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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2026

Sehr berührend

Mats und Mathilde 3. Ein Freund wie ein Zuhause
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Manche Bücher klappt man zu und bleibt erst einmal still sitzen. Ein Freund wie ein Zuhause ist genau so ein Buch. Man weiß, dass die Geschichte zu Ende ist, aber im Kopf und im Herzen geht sie noch weiter.
Das ...

Manche Bücher klappt man zu und bleibt erst einmal still sitzen. Ein Freund wie ein Zuhause ist genau so ein Buch. Man weiß, dass die Geschichte zu Ende ist, aber im Kopf und im Herzen geht sie noch weiter.
Das Finale von Mats und Mathilde ist fantasievoll, warm und gleichzeitig erstaunlich tiefgründig. Die Reise führt durch wundersame Welten voller Wortwitz und kreativer Ideen, doch diesmal steht nicht nur das Abenteuer im Mittelpunkt. Es geht um Verlust, Vergänglichkeit, Familie und darum, was Heimat eigentlich bedeutet. All diese großen Themen werden behutsam und kindgerecht erzählt, ohne ihnen die emotionale Kraft zu nehmen.
Im Zentrum steht die Freundschaft zwischen Mats und Mathilde. Sie ist ehrlich, tröstlich und voller Vertrauen. Mathildes ruhige Art und Mats Mut, der über die Jahre gewachsen ist, machen ihre Verbindung besonders stark. Das Ende ist emotional und hat mich sehr bewegt. Es tut ein bisschen weh und fühlt sich gleichzeitig richtig an.
Die Illustrationen von Anne Hofmann tragen die Geschichte wunderbar. Sie sind stimmungsvoll, detailreich und laden dazu ein, jede Seite länger zu betrachten. Gerade beim Vorlesen merkt man, wie sehr Text und Bild hier miteinander verschmelzen.
Dieses Buch ist weit mehr als ein Kinderbuch. Es ist eine Geschichte über Abschied und Neubeginn, über Freundschaft und darüber, dass ein Zuhause manchmal kein Ort ist, sondern ein Gefühl. Ein leises, mutiges und wunderschönes Finale, das lange nachhallt.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2025

Ein schönes Buch für die Adventszeit

Der Wunschzetteldieb
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Der Wunschzetteldieb ist ein richtig schönes Vorlesebuch für die Adventszeit. Die Geschichte ist in 24 kurze Kapitel aufgeteilt. Perfekt, um jeden Abend ein kleines Stück Weihnachtszauber zu lesen, ohne ...

Der Wunschzetteldieb ist ein richtig schönes Vorlesebuch für die Adventszeit. Die Geschichte ist in 24 kurze Kapitel aufgeteilt. Perfekt, um jeden Abend ein kleines Stück Weihnachtszauber zu lesen, ohne dass es zu lang wird.

Wir begleiten die Zwillinge Anni und Tim, die gerade mitten in der Vorweihnachtszeit stecken und es dieses Jahr nicht so recht schaffen, ihre Wunschzettel zu schreiben. Als es dann endlich soweit ist, verschwinden die Zettel plötzlich; geklaut von einer geheimnisvollen Gestalt mit kleinen roten Handschuhen. Von da an entwickelt sich eine Art Mini-Detektivgeschichte, in der die beiden versuchen herauszufinden, wer dahintersteckt und warum die Wunschzettel ausgerechnet aus ihrem Ort verschwunden sind.

Mir hat besonders gut gefallen, wie kindgerecht und leicht die Geschichte erzählt ist. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm vorzulesen, und die Länge der Kapitel ist genau richtig... so bleibt die Aufmerksamkeit auch bei jüngeren Zuhörer:innen gut erhalten. Immer wieder tauchen kleine farbige Wörter oder hervorgehobene Ausdrücke im Text auf, was dem ganzen Buch optisch richtig gut tut und zwischendurch kleine Highlights setzt.

Die Illustrationen sind sparsam, aber passend eingesetzt: kleine bunte Bilder, die die Handlung auflockern, ohne das Buch zu überladen. Für die Altersgruppe ab etwa 6–8 Jahren finde ich das sehr stimmig, zumal Anni und Tim ja selbst in der dritten Klasse sind. Für Erst- und Zweitklässler zum Vorlesen passt es ebenfalls super.

Inhaltlich ist die Geschichte eine schöne Mischung aus Spannung, Humor und Weihnachtsmagie. Die Idee rund um den Wunschzetteldieb ist kindgerecht umgesetzt und bietet genau die richtige Menge „Abenteuer“, ohne zu aufregend zu werden. Besonders schön: Der Weihnachtsmann wird nicht infrage gestellt; das ist bei Weihnachtsgeschichten für dieses Alter immer ein wichtiger Punkt.

Insgesamt war es für mich eine locker-leichte, warmherzige Adventsgeschichte, die sich gut weglesen lässt und gleichzeitig genug kleine Überraschungen bereithält, damit jeden Tag ein bisschen Vorfreude entsteht. Ein rundum gelungenes Buch für gemütliche Dezemberabende.

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  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Bilder und Illustrationen
Veröffentlicht am 04.12.2025

Sherlock für Kids

Manhwa für Kids: Sherlock Holmes (Band 1) - Eine Studie in Scharlachrot
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„Manhwa für Kids: Sherlock Holmes“ hat mich wirklich positiv überrascht. Ich kannte die originalen Sherlock-Holmes-Fälle vorher gar nicht, deshalb war das für meinen Sohn und mich eine komplett neue Erfahrung. ...

