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Veröffentlicht am 20.08.2023

Konnte mich nicht fesseln

Blautöne
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Nun ist es schon viele Wochen her, wo ich dieses Buch gelesen habe. Ich habe es nach 114 Seiten abgebrochen, es hat mich nicht gefesselt und nicht interessiert. Ich möchte es dennoch der Vollständigkeit ...

Nun ist es schon viele Wochen her, wo ich dieses Buch gelesen habe. Ich habe es nach 114 Seiten abgebrochen, es hat mich nicht gefesselt und nicht interessiert. Ich möchte es dennoch der Vollständigkeit halber zeigen.
Die Wissenschaftlerin Elisabeth verliert ihren Sohn und stürzt sich anschließend in die Entwicklung eines Medikaments, das Trauer heilen soll. Doch kurz vor der Zulassung kommen zwei Studentinnen Zweifel. Ist der Preis, den wir für eine Linderung schmerzlicher Trauer zahlen, vielleicht zu hoch?
Ich kann natürlich nur bis zu dem Punkt etwas erzählen, bis wohin ich gekommen bin. Für meinen Geschmack war inhaltlich der Focus zu sehr auf die wissenschaftliche Arbeit der Studentinnen. Die Protagonistinnen kamen mir nicht näher und ich hätte gerne mehr zum trauern an sich gelesen und weniger über den Prozess der wissenschaftlichen Arbeit. Ich habe es lange probiert, aber es war leider nicht mein Buch. Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall die wunderschöne Aufmachung, ein echtes Schmuckstück.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Einfach großartig

Meeresbrise
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Hier möchte ich euch ein schmales aber sehr eindrucksvolles, sprachgewaltiges und Inhalts reiches Werk vorstellen. In 117 Seiten schafft es #carolinaschutti mit wenigen Worten mich als Leserin sehr zu ...

Hier möchte ich euch ein schmales aber sehr eindrucksvolles, sprachgewaltiges und Inhalts reiches Werk vorstellen. In 117 Seiten schafft es #carolinaschutti mit wenigen Worten mich als Leserin sehr zu berühren und beeindrucken.
Aber nun erstmal dazu worum es geht. Zwei Töchter wachsen in den späten 80ern in einem Dorf auf, die Mutter alleinerziehend, sie haben unterschiedliche Väter...der eine hat sich von einer Brücke gestürzt und der andere hat sich davon gemacht nachdem er den Zeugungsakt gewaltsam vollzog. Sie sind arm, die Mutter der beiden stockt das Sozialgeld mit Telefonsex und dem Verkauf von secondhandsachen auf. Keine einfachen Verhältnisse.
Die Mutter verbietet den Kindern den Kontakt zu anderen Kindern und sie sollen nicht raus gehen. Sie blockiert den Kontakt zur Außenwelt, allerdings brechen die Mädchen auch immer mal aus ihrem von der Mutter vorgegebenen Konstrukt aus. Sie gehen in den Wald und schleichen sich raus, spielen ihren Alltag nach und beobachten was um die rum geschieht. Sie bewegen sich in einer Blase von den anderen Kindern weit entfernt, diese mobben sie und wollen nichts mit ihnen zu tun haben. Die Mutter lügt die Mädchen an und manipuliert gleichzeitig. Die Mutter ist ambivalent und verhält sich irritierend. Sie nennt die Mädchen Prinzessinnen, zieht ihnen Kleider an und sie bekommen Schleifen ins Haar, allerdings bestimmt sie was getan wird, niemals ist das Wort ihrer Töchter entscheidend. Ihre Töchter sind gleichzeitig "respektlose kleine Monster ". Mehr kann und will ich inhaltlich nicht erzählen.

"Wir können nicht wie andere Kinder spielen. Wir kennen schlimme Wörter und sagen sie Ihnen ins Gesicht. Wir finden es nicht lustig, von den anderen Kindern ausgelacht zu werden und wollen auf der Stelle wieder nach Hause. Ihr braucht keine Freunde, sagt die Mutter, als wir Kinder mit ihren von Zucker glänzenden Lippen wieder verlassen, ihr habt ja mich"

Ich kann diesen Roman sehr empfehlen, ein sehr tiefgründiger auf den Punkt gebrachter Roman, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Starker Beginn, wurde dann schwächer

Mai
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Heute möchte ich euch mai von geetanjalishree aus dem unionsverlag vorstellen. @shreegeetanjali ist in Indien geboren worden und studierte neuere indische Geschichte. Bevor sie Schriftstellerin wurde war ...

Heute möchte ich euch

mai von

geetanjalishree aus dem

unionsverlag vorstellen. @shreegeetanjali ist in Indien geboren worden und studierte neuere indische Geschichte. Bevor sie Schriftstellerin wurde war sie Historikerin und Sozialwissenschaftlerin. Sie wurde 2022 mit dem

bookerinternationalprize ausgezeichnet. Sie lebt in Neu- Delhi.
Die Hindiausgabe erschien 1993 . Im

