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Veröffentlicht am 21.04.2017

zauberhaftes Bilderbuch

Mia und das Blumenwunder
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Mia liebt Blumen, aber davon gibt es leider in der grossen Stadt, in der sie lebt, nicht viele. Als sich eine Biene in ihr Zimmer verirrt, erschrickt Mia zuerst und fängt die Biene. Dann liest Mia, wie ...

Mia liebt Blumen, aber davon gibt es leider in der grossen Stadt, in der sie lebt, nicht viele. Als sich eine Biene in ihr Zimmer verirrt, erschrickt Mia zuerst und fängt die Biene. Dann liest Mia, wie nützlich Bienen sind und sie gibt ihr Zuckerwasser zu trinken, damit Bienchen gross und stark wird. Danach lässt sie die Biene wieder frei. Doch nach einem Unwetter klopft es an ihrem Fenster. Bienchen steht ganz nass davor. Mia hilft ihr und die beiden erleben einen tollen Sommer. Bienchen wächst und wächst, bis es sogar grösser als Mia ist

Doch eines Tages ist die Biene ganz traurig. Sie träumt vom Duft der fernen Wiesen. Mia weiss, wo es Blumen gibt und gemeinsam fliegen sie aus der Stadt hinaus. Dort zeigt Bienchen Mia ihre Lieblingsblumen: Mohn, Löwenzahn und Gänseblümchen. Gemeinsam sammeln sie ihre Samen und streuen sie über der ganzen Stadt aus. Als es Herbst wird, verabschiedet sich Bienchen von Mia. Nach dem Herbst und Winter kommt der Frühling und Mia lernt Max kennen. Und als die Sonne richtig scheint, erleben die beiden neuen Freunde ein richtiges Blumenwunder in der Stadt. Und von all den Blumen werden auch ganz viele Insekten angelockt.

"Mia und das Blumenwunder" ist ein zauberhaftes Bilderbuch. Es begeistert mit wunderschönen, harmonischen Bildern, die zum Teil eine ganze Doppelseite einnehmen, dann aber wieder im Stil einer Bildergeschichte angeordnet sind. So kann man die aufkeimende Freundschaft zwischen Mia und der Biene wunderbar mitverfolgen und sieht, wie die Zeit vergeht.

Aber auch die Geschichte selber ist sehr schön und fantasievoll. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich nach dem Erzählen einige Kinder ausmalen, wie es ist, auf dem Rücken einer Biene über die Stadt zu fliegen.

Der Anhang "Sag Ja zur Biene!" bietet noch mehr Informationen zu den Bienen und hat mir sehr gut gefallen. Die meisten Kinder sind nämlich sehr wissbegierig und fragen einem nach dem Erzählen eines Bilderbuches gerne Löcher in den Bauch.

Fazit:
"Mia und das Blumenwunder" von Alison Jay ist ein zauberhaftes Bilderbuch. Es ist wunderschön illustriert und es würde mich nicht wundern, wenn die Kinder danach Bienen mit ganzen anderen Augen betrachten und eigene Blumen ansäen wollen würden.

Veröffentlicht am 21.04.2017

ein wollschweinische Abenteuer mit viel Humor und liebevollen Illustrationen

Krümel und Fussel - Immer dem Rüssel nach
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Die beiden Wollschweine Krümel und Fussel lieben ihr Leben bei ihrer Grossfamilienwollschweinsippe auf dem Hof. Doch eines Abends bemerkt Krümel einen Schatten und er folgt ihm neugierig - bis er gegen ...

Die beiden Wollschweine Krümel und Fussel lieben ihr Leben bei ihrer Grossfamilienwollschweinsippe auf dem Hof. Doch eines Abends bemerkt Krümel einen Schatten und er folgt ihm neugierig - bis er gegen den Holzzaun läuft. Und da funkelt etwas über dem Zaun!
Doch das Funkellicht ist am nächsten Morgen weg. Fussel ist das schweinspupsschnurz, doch Krümel ist das ewige suhlen, buddeln und Nickerchen machen leid. Er riecht das Abenteuer! Und als er beobachtet, wie eine Maus durch den Zaun nach draussen huscht, ist ihm klar, dass er das auch schafft.Und so machen sich die beiden Wollschweine auf die Suche nach dem Funkellicht. Dabei verbringen die beiden eine Nacht im Wald und gruseln sich vor schaurigem Geheul, treffen den Fuchs, der sich hungrig über das Maul leckt und sehen auch den Schatten wieder, vor dem sogar der Fuchs Angst hat.