„Manhwa für Kids: Sherlock Holmes“ hat mich wirklich positiv überrascht. Ich kannte die originalen Sherlock-Holmes-Fälle vorher gar nicht, deshalb war das für meinen Sohn und mich eine komplett neue Erfahrung. Umso cooler fand ich, dass die drei Fälle offenbar wirklich auf den Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle basieren und hier kindgerecht im Manhwa-Stil erzählt werden. So führt das Buch Kinder auf eine leichte und grafisch ansprechende Art an klassische Literatur heran.

Der Zeichenstil ist dabei für mich ein echtes Highlight. Alles ist bunt, überzogen, dynamisch und manchmal herrlich dramatisch; typisch Manhwa eben. Dadurch wirken selbst die makaberen Elemente der Fälle deutlich weniger düster. Und ja, solche Elemente gibt es: Leichen, eine Schlange, ein sehr fragwürdiger Hundetest und sogar ein wirklich böses Elternteil. Das gehört nun mal zu Sherlock Holmes dazu, aber durch die Comicoptik bleibt es gut aushaltbar. Mein Sohn hat sich beim gemeinsamen Lesen jedenfalls an keiner Stelle gefürchtet.

Die Rätsel zwischendurch fand ich richtig schön, weil sie die Kinder aktiv ins Mitdenken holen. Für meinen Sohn hätten es gern noch ein paar mehr sein dürfen... hier steckt noch Potenzial. Trotzdem bringen sie eine tolle Abwechslung rein, genau wie der kleine Forensik-Teil am Schluss, der noch ein bisschen echtes Detektivwissen vermittelt.

Insgesamt ist das Buch ein richtig guter Einstieg in die Welt von Sherlock Holmes. Spannende Fälle, cooler Stil, kleine Mitmachanteile und eine Mischung aus Classic und Comic, die erstaunlich gut funktioniert. Uns beiden hat das Lesen viel Spaß gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2025

Was für ein Weihnachtsmuffel..m

Santa Bruce - Band 4 der Bruce-Reihe
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Bruce ist für mich der Inbegriff eines Weihnachtsmuffels. Eigentlich will er nur in Ruhe Winterschlaf halten, aber seine Patchwork-Familie aus Mäusen und Gänsen denkt nicht mal im Traum daran, ihn das ...

Bruce ist für mich der Inbegriff eines Weihnachtsmuffels. Eigentlich will er nur in Ruhe Winterschlaf halten, aber seine Patchwork-Familie aus Mäusen und Gänsen denkt nicht mal im Traum daran, ihn das „schönste Fest des Jahres“ verschlafen zu lassen. Also landet Bruce mitten im Vorweihnachtstrubel und fügt sich grummelnd seinem Schicksal.

Dass er wegen seiner roten Jacke prompt mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird, macht das Chaos perfekt. Plötzlich steht „Santa Bruce“ im Mittelpunkt des ganzen Waldes und seine Familie schubst ihn mit einer ungehemmten Begeisterung immer weiter in diese Rolle hinein.

Die Illustrationen sind absolut großartig: bunt, witzig und an vielen Stellen richtig cool. Die Texte sind kurz, klar und leicht verständlich.. Ideal für Kinder, die entweder zuhören oder später selbst lesen möchten.

Über die Geschichte selbst lässt sich streiten. Die Idee vom genervten Bären, der unfreiwillig zum Weihnachtsmann wird, hat definitiv Charme und sorgt für einige Lacher. Gleichzeitig stört mich ein bisschen, wie oft Bruces Grenzen ignoriert werden. Er sagt deutlich, dass er seine Ruhe will, aber seine Familie überrollt ihn komplett. Das hinterlässt bei mir einen kleinen Beigeschmack.

Trotzdem: ein lustiges, chaotisches Weihnachtsabenteuer mit starken Bildern und viel Humor und genau deshalb solide 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Wow!

Frankenstein
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Viktor Frankenstein wächst in einer liebevollen Familie auf und entwickelt früh ein großes Interesse an Wissenschaft und Entdeckungen. Nach dem Tod seiner Mutter stürzt er sich komplett in seine Studien. ...

Viktor Frankenstein wächst in einer liebevollen Familie auf und entwickelt früh ein großes Interesse an Wissenschaft und Entdeckungen. Nach dem Tod seiner Mutter stürzt er sich komplett in seine Studien. Dabei verfolgt er eine Idee, die immer größer in ihm wird: Er möchte Leben erschaffen. Als es ihm tatsächlich gelingt, erschrickt er über das Ergebnis und stößt das Wesen, das er geschaffen hat, sofort ab. Die Kreatur bleibt allein zurück, versucht sich in der Welt zurechtzufinden und sucht ihren Platz. Gleichzeitig versucht Viktor, seine Tat zu verdrängen, doch das Wesen lässt ihn nicht los. So nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die von Entscheidungen, Folgen und sehr viel Unruhe geprägt ist.

Ich mochte den Einstieg sehr. Die Briefe, die Reise in den Norden und das langsame Heranführen an die eigentliche Geschichte haben mich sofort in die richtige Stimmung gebracht. Auch der weitere Verlauf liest sich erstaunlich gut, gerade weil die Kapitel oft direkter sind, als ich es bei einem Klassiker erwartet habe. Die Begegnungen, die Viktors Leben beeinflussen, fand ich spannend und teilweise richtig bedrückend.

Was für mich aber heraussticht, ist diese MinaLima-Ausgabe. Die Optik ist ein Traum. Das Cover passt perfekt zur düsteren Atmosphäre, und die Extras machen das Buch zu einem richtigen Erlebnis. Pop-up-Elemente, Schieber, kleine Details zum Entdecken... ich liebe so etwas und hatte ständig das Gefühl, ein besonderes Stück in der Hand zu halten.

Insgesamt war die Lektüre spannend, überraschend zugänglich und durch die Gestaltung ein echtes Highlight im Regal. Ein Klassiker, den ich sehr gerne gelesen habe und der noch lange nachhallen wird.

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