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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Glücksgeschichte für die Kleinsten

Mister O'Lui sucht das Glück
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Glücklich ist, wer Käsebrot mit Marmelade hat, oder? Der Biberbär, Mister O’Lui, ist davon überzeugt, dass es ihm gut geht. Sein Alltag ist ruhig, sein Kakao dampft zuverlässig in der Lieblingstasse, und ...

Glücklich ist, wer Käsebrot mit Marmelade hat, oder? Der Biberbär, Mister O’Lui, ist davon überzeugt, dass es ihm gut geht. Sein Alltag ist ruhig, sein Kakao dampft zuverlässig in der Lieblingstasse, und die Welt scheint in Ordnung. Doch dann liest er in einer Zeitung die Frage: Bist du eigentlich glücklich?

Was für Erwachsene wie eine Einladung zur Selbstreflexion klingt, ist für Kindergartenkinder ein eher abstraktes Konzept. „Glück“ – das ist kein Wort, das Vierjährige im Alltag benutzen, jedenfalls nicht bewusst. In der ersten Buchhälfte wirkt dieses Thema daher fast etwas zu verkopft für die Zielgruppe. Aber sobald sich Mister O’Lui auf seine Suche begibt, wird das Ganze spürbar kindgerechter. Denn nun tauchen sie auf, die Glückssymbole, die Kindern vertraut oder wenigstens gut erklärbar sind: der Glückspilz, das Glücksschwein, der Glückskäfer. Und plötzlich wird ein großes Wort greifbar.

Dabei begegnet uns auch Rupert, ein kleines, eigensinniges Wildschwein, das sich an Mister O’Luis Fersen heftet. Einfach so, ohne sich vorzustellen, ohne großes Tamtam. Dass es „Rupert“ heißt, erfahren wir irgendwann mitten im Text. Zwar steht sein Name auf einem kleinen Steckbrief zu Beginn, doch im eigentlichen Geschehen bleibt sein Hintergrund etwas nebulös. Wo kommt dieses Schwein her? Was will es? Und warum lässt es sich nicht abschütteln?

Vielleicht liegt gerade in dieser Offenheit der Reiz. Er will dazugehören, koste es, was es wolle. Und weil er so hartnäckig ist, wächst er einem schnell ans Herz. Deutlich schneller als Mister O’Lui selbst, der eher kühl, abweisend und einzelgängerisch daherkommt. Sein Umgang mit Rupert ist nicht gerade herzlich, was beim Vorlesen durchaus für Gesprächsstoff sorgt. Manche Kinder könnten Mitleid mit Rupert empfinden oder sich sogar mit ihm identifizieren.

Die Illustrationen unterstreichen den Text wunderbar. In gedeckten Farben gehalten, vermitteln sie Ruhe, ohne langweilig zu wirken. Kleine Details wie Pilze, Käfer oder Vögel laden zum Entdecken ein und animieren die Kinder dazu, sich mit den Bildern auseinanderzusetzen. Der Vintage-Stil wirkt charmant und bewusst reduziert, aber nicht altbacken. Für wache Kinderaugen gibt es immer noch genug zu sehen. Ein besonderes Extra sind die letzten Seiten. Dort finden sich eine Bastelanleitung für Glückskäfer aus Walnussschalen und ein QR-Code, der zu einem Biberbärenkekse-Backrezept führt.

Für Kinder im Kindergartenalter ist das Thema „Glück“ noch schwer zu fassen und genau deshalb ist es spannend, wie das Buch daran heranführt. Die kleinen Zuhörer:innen begegnen Glückskäfern, Glückspilzen und anderen bekannten Symbolen, die das abstrakte Gefühl greifbarer machen. Sie erleben mit, wie jemand sich auf die Suche nach dem Glück macht und dürfen sich dabei ganz spielerisch fragen: Was macht mich eigentlich glücklich? Ist es der leckere Kakao von Mama? Das Lieblingskuscheltier oder neue Spielzeug? Oder vielleicht doch der Keks, den man teilt?

Das Buch bietet viele Anlässe, mit Kindern ins Gespräch zu kommen, über schöne Momente, über Wohlfühlen, über Dinge, die das Herz hüpfen lassen. Es geht nicht darum, eine Definition von Glück zu lernen, sondern eigene Vorstellungen davon zu entdecken.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Glitzerbuntes Wiesenabenteuer

Meine liebsten Vorlesegeschichten für 3, 5 und 10 Minuten - Luna Libella – Zauber auf der Feenwiese
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Zwischen Pusteblumen, Tautropfen und Feenstaub schwirrt Luna Libella durch die Seiten. Sie ist eine kleine Libellenfee mit großen Ideen und einem Händchen für magisches Durcheinander.