Ich bin ein grosser Fan der Illustratorin Joëlle Tourlonias. Sie drückt jedem Buch ihren ganz eigenen Stempel auf, so dass man sofort erkennt, welche Werke sie gestaltet hat. So hat mich auch "Krümel und Fussel" angelacht, denn nur schon das schlichte Cover verspricht eine süsse Geschichte.

Die beiden frechen Wollschweinferkel sind wirklich allerliebst und gross und klein wird sie sofort ins Herz schliessen. Ganz toll finde ich, dass sich die Autorin Judith Allert von ihren eigenen Wollschweinen hat inspirieren lassen und Joëlle Tourlonias auf ihren Hof einlud, um Krümel und Fussel zu studieren und malen.

Kinder lieben meistens kunterbunte Bilderbücher, hier machen sie ganz bestimmt eine Ausnahme. "Krümel und Fussel" ist nämlich in gedeckten grün-braun-blau-Tönen gehalten und, weil ein Teil der Geschichte in der Nacht spielt, recht dunkel. Dies gibt den liebevollen Bildern sogar noch einen ganz eigenen Charme.

Aber auch die Geschichte der beiden Wollschweinferkel, die alleine die Welt erkunden wollen, ist allerliebst. Die Autorin hat ganz viele schweinische Wortkreationen einfliessen lassen, so dass wirklich ein wunderbrostiges, schweinotastisches Bilderbuch entstanden ist, das ich nur weiter empfehlen kann.
Da "Immer dem Rüssel nach" der Auftakt einer Bilderbuch-Reihe ist, freue ich mich schon riesig auf ein weiteres Abenteuer mit Krümel und Fussel.

Fazit:
Vergrunzt noch mal! Solche Bilderbücher sollte es definitiv mehr geben!
Es gibt Bilderbücher, bei denen sieht man auf den ersten Blick, dass man sie lieben wird. "Krümel und Fussel - Immer dem Rüssel nach" ist eines davon. Das wollschweinische Abenteuer mit viel Humor wird von den liebevollen Illustrationen perfekt ergänzt, so dass es auch bei grösseren Kindern (und ganz grossen Erwachsenen) auf Begeisterung stösst. Nur gut, dass dies der Auftakt zu einer Bilderbuch-Reihe ist, denn ich will definitiv mehr von den beiden Wollschweinen ....

Veröffentlicht am 21.04.2017

wunderschönes und abwechslungsreich gestaltetes Erstlesebuch

Erdbeerinchen Erdbeerfee. Im Erdbeergarten ist was los
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Es gibt sehr viele Erstlesebücher, doch die Reihe "Der Bücherbär: Mein Abc-Lesestart" aus dem Arena Verlag konnte mich als Mutter und Erdbeerinchen Erdbeerfee meine Tochter begeistern. Die Bücherbär-Reihe ...

Es gibt sehr viele Erstlesebücher, doch die Reihe "Der Bücherbär: Mein Abc-Lesestart" aus dem Arena Verlag konnte mich als Mutter und Erdbeerinchen Erdbeerfee meine Tochter begeistern. Die Bücherbär-Reihe richtet sich an Leseanfänger nach dem Abschluss des Buchstabenlernens.

In "Erdbeerinchen Erdberfee. Im Erdbeergarten ist was los" werden zuerst einmal alle vorgestellt, die in der Geschichte mitspielen und schwierige Wörter im Text werden mit einer Zeichnung bildlich dargestellt. Erst dann geht die Geschichte wirklich los. Jede Seite enthält nur sehr wenig Text, der schön gross gedruckt ist. So kann das Kind gut seinen 'Lesefinger' nutzen und ist motiviert, weil es gut vorwärts kommt.

Jede Seite ist wirklich allerliebst illustriert und so wird Erbeerinchen Erdbeerfee bestimmt jedes Mädchenherz im Sturm erobern. Zwischendurch gibt es immer mal wieder eine Seite, die wie eine Bildergeschichte gegliedert ist, was das Textverständnis erleichtert und Abwechslung bringt. Stefanie Dahl arbeitet zusätzlich mit Sprechblasen, welche meine Tochter immer als erstes lesen musste.

