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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2022

Alex Reeve hat sich einen besonderen Ermittler erdacht, der Leserherzen erobert, jedoch kam mir Setting und Spannung zu kurz.

Das Haus in der Half Moon Street
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Beschreibung

1880. In der Londoner Gerichtsmedizin landet ein Mann, der allem Anschein nach ohne Gewalteinwirkung ertrunken ist, einzig eine Ale-Flasche, auf deren Etikett ein Wort eingeritzt wurde, macht ...

Beschreibung

1880. In der Londoner Gerichtsmedizin landet ein Mann, der allem Anschein nach ohne Gewalteinwirkung ertrunken ist, einzig eine Ale-Flasche, auf deren Etikett ein Wort eingeritzt wurde, macht den Assistenten Leo Stanhope stutzig. Nur wenig später wird eine zweite Leiche aus der Themse gefischt und landet auf dem Tisch der Gerichtsmedizin, doch dieses Mal wird Leo Stanhopes Welt komplett umgekrempelt, denn die Tote ist seine große Liebe Maria Milanes, welche als Prostituierte in einem Bordell in der Half Moon Street gearbeitet hat.

Der gewaltsame Mord an Maria Milanes ruft die Polizei auf den Plan und Leo Stanhope steht auch auf der Liste der Verdächtigen. Verzweifelt macht er sich auf die Suche nach dem wahren Mörder und läuft dabei Gefahr sein eigenes Geheimnis preis zugeben, welches ihn sein Leben kosten kann…

Meine Meinung

Kriminalromane mit dem gewissen Extra landen immer wieder auf meinem Lesestapel und so konnte ich bei Alex Reeves erstem Fall für Leo Stanhope in »Das Haus in der Half Moon Street« kaum widerstehen, schließlich verspricht der Klappentext einen ganz besonderen Ermittler und zudem spielt die Geschichte im viktorianischen London – ein Setting, das mich ebenfalls anspricht, da es sofort mein Kopfkino anspringen lässt.

Alex Reeve nutzt in seinem Debütroman allerdings nicht das Potential des Settings und lässt auch den Kriminalfall in seichten Gewässern vor sich hinplätschern. Im Fokus steht sein Protagonist Leo Stanhope, der als Mädchen zur Welt kam und es dementsprechend nicht leicht in seinem Leben hatte. Aufgrund seines Andersseins von der Familie verstoßen, führt Leo ein einsames Leben mit seinem Geheimnis in der Stadt und es gibt nur wenige Eingeweihte, wie z. B. die Prostituierte Maria Milanes, der Leos Herz gehört.

Die Schwierigkeiten von Leos Leben als Transsexueller im 19. Jahrhundert bildet das Herzstück der Geschichte und daher nimmt auch seine Gefühlswelt sowie die alltäglichen Herausforderungen eine tragende Rolle ein. Als seine große Liebe bei ihm in der Gerichtsmedizin landet, werden auf einen Schlag seine Zukunftsträume ausradiert und er selbst gerät als Verdächtiger in eine lebensgefährliche Situation.

Motiviert durch den Schmerz des Verlustes, beginnt Leo Stanhope auf eine Faust mit Ermittlungen, denn die Behörden haben kein großes Interesse den Mord an einer Prostituierten aufzuklären. Bei seinen Nachforschungen wird Leo klar, dass er Maria kaum kannte, doch trotz seiner Zweifel setzt er alles daran, die Wahrheit aufzudecken. Leos Bemühungen bringen dabei nicht nur ihn in große Gefahr.

Der Autor schreckt nicht vor explizit geschilderten Gewalt und Missbrauchsszenen zurück, sodass der Roman sicherlich eine Triggerwarnung verdient hätte. Das Gesamtpaket aus History, Diversität und Kriminalfall konnte mich leider nicht ganz überzeugen, da die Mischung für mich zu unausgewogen daherkam, dafür mochte ich Leo Stanhope als Charakter sehr gerne. Wer auf besondere Romanhelden steht, kann hier also durchaus einen Blick riskieren.

Fazit

Alex Reeve hat sich für seinen Debüt-Krimi einen besonderen Ermittler erdacht, der Leserherzen erobert, jedoch kam mir Setting und Spannung zu kurz.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 18.01.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Ein furioses Finale der zauberhaften Winternacht-Trilogie.