Zusammen mit ihren ...

Zwischen Pusteblumen, Tautropfen und Feenstaub schwirrt Luna Libella durch die Seiten. Sie ist eine kleine Libellenfee mit großen Ideen und einem Händchen für magisches Durcheinander.

Zusammen mit ihren Freunden lebt sie mitten in einer verwunschenen Wiesenwelt: in Pilzhäuschen, Seerosen oder anderen kleinen Naturverstecken. Die Feen und Wiesenwesen erleben allerlei kleine Abenteuer, die nie größer sind als nötig, aber genau die richtige Portion Zauber, Witz und Wärme mitbringen, um Herzen zu berühren.

Mal ist es ein geheimnisvoller Mondscheinabend, mal sorgt eine Glitzerwolke für Aufregung und manchmal ist es einfach nur ein besonderes Gefühl, das zwischen Freunden entsteht beim Feentanz, beim Basteln oder wenn jemand sich plötzlich ganz klein und mutlos fühlt.

Dass die Geschichten in 3, 5 oder 10 Minuten vorgelesen werden können, macht das Buch zu einem wahren Alltagsliebling. Ob für die letzte kleine Geschichte am Abend, für eine kurze Auszeit am Nachmittag oder als gemütliche Pause im turbulenten Familienleben, die Geschichten können passend zum Moment gewählt werden.

Auch optisch ist das Buch ein kleines Kunstwerk. Die stimmungsvollen und liebevoll gezeichneten Illustrationen von Winona Kieslich tragen viel dazu bei, dass Luna und ihre Welt beim Vorlesen sofort lebendig werden. Überall glitzert, flattert und wuselt es, wie ein kleines Wimmelparadies voller Details, in das man sich gerne vertieft.

Sehr gelungen ist die Figurenvielfalt. Schlecki Schneck flitzt in seinem angebrochenen Schneckenhaus mit Flügelantrieb durch die Gegend und backt die besten Kuchen, Mini Marini ist winzig, aber mutig wie ein Riese, Gigi Grasimir fürchtet sich vor fast allem und wächst oft über sich hinaus, und Holla Hummelchen braucht zwar eine große Brille auf der Nase, sieht damit aber auch ohne oft mehr als alle anderen zusammen.

Und wenn Lunas Feenstaub mal wieder verrückt spielt? Keine Sorge. Schlecki hat meistens ein Stück Torte zur Hand und irgendwer hat immer eine Idee, wie aus dem Durcheinander wieder etwas Gutes wird.

Ein wunderbares Vorlesebuch für Kinder ab 4 Jahren. Es ist liebevoll und fantasievoll. Genau richtig für alle, die sich gern verzaubern lassen mit Geschichten, die kurz genug für müde Augen und bunt genug für lebhafte Köpfe sind.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Bei 3 ist die 2 mit drin

Pelles Papa
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Pelle hat’s gut – zumindest am Anfang. Sein Papa ist entspannt, Pelle sowieso, und das Leben läuft in genau den richtigen, leicht chaotischen Bahnen. Doch dann beginnt Papa, sich zu verändern. Er wird ...

Pelle hat’s gut – zumindest am Anfang. Sein Papa ist entspannt, Pelle sowieso, und das Leben läuft in genau den richtigen, leicht chaotischen Bahnen. Doch dann beginnt Papa, sich zu verändern. Er wird komisch. Grinst vor sich hin. Trällert alberne Lieder. Und plötzlich steht eine Fremde vor der Tür. Ada.

Was wie eine typische Patchwork-Geschichte beginnt, nimmt in „Pelles Papa – Was guckst du?!“ eine angenehm unerwartete Wendung. Jutta Nymphius schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem feinen Gespür für kindliche Logik, leise Irritationen und große Missverständnisse. Denn Pelle erwartet eine böse Stiefmutter wie aus dem Märchenbuch, bekommt aber Ada, die Chemikerin, die sich mit Molekülen auskennt, Pizza bestellt und sich nicht im Geringsten daran stört, wenn das Wohnzimmer aussieht wie nach einem Wäscheorkan.