Aber nicht nur die Gliederung und optische Aufmachung der Geschichte konnte uns überzeugen, auch der Inhalt ist sehr ansprechend. Meine Tochter war ganz erfreut, dass Erdbeerinchen Erdbeerfee den Tieren ein eigenes Hotel baut. Man könnte das Buch auch gut als Anlass nehmen, ein eigenes Insektenhotel zu bauen oder in der Umgebung welche zu suchen.

Als Abschluss gibt es noch Buchstaben- und Leserätsel, welche das Gelesene nochmal abrufen und zum Erzählen ermuntern.

So ist "Im Erdbeergarten ist was los" ein rundum gelungenes Erstlesebuch, das meine Tochter motivieren und begeistern konnte. Bei uns werden definitiv noch mehr Bücherbären einziehen.

Fazit:
"Erdbeerinchen Erdberfee. Im Erdbeergarten ist was los" von Stefanie Dahle ist ein wunderschönes und auch inhaltlich ansprechendes Erstlesebuch, das sehr abwechslungsreich gestaltet ist.

Veröffentlicht am 24.03.2017

intergalaktischer Auftakt, der Lust auf mehr macht

These Broken Stars. Lilac und Tarver (Band 1)
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"These Broken Stars" ist der Auftakt zu einer Science Fiction Trilogie, die schon im Original für Furore gesorgt hatte. Durch Terraforming können die Menschen auf verschiedenen Planeten leben und auch ...

"These Broken Stars" ist der Auftakt zu einer Science Fiction Trilogie, die schon im Original für Furore gesorgt hatte. Durch Terraforming können die Menschen auf verschiedenen Planeten leben und auch die Distanz zwischen den unterschiedlichen Galaxien stellt kein Problem dar. Doch dann geschieht das Unglaubliche: die sichere Icarus stürzt ab. Lilac und Tarver schaffen es in eine Rettungskapsel und landen nur mit einem Notfallrucksack ausgestattet auf einem fremden Planeten.

Doch Lilac ist das reichste und einflussreichste Mädchen im ganzen Universum. Ihr Vater wird sie ganz bestimmt bald retten. Sie muss nur genug lange mit dem gefeierten Kriegshelden Tarver ausharren.

Wie man schon am Titel erahnen kann, ist das Buch abwechselnd aus den Perspektiven von Lilac und Tarver geschildert. Vor jedem Kapitel gibt es jeweils einen kurzen, kursiv gedruckten Ausschnitt aus einem Verhör. Diese Passagen sind sehr gelungen und bescheren eine unterschwellige Spannung und Dynamik, von der die sonst doch recht ruhige Geschichte profitiert.

Amie Kaufman und Meagan Spooner bieten uns nämlich weder ein actionreiches Weltraum-Abenteuer noch eine prickelnde intergalaktische Romanze. Die Autorinnen konzentrieren sich auf die beiden Protagonisten, ihr Miteinander und ihre Entwicklung.

Sie haben hier nicht das Rad neu erfunden, denn das Grundgerüst ist schon aus anderen Büchern bekannt: reiche, oberflächliche Sie und hartgesottener, zäher Er müssen in der Wildnis miteinander auskommen. Trotzdem können die Charaktere überzeugen, da sie sich doch nicht so klischeehaft wie erwartet entwickeln. Wenn man einen Blick hinter ihre Fassade wirft, erkennt man schnell, dass ein erster Eindruck täuschen kann.

Das Setting im Weltraum finde ich sehr spannend, ich hätte sogar gerne noch einige Details zum fremden Planeten erhalten. Dafür hat der Leser aber mehr Raum für seine eigenen Vorstellungen, was auch sehr schön ist.
Die Science Fiction Elemente wurden schön dezent eingearbeitet, zu Beginn könnte man meinen, dem Untergang der Titanic beizuwohnen. Gegen Ende wird es dann aber doch noch richtig futuristisch, ein Aspekt war mir persönlich sogar ein bisschen zu viel des Guten.

Trotz einigen Kritikpunkten hat mir dieser erste Teil von "These Broken Stars" viel Lesespass beschert und ich bin gespannt, was die beiden anderen Bände bringen werden. Jedes Buch stellt zwei anderen Protagonisten in den Mittelpunkt, so dass man "Lilac und Tarver" am Ende zufriedenen ziehen lassen kann.