Die Hexe und der Winterzauber
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Beschreibung

Moskau wurde durch einen großen Brand zerstört und in der wilden Wasilisa Petrowna ist auch schnell eine Schuldige für die Katastrophe gefunden. Nur knapp dem Scheiterhaufen entkommen, benötigt ...

Beschreibung

Moskau wurde durch einen großen Brand zerstört und in der wilden Wasilisa Petrowna ist auch schnell eine Schuldige für die Katastrophe gefunden. Nur knapp dem Scheiterhaufen entkommen, benötigt Wasja noch einmal die Hilfe des Winterkönigs Morosko, denn das Reich wird erneut von dem mächtigen Bären bedroht und zudem droht dem Großfürsten ein Krieg gegen eine Übermacht, der ohne die Unterstützung der magischen Geister Rus‘ nicht zu gewinnen scheint…

Meine Meinung

Winterzeit ist die perfekte Jahreszeit für Märchen und Katherine Ardens fulminanten Abschlussband ihrer bezaubernden Winternacht-Trilogie, der unter dem Titel »Die Hexe und der Winterzauber« erschienen ist.

In ihrer Geschichte verwebt die Autorin gekonnt die Geister und Dämonen aus der russischen Folklore mit spannenden Fantasyelementen und einem emanzipierten Mädchen bzw. jungen Frau zu einem modernen und zeitlosen Werk mit betörender Magie.

Der Handlungsfaden in diesem finalen Band wird direkt bei den Ereignissen aus »Das Mädchen und der Winterkönig« aufgenommen und in zügigem Tempo weitergesponnen, sodass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Besonders gut gefallen hat mir die Dichte an mystischen Wesen aus den russischen Sagen und Legenden.

Polunochnitsa ist eine der magischen Gestalten, die über das Reich Mitternacht herrscht, welches durch seine Beschaffenheit und Möglichkeit zur schnellen Reise für eine fesselnde Dynamik sorgt.

Neben den üblichen Verdächtigen, wie dem Winterkönig Morosko, seinem Bruder, dem Bären und einigen Hausgeistern hat auch noch ein kleiner Pilzgeist, den Wasja liebevoll Ded Grib nennt, mehrere kleine Auftritte. Meine Begeisterung ob der detaillierten und herzlichen Ausschmückung der Geschichte mit diesen magischen Wesen kann ich kaum im Zaum halten.

Die Handlung kann mit Emotionen, unerwarteten Wendungen, dramaturgischen Entwicklungen, die ans Herz gehen und einem fesselnden Spannungsbogen überzeugen, sodass man geradezu über die Seiten fliegt und das Ende viel zu schnell naht.

Katherine Arden hat mir mit ihrer Winternacht-Trilogie große Freude bereitet und meine Augen zum Strahlen gebracht. Für Märchenliebhaberinnen und Märchenliebhaber mit einem Herz für Fantasy genau die richtige Lektüre!

Fazit

Ein furioses Finale der zauberhaften Winternacht-Trilogie. Absolut lesenswert!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 15.01.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Eine Geschichte mit Potential, aber definitiv nicht die märchenhaft-düstere Story, die ich erwartet hatte.

Die Schwestern Grimm
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Beschreibung

Der mächtige Dämon Wilhelm Grimm möchte die ganze Welt beherrschen und hat auf der ganzen Welt Töchter, die am selben Tag von verschiedenen Müttern geboren werden. Goldie, Bea, Lyiana und ...

Beschreibung

Der mächtige Dämon Wilhelm Grimm möchte die ganze Welt beherrschen und hat auf der ganzen Welt Töchter, die am selben Tag von verschiedenen Müttern geboren werden. Goldie, Bea, Lyiana und Scarlett sind Halbschwestern und ihr achtzehnten Geburtstag steht bevor, ohne dass sie voneinander wissen und nichtsahnend von der schwierigen Entscheidung, die ihnen kurz bevorsteht. Denn seinen Töchtern hat der Dämon mächtige Gaben in die Wiege gelegt, durch die sie je ein Element beherrschen und lenken können.

Am Tag ihres achtzehnten Geburtstages müssen sie zurück in das Reich ihres Vaters kehren, um sich für eine Seite zu entscheiden und sich gegen ihre Brüder zu behaupten…

Meine Meinung

Das phantastische Cover des Debütromans »Die Schwestern Grimm« der englischen Schriftstellerin Menna van Praag hat sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und die Beschreibung verspricht zudem ein märchenhaft-düsteres Leseerlebnis.