Erzählt wird das Ganze in einer abwechslungsreichen Kombination aus klassischem Erzähltext und wunderbar dynamischen Comic-Sequenzen. Volker Fredrichs Illustrationen sind kein bloßes Beiwerk, sondern treiben die Handlung weiter, liefern Zwischentöne, Blicke und kleine Pointen, die ohne Worte auskommen, aber viel sagen. Die Übergänge zwischen Text und Bild sind so gestaltet, dass man beim Umblättern immer wieder überrascht wird. Nicht selten ergeben sich gerade aus der Gegenüberstellung von Text und Bild neue Ebenen, kleine Widersprüche oder ironische Brechungen, die vor allem lesefreudige Kinder ab etwa 8 Jahren sehr ansprechen dürften.

Thematisch trifft das Buch einen Nerv. Patchwork-Familien sind längst keine Ausnahme mehr und doch fühlt sich die Perspektive hier erfrischend neu an. Pelle darf eifersüchtig, misstrauisch und unfair sein. Ohne dass ihm das moralisch angekreidet wird. Und Ada? Die ist keine Superpädagogin mit Zaubertrickkiste, sondern einfach ein Mensch mit Ecken, Interessen und trockenem Humor. Dass sich die Beziehung zwischen ihr und Pelle nicht in Zuckerwatte auflöst, sondern langsam entwickelt – mit kleinen Schritten und echtem Staunen – macht das Buch glaubwürdig und nahbar.

Kritisch ließe sich allenfalls anmerken, dass die Erwachsenen hier sehr geduldig agieren – fast schon übermenschlich gelassen. Aber vielleicht ist das gar nicht schlimm. Vielleicht braucht es genau solche Geschichten, in denen Konflikte nicht durch lautstarkes Drama gelöst werden, sondern durch das Zulassen von Chaos, Neugier und ein bisschen Pizza.

“Pelles Papa” ist keine Anleitung für das Funktionieren als Patchwork-Familie, sondern eine kluge, visuell wie inhaltlich originelle Geschichte über Erwartungen, Veränderungen und das überraschend Unkomplizierte am Zusammenleben.

Vielen lieben Dank an den Tulipan-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Mäusestarkes Lesenlernen

Das Muskeltiere-ABC
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Wenn vier Nagetiere durchs Alphabet marschieren, darf man sich sicher sein: Es wird nicht langweilig, es wird nicht leise und schon gar nicht gewöhnlich. Das Muskeltiere-ABC ist kein trockenes Lehrbuch ...

Wenn vier Nagetiere durchs Alphabet marschieren, darf man sich sicher sein: Es wird nicht langweilig, es wird nicht leise und schon gar nicht gewöhnlich. Das Muskeltiere-ABC ist kein trockenes Lehrbuch mit A wie Apfel und B wie Ball, sondern ein waschechtes Abenteuer mit Sprachwitz, Käsekrümeln und dem wohl lautesten Schnarcher der Kinderbuchwelt. Ein Bilderbuch, das sich anschickt, dem Alphabet Leben einzuhauchen mit ordentlich Schwung und einem charmanten Augenzwinkern.

Der Handlungsrahmen ist schnell zusammengefasst: Die Muskeltiere wollen ein Fest feiern. Wer eingeladen wird, wird natürlich in alphabetischer Reihenfolge diskutiert. Leider kommen zuerst die frechen Ratten vorbei, entdecken den gefüllten Müllsack und verputzen kurzerhand alles. Als die anderen Gäste eintreffen, ist nichts mehr übrig. Zum Glück wissen die Mäuse Rat. Schließlich tanzen alle Gäste im Mondlicht um das improvisierte Festmahl.

Besonders gelungen sind die Darstellungen der Buchstaben selbst. Ob als Parade am oberen Seitenrand oder als Teil der Illustration. Sie begegnen den Leser:innen auf mehreren Ebenen. Das erleichtert Kindern ab vier Jahren den Zugang, fördert das Wiedererkennen und macht das Ganze einfach anschaulich. Wer genau hinschaut, entdeckt auch Sonderlaute wie ‘ä’, ‘ei’ oder ‘sch’. Manchmal ziehen oder balancieren die Muskeltiere diese Buchstaben höchstpersönlich durch die Seiten. Spracherwerb mit Muskelkraft, sozusagen.