draupadiverlag 2010 und jetzt neu erschienen im

unionsverlag @unionsverlag .
Die Autorin Geetanjali Shree porträtiert in dem Buch drei Generationen einer indischen Familie in den 60er bis 80 er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Es geht um titelgebende Mai, sie hat auf den ersten Blick ein tolles Leben. Die Familie ist wohlhabend und sie lebt gemeinsam mit ihren Schwiegereltern, ihrem Mann, dem Sohn Subodh und der Tochter Sunaina in einem großen Haus. Schnell wird deutlich, dass Mai keine schöne Rolle in der Familie hat, sie muss alle andere bedienen und hat in ihrem eigenen Haus nichts zu sagen. Die Kinder möchten ihre Mutter aus diesen Zwängen befreien und diese retten. Sie haben eine westliche Einstellung und studieren dann auch in Großbritannien.
Dieses Buch wirft verschiedene Fragen auf und es ist sehr vielschichtiger als man am Anfang meinen könnte.
Will Mai überhaupt gerettet werden? Muss sie das überhaupt? Ist sie wirklich schwach und nur ein Opfer? Es wird in verschiedenen Situationen deutlich, dass in Mai viel mehr steckt als eine Sklavin ohne eigene Meinung und ohne eigenen Willen. Wer ist Mai wirklich? Und wer in der Familie wird wirklich unterdrückt? Oder unterdrücken sich die Familienmitglieder gegenseitig?
Der Roman wird aus Sicht der Tochter Sunaina erzählt. Er beginnt stark und fesselnd und ich habe ein 5 Sterne Highlight gewittert. Sunaina erzählt über die Kindheit in der Familie, über die Rollen der einzelnen und die familienstruktur. Nach 110 Seiten erzählt Sunaina dann über ihre Person bzw. Ihren Werdegang, der mich nicht richtig fesseln konnte. Auch hat man immer das Gefühl das es sich das gesagte wiederholt, am Ende eines jeden Kapitels, denkt der Leser dann: ja die Moral hab ich jetzt verstanden.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Eine eindrucksvolle, wichtige Lektüre

Als wir die Maikäfer waren
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Heute möchte ich euch das dritte Buch von christophheubner vorstellen. Es ist im Januar 2023 im steidlverlag erschienen. Wie schon die Vorgänger "Ich sehe Hunde, die an der Leine reissen" und "Durch die ...

Heute möchte ich euch das dritte Buch von

christophheubner vorstellen. Es ist im Januar 2023 im

steidlverlag erschienen. Wie schon die Vorgänger "Ich sehe Hunde, die an der Leine reissen" und "Durch die Knochen bis ins Herz " hat mich auch dieses Werk wieder sehr beeindruckt und sprachlos zurück gelassen welch Grauen passiert ist. Ich habe schon sehr viel zum #holocaust
gelesen, doch immer wieder beschäftige ich mich bewusst mit diesem sehr wichtigen Thema und finde es sehr bedeutend wichtig, dass immer wieder darüber geschrieben und erzählt wird. Dieses Buch enthält sechs Erzählungen von Menschen, die den Holocaust überlebt haben.
Der Schriftsteller Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, hat viele von ihnen kennengelernt und gibt ihnen eine Stimme.
In allen Erzählungen kommen der Schmerz, die Wut, der Zorn und das Unverständnis über das Erlebte herüber. Der Leser hat tiefe Einblicke in das was die Betroffenen erlebt und erlitten haben. Es macht mich gleichermaßen wütend, traurig und sprachlos.
So handelt eine Erzählung von der
kleinen Eva,die auf dem Rücken ihres Vaters im berühmten Budapester Gellert-Bad auftaucht. Die alten Damen bringen sich dann in Sicherheit. Denn der Vater stürzt sich vom Beckenrand ins Wasser, dass es nur so spritzt. Immer muss Eva mit. Schwimmen lernt sie dann schon. Wer kann ahnen, dass dies später ihr Leben retten wird. Denn Eva ist zwölf, als sie wieder ins Wasser geworfen wird, diesmal in die eisig kalte Donau, mit einem Seil an zwei andere jüdische Mädchen gefesselt. Ungarische Nazis, die Pfeilkreuzler, tun ihr das an.

"Und ich sage leise: Drei Mädchen, zusammengebunden, mit einem Seil. Ich war zwölf. "

Ich kann dieses Werk genau wie die zwei zuvorigen Werke des Autors nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Beeindruckend und beklemmend

Durch die Knochen bis ins Herz
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Heute möchte ich euch ein sehr bewegendes Buch aus dem steidlverlag vorstellen.
Von Oliven, Ameisen und Ratten handeln die Geschichten von christophheubner die den Erinnerungen von Auschwitz-Überlebenden ...

Heute möchte ich euch ein sehr bewegendes Buch aus dem

steidlverlag vorstellen.
Von Oliven, Ameisen und Ratten handeln die Geschichten von 

christophheubner die den Erinnerungen von Auschwitz-Überlebenden gewidmet sind und ihnen Raum geben: auch dem Schmerz und dem Glück ihres Lebens nach dem »Überleben«.
@christophheubner, geboren 1949, ist Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des internationalen Ausschwitz Komitees. 2019 erschien bereits "Ich sehe Hunde die an der Leine reissen ". Dieses Werk hat mich vor einiger Zeit ebenfalls tief berührt beim Lesen, wenn euch meine Meinung interessiert einfach ein wenig runter scrollen.
Auch bei diesem Werk von 2021 war ich von den sechs Erzählungen tief betroffen, berührt, geschockt..Es nimmt einen sehr mit. Erneut ein wichtiges Werk gegen das Vergessen. Ich kann es nur jedem ans Herz legen.

Ein eindrucksvolles Zitat aus dem Buch:

" Und mit jedem Wort, das fiel, stocherten wir nach der Freiheit, die uns einst so selbstverständlich umgeben hatte und die uns jetzt so grausam fehlte. Wir hofften, dass sie irgendwo noch existierte und dass noch ein bisschen Freiheit für uns übrig sein würde, wenn dies alles vorbei wäre."

Lest unbedingt die Werke dieses Autoren.

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