Fazit:
"These Broken Stars" entführt in eine futuristische Welt, auf einen fremden Planeten. Nach dem Absturz der Icarus entführen uns die reiche Lilac und der hartgesottene Tarver nicht in einen actionreichen Krieg der Planeten, sondern überzeugen mit einer recht ruhigen Geschichte, in der ganz klar sie als Charaktere im Mittelpunkt stehen.
Ein intergalaktischer Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 24.03.2017

beklemmend, intensiv, dramatisch

Hier musst du glücklich sein
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"Hier musst du glücklich sein" startet schon mit einer erschreckenden Szene. Pearl hat ihre erste Menstruation und hat keine Ahnung, warum sie blutet. Sie fragt sich, ob sie für etwas bestraft wird. Aufgewühlt ...

"Hier musst du glücklich sein" startet schon mit einer erschreckenden Szene. Pearl hat ihre erste Menstruation und hat keine Ahnung, warum sie blutet. Sie fragt sich, ob sie für etwas bestraft wird. Aufgewühlt läuft sie zu Elizabeth, denn sie denkt sogar, dass sie sterben muss. Diese erklärt ihr, dass sie zur Frau wird und dass sie nun, damit ihr eigener Schoss fruchtbar werde, tief im Schoss der Natur bleiben müsse. So wird Pearl mit all ihren Ängsten bis zum nächsten Morgen in einem unterirdischen Raum eingesperrt.

Es folgen einige bizarre Szenen und wir erleben, welches Gedankengut Oberhaupt Papa S. in seiner Sekte gesät hat.
Doch dann kommt der gleichaltrige Ellis mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester nach Saat. Er ist so anders als alle Menschen, die Pearl kennt. Und vor allem hinterfragt er Papa S., bezeichnet ihn sogar als Lügner. Pearl ist hin- und hergerissen, denn so eine Gehirnwäsche von klein auf lässt sich nicht so schnell niederreissen. Doch nach und nach gerät ihr Weltbild ins Wanken ....

Die fünfzehnjährige Pearl ist zu Beginn ein sehr treues Mitglied der Gemeinschaft. Sie himmelt Papa S. an und würde alles für ihn tun. Von der Welt hat sie keine Ahnung, denn sie lebt nach den strengen Regeln von Papas S. und hinterfragt diese nie. So ist sie vor allem am Anfang sehr naiv. Doch nach und nach beginnt sie eigenständiger zu denken und erste Zweifel keimen auf.

Lisa Heathfield schafft es, eine enorm dichte und beklemmende Atmosphäre aufzubauen und die allgegenwärtige, unterschwellige Gefahr lässt einen durch die Seiten fliegen. Die Autorin arbeitet gekonnt mit den bösen Vorahnungen, die einem beim Lesen die Haare zu Berge stehen und kaum zu Atem kommen lassen.
Die Thematik mit der Sekte ist sehr glaubwürdig aufgearbeitet Es ist spannend, aber vor allem unglaublich erschreckend, wie ein einzelner Mensch eine ganze Gruppe beherrschen und wie weit er gehen kann.

Viel Negatives gibt es zu "Hier musst du glücklich sein" wirklich nicht zu sagen. Am Ende ging es mir etwas zu schnell, dafür ist die Wirkung wohl umso grösser.
Es muss einem bewusst sein, dass dieses Buch nicht glücklich macht. Eine rosa Brille hatte zu Beginn nur Pearl auf, die Autorin ganz bestimmt nicht. Und so gibt es die eine oder andere haarsträubende oder brutale Szene, die unter die Haut geht.

Der Schreibstil von Lisa Heathfield ist schlicht und eindringlich. Mit wenigen Worten schafft sie es, dass einem beim Lesen der Atem stockt. Viele Dinge schreibt sie nicht direkt, sondern lässt zwischen den Zeilen lesen und spielt mit den Fantasien der Leser. So entwickelt sich ein regelrechter Lesesog und man muss das Buch einfach so schnell wie möglich beenden.

Fazit:
beklemmend, intensiv, dramatisch
In "Hier musst du glücklich sein" gewährt uns Lisa Heathfield einen erschreckenden Einblick in eine Sekte. Ein Buch voller Gegensätze: ruhig und rasant, faszinierend und schockierend. Nur eins wird man mit dieser Geschichte ganz bestimmt nicht: glücklich. Lesen sollte man sie aber trotzdem!
(4.5 Sterne)