Auch grafisch überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Ute Krauses Illustrationen sind gewohnt charmant, liebevoll verspielt und voller kleiner Details, die entdeckt werden wollen. Die Mimik der Figuren ist herrlich komisch und die Einbindung der Buchstaben in die Handlung funktioniert nicht nur pädagogisch, sondern auch ästhetisch hervorragend. Auch ohne lange Textpassagen entsteht eine vollständige Geschichte, die beim Vorlesen ebenso gut funktioniert wie beim eigenständigen Entdecken.

Hilft das Ganze nun beim Lesenlernen? Ja, und zwar auf die beste Art, nämlich mit Spaß. Das Muskeltiere-ABC ist kein klassisches Lehrbuch, sondern weckt die Freude an Sprache und Buchstaben auf kreative Weise. Es regt zum Mitsprechen, Nachdenken und Erfinden eigener Wörter an. Am Ende dürfen Kinder sogar selbst weitere Wortbeispiele sammeln.

Insgesamt ein fröhliches, kluges ABC-Buch mit warmherzigen Helden. Für alle, die Buchstaben nicht nur erkennen, sondern auch feiern wollen – am besten bei Mondschein und mit einer ordentlichen Portion Futter.

Wir bedanken uns beim Verlag für das mäusestarke Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Wie ein ganz normaler Tag mit Kindern

Känguru Knickohr – Huhu, Känguru! Was hörst denn du?
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Wer mit Kindern zusammenlebt, weiß: Gesagt ist nicht gleich gehört und verstanden schon gar nicht. Genau diesen Alltagsmomenten widmet sich „Känguru Knickohr“, ein Bilderbuch voller Reimspaß, Wortverdrehungen ...

Wer mit Kindern zusammenlebt, weiß: Gesagt ist nicht gleich gehört und verstanden schon gar nicht. Genau diesen Alltagsmomenten widmet sich „Känguru Knickohr“, ein Bilderbuch voller Reimspaß, Wortverdrehungen und herrlich kindlicher Logik.

Das kleine Känguru Knickohr ist ein Meister darin, nur das zu hören, was ihm gerade in den Tagesplan passt. Wenn Mama sagt: „Aufräumen!“, versteht Knickohr „noch mehr bauen!“ Und bei „Zähne putzen“ kommt vielleicht „Schokolade futtern“ an – zumindest fast. Die Reime, mit denen Knickohr auf elterliche Ansagen reagiert, sind verspielt, kreativ und mit viel Witz getextet. Ob man darüber lacht oder innerlich seufzt, hängt davon ab, ob man gerade liest – oder selbst versucht, ein Kind zum Anziehen zu bewegen.

Parallel zur Reimgeschichte darf eine kleine Spinne beobachtet werden, die regelmäßig fragt, was Knickohr wohl diesmal gehört hat. Ein Suchspiel für Kinder, ein wiederkehrendes Element für den Rhythmus der Geschichte – und ein charmanter Kniff, um Kinder zum Mitdenken einzuladen. Die Spinne kommentiert nicht, sie urteilt nicht – sie stellt nur Fragen. Wie ein gutes Bilderbuch eben.

Textlich spielt Britta Sabbag gekonnt mit Sprachrhythmus, Lautmalerei und Alltagsnähe. Die Reime haben Schwung und laden zum Mitsprechen ein – wobei nicht immer alles streng im Versmaß bleibt. Einige Passagen sind dialogisch erzählt, was das Ganze auflockert. Igor Langes Illustrationen tun ihr Übriges: Warm, witzig und voller kleiner Details fangen sie Knickohrs Welt liebevoll ein. Besonders schön: Die Mimik der Figuren ist ausdrucksstark, ohne überdreht zu wirken – und das Känguru bleibt trotz seiner Eigenwilligkeit durchweg sympathisch.

Und die Botschaft? Sie schwingt mit, ohne sich aufzudrängen: Kinder hören oft nicht falsch – sie hören selektiv. Was aus Erwachsenensicht nach Trotz klingt, ist manchmal einfach ein anderes Verständnis von Prioritäten (Kuscheln schlägt Aufstehen, Bauen schlägt Aufräumen). Wer hier pädagogische Tiefe sucht, findet sie – aber in lockerer Verpackung. Der erhobene Zeigefinger bleibt in der Kängurutasche.

„Känguru Knickohr“ ist ein Bilderbuch für alle, die sich in den kleinen Alltagsduellen zwischen Kind und Erwachsenem mit einem Augenzwinkern wiedererkennen. Es ist lustig, ohne albern zu sein, klug, ohne sich wichtig zu machen.

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