Die Geschichte wird in kurzen Abschnitten erzählt, begonnen mit der Ich-Erzählerin Goldie, die sich dann mit den anderen Perspektiven (aus der Draufsicht erzählt) und Rückblenden abwechseln. An diese temporeiche Erzählweise mit schnellen Wechseln musste ich mich zunächst herantasten, danach garantierten die raschen Sprünge allerdings einen guten Lesefluss und bringen Tempo mit sich, welches die Handlung an sich über lange Strecken vermissen lässt.

Menna van Prag beleuchtet zwar alle Grimm Schwestern, doch etwas mehr Raum nimmt Goldie ein, deren Schicksal mich schlussendlich auch im Vergleich zu dem von Bea, Lyiana und Scarlett etwas berühren konnte. Allgemein ist es mir schwergefallen, zu den Protagonisten eine Verbindung herzustellen, da mir die Erzählkonstruktion im Gesamtpaket nicht zugesagt hat. Ich hätte es schöner gefunden, wenn alle Charaktere aus der Ich-Perspektive beleuchtet worden wären, das hätte mehr Nähe, Emotionen und sicherlich auch Spannung mit sich gebracht.

Die Grundidee über einen Dämonen namens Grimm, der Töchter und Söhne gegeneinander kämpfen lässt und die Weltherrschaft an sich reißen will, bietet unheimlich viel Potential, dass Menna van Prag leider nicht annähernd ausgeschöpft hat. Ich habe eine Verbindung zum namensgebenden Märchenerzähler Wilhelm Grimm vermisst, sowie eine besser unterfütterte Hintergrundgeschichte zu der Macht der Elemente, über die die Grimm-Schwestern verfügen.

Zum Ende hin legt der Handlungsverlauf etwas an Spannung zu, doch bedauerlicherweise konnte mich der Fantasyroman insgesamt trotzdem nicht so ganz überzeugen, wie ich es mir erhofft hatte.

Fazit

Eine Geschichte mit Potential, aber definitiv nicht die märchenhaft-düstere Story, die ich erwartet hatte.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 15.01.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Definitiv ein toller Comic für Enola-Fans, für feinfühlige Kinder aber mit Vorsicht und am besten unter elterlicher Aufsicht zu genießen.

Enola Holmes (Comic). Band 3
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Meine Meinung

Das dritte kriminalistische Abenteuer für Enola Holmes in »Der Fall der verhängnisvollen Blumen« wurde nun auch in einer bezaubernden Comicadaption von Serena Blasco bei Toonfish im Splitter ...

Meine Meinung

Das dritte kriminalistische Abenteuer für Enola Holmes in »Der Fall der verhängnisvollen Blumen« wurde nun auch in einer bezaubernden Comicadaption von Serena Blasco bei Toonfish im Splitter Verlag veröffentlicht.

Nachdem Enola sich bei ihrem letzten Fall ziemlich verausgabt hat und Gefahr läuft von ihrem Bruder Sherlock aufgespürt zu werden, hat sie sich zunächst zurückgezogen. Doch als Dr. Watson als vermisst gemeldet wird, kann Enola nicht länger tatenlos herumsitzen und entschließt sich dazu eigene Ermittlungen aufzunehmen, die sie direkt in das Haus von Mrs. Watson führt, wo ihr ein Blumenstrauß ins Auge sticht, der ihr durch die Sprache der Blumen wichtige Hinweise liefert.

Bevor sie jedoch bei Mrs. Watson ihre Aufwartung macht, schlüpft Enola in eine neue Verkleidung, dieses Mal schlüpft sie in die Rolle einer vornehmen Dame, mit jeder Menge Staffage und vornehmem Umgangsformen. Doch wer Enola bereits kennengelernt hat, darf sich sicher, sein, dass dies nicht die einzige Rolle sein wird, die ihr neuer Fall erfordert.

Die Suche nach Mr. Watson führt Enola Holmes auch an sehr gefährliche Orte und bis hin zu einer Irrenanstalt, wo das Mädchen sich als Wäscherin einschleicht und von den schrecklichen Behandlungsmethoden (Elektroschocks, Lobotomie) erzählt bekommt. Ganz schön harter Tobak für junge Leserinnen und Leser!

