Ein kluger, sehr aktueller und zum Nachdenken anregender Roman
Alles gutJess ist hochintellektuell, Mathegenie - und schwarz. Mit einem Bürgerrechtler als Vater in der Mittelschicht aufgewachsen, der sie seit ihrer Kindheit dafür sensibiliert hat, den Ungerechtigkeiten der ...
Jess ist hochintellektuell, Mathegenie - und schwarz. Mit einem Bürgerrechtler als Vater in der Mittelschicht aufgewachsen, der sie seit ihrer Kindheit dafür sensibiliert hat, den Ungerechtigkeiten der amerikanischen Gesellschaft nicht kampflos gegenüberzustehen, ist sie auch als Erwachsene stets darauf bedacht, sich gegen ungerechte und diskriminierende Strukturen aufzulehnen. Von diesen erfährt sie in ihrem neuen Job als Analystin bei Goldman Sachs leider allzu viele. Denn diese Welt ist vor allem weiß und männlich. Nicht gerade einfacher macht ihr Arbeitsleben zu Beginn ihr Aufeinandertreffen mit Josh - ihrem ehemaligen Kommilitonen, mit dem sie schon im Studium häufig aneinander geraten ist. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Josh: Weiß, in einem privilegierten Milieu aufgewachsen, konservativ, Republikaner, angepasst. Jess: Schwarz, Demokratin durch und durch, aufmüpfig und rebellisch. Und obwohl die beiden vermeintlich mehr trennt als sei eint, entwickelt sich zwischen ihnen eine unleugbare, knisternde gegenseite Anziehung, die in einer Lovestory mündet. Doch ihre politischen Standpunkte und gesellschaftlich teilweise konträren Ansichten lassen sie immer wieder kollidieren. Als weiße, hetero-normativ aufgewachsene Deutsche hat mich dieser Roman sehr zum Nachdenken gebracht. Ist unsere Gesellschaft ähnlich diskriminierend strukturiert wie die amerikanische? Welchen Teil trägt jeder Einzelne von uns dazu bei? Zusammenfassend empfehle ich den Roman allen weiter, die gerne aufgerüttelt werden möchten und out of the box denken möchten - wie viel besser unsere Welt wäre, wenn wir das alle regelmäßig tun würden!