Familienleben ...

Darum geht’s:
Ronja lebt mit ihrer großen Schwester Melissa und ihrem Vater in einem Arbeiterviertel in Oslo. Da der Vater mit Alkoholproblemen kämpft, hat das große Einwirkungen auf das Familienleben und die Mädchen müssen auf viel verzichten. Sie sind jedoch froh und dankbar, einander zu haben. Ronjas größter Wunsch wäre ein Christbaum für das Weihnachtsfest. Die Erfüllung des Wunsches scheint zum Greifen nah, als dem Vater ein Job bei einem Weihnachtsbaummarkt angeboten wird. Es sieht so aus, als ob alles gut werden könnte… wenn nicht der Vater ein Rückfall erleiden würde. Melissa will aber nicht aufgeben und nimmt kurzer Hand seine Stelle ein. Ronja unterstützt sie, wo sie nur kann. Doch ein Sturm zieht auf – in Form des strengen Chefs und auch das Wetter wird immer stürmischer und eisiger…

So fand ich’s:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Ronja erzählt und ich finde, dass die Autorin den Tonfall der Schülerin perfekt getroffen hat. Man sieht alles durch Kinderaugen und empfindet beim Lesen alles intensiv mit. Ronja und Melissa sind so tapfere Mädchen und verlieren trotz allen Entbehrungen nie den Mut. Dadurch ist es trotz bedrückender Atmosphäre eine Geschichte über Wünsche, Hoffnung und Herzenswärme.

Für mich ist die Geschichte schwer einzuordnen. Es gibt Ansätze von einem modernen Märchen. Allerdings muss man bereit sein und sich darauf einlassen, um dann das „Märchenhafte“ zu entdecken. Ich finde aber auch, dass die Erzählung vor allem zum Schluss hin etwas von einer Parabel hat.

Das Ende hat mich erst verwirrt zurück gelassen und ich musste die letzten Seiten ein zweites Mal lesen und alles dann erstmal auf mich wirken lassen. Der Schluss ist im Grunde offen und es ist nicht so richtig klar, was genau geschieht und vor allem wie es weitergehen wird. Da bleibt sehr viel Spielraum für die eigene Phantasie des Lesers und ich könnte mir vorstellen, dass das nicht immer gut ankommt. Je länger ich aber darüber nachdenke, passt das Ende tatsächlich perfekt zu dem, wie sich die Geschichte im Verlaufe entwickelt hat.

Romantik und Kitsch darf man hier auf keinen Fall suchen. Es ist eine Geschichte über einen grauen und vor allem schwierigen Kinderalltag. Dennoch verliert man den „Stern“, sprich die Hoffnung, durch Ronjas Wesen und ihre besondere Gedankenwelt nie aus den Augen.

Es ist ein Büchlein, auf das man sich meiner Meinung nach einlassen muss. Aber dann bekommt man ganz besonders berührende Lesemomente geschenkt.

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