Auch wenn diese Ausgabe um einiges düsterer als die beiden vorherigen Bände ist und man spürt, wie brenzlig es für die junge Nachwuchsdetektivin wird. Die fabelhaften aquarellierten Illustrationen von Serena Blasco nehmen der Geschichte etwas ihrer Härte.

Fazit

Definitiv ein toller Comic für Enola-Fans, für feinfühlige Kinder aber mit Vorsicht und am besten unter elterlicher Aufsicht zu genießen.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 14.01.2022

Veröffentlicht am 11.11.2022

Altes und Neues verschmilzt hier zu einer zeitgenössischen Hexengeschichte mit einem bestechenden Charme.

Die Chroniken von Under York. Band 1
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Meine Meinung

Hexen und Hexer unter New York City? Das klingt für mich nach einer perfekten Mischung und was soll ich sagen? Sylvain Runberg und Mirka Andolfo haben mich mit ihrem zeitgenössischen Urban-Fantasy-Comic ...

Meine Meinung

Hexen und Hexer unter New York City? Das klingt für mich nach einer perfekten Mischung und was soll ich sagen? Sylvain Runberg und Mirka Andolfo haben mich mit ihrem zeitgenössischen Urban-Fantasy-Comic auf Anhieb verzaubert!

Die Hauptprotagonistin ist Alison, eine junge Erwachsene, die uns durch ihre Tagebucheinträge mit genügend Wissen ausstattet, um sofort in die magische Geschichte von »Die Chroniken von Under York (1) Der Fluch« einsteigen zu können.

Alison ist vor ihrem magischen Erbe aus der Parallelwelt ›Under York‹ an die Oberfläche geflohen und nimmt ihre Zukunft nun selbst in die Hand, und so versucht sie als Künstlerin Fuß in der Weltmetropole zu fassen. Tatsächlich bleiben ihre außergewöhnlichen Werke nicht lange unbemerkt, doch am großen Tag ihrer Ausstellungseröffnung sucht sie ihre Vergangenheit heim.

Das Geheimnis von ›Under York‹ steht auf wackeligen Beinen, denn der mächtige Dämon Marduk aus dem alten Babylon bedroht das friedliche Leben der Hexen und Hexer im Untergrund. Alisons Familie ist verschwunden und steht unter Verdacht, sodass die fünf mächtigsten Clans von ›Under York‹ sie zur Verantwortung ziehen.

Sylvain Runberg hat das Fantasy-Rad nicht neu erfunden, aber eine kongeniale Mischung kreiert, die »Die Chroniken von Under York« zu einem magischen Leseabenteuer aus Modernität, alten Legenden und Diversität macht. Die Vielfalt der Immigration in den USA, insbesondere im kulturellen Schmelztiegel New York Cities spiegelt sich im Rat der fünf magischen Clans wider, denn dort finden sich nicht nur Vertreter der indigenen amerikanischen Bevölkerung, sondern auch Magier aus China, Afrika, Mexiko und Irland.

Die Jahrhunderte alte Verfolgung von Hexen, vor allen Dingen den Frauen ihrer Zunft, bringt einen besonderen Touch in die Story. Alison stellt sich gegen ihr magisches Vermächtnis und möchte sich von keinem ihr Leben vorschreiben lassen, wodurch ein feministisches Thema Eingang ins Geschehen findet. Außerdem zeigt die Hauptprotagonistin eine große Stärke, indem sie sich ihren größten Ängsten stellt. Mehr dazu kann ich allerdings nicht verraten, ohne zu spoilern, daher liest man den Comic am besten einfach selbst!

Mirka Andolfos berauschend-trendiges Artwork, eine Kombination aus Gothic-Schick mit leicht mangaesken Zügen, hat es mir schon eine Weile angetan. Zusammen mit der magischen Story von Sylvain Runberg und in kräftige Farben getaucht, fühlt man sich direkt in eine faszinierende Parallelwelt gezogen.

Eine durch etwas mehr Text leicht verständliche Storyline und die klaren Zeichnungen Andolfos machen »Die Chroniken von Under York« zu einem guten Objekt für Comic-Einsteiger.

Fazit

Eine magische Parallelwelt im Untergrund von New York City und eine bestechende Hauptprotagonistin in Kombination mit den stylischen Illustrationen von Mirka Andolfo haben mich direkt abgeholt. Altes und Neues verschmilzt hier zu einer zeitgenössischen Hexengeschichte mit einem bestechenden Charme.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 12.01.2022